Vanquish (Filmkritik)

Ein Leben als russische Drogenkurierin hinter sich zu lassen und sich um die kranke Tochter zu kümmern, das war der Plan. Doch dann wird die Tochter von Victoria (Ruby Rose) vom pensionierten Cop Damon (Morgan Freeman) entführt (für den sie sich eigentlich um den Haushalt kümmert) und er möchte von ihr, dass sie für ihn eine Reihe von Geldabholungen erledigt.

Widerwillig begibt sie sich ausgestattet mit Kameras unter ständiger Beobachtung von Damon auf die Reise auf ihrem Motorrad. Es wird eine Nacht, die sie so schnell nicht wieder vergessen wird voll mit alten Feinden und einem möglichen Drahtzieher im Hintergrund, der bis jetzt nicht offenbarte Motive verfolgt.

Drehbuchautor und Regisseur George Gallo (Middle Men) ist bereits seit Mitte der 80er Jahre in diesen beiden Funktionen in Hollywood unterwegs und müsste daher einiges an Erfahrung haben. Müsste schreibe ich deswegen, weil er schon zuletzt mit „The Poison Rose“ ein sehr generisches Werk mit müden Altstars geschaffen hat. Was er nun mit „Vanquish“ veranstaltet hat, ist jedoch noch einmal ein anderes Kaliber, vor allem was die Glaubwürdigkeit anbelangt.

Ich gehe zunächst mal kurz auf die zwei Namen ein, die Zuschauer für den Film ködern sollen. Morgan Freeman (Seven, Batman Begins, Going in Style) ist an sich ein großartiger Schauspieler. Mittlerweile ist er auch schon über 80 Jahre alt und spielt ähnlich wie der ganz anders funktionierende Nicolas Cage, oft sich selbst oder zumindest mit seinem Image. Was er hier jedoch macht, könnte beliebiger nicht sein.

Er sitzt nur in einem Gebäude in einem Rollstuhl und spricht seine Sätze so, als würde er aus dem Telefonbuch vorlesen. Dass das funktioniert, liegt alleine an seiner sonoren und extrem etablierten Stimme, doch genau diese Tatsache, macht es als Selbstzweck irgendwie noch lächerlicher und dieser Effekt fällt bei einer Synchronisation natürlich sofort weg. Nun zur eigenen Hauptfigur und das ist die von Ruby Rose gespielte Victoria.

Mit The Doorman ist es nur bedingt geglückt und als Bösewicht in SAS: Red Notice, habe ich sie zuletzt sogar ganz cool gefunden. Egal ob es nun ihr Image oder ihr Aussehen ist, scheinbar will man sie als Action-Heldin etablieren. Hier spult sie ihre Aktionen mit meist dem selben Gesichtsausdruck herunter und hat den Vorteil, dass ihre Szene als Haushaltshilfe zu Beginn einfach nur deplatziert wirkt und die Szenen mit ihrer Tochter so aufgesetzt, dass es weh tut. Dadurch ist dann die Action im Vergleich sofort weniger schlecht.

Aus ihrer Sicht meine ich, nicht auf die Machart bezogen. Mal ganz abgesehen davon, dass ein extremer grüner Filter über all die Nachtaufnahmen gelegt wurde und die Szenen mit Damon dazu im Kontrast (warum?) ziemlich blau geraten sind, aber was soll das? Schusswechsel die ungefähr so spannend sind, als würde ich Jemanden zusehen, wie er stundenlang mit einem Hammer gegen eine Wand schlägt? Verfolgungsjagden, bei denen man dank des Schnittes so gut wie gar nichts sieht? Ja, es gibt da eh nichts zu sehen, aber es geht ums Prinzip.

Dazu kommen sämtliche Nebendarsteller, die wohl erkannt haben, wo sie hier gelandet sind und dementsprechend desinteressiert ihr mangelndes Talent dafür einsetzten, dass man als Zuschauer aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus kommt. Ich bin auch keiner, der sich schnell über die Handlung bei Filmen beschwert, doch hier ist auch mir aufgefallen, dass man das Ende schon zu Beginn erraten kann ganz abgesehen davon, dass der Trailer wieder mal fast den gesamten Film zeigt. Und die Rückblicke, wenn Victoria auf ihrem Motorrad sitzt, sind einfach nur peinlich.

Insgesamt daher ein Film, der leider nie auf eine lustige Art schlecht ist und genau zwei Szenen hat, die ich gelungen fand. Das ist einerseits der „I heard you killed more people then Quentin Tarantino“ Spruch, der eine gewisse Selbstreflexion voraus setzt und visuell und von der Aussage her die Aktion, wo Kokain als Retter in der Not eingesetzt wird. Freeman Fans, macht einen Bogen um diesen Film und ja, auch Rose kann es unter anderen Voraussetzungen besser.

„Vanquish“ bekommt von mir 3/10 nicht einmal ansatzweise glaubwürdig seiende Empfehlungspunkte.


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