Godzilla vs Kong (Filmkritik)

Godzilla greift scheinbar ohne provoziert worden zu sein eine Forschungsanlage von Apex an. Niemand weiß genau, warum oder weshalb. Generell scheint der Titan nach seinem Sieg über die anderen Titanen unruhig zu sein. Also hat ein Teil der Menschlein einen Plan: Sie holen King Kong, damit dieser Godzilla in die Schranken weisen kann. Praktischerweise ist Kong in einem künstlichen Habitat gefangen und kann jederzeit mehr oder weniger sicher transportiert werden.

Natürlich treffen die beiden aufeinander. Natürlich kommt es zum Kampf und natürlich hat der Affe keine Chance (wenn das ein Spoiler sein soll, dann guckt euch mal einfach den Titel des Films an, bitteschön. Oder lasst es mich so sagen: Riesenurzeitechse mit radioaktiven Laserstrahlatem, quasi unverwundbar, gegen einen Riesen…affen. Ähm).

Allerdings stellt sich rasch heraus, dass Godzilla absolut einen Grund für seine Angriffe hatte, denn Apex hat ganz spezielle Pläne. Dazu gehört ein großer Roboter und das Hirn eines Titanen, der es steuern kann …

Ich könnte mich jetzt richtig kurz fassen und es so sagen: Godzilla vs Kong ist gemacht für das Kino, für die große Leinwand und für die passt er super. Die übertriebene Menge an Titanen wurde auf zwei (ja, die beiden im Titel) reduziert und das tut dem Film absolut gut. Vor allem, da man sich auch die Mühe gemacht hat, den beiden tatsächlich so etwas wie einen Charakter zu geben.

Es gibt tatsächlich einige Szenen, in denen die Mimik der beiden Monster einfach die Story erzählt. Lasst das mal sickern. Es gibt wirklich und tatsächlich Momente in dem Film, in welchem zB Godzilla dem guten Kong einen Blick zuwirft und man weiß absolut, was er damit meint. Gleiches gilt für Kong. Allein am Anfang des Films wird er absolut als Person mit fixem Tagesablauf und Gewohnheiten dargestellt.

Zusammengefasst: Die beiden Hauptdarsteller des Films (und das meine ich auch auf schauspielerischer Ebene) sind, genau: Godzilla und King Kong. Und es ist großartig. Jeder Kampf ist ein Erlebnis und macht Spaß beim Zusehen. Die Choregrafie ist toll und die Kämpfe rocken richtig. In Kombination mit den Charakterzügen der beiden Monster macht das richtig Laune. Was natürlich auch daran liegt, dass die Effekte absolut top geworden sind. Und das Design und die Farbgebung des Films … die sind ein absoluter Hammer.

Leider ist es so, dass der Film ganz klar King Kong als „den Guten“ hinstellen will und man wenig Zeit mit Godzilla verbringt. Das heißt, man bekommt ganz viel Backstory zu Kong und quasi keine zu Godzilla, aber das ist eigentlich im Grunde ein kleines Manko, da man über Godzilla ohnehin schon viel weiß.

Was allerdings kein kleines Manko ist, sondern ein wirklich großes, das sind die menschlichen Figuren des Films. Kann man wirklich nicht darauf verzichten so viel Zeit auf diese absolut unnötigen, unsympathischen und austauschbaren Figuren zu verschwenden? Ich verstehe ja, warum man die Geschichte rund um die Figur von Alexander Skarsgard im Film hat, denn immerhin trägt der viel dazu bei, Kong und Godzilla zusammenzubringen bzw. Kong mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren, aber der komplette Handlungsstrang von Millie Bobby Browns Figur ist nicht nur unnötig, sondern ärgerlich und wirklich schmerzhaft anzusehen. Es ist ja selten, dass ein Film ein paar Punkte mehr bekommen würde, wenn man einen ganzen Handlungsstrang rausschneidet und bei den meisten Filmen wäre das ein Problem, aber hier, ganz ehrlich, ich hätte den Film weit mehr genießen können und der Film hätte dadurch genau NICHTS verloren.

Wie dem auch sei: Der Film hält was der Titel verspricht: Godzilla und Kong geben sich gegenseitig ein paar auf die Fresse, einer der beiden gewinnt und lässt den anderen in Schande leben (wer „Godzilla: King Of The Monsters“ gesehen hat, dürfte nicht überrascht sein über den Sieger). Dann taucht ein neuer Gegner auf, man verbündet sich und am Ende ist man zwar nicht in Freundschaft verbunden, aber respektiert sich zumindest gegenseitig.

Und die Szene als sich die beiden nach dem Endkampf nochmals gegenüberstehen, Godzilla DIESEN Blick zu Kong wirft und dieser sofort seine Axt fallen lässt. Das fand ich absolut einen großartigen Gänsehaut-Moment.

Alles in allem: Wenn ich mal von diesem einen Handlungsstrang mit seinen absolut nervigen Charakteren absehe, dann ist „Godzilla vs Kong“, der bis dato beste Film des Monsterverse. Und ich hatte ja auch schon mit „Kong: Skull Island“ meinen Spaß. Auch wenn der Roboter-Gegner am Ende leider einfach vom Design her ziemlich peinlich aussieht.

„Godzilla vs Kong“ bekommt 8,5 von 10 möglichen, für die große Leinwand gemachte, Punkte.


2 thoughts on “Godzilla vs Kong (Filmkritik)

  1. Warum wird immer( unterhaltsam ) dargestellt, dass wir Menschen anders geartete Lebewesen brutal zerstören müssen, ist mir unverständlich! Und das mit so albernen Kriegswaffen!
    Keine Ächtung vor dem leben,

    • Vorweg denke ich, dass Sie meinten „Achtung“ vor dem Leben und nicht „Ächtung“, denn dann müsste es „Ächtung des Lebens“ heißen. Sinngemäß.

      Und um an ihr Kommentar anzuschließen: Keine Ahnung. Ist das so? Wird das immer so dargestellt? Ich würde mir bei diesem Thema keine allgemeingültige Aussage zutrauen. Was ich mir allerdings zutraue, ist die Aussage, dass Filme immer vom Konflikt leben. Filme in denen keine Konflikte vorkommen (innerlich, äußerlich gegen andere Menschen, gegen Firmen, gegen Tiere, gegen die Umwelt) sind nicht unterhaltsam. Unterhaltsam muss auch nicht zwingend bedeuten, dass die Sache angenehm anzusehen ist. Es gibt auch unterhaltsame Filme, die einen am Boden zerstört zurücklassen.

      Was „Godzilla vs Kong“ betrifft, nehme ich an, sie meinen damit, die Pläne, die „Titanen“ zu vernichten und zwar durch „Mecha-Godzilla“. Tja, da es sich hier um ein Quasi-Remake handelt, müssen Sie das die ursprünglichen Macher:innen fragen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie viel solche Themen und Fragestellungen von vor gut 50 (und mehr) Jahren Thema gewesen sind. Soweit ich als Trashfans das beurteilen kann, kann ich nur sagen, dass es mit Sicherheit so ist, dass die erste Frage war: „Welche zwei Giganten haben wir noch nicht aufeinander losgelassen, damit sie bei einer Rauferei nebenbei eine Stadt vernichten können?“ oder, noch viel wahrscheinlicher: „Was können wir machen, was wir witzig finden?“

      Und speziell was Godzilla in den neuen (diesen hier mitgerechnet) drei Filmen betrifft: Ist Godzilla nicht die Personifizierung und Erinnerung daran, dass die Natur immer die Oberhand über uns haben wird und ganz egal was wir machen, wir uns ihr immer unterwerfen müssen? Und Kong das Symbol der Inbesitznahme der Natur (der sich ja quasi den Menschen anpasst/unterwirft), der trotzdem (oder deswegen?) scheitern muss?
      Mecha-Godzilla als Symbol für die Idee der Menschen durch Technik alles beherrschen und kontrollieren zu können, nur um von ihr betrogen zu werden (und wir erst recht wieder von der Natur gerettet werden müssen)?

      Das sind natürlich alles nur abstrakte Gedanken, die vermutlich mehr Überlegungen über den Film anstellen, als die Macher:innen dieses „Remakes“ es selbst gemacht haben.

      Und ganz ehrlich: Einen Film bei dem sich Kong und Godzilla zum Kaffeetrinken treffen … wer will den denn sehen? … wobei …

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