Godzilla II: King Of The Monsters (Filmkritik)

Godzilla war nicht der einzige Titan auf der Welt. Die Firma „Monarch“ hat den Auftrag weitere dieser Riesenwesen zu finden und unschädlich zu machen. Das heißt töten oder zumindest in Zaum und unter Kontrolle halten. Dr. Emma Russel (Vera Farmiga) hat ein Gerät gebaut, welches in einer Frequenz sendet, die den Titanen Befehle übertragen kann. Als sie jedoch auf einen besonderen Titan treffen (King Ghidorah) funktioniert dies nicht mehr, denn King Ghidorah, wie der Name schon sagt, ist der König der Monster. Ein weltweiter Amoklauf beginnt.

Und ausgelöst wurde dieser Amoklauf in voller Absicht von einer Mitarbeiterin Monarchs und einer rivalisierenden Firma. Emmas Tochter Madison (Millie Bobby Brown) muss währenddessen zusehen, wie ihre Mutter immer mehr in einen Wahn verfällt und ihr Vater gegen Monarch kämpft, indem er gemeinsam mit dem Wissenschaftler Dr. Serizawa (Ken Watanabe) versucht Godzilla auf den Plan zurufen, damit diese/r alles wieder ins Lot bringen und beweisen kann, wer der echte König der Monster ist …

Was hatte man von einem Godzilla-Remake erwartet? Große Monster, die sich gegenseitig die Fresse polieren und dabei alles in Schutt und Asche legen. Und zwar mehr als nur für fünf Minuten. Niemand hat sich für die Story um den von seiner Familie getrennten Soldaten im ersten Teil interessiert. So zumindest die Rückmeldungen der „Fans“ an die Macher.

Dieses Manko sollte „King Of The Monsters“ wohl beheben, denn die Menge an Riesenmonstern, die hier aufgeboten wird ist schon beachtlich. Und warum auch nicht, denn auch wenn zumindest mir die Story des ersten Teils und seine Machart gefallen hat – ich mochte den langen und langsamen Spannungsaufbau -, so muss ich doch sagen, dass mir 80% der menschlichen Figuren in diesem Teil so richtig egal waren. Als sie dann noch anfangen ihre Beweggründe mitzuteilen musste ich mehrmals ein Gähnen unterdrücken.

Allerdings krachen dieses Mal die Monster wirklich oft aufeinander und diese Aufeinandertreffen sind grandios gemacht. Die Menschen in diesem Film sind völlig egal, ganz ehrlich. Da geht es um nichts. Und selbst die melodramatischen Ereignisse, die passieren, sind im Kern völlig belanglos. Einzig die Story um Dr. Serizawa hat mich berührt (allerdings auch nur, weil ich den vom ersten Teil her noch mochte. Wer ihn nur vom zweiten Teil kennt wird wohl keine Beziehung zu ihm aufbauen).

Schade ist, dass Godzilla hier einfach so oft unterlegen ist. Ich sehe mir ja keinen Godzilla-Film an, damit ich sehen kann, wie unsere Lieblingsechse permanent k.o. geht. Das ist nicht Sinn der Sache. Ich denke da mal an „Final Wars“ – sowas möchte ich gern sehen. Nur halt besser gemacht. Aber gut, man bekommt, was man bekommt und ich will damit nicht sagen, dass „King Of The Monsters“ schlecht ist. Er leidet nur am „Jason Bourne„-Effekt (benannt nach dem vierten Teil der „Bourne“-Reihe mit Matt Damon. Ist Jason in den ersten drei Teilen allen anderen immer mindestens einen Schritt voraus, selbst während seinem Gedächtnisverlust, so ist er im vierten Teil ein Würstchen, welches auf jeden Taschenspielertrick reinfällt). Kurzversion an euch Filmemacher/innen mit Millionenbudgets: Ihr müsst nicht jeden „Helden“ seiner Überlegenheit berauben, damit wir uns mit ihnen identifizieren können. Manche „Helden“ mag man, eben weil sie überlegen sind. Zum Beispiel wen? Richtig. Godzilla. Das sei nur mal so am Rande erwähnt.

Erstaunlicherweise schaffen es die Macher dann doch ein paar Mal eine richtige Gänsehaut den Rücken hinablaufen zu lassen. Das passiert meist bei den Auftritten der Titanen (die sich schon mal während einem Vulkanausbruch aus dem Berg schaufeln bzw. diesen verursachen und ähnliches) als auch bei den Kämpfen der Titanen. Sicher, sie sind teilweise zu lang geraten, weil sie nichts – absolut gar nichts – Neues (weder optisch noch an Ideen während der Kämpfe) liefern, aber trotzdem sind sie sehenswert. Und der emotionalste Moment ist als einer der Titanen sich opfert um Godzilla zu retten. Und das, obwohl dieser Titan gerade mal fünf Minuten Screentime hat. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie emotional die Geschichte der menschlichen Figuren berühren … naja, lassen wir das.

Alles in allem ist in „Godzilla: King Of The Monsters“ drin, was wir wir sehen wollten. Und es sieht gut aus. Dass man die Teile der menschlichen Story um mindestens die Hälfte hätte kürzen sollen, ist eine andere Geschichte. Ich finde es trotzdem spannend, da Regisseur Michael Dougherty vor allem Drehbücher schreibt und er zum Beispiel für jene von „X-Men 2“ oder „Superman Returns“ oder „Krampus“ verantwortlich zeichnet. Und die mochte ich alle. Allerdings hat er dann auch „X-Men:Apocalypse“ verbrochen. So gesehen ist die Solala-Mischung von „Godzilla: King Of The Monsters“ ja trotzdem ein Schritt zurück in eine positivere Richtung.

„Godzilla: King Of The Monsters“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, allein vom Design und der Optik der Titanen lebende, Punkte.


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