Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Fri, 17 Sep 2021 20:44:29 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.1 In China essen sie Hunde (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/18/in-china-essen-sie-hunde-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/18/in-china-essen-sie-hunde-filmkritik/#respond Sat, 18 Sep 2021 06:00:19 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33807 Arvid (Dejan Cukic) ist ein Bankangestellter. Er ist langweilig. Er ist öde. Das ändert sich, als er bei einem Banküberfall den Räuber niederschlägt und danach als Held gefeiert wird. Für seine Frau bleibt er ein Langweiler, weshalb sie ihn verlässt. … Weiterlesen

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Arvid (Dejan Cukic) ist ein Bankangestellter. Er ist langweilig. Er ist öde. Das ändert sich, als er bei einem Banküberfall den Räuber niederschlägt und danach als Held gefeiert wird. Für seine Frau bleibt er ein Langweiler, weshalb sie ihn verlässt. Kurz darauf steht Astrid (Lina Kruse) vor seiner Tür: Der Bankräuber war ihr Mann und der wollte die Bank ausrauben, weil sie Geld brauchten für ihren Kinderwunsch. Arvid bekommt ein schlechtes Gewissen und will Astrid helfen. Aber wie kommt man rasch zu Geld? Also besucht Arvid seinen Bruder Harald (Kim Bodina), der ein Restaurant betreibt. Zumindest offiziell. Denn tatsächlich ist Harald ein Krimineller und es dauert nicht lange, bis die beiden von einer schrägen Situation in die nächste kippen.

Dass ihre Helferleins bzw. Köche Martin (Nikolaj Lie Kaas) und Peter (Thomas Villum Jensen) nicht die hellsten sind und sogar teilweise moralische Skrupel haben, ändert nichts daran, dass es drunter und drüber geht. Und vor allem ändert es nichts daran, dass der Küchengehilfe Vuk (Brian Pattersion) primär durch Haralds Schuld eine Pechsträhne nach der anderen hat …

Lasse Spang Olsen ist ein verdammtes Genie. Sorry für den Kraftausdruck, aber es gibt keine bessere Formulierung. In Kombination mit dem Drehbuchautor Anders Thomas Jensen hat er einfach ein Händchen für skurrile, großartige und völlig absurde Actionfilme voller Charaktere, die man eigentlich hassen müsste, aber die man aufgrund der Inszenierung (und der Schauspieler:innen) einfach mögen muss.

Mein erster Kontakt mit Lasse Spang Olsen war irgendwann im Jahr 1999, kurz nachdem „In China essen sie Hunde“ veröffentlich wurde. Der Film machte sich rasch einen Namen und in der Videothek meines Vertrauens wurde mir dieser Film sehr ans Herz gelegt (ja, die kannten mich sehr gut damals). Nach der ersten Sichtung habe ich ihn innerhalb eines Monats glaube ich so ziemlich allen Leuten gezeigt, die ich kannte und ihn mir jedes Mal mit angesehen. Der Film wird einfach nie, niemals langweilig.

Die Story ist abstrus, aber emotional und großartig. Und wirklich toll sind die Figuren bzw. wie trocken und einfach menschlich sie auf absolut abartige Situationen reagieren. Der Film ist eine Reihe von Szenen, die man einerseits noch nie zuvor gesehen hat und andererseits zwar schon woanders gesehen hat, aber noch in dieser Art, Form und Auflösung.

Der Held des Films ist eigentlich nicht Arvid, sondern sein Bruder Harald, gespielt von Kim Bodnia. Deshalb hat man ihn auch im Nachfolger als zentrale Figur gewählt. Natürlich mit seinen Köchen Martin und Peter. Die beiden sind zwei herzensgute Menschen, deren Chef halt ein ziemlich kaltblütiger Krimineller ist, der aber auch irgendwie … naja, ich weiß nicht … Harald ist irgendwie … super. Vor allem in Kombination mit diesen beiden und vor allem in den Reaktionen und in den Dialogen der drei. Man muss den Film einfach gesehen haben, um zu begreifen wie surreal und dennoch zutiefst menschlich die Sache ist.

Drehbuchautor Jensen hat auch die Drehbücher zu „Adams Äpfel“ oder „Old Men In New Cars“ geschrieben. Und der Humor ist in allen dreien gleich. Er ist politisch höchst inkorrekt. Er ist tiefschwarz. Er ist grenzwertig. Und er ist absolut menschlich, herzerwärmend, ehrlich und echt. Ich kann es nur wiederholen: Grenzwertig UND herzerwärmend. Das kann man schwer anders beschreiben, aber Jensen schafft es, völlig absurde und lächerliche Situationen zu schreiben, die man aber ernst nimmt, weil seine Figuren sie ernst nehmen und Jensen liebt seine Figuren. Alle. Ohne Ausnahme. Und das merkt man dem Film einfach an.

Olsen ist übrigens in erster Linie ein Stunt-Koordinator und er und Jensen sind ein Dream-Team. Die Stunts sind 1A und kombiniert mit dem Drehbuch und den schauspielerischen Leistungen bzw. den Reaktionen der Charaktere auf Situationen, ist es einfach ein wahnsinnig großartiger, witziger, berührender, toller, fantastischer und vor allem unterhaltsamer Film.

Tatsache ist, der Film ist dänisch und ich kenne ihn in seiner Originalversion nicht. Ich kenne ihn nur in der deutschen Synchronisation. Wie kann man das beschreiben? Kennt ihr Bud Spencer und Terrence Hill? Genau. Die Art von Synchronisation. Nehmt „Die Linke und die Rechte Hand des Teufels“, schiebt ihn in eine moderne Zeit, verlegt ihn nach Dänemark ins Gangster-Millieu und ihr seid gut dabei. Vorausgesetzt ihr multipliziert den Spaß, den ihr dabei hattet mal 10 und packt eine ganze Ladung unprovozierter und heftiger Gewalt oben drauf.

Falls man es nicht merkt: Ich liebe diesen Film. Wer ihn nicht: Seht ihn euch JETZT an und DANKT mir später.

Ich kann dem Film nur einen einzigen Vorwurf machen: Er ist 1999 gedreht worden, was bedeutet, dass die Technik dahinter nicht auf heutigem Stand ist, aber ganz ehrlich: Wenn so viel genial-schräges Zeug passiert wie hier, da pfeif ich auf die Technik.

„In China essen sie Hunde“ bekommt 10 von 10 Punkten von mir. Keine Diskussion.

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Out of Death (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/16/out-of-death-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/16/out-of-death-filmkritik/#respond Thu, 16 Sep 2021 06:00:20 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33580 Die Asche ihres verstorbenen Vaters wollte Foto-Journalistin Shannon (Jamie King) verstreuen und zwar genau an dem Ort, an dem er es sich gewünscht hat. Deshalb unternimmt sie auch die Wanderung von der ihr Vater meinte, sie wäre zu anstrengend für … Weiterlesen

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Die Asche ihres verstorbenen Vaters wollte Foto-Journalistin Shannon (Jamie King) verstreuen und zwar genau an dem Ort, an dem er es sich gewünscht hat. Deshalb unternimmt sie auch die Wanderung von der ihr Vater meinte, sie wäre zu anstrengend für sie. Zufällig kommt sie an einer (korrupten) Polizistin vorbei, die gerade einen Mann endgültig beseitigt hat.

Shannon ist dabei nicht nur Augenzeugin, sondern hat das Ganze auch noch gefilmt, wurde dabei aber entdeckt. Sofort nehmen die Mitglieder des örtlichen Sheriff-Departments die Verfolgung auf. Für Shannon scheint es keinen Ausweg zu geben, doch dann findet sie unerwartet Hilfe in Form eines Polizisten im Ruhestand namens Jack (Bruce Willis).

Wollt ihr wissen, was das Spannendste an diesem neuen Bruce Willis Film ist? Er wurde in nur neun Tagen gedreht und Willis sollte seine Szenen an zwei Tagen erledigen, wegen Covid 19 Verzögerungen, hat er die Sache dann aber an einem Tag durchgezogen (an dem er offenbar nicht ganz munter war). Regie führte hier erstmals Mike Burns, der zuvor bei zahlreichen der letzten Willis-Filme, als Supervisor für die Musik zuständig war.

Hier hat er dann auch gleich die Musik selbst komponiert und mit seinen unpassenden Südstaaten Western Melodien, der Sache eine lächerliche Krone aufgesetzt. Es ist schon der Beginn, der irritiert. Wie bei einer Fernsehserie sieht man am Anfang ein paar schnell geschnittene Bilder aus der Mitte des Filmes, dann beginnt der Vorspann und die Szenerie hüpft an den Anfang der Story zurück.

Irgendwie habe ich danach erwartet, dass jetzt dann gleich die erste Werbeunterbrechung kommen muss. Aber sie kam (leider) nicht. Nach einem der peinlichsten „das soll jetzt gerade cool sein“ Momenten, die ich seit sehr langer Zeit gesehen habe (3D anmutende Slow Motion plus ein Loch im Kopf inklusive), geht die Langeweile los. Lustig ist dabei vor allem, wie dumm die Polizisten agieren.

Ein Beispiel? Wie trickst man zwei Cops aus, die gerade eine Zeugin beseitigen wollen? Richtig, man wirft etwas in den Busch hinter ihnen, die drehen sich dann irritiert um, werfen sich ein „hast du das gehört“ zu und gehen dann verdutzt in die Richtung des Geräusches. Natürlich haben sie auch im Zweikampf mit einer zarten Dame im Endeffekt keine Chance, ist ja nicht so als müsste man Selbstverteidigung beherrschen als Polizist.

Ebenfalls witzig ist, wie oft Bilder der zugegeben schönen Landschaft gezeigt werden, wo die Größe des Gebietes vermittelt werden soll. Trotzdem laufen sich die Figuren hier beinahe ständig zufällig über den Weg. Eine „die Heldin wächst über sich hinaus“ Sequenz inklusive Rückblicken auf vorherige Szenen des Filmes, die tut dabei einfach nur mehr emotional weh, weil sie so aufgesetzt wirkt.

Beim Finale kommt dann der „Anfangstrick“ wieder zum Einsatz, wo man zeitlich zurückspringt und eine Schlüsselszene zeigt, wodurch sich das Finale, gar nicht belangloser anfühlen könnte. Bruce Willis (Cosmic Sin) ist als Jack immer wieder mal kurz zu sehen, jedoch hatte er scheinbar keinen Kaffee an seinem einen Drehtag oder einfach nur wieder mal wenig Lust, überzeugend Emotionen zu zeigen. Die Stirn runzeln, lächeln und ein wenig herum schreien, das kann er aber (noch) ganz gut.

Jamie King (Mothers Day) als Shannon ist ja die eigentliche Hauptdarstellerin und sie ist auch die Einzige, die ihre Sache souverän macht. Wirklich viel bekommt sie aber nicht zu tun und wie ihr Charakter geschrieben ist, ist stellenweise zu hysterisch, dann wiederum auch unsympathisch und in Summe auch etwas unglaubwürdig. Würde ich jetzt aber nicht unbedingt als ihre Schuld bezeichnen.

Insgesamt als wieder mal ein neuer Tiefpunkt für Bruce Willis, was Belanglosigkeit und Austauschbarkeit bei diesem Film betrifft und Demotivation, was seine „Performance“ angeht. Sich zu wundern, wie man eine Sache so in den Sand setzten kann ist im Prinzip das Einzige, was hier einen gewissen Unterhaltungswert hat. Wenigstens vergisst man das Alles hier schnell genug, sodass man es nicht aktiv aus dem Gehirn verdrängen müsste.

„Out of Death“ bekommt von mir 2,5/10 sich leider nicht im Wald verlierende Empfehlungspunkte.

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Dreamland (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/14/dreamland-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/14/dreamland-filmkritik/#respond Tue, 14 Sep 2021 06:00:43 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33790 Eugene (Finn Cole) träumt von einem Leben voller Abenteuer. Nur spielt es da nicht. Irgendwie am Rande der Zivilisation in Amerkias Texas liest er immer wieder Abenteuerromane und sehnt sich nach „mehr“. Aber mehr gibt es nicht. Es gibt die … Weiterlesen

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Eugene (Finn Cole) träumt von einem Leben voller Abenteuer. Nur spielt es da nicht. Irgendwie am Rande der Zivilisation in Amerkias Texas liest er immer wieder Abenteuerromane und sehnt sich nach „mehr“. Aber mehr gibt es nicht. Es gibt die Farm. Und das war es soweit. Nur die Berichte über Allision Wells (Margot Robbie), eine gesuchte Bankräuberin, die auf ihrer Flucht angeblich ein Kind erschossen hat, bringen ein wenig Spannung in sein Leben.

Als dann eines Tages just diese Allison verletzt im Schuppen der Farm auftaucht und sie Hilfe braucht, ist er hin und her gerissen zwischen ihrer Anziehungskraft bzw. Verführungskünsten und dem auf sie ausgesetzten Kopfgeld.

Was die Sache nicht einfacher macht: Eugenes Familie ist Teil der Polizei.

„Dreamland“ ist das erste Drehbuch für einen Langspielfilm von Nicolaas Zwart und der zweite Langspielfilm von Regisseur Miles Joris-Peyrafitte. Warum ich das erwähne? Weil es beeindruckend ist, wie leichtfüßig der Film erzählt wird und wie scheinbar mühelos hier eine spannende Atmosphäre aufgebaut wird. Die Bilder, die in Dreamland auf den Bildschirm gezaubert werden sind wirklich schön eingefangen und gerade die Szene in welcher ein Sandsturm über die Farm hinwegfegt ist wirklich eindringlich geraten und man kann die Naturgewalt fast körperlich spüren. Allein der Anblick, der sich nähernden Sturmfront lässt einem fast den Atem stocken. Umso verwunderlicher, dass dies nicht Teil des Finales ist, sondern mitten im Film vorkommt. Das Finale ist nämlich (klarerweise) emotionaler Natur und erzählt von Flucht und Liebe.

Gerade der familiäre Twist mit George Evans (gespielt von Travis Fimmel) hat mir sehr gut gefallen, da dieser für Recht und Ordnung einsteht, versucht Eugene zu erziehen und ihn so mehr oder weniger immer weiter von sich wegschiebt, bis es am Ende eine Entscheidung geben muss. Wie die ausgeht, ist irgendwie klar. Aber was mir gut gefallen hat, ist die Rolle, die George dabei spielt. Dabei meine ich weniger die vorhersehbare emotionale Entscheidung, als viel mehr die kleinen Gesten, die nicht groß kommentiert werden müssen. Am Ende ist es halt doch die Liebe innerhalb einer Familie, die Gewicht hat und vielleicht mehr Wert ist als die Buchstaben des Gesetzes.

Natürlich endet die Sache nicht mit Sonnenschein und Eiscreme. Natürlich endet der Film ganz genauso, wie so ein Film per definition enden muss. Deshalb habe ich oben auch erwähnt, dass Nicolaas Zwart hier sien ersten Langspielfilmdrehbuch verfasst hat, denn er hält sich ganz klar an die Formel für diese Art Film.

Das soll heißen: „Dreamland“ macht nichts neu. Das sage ich über fast jeden Film, ich weiß, das ändert aber nichts daran, dass es wahr ist. Hier sind es die kleinen Nuancen, die mir gut gefallen haben, wie zB eben die Rolle von George am Ende. Oder die Art und Weise, wie es das Drehbuch versteht den Charakter von Margot Robbies Allision eine ganze Weile lang sehr zwielichtig erscheinen zu lassen und es tatsächlich bis kurz vor dem Ende nicht klar ist, ob sie in Eugene nun einen dummen Jungen sieht, den sie ausnutzen kann, oder ob sie ihm wirklich näher kommt. Vor allem eine (zu lang geratene) Szene in der Dusche fand ich neu und erfrischend, wenn auch primär in der Art, wie sie gezeigt wird und weniger in dem was währenddessen passiert.

Margot Robbie als Allison ist eine kleine Naturgewalt und sie spielt wirklich beeindruckend souverän. Finn Cole glaubt man seine Zerissenheit und auch seine letztliche Entscheidung. Das Spiel mit den Rückblenden zu Allisons letzten Überfall fand ich auch passend, weil es auch von der Optik den Film auflockert und vor allem mit einem weiteren Überfall später im Film gut den Unterschied zwischen Eugenes Abenteuerträumen und der Realität aufzeigt.

Alles in allem ein starker Film, der nichts Neues erzählt, dies aber unterhaltsam und gut gefilmt macht.

„Dreamland“ bekommt 6,5 von 10 möglichen, sich in der staubigen Hitze von Texas bzw. unter seinen Obstplantagen entscheiden müssende, Punkte.

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The Ice Road (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/11/the-ice-road-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/11/the-ice-road-filmkritik/#respond Sat, 11 Sep 2021 06:00:15 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33543 In einer sehr abgelegenen Lage im Norden von Kanada, kollabiert nach einer Explosion eine Diamantenmine. Um die 26 verschütteten Bergleute zu retten bevor ihnen die Luft ausgeht, ist es notwendig die sogenannten (gefrorenen) Ice Roads zu überqueren, um einen speziellen … Weiterlesen

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In einer sehr abgelegenen Lage im Norden von Kanada, kollabiert nach einer Explosion eine Diamantenmine. Um die 26 verschütteten Bergleute zu retten bevor ihnen die Luft ausgeht, ist es notwendig die sogenannten (gefrorenen) Ice Roads zu überqueren, um einen speziellen Bohrloch-Kopf an die Unglücksstelle zu überliefern. Unter der Leitung von Goldenrod (Laurence Fishburne) wird ein Team für diese extrem gefährliche Mission zusammengestellt.

Unter ihnen sind Fahrer Mike (Liam Neeson) und sein Mechaniker-Bruder, Fahrerin Tantoo (Amber Midthunder) und ein Sicherheitsexperte der Baufirma. Gemeinsam brechen sie mit drei Trucks und drei Bohrköpfen auf mit dem Ziel, dass zumindest einer von ihnen heil und vor allem rechtzeitig abgeliefert wird. Doch die ersten Probleme lassen nicht lange auf sich warten und weitere folgen kurz darauf…

Drehbuchautor Jonathan Hensleigh verbinde ich eigentlich „nur“ mit dem einzigen Film, den ich von ihm als Regisseur kenne und das ist seine Marvel-Verfilmung „The Punisher“ mit Thomas Jane und John Travolta aus dem Jahr 2004. The Ice Road ist dann auch erst sein vierter Film in dieser Funktion und sein letzter ist aus dem Jahr 2011. Je nach Land läuft sein neuester Streifen dann sowohl auf Amazon als auch bei Netflix und auch ein Ausflug ins Kino ist dabei.

Was man bekommt ist eine Mischung aus typischen Liam Neeson Action-Momenten, gepaart mit Katastrophen-Film Dramatik, die mich an die früheren Filme eines Roland Emmerich erinnert hat (nur im kleineren Rahmen eben). Ich bleibe jetzt gleich mal bei Neeson (The Marksman), der hier vor allem zu Beginn so grantig agieren darf, dass es eine Freude ist. Er ist dabei auch nicht immer sympathisch und das Richtige tun, wie etwa offenen Rassismus anzuprangern, das ist nicht gerade seine Stärke bzw. interessiert es ihn nicht.

Im Vergleich zu anderen Neeson-Abenteuern ist dies jedoch ein Ensemble-Abenteuer, vor allem habe ich dabei die Dynamik zwischen Neeson und der von Amber Midthunter (Legion) gespielten Tantoo geschätzt. Einerseits viele Jahrzehnte jünger als Mike, hat sie sich andererseits sicherlich auch durch Anfeindungen auf ihre Rasse bezogen, einiges an Reife und Coolness angeeignet. Sie bleibt ruhig auch in Stressmomenten, doch manchmal kann man ihr Alter an überhasteten Entscheidungen doch erkennen.

Das gilt auch für Neeson, der nächstes Jahr bereits 70 Jahre alt wird. Darauf bezogen folgt nun mein größter Kritikpunkt hier, denn die Kampfszenen gegen Ende, bekommen schon nach kurzer Zeit einen gewissen Slapstick-Charakter. Verstärkt wird dies dadurch, dass die beiden Kontrahenten hier von einander weg wollen und den jeweils anderen zurück lassen, also sich nicht unbedingt töten wollen, dennoch, wenn ich Neeson Action in seinem Alter glauben soll, dann muss man solche Szenen entweder anders schreiben, oder gleich ganz weglassen.

Ich erwähne das extra, da dies die einzigen Momente waren, wo es mich aus dem Film heraus auf die Metaebene geworfen hat. Brechendes Eis, Sprengkörper, menschliche Verfolger, Lawinen und Intrigen auf allen Seiten, das kann man so hinnehmen, muss ja nicht realistisch sein, sondern vor allem spannend und wer hat schon genügend echte Erfahrung mit Ice Roads, um hier mitreden zu können? Doch das finale Gerangel, wäre sicher anders gestaltet wirkungsvoller gewesen.

Ansonsten wie bereits erwähnt spannend bis zum Ende, dass man zwar zumindest in ungefährer Form voraussehen kann, man aber dennoch gerne sehen möchte. Die Effekte sind großteils stark, mit ein paar Momenten, wo die guten alten CGI-Augenblicke, wieder mal genau als solche erkennbar sind. Uneingeschränkt erschreckend ist dafür zum wiederholten Male das Fehlen jeglicher Moral, wenn es um Geld geht. Da sind Menschenleben einfach nichts wert, immerhin gibt es ja genug auf der Welt, kann man ja alle ersetzen.

Ingesamt daher ein straff inszenierter Survival-Thriller, der sich voll auf seine Darsteller und vor allem auf seinen eiskalten Schauplatz verlassen kann, der gleich auf mehreren Ebenen, etwas Frisches ausstrahlt. Realismus-Fanatiker werden den Film nicht gerade lieben, Neeson Fans kommen dafür voll auf ihre Kosten. Ich persönlich werde mir den Namen Amber Midthunter merken, angeblich hat sie ja die Hauptrolle im neuesten Film des Predator-Franchise.

„The Ice Road“ bekommt von mir 7/10 sich permanent aufs dünne Eis wagende Empfehlungspunkte.

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Best Of Worst Case: PG: Psycho Goreman (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/09/best-of-worst-case-pg-psycho-goreman-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/09/best-of-worst-case-pg-psycho-goreman-filmkritik/#respond Thu, 09 Sep 2021 06:00:58 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33752 Mimi (Nita-Josee Hanna) und Luke (Owen Myre) sind Geschwister. Er ist der nette, zurückhaltende, sie ist die überdrehte, abgehobene und durchgeknallte (nicht im netten Sinne) Schwester. An ihrem Bruder lässt sie kein gutes Haar und eigentlich ist sie grundsätzlich ein … Weiterlesen

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Mimi (Nita-Josee Hanna) und Luke (Owen Myre) sind Geschwister. Er ist der nette, zurückhaltende, sie ist die überdrehte, abgehobene und durchgeknallte (nicht im netten Sinne) Schwester. An ihrem Bruder lässt sie kein gutes Haar und eigentlich ist sie grundsätzlich ein bisschen ein Tyrann. Und mit ein bisschen meine ich: zu 100%. Sie lässt sich von niemanden herumkommandieren, schon gar nicht von ihren Eltern. Die Mutter (Alexis Kara Hancey) ist ein wenig hilflos, liebt ihre beiden Kinder aber. Und der Vater Greg (Adam Brooks) sieht sich als potentielles Opfer von #metoo, in dem Sinne, dass er die Möglichkeit für etwas verantwortlich gemacht zu werden als Ausrede nimmt, einfach nichts zu tun. Nämlich gar nichts. Weder im Haushalt, noch in der Erziehung, noch sonstwo.

Alles ändert sich (haha, genau), als Mimi und Luke einen Edelstein finden, der sich als Kontrollinstrument für ein uraltes, universelles Böses herausstellt. Natürlich erwacht dieses Übel und fängt gleich mal an, die Menschen in nächster Nähe zu dezimieren. Aber es hat die Rechnung nicht mit Mimi gemacht, denn als die Kleine entdeckt, dass sie den Dämon mit dem Edelstein kontrollieren kann, prallen Welten aufeinander. Und kurz gefasst: Mimi gewinnt.

Aber nicht nur Mimi und ihre Familie bemerken, dass da etwas im Busch ist, sondern auch der gelaktische Rat, der den Dämon damals verbannt hat. Und jetzt, wo er wieder erwacht ist, gilt es einzuschreiten und ihn ein für allemal zu stoppen. Vielleicht auch mit Methoden, die genauso bestialisch sind wie seine, aber hey – immerhin macht man es aus der richtigen Motivation heraus.

Als ich den Trailer gesehen habe war mir klar: Diesen Film muss ich mir ansehen und jede Sekunde davon genießen. Wie oft kommt es im Jahr 2021 vor, dass man mit hirnloser Freude einen Film gucken kann, dessen Hauptfiguren eine tyrannische Minderjährige und ein uralter Dämon, der die Welt vernichten will, sind. Das ganz noch dazu in einer Machart, die an die besten „guilty pleasure“-Momente aus güldenen Power-Rangers Zeiten erinnert? Eben. Wirtschaftlich gerechnet dürfte es diesen Film überhaupt nicht geben.

Regisseur und Drehbuchautor Steven Kostanski („The Void„) hat sich wohl einen Traum mit diesem Film hier erfüllt und ich gestehe es gleich vorab: Wer so eine Prämisse auf diese Art und Weise umsetzt, der hat bei mir schon mal aus Prinzip gewonnen. Und tja, der Film hat einige Schwächen, keine Frage. Die sind sogar offensichtlich, aber wenn hier jemand mit so viel Liebe zur Sache geht, dann schau ich da einfach drüber hinweg.

Fangen wir mit den Schwächen an: Die Figur der Mimi ist grenzwertig. Die Kleine ist einfach der Prototyp eines Kindes, welchem wohl viele einfach gern den Hintern versohlen würden. Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Kleine ist ein Übel. Eine kleine Wurzel des Bösen inmitten der Welt. Die Inkarnation des Egoismus, wenn man so will. Sie. Sie. Sie. Nichts anderes zählt. Und natürlich gibt es am Ende ein Szene, die zeigen soll, dass sie im tiefsten (Ab)Grunde ihres Herzens ihre Familie liebt, nur: Ich habe es keine Sekunde lang geglaubt. Die Kleine ist einfach „das Böse“. Wehe, wenn die mal erwachsen wird und so etwas wie „Macht“ bekommt.

Wer also mit dieser Figur ein Problem hat, der oder die wird diesen Film hier entweder hassen oder schlichtweg nicht aushalten. Kann ich verstehen. Aber wen soll man den sonst einem Dämon gegenüberstellen, der andere mit einem Gedankengang zerfetzen kann? Eben. Psycho Goreman, oder PG, wie er mehr oder weniger liebevoll genannt wird, ist das ultimative Böse. Und trotzdem wirkt er neben Mimi eigentlich sympathisch, weil im Gegensatz zu ihr, hat er ein klares Motiv, klare Beweggründe und klare Ziele. Mimi ist einfach nur aus Prinzip eine Tyrannin. Da ist ziemlich rasch klar zu wem man eigentlich in Wahrheit hält.

Die Familie rund um das Geschwisterpaar ist mehr oder weniger die Erklärung, warum Mimi ist, wie sie ist. Vater und Mutter scheitern beide kläglich. Der eine weil er sich nicht bemüht und die andere, weil ihre Bemühungen vergeblich sind. Dass Sohn Luke dabei der einzige ist, den man als Zuseher:in mögen kann, ist da schon irgend wie klar. Und dass dieser Sohn Albträume hoch drei hat (ja, die sieht man im Film) ist auch absolut nachzuvollziehen (sucht mal Parallelen zu den Besten, die im Traum auf ihn zukriechen und seiner Familie).

Auch das Drehbuch hat einige Schwächen, teils weil man sich zu lange auf Witzen ausruht und teils, weil Witze auf der Meta-Ebene doch irgendwie konterkariert werden sollten. Wie schon bei anderen Filmen erwähnt: Wenn ich mich darüber lustig mache, dass in solchen Szenen in solchen Filmen immer zu viel gelabert wird, dann ist das witzig, aber das legitimiert nicht, dass ich es dann genauso mache. Dann muss ich diese Erwartung selbst brechen (James Gunn zB beherrscht das meisterhaft). Auch eine der Actionszenen in der Mitte ist einfach nicht kreativ genug. Da treffen völlig abstruse Figuren aufeinander und alles was passiert ist mehr oder weniger ein Faustkampf. Schade.

Trotzdem: Die Stärken des Films überwiegen für mich klar, denn die pyhsischen, praktischen Effekte sind eine Augenweide. Die Brutalität des Films ist extrem, aber durch die klar als Masken und Gummi zu erkennenden Utensilien halt primär witzig und lustig anstatt abschreckend und eklig. Und wenn man sich mal an das Humor-Tempo gewöhnt hat (großartig die Szene als PG mit Greg telepathisch Kontakt aufnimmt, während dieser am WC sitzt), dann sind auch viele der Witze wirklich witzig.

Mein Lieblingsmoment ist allerdings, als die Liebe siegt. Denn „Thank you for teaching me the power of love.“, wie es so schön gesagt wird. Mit dem Zusatz: „I will now use this power to destroy the galaxy. Das nennt man dann halt einfach konsequent.

„PG: Psycho Goreman“ bekommt von mir, also klare Zielgruppe, 9 von 10 Punkten.

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Effekte, Story):

Viele gute Ideen, super Figuren-Design, altbackene und deswegen grandiose Effekte, witzige Momente, ein ziemlich cooler Antiheld (der immer, wenn er eine Backstory erzählen will, unterbrochen wird) und die richtige Menge an comichafter Brutalität, schaffen es für mich über die Schwächen im Drehbuch und die (je nach Ansicht) nervigen Figuren hinweg doch eine Menge an Unterhaltung zu bieten. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt.

Fazit: Die Welt braucht mehr solche Filme.

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Die in a Gunfight (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/07/die-in-a-gunfight-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/07/die-in-a-gunfight-filmkritik/#respond Tue, 07 Sep 2021 06:00:22 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33610 Ben (Diego Boneta) ist ein junger Mann, der sein Leben lang schon verzweifelt versucht, wirklich etwas zu fühlen. Bis jetzt hat er sich dabei vor allem auf das Erlebnis „Schmerz“ konzentriert, um sich lebendig zu fühlen. Als er jedoch Mary … Weiterlesen

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Ben (Diego Boneta) ist ein junger Mann, der sein Leben lang schon verzweifelt versucht, wirklich etwas zu fühlen. Bis jetzt hat er sich dabei vor allem auf das Erlebnis „Schmerz“ konzentriert, um sich lebendig zu fühlen. Als er jedoch Mary (Alexandra Daddario) kennenlernt, erlebt er zum ersten Mal Liebe. Doch die Eltern der beiden Liebenden, sind bittere Feinde.

Deshalb intervenieren sie und es kommt wie es kommen muss und so werden die beiden voneinander getrennt. Einige Zeit später treffen sie sich wieder und stellen fest, dass man so ein grundsätzliches Gefühl wie Liebe, nicht einfach auslöschen kann…nicht einmal, wenn in Form eines Killers (Travis Fimmel) und ein paar anderer sehr schräger Typen, einem das Leben nicht gerade leicht gemacht wird…

Im Jahr 2010 befand sich das Skript zu diesem Film auf der sogenannten Black List, einer Liste der beliebtesten, bisher unverfilmten Drehbücher. Nachdem über die Jahre einige Namen rund um das Projekt genannt wurden, es jedoch nie zu Stande kam, fanden schließlich Ende 2019 mit frisch eingestellten Schauspielern in den Schlüsselrollen, die Dreharbeiten in Toronto statt.

Von der Basis her ist dieser, unter der Regie von Collin Schiffli (Animals) entstandene Film ja vor allem eines und das ist eine moderne „Romeo und Julia“ Variante. Der Film ist schnell, laut, bunt und voll mit schrägen Szenen und außerhalb der Norm agierenden Charakteren und unterhält so ohne zu schwächeln über seine gesamte Länge. Was man nicht erwarten darf, ist Substanz dahinter, oder neue Erkenntnisse über die Liebe oder Inspiration nachzudenken.

Das muss so natürlich nicht mein Anspruch sein, ich habe das nur auf die Black List bezogen und ob man das hoch geschätzte Drehbuch, auch im fertigen Film bemerkt. Aber ich gehe mal weiter zu meinem Highlight hier und das sind die skurrilen Nebenfiguren, die mit einem sehr präzisen Gefühl für die Charaktere zum Leben erweckt werden. Mein absoluter Favorit ist dabei Travis Fimmel (Warcraft).

Er stiehlt quasi in jeder Szene in der er vorkommt allen Anderen die Show, vor allem wie er die Liebe zu seiner Dame präsentiert und nahezu durchgehend immer unberechenbar wirkt ähnlich einer tickenden Zeitbombe, es ist einfach eine Freude ihm zuzusehen. Alexandra Daddario ist hinreißend als Mary, doch wenn man sie von der Leine gelassen in We Summon the Darkness kennt, dann weiß man, dass sie so viel mehr kann.

Diego Boneta (Terminator Dark Fate) mag man einfach, weil er dauernd absichtlich Schläge kassiert und man endlich einmal sehen möchte, ob er nicht auch mal Glück hat. Das ist dann auch die wirklich spannende Frage, denn weil alles so wirkt, als wäre der Ausgang der Sache dem Zufall überlassen, kann man keinerlei Prognosen über eine glückliche Zukunft des Pärchens stellen.

Fantasievolle Schnitte, Zeichentrick-Sequenzen und „schön“ bebilderte Gedankenspiele, während Figuren innerlich ausflippen und nach außen ruhig bleiben. Etwas Gewalt und coole Sprüche dürfen ebenfalls nicht fehlen und natürlich peinliche Momente, vor allem für den guten Ben. Hat man also Lust genau auf so einen schnellen, lauten Trip, dann ist man hier genau richtig.

Insgesamt daher ein reiner Instant-Spaß, der gut unterhält, den man dann aber bereits während des Schlussspannes, wieder vergessen hat. Die Spiellaune aller Beteiligten ist dafür gewaltig und einige Sequenzen haben eine ganz eigenständige Chemie, was schwer zu beschreiben ist, dennoch temporär dafür sorgt, dass man gefesselt auf den Bildschirm starrt.

„Die in a Gunfight“ bekommt von mir 6,5/10 die Liebe zum Stolpern und ausbremsende, jedoch niemals aufhalten könnende Empfehlungspunkte.

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Danny’s Doomsday (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/04/dannys-doomsday-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/04/dannys-doomsday-filmkritik/#respond Sat, 04 Sep 2021 06:00:59 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33720 Danny (William Johnk Nielsen) hat ein kompliziertes Leben. Er ist ein wenig ein Nerd. Und sein Vater ist Schriftsteller (mit Schreibblockade). Und sein Bruder wird in der Schule gemobbt. Und sein Love-Interest Rie (Emelie Werner Semmelroth) scheint sich nicht für … Weiterlesen

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Danny (William Johnk Nielsen) hat ein kompliziertes Leben. Er ist ein wenig ein Nerd. Und sein Vater ist Schriftsteller (mit Schreibblockade). Und sein Bruder wird in der Schule gemobbt. Und sein Love-Interest Rie (Emelie Werner Semmelroth) scheint sich nicht für ihn zu interessieren.

Aber dann passiert etwas Seltsames: Während Mutter ins Einkaufszentrum fährt und Papa entdeckt, dass er mit Kopfhörern genug Ruhe hat um endlich schreiben zu können, tauchen Monster auf. Vermutlich durch den Klimawandel aus den tiefen der See hervorgelockt, jagen diese Tiere nach Geräuschen und sie fegen durch die gesamte Stadt.

Danny und sein Bruder können sich in den Keller retten, aber da draußen, nun … da ist „etwas“. Und nun stellt sich die Frage: Im Keller bleiben? Mutter suchen gehen? Oder den Fremden, der dort draußen gerade an die Tür klopft reinlassen, weil er Hilfe braucht?

Ein Monsterfilm aus Dänemark. Nun ja, da gibt es jetzt nicht sehr viele und wenn es nach „Danny’s Doomsday“ geht, dann wird das wohl auch so bleiben. Und das schreibe ich jetzt nicht weil der Film per se schlecht ist, sondern weil man die ganze Zeit über das Gefühl hat, man hat diesen Film schon mal wo gesehen. Dass das nicht immer bedeutet, dass der Film keinen finanziellen Erfolg hat sieht man an der österreichischen Produktion „In 3 Tagen bist du tot„, der auch nur zusammengeklaut war und trotzdem (oder deshalb) extrem erfolgreich.

Jedenfalls ist Dannys Geschichte eine sehr bekannte Geschichte, in dem Sinn, dass sie nichts Neues bietet. Bis auf eine Ausnahme, wie ich der Fairness halber anmerken muss: Der Nachbar, der bei den Jungs im Keller unterkommt (sorry, leichter Spoiler) hat eine Entwicklung, die ich so nicht kommen gesehen habe. Das war wirklich unerwartet und spannend. Vor allem auch da die Sache (in deutscher Synchro) gut gespielt war.

Alles andere ist leider Standard. Nach gut der Hälfte des Films bekommt man die Monster zu Gesicht (sehen eh nett aus) und dann wird der Keller verlassen. Und ab dann geht alles seinen gewohnten Gang. Sicher, die Hauptfiguren sind nicht unsympathisch, man wünscht sich halt nur, dass Danny sich mal ein bisschen früher findet und merkt, dass er zu seinem Bruder stehen sollte, aber hey – so funktionieren diese Filmchen halt.

Mehr kann man eigentlich zu diesem Film nicht sagen. Die Idee der Monster ist nicht neu. Die Idee die Protagonisten lange Zeit in einem Raum verweilen zu lassen ist nicht neu. Die Kombination aus zwei ungleichen Brüdern ist nicht neu. Die Idee mit dem unnahbaren Love-Interest, der ja dann doch interessiert ist, ist nicht neu. Also eigentlich ist nichts dran neu. Bis auf die Sache mit dem Nachbarn eben und, okay, dass ist vielleicht nicht neu, aber noch selten genutzt: Das Militär will der Monsterplage Herr werden indem sie die Stadt bombardieren bzw. mit Giftgas vollspritzen. Und das tun sie nicht planlos (wie in anderen Filmen), sondern sie kümmern sich darum, dass die Überlebenden mit Gasmasken etc versorgt sind.

Seht ihr? In Dänemark ist sogar das Militär menschlicher als in vielen anderen Ländern. Da sag noch einer, wir können von denen nix lernen.

Wie dem auch sei: Der Film ist unterhaltsam, die Figuren nett und der Ablauf bekannt. Für einen einmaligen Filmabend ohne viel Höhepunkte ist der Film geeignet, wer aber „Infestation“ noch nicht kennt, sollte sich den vorher ansehen, denn der hat zwar auch keine neue Story, ist dafür aber herrlich irre.

„Danny’s Doomsday“ bekommt von mir 6 von 10, unterhaltsame aber auch irgendwie belangelose, Punkte.

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Snake Eyes: G.I. Joe Origins (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/09/02/snake-eyes-g-i-joe-origins-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/09/02/snake-eyes-g-i-joe-origins-filmkritik/#respond Thu, 02 Sep 2021 06:00:50 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33710 Als Kind musste er mit erleben, wie sein Vater ermordet wurde und jetzt als Erwachsener, bestimmt noch immer die Rache an dem dafür verantwortlichen Mann sein Leben. Deshalb führt der als Snake Eyes (Henry Golding) bekannte Mann auch ein Leben … Weiterlesen

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Als Kind musste er mit erleben, wie sein Vater ermordet wurde und jetzt als Erwachsener, bestimmt noch immer die Rache an dem dafür verantwortlichen Mann sein Leben. Deshalb führt der als Snake Eyes (Henry Golding) bekannte Mann auch ein Leben im Untergrund und arbeitet für die Yakuza. Als er jedoch für seine Arbeitgeber seinen Kollegen und Freund Tommy (Andrew Koji) töten soll, lehnt er sich auf.

Gemeinsam flüchten sie daraufhin nach Japan, wo sich Tommys Dojo befindet und dieser möchte, dass Snake auch zukünftig an seiner Seite weilt, als seine rechte Hand. Dafür muss er jedoch eine dreiteilige Aufnahmeprüfung bestehen, die vielen bereits das Leben gekostet hat. Snake nimmt die Herausforderung an, doch nebenbei verfolgt er seine eigenen Ziele, was den Erfolg bei seinen Prüfungen, eindeutig sabotieren könnte.

Wenn Spielzeug-Figuren zum Leben erweckt werden, dann sollte das Endergebnis wohl vor allem eines tun und das ist Spaß machen. Das taten die beiden ersten Verfilmungen der G.I.Joe Actionfiguren von Hasbro auch (auf einer „Guilty Pleasure“ Ebene), auf „Geheimauftrag Cobra“ aus dem Jahr 2009, folgte 2013 „Die Abrechnung„. Aktuell war es Zeit für ein berüchtigtes Reboot, um genau zu sein sollte es sich hier um den Start eines zusammenhängenden Universums diverser Hasbro-Titel handeln (wie etwa M.A.S.K. oder Micronauts).

Ja, alle wollen sie irgendwie den Erfolg des MCU kopieren. Dafür hat man sich für eine Entstehungsgeschichte entschieden, eine sogenannte Origin-Story, um genau zu sein geht es um die Geschichte rund um den niemals sprechenden und genau so selten seine Rüstung abnehmenden Ninja Snake Eyes. Regie führte der Deutsche Robert Schwentke, der sich mit R.E.D., R.I.P.D. oder The Time Traveler´s Wife einen Namen als Garant für oberflächliche Blockbuster-Kost gemacht hat und mit seinen Verfilmungen der Divergent Fortsetzungen Insurgent und Allegiant dafür gesorgt hat, dass niemals der zweite Teil des zweigeteilten Finales der Trilogie, das Licht der Filmwelt erblickte.

So viel mal vorab und als Info, um die Erwartungen etwas tiefer anzusiedeln. Achja, noch etwas, der Film gilt als Box Office Bombe aka als Flop – was ich in Covid 19 Kinozeiten mit all den zeitgleichen Veröffentlichungen auf Streaming-Diensten und den damit erweiterten Sichtweisen, was den finanziellen Erfolg angeht – so nur sehr selten richtig wahrgenommen habe. Kann man über den Film selbst nun auch nur Negatives berichten?

Nun wenn ich schon beim adjustieren der Erwartung bin, dann mache ich gleich damit weiter. Dies ist die Geschichte von zwei Männern und ihr Weg hin zu den ikonischen Figuren Snake Eyes und Storm Shadow. Fast alle anderen Figuren (bis auf eine) sind zweitrangig bzw. eben nur dabei. Ich mag Samara Weaving (Guns Akimbo) sehr gerne und auch als Scarlett macht sie einen coolen, vor allem schlagfertigen Eindruck.

Ähnlich wie Úrsula Corberó (Haus des Geldes) als Baroness werden beide Damen jedoch nur eingeführt (wohl für weitere Filme im gemeinsamen Universum), haben fast nichts zu tun und dabei nur eine minimale Screentime. Wirklich schade ist es dann gleich noch viel mehr, wenn man Iko Uwais (The Raid 2) als Hard Master hat und Peter Mensah (Scorpion King: Book of Souls) als Blind Master und beide ebenso so gut wie gar nicht nutzt. Aber gut, vielleicht ging es auch dabei nur um das Einführen bekannter Figuren.

Dann bleibe ich gleich mal bei den Darstellern. Henry Golding (The Gentlemen) habe ich bisher noch nie gesehen, doch eines beschreibt ihn sicherlich nicht und zwar die Worte, mit denen man Snake Eyes beschreiben würde. Besonnen, überlegt, als Ninja so gut wie jedem Feind überlegen. Jetzt muss man schon festhalten, dass er hier noch jünger ist und man nicht genau weiß, wie viel Zeit zwischen den Ereignissen hier und dem Zeitpunkt, zu dem er zu der Person wird, die wir in den vorigen Filmen kennen gelernt haben, vergangen ist.

Dennoch, das ist schon ein ziemlicher Unterschied, auch wenn ich Golding durchaus sympathisch finde. Tragischer und weit mehr innerlich (und weniger plakativ) zerrissen, ist Andrew Koji (Warrior) als Tommy. Treu seinem Clan gegenüber, scheitert er an der aufgestauten Wut, die Rückschläge und Angriffe seiner Feinde, in ihm auslösen. Die Story hier ist schon klar sein Abstieg vom ehrenwerten Krieger, während Snake endlich die Gedanken an Rache ablegen kann und innerlich sein Zentrum findet.

Diese Dynamik zwischen beiden und das Zusammenspiel, ergeben dann auch den stärksten Reiz hier. Haruka Abe (Cruella) als Akiko darf man dabei ebenfalls nicht vergessen, denn sie ist das Bindeglied zwischen beiden Männern. Früher war sie selbst Außenseiterin, heute kümmert sie sich um die Sicherheit des Clans, ist dabei Snake gegenüber sehr skeptisch, empfindet jedoch Sympathie für ihn und sieht seinen Schmerz, während Tommys Abstieg an ihr etwas vorüber geht.

Die Action an sich ist fetzig, genau wie die Farbgebung, doch teilweise etwas verschnitten und insgesamt ist jetzt nichts dabei, was man anderswo nicht schon (noch) besser gesehen hätte. Was im Vergleich mit den beiden Vorgängern fast völlig weggelassen wurde, das ist der Humor. Das passt zur tragischen Ebene des Filmes, jedoch wäre ein (absichtlicher) Lacher bei der einen oder anderen Szene, sicherlich nicht schlecht gewesen.

Auch wenn man nicht den Anspruch hat Blockbuster ganz einfach für das zu zerlegen, was sie sind, kann man hier also einiges aussetzen. Schwentke ist für mich einfach auch viel mehr ein Handwerker und keiner, der bei Filmen seine Vision verwirklichen möchte. Dafür ist dieser klar asiatische Schwerpunkt für eine amerikanische Produktion in der Covid Zeit mit all dem Hass gegenüber bestimmten Menschengruppen, doch sehr erfrischend. Oder eine Huldigung an den Zeitgeist politisch korrekter Produktionen. Seht es einfach wie ihr wollt.

Ja, man hat hier durchaus seinen Spaß und sogar eine gewisse Tragik ist dabei und er fühlt sich die meiste Zeit über sehr anders an, als die beiden ersten Filme aus diesem Universum. Der Weltaufbau ist mir jedoch ein wenig zu plakativ und durch (noch) mehr Training, hätte man wohl bei den Martial Arts Szenen, nicht so viel schneiden müssen. Dennoch, wirklich ärgern über verschenktes Potential wie etwa zuletzt bei Infinite, musste ich mich nie. Wie gesagt, die gute alte Erwartungshaltung eben.

„Snake Eyes“ bekommt von mir 6,5/10 die innere Ruhe nicht unbedingt anstrebende, doch letztendlich findende Empfehlungspunkte.

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This Changes Everything – Das ändert alles (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/08/31/this-changes-everything-das-aendert-alles-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/08/31/this-changes-everything-das-aendert-alles-filmkritik/#respond Tue, 31 Aug 2021 06:00:55 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33646 Stell dir vor, du lebst in einer Welt voll von endlichen Ressourcen. Stell dir vor, in dieser Welt würde es Menschen geben, die diese Ressourchen ausbeuten und sich nicht darum kümmern, irgendjemand die Lebensgrundlage zu rauben. Dann stell dir noch … Weiterlesen

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Stell dir vor, du lebst in einer Welt voll von endlichen Ressourcen. Stell dir vor, in dieser Welt würde es Menschen geben, die diese Ressourchen ausbeuten und sich nicht darum kümmern, irgendjemand die Lebensgrundlage zu rauben. Dann stell dir noch vor, diese Menschen würden das alles tun, um ein paar Zeilen Code zu bekommen.

Der Code befindet sich in Transaktionen. Diese werden in Börsen oder Banken gemacht. Und der Sinn dahinter ist, immer mehr einer imaginären Sache namens „Geld“ zu bekommen. Weil Geld ja alles rechtfertigt.

Dann stell dir noch vor, es gibt Menschen, die sich dagegen wehren von ihrem eigenen Land vertrieben zu werden und der Staat in welchem sie leben, lässt sie durch die Polizei verjagen, um einem anonymen gesichtslosen Konzern zu erlauben ganze Wälder abzuholzen und Trinkwasser zu vergiften.

Und stell dir vor: Du lebst in genau dieser Welt.

Naomi Klein ist vielleicht nicht vielen ein Begriff. Ich kannte sie hauptsächlich weil ich vor ein paar Jahren das Buch „Die Schock-Strategie“ von ihr gelesen habe und es war das mit Abstand deprimierndste Sachbuch, welches ich je in die Finger bekommen habe. Klein schafft es zwar auf den letzten Seiten des Wälzers in eine Richtung zu gehen, die zumindest ein bisschen Optimismus weckt und die Hoffnung auf die Rettung der Welt zulässt, aber man merkt schon sehr stark, dass im Regelfall die mit dem Geld gewinnen, weil sie sich einfach Gesetze kaufen oder die Anwälte bezahlen um existierende Gesetze so auszunutzen, dass sich eigentlich alles irgendwie legal machen lässt. Moral? Kennt man nicht mal mehr vom Hörensagen. Gewinn und Wachstum. Alles andere ist egal.

Wobei die Ironie nicht verloren gehen darf, denn Wachstum ist ja ein Wort, welches eigentlich aus der Natur kommt. Und – werte Leserinnen und Leser – seid ehrlich: Euer erste Gedanke beim Wort „Wachstum“ war „Wirtschaftswachstum“, oder? Ich wette, ihr habt an keinen Baum oder Gras oder Büsche gedacht. Sagt ja auch schon was aus, nicht wahr?

Jedenfalls hat die gute Fr. Klein noch ein weiteres Buch geschrieben, welches im Original auf den Titel „This Changes Everything“ hört und im Deutschen mit „Die Entscheidung: Kapitalismus oder Klima“ übersetzt wurde. Trifft es nicht zu 100%, aber zumindest ist der Inhalt ziemlich klar vermittelt. Und Fr. Klein ist jemand, die gut und ausführlich recherchiert. Im Falle von „This Changes Everything“ ist es so, dass parallel zum Buch auch eine Dokumentation produziert wurde.

Und auch diese Dokumentation zeigt im Grunde nur, wie dämlich „wir“ (so als Menschheit in Summe) sind. Aber es wird auf eine sympathische Art gezeigt. Ich nehme nur mal den Anfang des Films (der auch im Buch super beschrieben ist). Es zeigt ein Treffen von Wissenschaftlern, die darüber diskutieren, wie man dem Klimawandel Herr werden kann. Und eine (durchaus populäre Idee) ist es, ein Gift in die Atomsphäre zu sprühen, welches das CO2 bindet und somit die Erwärmung verhindern kann. Super. Problem gelöst. Nein, leider nicht, denn dieses „Gift“ müsste man immer wieder in die Atmospähre sprühen, denn wenn man einmal damit angefangen hat, dann darf man nicht mehr aufhören und wenn man aufhört, dann bricht das System zusammen und holt die Erwärmung, die aufgehalten wurde, quasi im Zeitraffer nach. Und – fast vergessen – ein weiterer Nebeneffekt wäre, dass man den Himmel verdunkelt. Permanent.

Matrix, irgendwer?

Und wir reden hier von einem Sci-Fi-Film, sondern von einer Dokumentation. Und diese Herren meinen das durchaus ernst. Die diskutieren das völlig sachlich und absolut seriös. Wahnsinn, oder? Wir vergiften die Atmosphäre und ein Lösungsvorschlag lautet: „He! Wir könnten doch ein anderes ‚Gift‘ nehmen und das als Gegengift einsetzen? Klar, wäre der Himmel dann dunkel und wir wissen auch nicht fix, ob es funktioniert und wenn wir es anfangen haben, dann könenn wir – egal welche Auswirkungen es hat – auch nicht mehr aufhören damit. Außerdem, ui, das wäre jetzt peinlich, wenn ich das nicht erwähnt hätte, ist es so, dass wir das halt nur über jenen Ländern machen könnten, die sich das leisten können. Also, sorry, lieber Kontinent Afrika und andere finanziell arme Gegenden der Welt. Dann kriegt ihr halt noch mehr Probleme, aber das ist halt dann so.“

Ich kann nur wiederholen: Das wird ernsthaft diskutiert.

Und das ist nur der Anfang des Films. Okay, ich gebe Entwarnung. So schräg geht es nicht weiter, aber die Bedenken, die auftauchen bleiben den ganzen Film lang und mehr als nur einmal fragt man sich in welcher Welt wir leben und wie es soweit kommen konnte. Und tatsächlich zeigt Klein mit ihrem Filmteam ganz gut, wie es so weit kommen konnte. Das Stichwort: Der Siegeszug des Kapitalismus. Der Siegeszug der Dampfmaschine, der bedeutete, wir können Produktionsketten von der Natur unabhängig machen. Die Distanzierung von der Natur und der Gedanke „Wir machen uns die Welt Untertan.“

Und mit den Konsequenzen leben wir jetzt. Sicher, Klein und ihr Team geben sich auch Mühe und zeigen, welche Gegenbewegungen sich mittlerweile dagegen stemmen. Welche Bemühungen es gibt, um der Geldgier einen Riegel vorzuschieben, aber am Ende bleibt trotzdem die sehr nüchterne Erkenntnis: Solange dieser Gedanke vorherrscht, wird sich nichts ändern.

Aber wenn (und das ist nur ein sehr kleines ‚aber‘), wenn man es schaffen könnte, den Menschen zu zeigen, dass es ein Märchen ist, dass wir uns die Welt nicht unteran machen können, sondern langfristig mit ihr arrangieren (und im besten Fall sogar gut stellen) müssen, dann … nun, dann gibt es vielleicht Hoffnung für uns alle …

„This Changes Everything“ bekommt 8,5 von 10 möglichen, sachlich erschreckende, aber wichtige Informationen liefernde, Punkte.

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The Suicide Squad (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/08/28/the-suicide-squad-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/08/28/the-suicide-squad-filmkritik/#comments Sat, 28 Aug 2021 06:00:38 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33699 Eine Gruppe von Verbrechern bekommt von Amanda Waller (Viola Davis) einen speziellen Auftrag. Sie werden nach Südamerika geschickt und sollen dort das geheime Projekt namens „Starfish“ und alle Hinweise darauf auslöschen. Was das Team rund um Harley Quinn (Margot Robbie), … Weiterlesen

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Eine Gruppe von Verbrechern bekommt von Amanda Waller (Viola Davis) einen speziellen Auftrag. Sie werden nach Südamerika geschickt und sollen dort das geheime Projekt namens „Starfish“ und alle Hinweise darauf auslöschen. Was das Team rund um Harley Quinn (Margot Robbie), Bloodsport (Idirs Elba) und Peacemaker (John Cena) dann erlebt, übersteigt jedoch schnell selbst die verrücktesten Vorstellungen.

Neben dem örtlichen Militär, den Rebellen, Streitigkeiten innerhalb des Teams und einem verrückten Professor, ist es dann das Projekt selbst, dass sich als unüberwindbarer Gegner herausstellt. Doch sie müssen ihren Auftrag erfüllen, sonst detoniert Waller die Sprengsätze in den Köpfen ihres Teams…andererseits würden sie so ihrem Namen, mehr als gerecht werden…

Für mich als Freund von Fantasy und schrägem Humor, gibt es gleich mehrere Gründe, warum James Gunn (Slither, Super, Guardians of the Galaxy Volume 1 und Volume 2) einer meiner Lieblingsregisseure ist. Dass er kurzzeitig wegen alten Tweets von Disney entlassen wurde und so beim Konkurrenten Warner bzw. DC landete, bezeichne ich dabei klar als Glücksfall, denn laut eigenen Aussagen konnte er hier wirklich ohne Einschränkungen seine Vision seiner Story präsentieren.

Ich erkenne zwar die Schwächen, dennoch hatte ich mit der ersten Realverfilmung des Suicide Squad aus dem Jahr 2016 ziemlich viel Spaß. Trotzdem ist diese weitere Inkarnation des Squads, eine Steigerung in so gut wie jedem Bereich. Dabei kommen klar die oben erwähnten Stärken von Mister Gunn ins Spiel. Zunächst mal hat er ein sehr intimes, präzises Gefühl dafür, wer seine Figuren sind. Mehr oder weniger kleine Spoiler folgen ab nun.

Klar meine ich dabei die Hauptfiguren, doch das sind nicht gerade wenig. Besonders faszinierend ist seine Fähigkeit, Sonderlinge und Außenseiter so zu inszenieren, dass man sie ins Herz schließt und ihnen zujubelt, ja sie sogar besser findet als klassische Helden. Das wiederum hat auch mit seinem Gespür für Schauspieler zu tun und wie er (wohl weil sich laut Interviews Darsteller unter seiner Führung sehr wohl und wertgeschätzt fühlen) die bestmöglichen Performances aus ihnen heraus holt.

Funktioniert das dann auf finanzieller Ebene? Trotz Kritikerlob ist das Einspiel bisher hinter den Erwartungen. Schade finde ich das nur aus der Sicht, dass es schwieriger wird, weitere Abenteuer zu finanzieren. Doch aus meiner Nerd-Sicht Ebene gefällt es mir auch irgendwie, dass die breite Masse einen bekannten Darsteller wie Will Smith oder eine populäre Figur wie den Joker braucht (beide waren beim Erstling dabei), um Interesse für eine Comic-Verfilmung zu entwickeln.

Harley Quinn ist als bekanntester Charakter hier scheinbar zu schräg und zu wenig massentauglich. Ich bin jetzt kurz abgeschweift aber ihr wisst glaube ich, was ich damit meine, wer dafür empfänglich ist, der wird diesen Film lieben, viele andere werden wohl einen großen Bogen um ihn machen. Wer von diesen beiden Gruppen glaubt ihr sind für mich die interessanteren Menschlein da draußen? Sorry, das war es nun wirklich von dieser Ebene.

Warum ich das Bild von Daniela Melchior für den Beitrag gewählt habe, die außerhalb ihres Heimatlandes Portugal wohl vor diesem Film Niemand gekannt hat (dort ist sie für hunderte Auftritte in diversen Serien bekannt), möchte ich euch als nächstes erzählen. Nun sie ist ein Charakter, der Ratcatcher 2 heißt und Ratten kontrollieren kann. Das klingt nun schräg, uninteressant oder gar abstossend? Oder inspiriert es euch, wieder mal A Plague Tale zu spielen?

Nun ich muss euch sagen, dass sie hier eine wundervolle Performance abliefert und klar das Herz des Filmes darstellt. Einerseits ist sie ein extrem zartes Wesen, ständig müde, in ihrer liebevollen Art auch naiv, andererseits ist sie durch ihre Armee von Ratten, die mächtigste Figur überhaupt. Und bitte, sie bittet King Shark (der keine Freunde hat) und sie vorher fressen wollte, die Freundschaft an, denn Freunde isst man nicht, wenn ich so einen Charakter nicht lieben kann, wen dann?

Und wenn wir schon bei King Shark sind kommt eine weitere Fähigkeit von Gunn zum Einsatz, nämlich dass man CGI-Figuren als echte (in dem Fall) Mutanten wahr nimmt und nicht als Gimmick aus der Effekt-Abteilung. Herrlich tumb, animalisch und dennoch zum Knuddeln ist er und wird von Sylvester Stallone so gesprochen, dass man ihm trotz seiner blutrünstigen Aktionen, schon bald zujubelt.

Nachdem aufgesetzter Feminismus etwas die Freude bei Birds of Prey gebremst hat, ist Margot Robbie (Terminal) hier eine richtig schön unberechenbare Version einer Harley Quinn. Überhaupt steht ihre Art, typische Szenen, bei denen man einen bestimmten Ablauf erwartet, mit völlig unpassenden oder die Stimmung störenden Sprüchen zu stören, stellvertretend für den Grundtenor des Filmes. Ja, sie weiß auch noch immer nicht, wann sie aufhören sollte zu reden.

Idris Elba (Hobbs and Shaw) als Bloodsport liefert ebenfalls eine seiner überzeugendsten Darstellungen überhaupt ab, als resignierter und sich innerlich aufgegeben habender Killer, der vor allem mit Ratcatcher 2, eine echt schöne Vater/Tochter Beziehung entwickelt. Wer den „Längeren“ hat, darum geht es dann ständig zwischen ihm und dem von John Cena (Bumblebee) gespielten Peacemaker, der nächstes Jahr auch eine bereits abgedrehte, eigene Serie spendiert bekommen hat und ein stumpfsinniger Kerl ist, der die Mission über alles stellt (besonders über die Moral).

Das waren schauspielerisch meine Highlights, doch es gäbe noch einige mehr, die man lobenswert erwähnen sollte, jeder gibt hier einfach sein/ihr Bestes und noch etwas mehr. Bis zum bitteren Ende zumindest und da muss man schon sagen, dass das hier eindeutig der blutigste Film von DC überhaupt ist. Ich meine dabei nicht mal nur die abgetrennten Gliedmaßen und zerschossenen Köpfe, aber wie viele Unschuldige hier auf Grund ihrer Assimilation durch das außerirdische Kaju sterben, ist sowieso ein Wahnsinn.

Ist bei der Handhabung der Situation Kritik an den USA mit dabei? Und ob, aber lassen wir nun einfach noch einmal wirken, dass hier ein riesiger extraterrestrischer Seestern der Hauptfeind ist, der im Godzilla-Style die Stadt platt macht…und was ist noch einmal die Kunst dabei? Richtig, man steht da nicht geistig drüber und denkt sich nur „was soll das jetzt sein“ und man sieht eben keine Action-Szenen, bei denen dir das Schicksal der Figuren egal ist.

Der Killer, das Rattenmädchen, die Verrückte und der Hai-Gott (super wie seine Herkunft locker erklärt wird) müssen einfach die Welt retten und dabei selbst überleben und wir fiebern mit. Und wenn dabei der traumatisierte Polka-Dot Man im Geiste seine Mutter zerlegt, dann bin ich endgültig angekommen in dieser Welt, von der man gerne noch viel mehr sehen möchte. Die hier Überlebenden vom Squad als Dream-Team, oh yeah, here we go!

Weiter jubeln könnte ich noch viel länger und über die Cinematographie, den Humor oder die Setups rund um einige „Crowd Pleaser“ Momente schwärmen, doch ich schließe lieber mit einem Vergleich, bei dem sich Film-Nerds auskennen müssten. Wieviel Gunn hier drinnen steckt und was er machen durfte, ist vergleichbar mit der Verwirklichung der Vision, die Zack Snyder bei Sucker Punch hinbekommen hat (dabei sind sich die Filme sonst nicht ähnlich). Man liebt das hier eben einfach, oder man hasst es. For me it´s all about love (and rats).

„The Suicide Squad“ bekommt von mir 10/10 die Grenzen zwischen Schwach und Stark, ständig verschwimmen lassende Empfehlungspunkte.

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