Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Tue, 26 Jan 2021 09:34:42 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6 Possessor (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/26/possessor-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/26/possessor-filmkritik/#respond Tue, 26 Jan 2021 06:00:21 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32791 Tasya Vos (Andrea Riseborough) arbeitet für eine geheime Organisation, die Auftragsmorde durchführt. Das passiert jedoch nicht auf gewöhnliche Art und Weise, sondern mittels eines Implantates im Gehirn übernimmt Tasya die Kontrolle über einen Wirt bzw. sein Leben für einige Stunden … Weiterlesen

The post Possessor (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Tasya Vos (Andrea Riseborough) arbeitet für eine geheime Organisation, die Auftragsmorde durchführt. Das passiert jedoch nicht auf gewöhnliche Art und Weise, sondern mittels eines Implantates im Gehirn übernimmt Tasya die Kontrolle über einen Wirt bzw. sein Leben für einige Stunden oder auch Tage, eliminiert ihr Opfer und lässt den Wirt danach Selbstmord begehen. Gerade hat sie von ihrer Chefin Girder (Jennifer Jason Leigh) einen neuen, sehr lukrativen Job bekommen.

Es geht darum Firmenchef John Parse (Sean Bean) und seine Tochter zu beseitigen und dafür übernimmt sie die Kontrolle über seinen zukünftigen Schwiegersohn Colin (Christopher Abbott). Was Tasya jedoch verschwiegen hat, ist, dass sie zunehmend schwächer wird, Probleme hat ihr eigenes Leben von dem eines Wirtes zu trennen und im schlimmsten Fall sogar temporär zum schwächeren Bewusstsein innerhalb eines Körpers wird …

Zu seinem erst zweiten Langfilm (nach Antiviral) hat Regisseur Brandon Cronenberg auch das Drehbuch verfasst. Die Einflüsse seines berühmten Vaters David (Naked Lunch, Existenz), was den Hang zu „Body Horror“ betrifft, sind dabei unverkennbar. Das kann man „Possessor“ dabei ganz objektiv nicht streitig machen, denn es ist ein extrem eigenständiger Film mit Sogwirkung geworden, den man nur in Ansätzen mit anderen Filmen vergleichen kann. Dabei wird man den Film – wenn man denn auf der selben Wellenlänge funktioniert – extrem großartig finden und feiern.

Kann ich verstehen, ich sehe das zwar nicht so, dennoch gibt es hier einiges, was man viel zu selten so intensiv serviert bekommt. Zunächst mal wird ein sehr tristes, im Prinzip nihilistisches Bild einer möglichen Zukunft gezeichnet. Firmen, denen es alleine nur ums Geld geht, sind an der Macht, kontrollieren das Geschehen und verkaufen ihre Dienste an den Meistbietenden. Dabei dringt das Bewusstsein des Killers in deinen Geist ein, du bringst daraufhin deine Liebsten um und begehst anschließend Selbstmord. Neben den Toten bleibt dank Augenzeugen und eindeutigen Beweisen das sichere Wissen der Außenwelt, dass du ein wahnsinniger Mörder gewesen bist.

Genau aus Sicht dieser Figur, die klar der Antagonist in so ziemlich jedem Film wäre, erlebt man dann die Story. Dabei hat Andrea Riseborough (Mandy) als Tasya handlungsbedingt zwar nur wenig Screentime, doch ihre Aura schwebt ständig wie ein Schatten wachend über dem Geschehen. Es ist auch sofort offensichtlich, dass sie die „eine Mission zu viel“ bereits seid längerem hinter sich hat und normale soziale Kontakte kaum als real erleben kann. Das Treffen zwischen ihr und dem von ihr getrennt lebenden Mann plus ihrem Sohn, da fühlt man sich auch als Zuschauer einfach nicht wohl in seiner Haut.

Die eigentliche Hauptfigur ist im Prinzip ja der von Christopher Abbott (It Comes at Night) gespielte Colin, grundsätzlich ein nicht unsympathischer Kerl, der gewöhnlicher wohl nicht sein könnte. Da er die meiste Zeit über jedoch Tasya ist bzw. sie ihn steuert, ist er Opfer und Täter zugleich und an ein Happy End für ihn, glaubt man sowieso schon von Beginn an nicht. Schon bei der sehr eindringlichen, elektrisierend wirkenden Eingangs-Sequenz des Filmes wird klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden.

Mit chirurgischer Genauigkeit fängt hier die Kamera ein, was man nur als Abschlachten bezeichnen kann. Messer, Schürhaken und Beil, wie die Morde passieren ist klar ein Metapher für den Wahnsinn, dem Tasya durch ihren Geisteszustand immer näher rückt. Es wird sogar thematisiert, sie hätte einfach nur die Pistole nehmen müssen und abdrücken, kein Blutbad veranstalten. Nie wird dabei jedoch die Gewalt sexualisiert, es ist einfach so wie es ist.

Was die Überblendungen, eingefügten Bilder, Farbfilter, Kameraeinstellungen und Schnitte betrifft, ist „Possessor“ ein audiovisueller Trip für sämtliche Sinne. Gezeigt wird eine zynische Welt, bei der du erst zu den Gewinnern gehörst, wenn du dich von allen Emotionen abgesehen von oberflächlichen oder professionellen Beziehungen getrennt hast und nur mehr den finanziellen Gewinn und die Macht vor Augen hast. Spätestens das Finale soll dann noch einmal schocken und provozieren und das tut es auch.

Faszinierend und abstossend zugleich, filmtechnisch eine Wucht und auf die Menschlichkeit bezogen ein schwarzen Loch, ein riesiger Abgrund ohne Boden. Funktioniert der Trip für dich, ist es sicherlich genial. Auch die Abschreckung, was aus Menschen werden kann, verfehlt seine Wirkung nicht. Ein unangenehmer Film, auch anders als der Rest, aber sicherlich keine emotionale Achterbahnfahrt, auf die ich mich mehrmals begeben will.

„Possessor“ bekommt von mir 6,5/10 dem Wolf einen immer wieder neuen, perfekten Schafspelz verpassende Empfehlungspunkte.

The post Possessor (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/26/possessor-filmkritik/feed/ 0
The Dark Pictures Anthology: Little Hope (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/23/the-dark-pictures-anthology-little-hope-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/23/the-dark-pictures-anthology-little-hope-game-review/#respond Sat, 23 Jan 2021 06:00:33 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33001 Es ist schrecklich was passiert. Die gesamte Familie. Alle tot. Ein Brand und ein paar Unfälle und schon ist nur noch der Sohn der Familie am Leben. Aber auch er läuft ins Haus, vielleicht kann er ja noch jemand retten. … Weiterlesen

The post The Dark Pictures Anthology: Little Hope (Game-Review) first appeared on Darkagent.]]>

Es ist schrecklich was passiert. Die gesamte Familie. Alle tot. Ein Brand und ein paar Unfälle und schon ist nur noch der Sohn der Familie am Leben. Aber auch er läuft ins Haus, vielleicht kann er ja noch jemand retten.

Jahre später: Eine Umleitung. Ein Busunfall. Der Weg in die nächste Stadt, um Hilfe zu holen. Aber es gibt ein Problem: Der Nebel, der sich über die Gegend gesenkt hat, lässt kein Weglaufen zu. Es geht nur in eine Richtung. Und diese führt genau in die Stadt mit dem vielsagenden Namen: Little Hope.

Und was dort vor sich geht oder vor sich ging oder vor sich gehen wird, das wird euch das Blut in den Adern gefrieren lassen …

Wer eine Zusammenfassung der Story von „Little Hope“ schreiben möchte, der oder die wird es schwer haben, wenn er/sie nicht lügen will. Tatsächlich kann ich oben nicht direkter bzw. konkreter sein, denn jedes Wort zu viel wäre ein Spoiler oder eine bewusste Lüge. Und das muss Supermassive Games erst mal jemand nachmachen. Ich bin – offen gestanden – von der Story (die per se in Teilen nicht neu ist) und der Auflösung (ebenfalls ein eigentlich bekannter Twist) absolut positiv überrascht, schlichtweg, weil ich die gesamte Zeit über ziemlich viele Fragen hatte (wie hängt der Anfang mit dem Busunfall zusammen? Was ist los in der Stadt? Warum sehen die sich so ähnlich? und so weiter) und immer wieder versucht habe, zu erahnen, was denn los ist, aber … ich lag weit, ganz weit daneben. Und ich finde das super.

Das Spielprinzip bleibt seinem direkten Vorgänger „Man Of Medan“ gleich und wir tun immer noch ganz genau das gleiche: Verschiedene Personen steuern, Dinge ansehen und/oder mitnehmen, Entscheidungen treffen und Dialoge führen. Aber dieses Mal ist die Sache von Anfang an eine ganze Ecke grusliger als der Vorgänger. Nix mehr mit entspanntem Einstieg. „Little Hope“ legt gleich absolut dramatisch und ziemlich brutal los, nur um dann den Schockfaktor zurückzufahren und auf subtiles Grauen und Unbehagen, pointiert von gut getroffenen und überraschenden Jump Scares, zu setzen.

Und das passt ziemlich gut zum Setting und der Story.

Wir steuern abwechselnd fünf Charaktere, die sich ihren Weg durch Little Hope bahnen, einerseits auf der Suche nach dem verschwundenen Busfahrer und einem funktionierenden Telefon und andererseits auch schlichtweg mit dem Drang wegzukommen und zu überleben. So trifft man im Laufe der Story auf ein paar ziemlich cool designte Kreaturen, die einen dirkten Zusammenhang mit den handelnden Personen haben dürften. Wie oder warum, das ist eine der Fragen, die man sich die ganze Zeit über stellt, da eine Kreatur scheinbar immer primär einen Charakter jagt.

Die Nebelstimmung, die Dunkelheit, die verlassenen und verfallenen Häuser. All das passt gut. Das Gefühl, man würde sich durch eine „richtige“ Stadt bewegen hat man allerdings nie. Dazu sind die Areale einfach auch zu sehr Schlauchlevels, mit der einen oder anderen Abzweigung hier und da. Auch werden, wie ich nach dem ersten Durchspielen feststellen musste, auch nicht alle Spielmechaniken von Anfang an erklärt, aber das gehört bei Supermassive Games ja mehr oder weniger zum Angebot dazu. Du musst das Ding schon mehrmals spielen, damit du alles verstanden und klar im Blick hast. Was ich positiv anmerken möchte: Die Quicktime-Events sind dieses Mal um ein vielfaches fairer geworden.

Man kann „Little Hope“ auch wie den Vorgänger gemeinsam vor der Couch im „Kino-Modus“ spielen und reicht einfach den Controller weiter, oder – was ich sehr empfehle mit einem Freund online, da dies einfach das beste Erlebnis liefert, schlichtweg, weil es die einzige Variante ist, in der man zeitgleich zwei völlig verschiedenen Situationen spielt und ganz ehrlich: Das hat schon was und ich glaube nicht, dass diese Idee jemals alt werden kann.

Einziger Einwand: Wir hatten beim Online-Spielen (interessanterweise erst bei der zweiten Session) ein paar Probleme ins gleiche Spiel einzusteigen. Das ließ sich dann allerdings lösen, dafür gab es ein paar Bugs, welche das Spiel für einen von uns einfrieren ließ und wir mussten neu starten. Ärgerlich, weil das in Momenten der Hochspannung passierte.

Alles in allem ist „Little Hope“ aber für jene, die bereits „Man Of Medan“ mochten, eine Reise wert. Wer mit dem geringen Gameplay und diese Art von Spiel nichts anfangen kann, der oder die wird klarerweise auch hier nicht glücklich werden. Spideragent und ich wurden jedenfalls gut unterhalten und wir freuen uns schon auf den dritten Ableger: „House Of Ashes“, der irgendwann in der ersten Jahreshälfte 2021 erscheinen soll.

„Litte Hope“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, den Gruselfaktor nach oben schraubende, Punkte.

The post The Dark Pictures Anthology: Little Hope (Game-Review) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/23/the-dark-pictures-anthology-little-hope-game-review/feed/ 0
Grenzgänger – Zwischen den Zeiten (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/21/grenzgaenger-zwischen-den-zeiten-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/21/grenzgaenger-zwischen-den-zeiten-filmkritik/#respond Thu, 21 Jan 2021 06:00:56 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33009 Mikhail Shurov (Pavel Priluchny) ist ein Geschäftsmann, der sich auf ein zwielichtiges Geschäft eingelassen hat und deshalb das Versprochene auch halten muss. Deshalb sind ihm die zwei Demonstranten, die auf seiner Baustelle streiken, ein Dorn im Auge. Sie wollen dass … Weiterlesen

The post Grenzgänger – Zwischen den Zeiten (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Mikhail Shurov (Pavel Priluchny) ist ein Geschäftsmann, der sich auf ein zwielichtiges Geschäft eingelassen hat und deshalb das Versprochene auch halten muss. Deshalb sind ihm die zwei Demonstranten, die auf seiner Baustelle streiken, ein Dorn im Auge. Sie wollen dass die Stätte als Erinnerung an gefallene russische Helden im zweiten Weltkrieg erhalten bleibt, weshalb die Dame vor Ort Mikhail deren Geschichte näher bringt.

Als sie sich gerade unter der Erde befinden, kommt es jedoch zu einem Unfall und Mikhail verliert das Bewusstsein. Als er wieder erwacht, befindet er sich an der selben Stelle, nur einige Jahre zuvor und zwar mitten im Kriegsgeschehen. Als er einige Strapazen später wieder in der Jetztzeit zu sich kommt, scheint das alles wie ein seltsamer Traum, doch kurz darauf sieht er wieder zahlreiche Zeitstrudel, die ihm offenbar etwas zeigen wollen…

Auch wenn ich damit eher alleine dastehe mit meiner Assoziation nach Betrachten des Filmes, doch dieses russische Abenteuer von Regisseur Dmitriy Tyurin (Trigger), mit dramatischer Grundstory und übernatürlichen Elementen, hat mich von seiner Grundthematik her an „A Christmas Carol“ von Charles Dickens erinnert. Dessen Protagonisten Ebenezer Scrooge zeigten Geister unter anderem auch Szenen aus der Vergangenheit, um ihn zu einem besseren Menschen zu machen und hier ist es Mikhail, der die Gefallenen im Krieg nicht zu ehren weiß.

Plötzlich ist er dann dabei am Schauplatz des Krieges, sieht lebendige Menschen, deren Story er nur von Fotos und Briefen kennt und sucht Verwandte, von deren Existenz er nichts wusste. Keine Sorge, die Auflösung am Ende ist einfach und kann man auch bald erahnen, doch das nimmt der Sache nichts an Wucht. Zu Beginn ist es schräg und wirkt befremdlich, wenn ein Mann mit Anzug mitten durch das Schlachtfeld stolpert, doch dann wird man genau wie er, immer mehr ins Geschehen involviert.

Das ist deswegen jedoch natürlich kein existentielles Drama, es sind schon klar „Blockbuster-Gefühle“ die hier im größer als das Leben Stil vermittelt werden, aber es funktioniert. Auch auf der Effekt-Ebene, denn die „Zeitstrudel“ bzw. Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind gut getrickst und die Kostüme und Settings überzeugen ebenso. Dabei wird erstaunlich wenig mit Humor abgefangen, alles wird (zumindest einem Teil der Themen entsprechend) sehr ernst inszeniert, man erzeugt damit aber niemals lächerliche Situationen.

Erstaunlich – wenn auch nicht verwunderlich – ist aus emotionaler Sicht die Tatsache, mit wieviel mehr „echten“ Gefühlen die Menschen in den Kriegszeiten agiert haben, im Vergleich zum Gleichgültigen Handeln der meisten Leute in der Jetztzeit. Und das obwohl sie permanent mit Grausamkeiten und Tod konfrontiert waren (oder vielleicht ja gerade deswegen). Die Interaktion mit Mikhail, ist dann emotional noch mal ein eigenes Kapitel.

Zunächst irritiert und nur mit Fluchtgedanken beschäftigt, fängt er immer mehr an sich zu involvieren und ist schließlich auf einer Mission, bei der er selbst weder den genauen Auftrag noch das Ziel zu kennen scheint. So weit das möglich ist, denn scheinbar sieht ihn Niemand und Menschen gehen einfach durch ihn durch, als wäre er ein Geist. Pavel Priluchny (Silver Spoon) als Mikhail macht seine Sache dabei sehr gut, denn zunächst ist er wirklich oberflächlich und unsympathisch, doch er taut richtig schön auf und ist gegen Ende eine Mensch, der sicherlich einige Sachen sehr anders sieht.

Insgesamt daher ein Film, der zwei Welten aufeinander prallen lässt und dabei erstaunlich gut ein homogenes Ganzes schafft. Emotional wird man auf jeden Fall mitgerissen und Schauwerte gibt es ebenso genug. Die Auflösung ist wie gesagt beinahe etwas zu einfach, aber das stört in Summe nicht wirklich. Zu guter Letzt wird auf Grund der Ereignisse sogar beim Zuschauer etwas die Selbstreflexion angeworfen und das ist nun wirklich so gut wie immer eine feine Sache.

„Grenzgänger“ bekommt von mir 7/10 aus der Vergangenheit spät aber doch seine Lehren ziehende Empfehlungspunkte.

The post Grenzgänger – Zwischen den Zeiten (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/21/grenzgaenger-zwischen-den-zeiten-filmkritik/feed/ 0
The Dark Pictures Anthology: Man Of Medan (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/19/the-dark-pictures-anthology-man-of-medan-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/19/the-dark-pictures-anthology-man-of-medan-game-review/#respond Tue, 19 Jan 2021 06:00:09 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32830 Es soll ein Bootsausflug werden, den die kleine Gruppe rund um die Brüder Brad und Alex geplant haben. Brads Freundin Julia ist ebenso dabei, genauso wie ihr Bruder Conrad. Ihr Skipper ist die resche Fiss. Zuerst geht alles gut, sie … Weiterlesen

The post The Dark Pictures Anthology: Man Of Medan (Game-Review) first appeared on Darkagent.]]>

Es soll ein Bootsausflug werden, den die kleine Gruppe rund um die Brüder Brad und Alex geplant haben. Brads Freundin Julia ist ebenso dabei, genauso wie ihr Bruder Conrad. Ihr Skipper ist die resche Fiss. Zuerst geht alles gut, sie finden ein altes Flugzeugwrack, krachen allerdings mit drei Fischern aneinander und Conrad schafft es, sie echt wütend zu machen. Außerdem schafft er es, sie subtil wissen zu lassen, dass er viel Geld hat und glaubt, besser zu sein als sie.

Des nachts kommt die Gruppe zurück und überfällt das Boot. Dann finden die Fischer eine Karte, die Julia und Brad aus dem Flugzeugwrack mitgenommen haben. Darauf sind Koordinaten und die Rede von „Manchurian Gold“. Also zwingen sie die Gruppe sie zum Gold zu führen, da sie denken, dass die jungen Leute wissen wo es zu finden ist.

Aber an dem Ort, an den sie die Koordinaten geführt haben, finden sie stattdessen ein altes Kriegsschiff. Entgegen allen Eindrücken, die ganz laut „Geisterschiff“ schreien, zwingen die Fischer die Gruppe an Bord zu gehen, um auf der Suche nach dem Gold zu helfen.

Bald geschehen die ersten seltsamen Dinge …

„Man Of Medan“ ist der erste Teil einer Reihe von Supermassive Games, die das ziemlich großartige „Until Dawn“ produziert hatten. Einer der Lauchntitel für die PS4, der überraschend gut war. Das Gameplay war simpel (steuere verschiedene Charaktere durch vorgerenderte Hintergründe, guck dir verschiedene Dinge an, reagiere auf Quicktime-Events und triff Entscheidungen in Dialogen), die Grafik ziemlich cool und die verschiedenen Möglichkeiten, was alles aufgrund der Entscheidung der Spieler*innen passieren konnte (alle konnten überleben bis hin zu alle konnten sterben) war ziemlich einzigartig inklusive eines verdammt genialen Storytwists in der Mitte des Spiels (keine Angst, keine Spoiler).

Und „Man Of Medan“ ist genau das gleiche mit anderem Setting, anderen Charakteren und viel kürzerer Spielzeit. Die Charaktere sind Stereotypen, das stimmt, aber das sind sie in jedem zweiten Horrorfilm auch und sie erfüllen auch hier ihren Zweck. Vor allem, wenn man das Spiel mehrmals spielt, weil man verschiedene Enden ausprobieren will oder weil man manche Entscheidungen doch anders machen möchte, merkt man erst, das die Kids (oder jungen Erwachsenen) doch alle im Grunde liebenswert mit ihren eigenen Motivationen sind. Das kann man beim ersten Mal spielen durchaus leicht übersehen.

Aber egal: Die Frage ist, ob das Konzept auch dieses Mal aufgeht. In Kurzfassung: Ja, das tut es. Wenn auch mit Abstrichen, was die Charakterzeichnung betrifft und die Tatsache, dass ein einmaliges Durchspielen etwa fünf Stunden dauert. Die Umgebungen sind stimmig, das Schiff ist richtig gruselig und ein paar der Szenen sind wirklich nicht ohne, was die Jump Scares betrifft.

Was ich allerdings nicht mochte: Die Reaktionszeit für die Quick-Time-Events war einfach zu kurz. Das war mehr ärgerlich als spannend, aber okay. Ich habe es jetzt mehrfach durchgespielt und bin jedes Mal überrascht gewesen, welche Wege das Spiel geht, wenn man verschiedene Entscheidungen trifft. Da merkt man erst, welchen Aufwand die Macher trotzdem auf sich genommen haben. Hut ab, vor dieser Leistung. Allerdings gibt es auch hier kleine Mankos, weil sich in Gesprächen – je nachdem wieviele der Charaktere noch leben – streckenweise seltsame Übergänge und/oder Reaktionen befinden. Kann vorkommen, wie gesagt, aber trotzdem reißt es kurz aus der Immersion.

Was dafür richtig toll ist: Man kann das Spiel zu zweit über das Internet spielen und es ist tatsächlich so, dass man teilweise zwei komplett verschiedene Szenen parallel spielt und selbst wenn man in der gleichen Szene ist, es davon abhängt, welchen Charakter man spielt, ob man zB eine Geistererscheinung sieht oder nicht. Spideragent und ich hatten definitiv Spaß bei der Sache.

Die Story selbst ist toll, wie ich finde, weil sie sie „Geisterschiff“-Stimmung gut einfängt, immerzu gruselig ist und die Auflösung was auf dem Schiff los ist fand ich auch sehr gut und gelungen. Die Stimmung trübt allerdings, dass – auch wenn alle Charaktere bis zum Ende durchhalten, alle sterben können, weil man eine Sache(!) falsch gemacht hat. Und das zweite ist ein Storykniff, der nach ca. 10 Minuten Spielzeit passiert und erst ganz am Ende – im Abspann! – dafür sorgen kann, dass doch noch eine eurer Figuren stirbt. Das war echt gemein und hart, aber okay. Soll sein.

In Summe durchaus gelungen, wenn auch mit Abstrichen. Und oh – der Kurator, der euch als Erzähler/Begleiter durch das Spiel führt … der ist einfach so richtig großartig geschrieben und vor allem charismatisch hoch 3 von Pip Torrens gespielt.

„The Dark Pictures: Man Of Medan“ bekommt 7,5 von 10 möglichen, immer noch gruslige, mit technischen Abstrichen, Punkte.

The post The Dark Pictures Anthology: Man Of Medan (Game-Review) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/19/the-dark-pictures-anthology-man-of-medan-game-review/feed/ 0
Slasher: Solstice (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/16/slasher-solstice-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/16/slasher-solstice-serienkritik/#respond Sat, 16 Jan 2021 06:00:34 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32772 Vor einem Jahr wurde Kit (Robert Cormier) nach einer Feier auf dem Weg nach Hause, von einem Maskierten ermordet. Er wäre dabei zwar schon bei dem Wohnhaus – in dem sich sein Appartement befindet – angekommen, doch keiner seiner Nachbarn … Weiterlesen

The post Slasher: Solstice (Serienkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Vor einem Jahr wurde Kit (Robert Cormier) nach einer Feier auf dem Weg nach Hause, von einem Maskierten ermordet. Er wäre dabei zwar schon bei dem Wohnhaus – in dem sich sein Appartement befindet – angekommen, doch keiner seiner Nachbarn hat versucht ihm zu helfen bzw. sich lieber fern gehalten von Problemen jeglicher Art. Genau ein Jahr später, hat sich nichts geändert. Dan (Dean McDermott) erzählt weiterhin allen, wie überlegen die weiße Rasse ist, wenn er nicht gerade betrunken ist.

Saadia (Baraka Rahmani) hingegen, schlägt sich genau mit dieser Art von Anfeindungen herum, da sie ein junge Moslem-Dame ist und ihren Glauben auch lebt. Plötzlich ist es jedoch vorbei mit dem Alltag, denn erneut treibt ein Killer sein Unwesen. Dieser hat exakt das selbe Kostüm an, wie der Mörder vor einem Jahr und er tötet scheinbar jeden, der Kit vor einem Jahr nicht geholfen hat. Was so gut wie jeden einzelnen Menschen in diesem Gebäude betreffen würde…

Nach The Executioner und Guilty Party, erschien im Mai 2019 die dritte Staffel von Slasher auf Netflix. Solstice hat dabei die Seher gespalten, mehr als die beiden Staffeln zuvor. Einige – vor allem Kritiker – fanden die Sache modern und mutig, Fans hingegen fanden die Geschichte schwach. Ich selbst werde hier erstmals bei meinen Slasher-Kritiken spoilern (starke Spoiler, also auf eigene Gefahr weiter lesen oder erst nach dem Anschauen), um besser erklären zu können, was ich nun hier richtig gut fand und was weniger.

Ich fange mal damit an, was mir von der Metaebene am Meisten aufgefallen ist. Hier ist was ihre sexuelle Orientierung betrifft, einiges dabei. Homosexuell, lesbisch, asexuell und bisexuell und keiner wird auf genau das reduziert, die Leute sind eben so, wie sie sind. Auch wirkt es niemals so, als wären sie nur dabei, weil man im Jahr 2019 politisch korrekt und weltoffen sein muss und deshalb breitere Variationen an Charakteren dabei hat.

Und was passiert dann? Alle gerade genannten Figuren sterben und die Killer sind schwarz. Stellt euch nun vor, dies wäre statt einer kanadischen Serie, eine amerikanische. Nicht auszudenken, was ihnen da alles für Interpretationen einfallen würden. Leute die nicht der sexuellen „Norm“ entsprechen gehören beseitigt und Schwarze sind sowieso nichts als gewalttätige Killer. So oder ähnlich wären wohl die Reaktionen ausgefallen, doch nichts davon trifft hier zu. Es ist einfach nun mal so, wie es ist.

Eindeutig und extrem berechtigt, ist die Kritik an den modernen Medien bzw. viel mehr noch an den Menschen und wie diese sie nutzen. Da wird jemand umgebracht und seine Leiche platziert und was machen ALLE Menschen, die zufällig vorbei kommen? Richtig, Fotos und dann teilen sie diese für möglichst viel Likes im Internet. Darum passieren hier eigentlich fast logischerweise dann auch die Morde, wegen einem kurzen, unüberlegten Posting und dem anschließenden Shitstorm und dem Mobbing, das darauf folgt.

Passend dazu ist Saadia durchgehend der einzig richtig gute Mensch hier (hallo Final Girl), was auch ein paar mal ausgesprochen wird. Doch genau sie hat am Ende die Sache ins Rollen gebracht, mit ihrer Online-Kritik an einem pietätlosen Posting. Das ist bittere Ironie und außerdem zeigt es, dass Reaktionen auf etwas im Netz – trotz guter Intentionen – genau so gefährlich sein können wie die Dinge, die man eigentlich kritisieren wollte.

Etwas übertrieben (aber hallo, das darf so sein, ist ja immerhin ein Slasher) ist dann die Aussage, die durch das überraschende Überleben eines der Bewohner gemacht wird. Neben Saadia ist es dann ausgerechnet Rassist Dan, der sich im Laufe der Handlung auch zu einem besseren Menschen gewandelt hat und sowohl seinem zuerst gehassten, schwulen Nachbarn Respekt gezollt hat, als auch Saadia nicht zurück lässt. Etwas dick aufgetragen, ja, aber toll gespielt und wie gesagt, innerhalb dieses Genres sehr in Ordnung.

Bis jetzt würde ich meine Zeilen als Lob bezeichnen, auf einer innerhalb dieser Serie bisher unbekannten Ebene. Was hier dafür weit weniger gut klappt (vielleicht soll es auch so sein), ist es eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Saadia ist einfach langweilig als Heldin, weil sie ach so gut ist (bis auf den Twist am Ende, was nichts an den Gefühlen für sie ändert) und die übrigen sind entweder unsympathisch oder einfach nur da. Zusätzlich sind die Morde oft weit unangenehmer (und sehr brutal) von der Stimmung her, da war mir der überdrehte Over the Top Stil der zweiten Staffel um einiges lieber.

Von den Darstellern habe ich klar drei Favoriten, die man als Fan der Serie bereits kennt. Dean McDermott spielt Dan so richtig schön verachtenswert, doch du weißt wo es herkommt und man erkennt die Menschlichkeit noch, die da irgendwo verschüttet drunter ist. Paula Brancati als Violet ist so furchtbar einfältig, selbstbezogen und nur auf ihre Website fixiert, dass es eine Freude ist, sie zu hassen. Jim Watson (Crimson Peak) als Xander, da habe ich jede Minute mit ihm genossen, er ist so schön arrogant und feige zugleich. Und mal ganz ehrlich: was ihm hier passiert, kann das was ihm in Staffel zwei zustösst nicht übertreffen, aber er ist insgesamt in der Serie einfach die (Entschuldigung für meine Ausdrucksweise) „ärmste Sau“ von Allen.

Ingesamt daher vor allem spannend auf der Ebene, was da alles über unser modernes Leben ausgesagt wird. Klassisch, also rein als Slasher gesehen, ist der Härtegrad zwar hoch wie nie, doch spiegelt sich darin auch die Menschen verachtende Kernaussage wider, was zwar wichtig ist, doch nicht unbedingt angenehm. Zusätzlich leidet man hier mit Niemanden mit, man beobachtet eher, was wiederum wohl genau die Art von Manipulation war, die die Macher erzeugen wollten. Mehr Empathie und nicht immer nur ICH, die Botschaft ist auf jeden Fall angekommen.

„Slasher: Solstice“ bekommt von mir 8/10 Probleme mit Gewalt, Flucht oder Ignorieren „lösende“ Empfehlungspunkte.

The post Slasher: Solstice (Serienkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/16/slasher-solstice-serienkritik/feed/ 0
Cam (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/14/cam-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/14/cam-filmkritik/#respond Thu, 14 Jan 2021 06:00:30 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32885 Alice (Madeline Brewer) ist ein Cam-Girl. Soll heißen, sie ist sexy vor der Kamera und anonyme User können mit ihr chatten, Tokens spenden und sie so dazu bringen bestimmte Dinge zu tun. Meistens sexuelle Dinge und vor allem geht es … Weiterlesen

The post Cam (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Alice (Madeline Brewer) ist ein Cam-Girl. Soll heißen, sie ist sexy vor der Kamera und anonyme User können mit ihr chatten, Tokens spenden und sie so dazu bringen bestimmte Dinge zu tun. Meistens sexuelle Dinge und vor allem geht es in erster Linie natürlich darum, möglichst viele User möglichst lange hinzuhalten und möglichst viele Tokens zu bekommen. Das führt nämlich dazu, dass man in der Rangliste nach oben steigt und Platz 1 ist quasi das Non-Plus-Ultra mit vielen Features und Benefits für das Cam-Girl.

Der Weg nach oben ist allerdings hart und so lässt sich Alice immer wieder neue Dinge einfallen. Ihre Mutter weiß nichts von ihrem Job. Ihr Bruder schon, aber der findet es okay was sie macht. Ihr Vater ist nicht da.

Und Alice hat auch viel Spaß daran, die (natürlich) Männer bei der Stange zu halten und ihnen permanent die Karotte namens Sex vor die Nase zu halten. Das geht sogar soweit, dass ein paar der Typen ihre Handynummer haben.

Dann passiert jedoch etwas sehr Seltsames. Alice kann sich nicht mehr einloggen in ihren Account. Und trotzdem ist sie online und live. Oder zumindest jemand, der aussieht wie sie und sich bewegt wie sie. Zuerst denkt sie noch, dass es einen EDV-Fehler gibt und die Anbieterfirma einfach alte Beiträge als Lückenfüller abspielt, aber dann stellt sie fest, dass ihre „Online-Ich“ auf Kommentare reagiert und es gibt neuen Content, den sie nicht erstellt hat.

Etwas Unheimliches geht hier vor sich und Alice muss rasch versuchen, herauszufinden was das ist, denn ihr kommt der Verdacht, dass ihr Leben auf dem Spiel stehen könnte …

Manchmal stolpert man über Filme, die man gut findet, ohne genau festzumachen, warum. Dieser hier nicht so einer, denn ich kann von meiner Seite her klar sagen, dass ich den Film aufgrund der Grundidee gut fand und auch aufgrund der sehr ungewöhnlichen Auflösung. Außerdem – sind wir ehrlich – ist Madeline Brewer, die Alice spielt, einfach eine wunderschöne Frau. Und wir sehen einen großen Teil des Films einer hübschen Frau dabei zu, wie sie für die Kamera schön ist. Da kann man sich schlimmeres vorstellen.

Aber auch die Skepsis, das Durchdrehen und alle anderen Emotionen kauft man der guten Dame ab und ich gestehe, dass ich auch das Drehbuch durchaus interessant fand. Der Stalker, der sich in Alice verliebt hat. Der Typ, der mit Tokens nur so um sich wirft und einfach ein richtig schleimiger Typ ist. Und dann natürlich die Szene als während der Geburtstagsparty ihres Bruders dessen Freunde entdecken, welchen Job sie hat, sich das Video ansehen und es vor der gesamten anwesenden Mann- und Frauschaft (inkl. der Mutter) ihr Geheimnis mehr oder weniger outen. Die ist absolut nicht ohne.

Grundsätzlich schafft der Film es spannend zu sein, ohne einen Bodycount zu benötigen und die Frage nach dem „Was ist hier passiert?“ ist nicht nur bei Alice immer im Vordergrund. Und ja, natürlich gibt es viele Anspielungen auf Alice im Wunderland, aber tatsächlich kann man die auch außen vor lassen (auch wenn es Spaß macht die Rollen mit denen aus den Büchern zu vergleichen) und trotzdem passt alles zusammen.

Ich habe gelesen, dass dem Film (der neue Modetrend) vorgeworfen wird, dass alle vorkommenden Männer negative Charaktere sind und er eine „Agenda“ hat, aber das juckt mich wenig. Spannung ist Spannung ich konnte keine Agenda entdecken. Alle Figuren dienen der Story und warum sollte man eine weibliche Userin auf Zwang einbauen, einfach damit eine dabei ist? Das würde mehr stören als helfen.

Außerdem finden einige die Auflösung eine Katastrophe, aber hey – ganz ehrlich. Es ist was Neues und Ja, es ist technisch möglich. Kameratechnisch und von Seiten Regie gibt es auch nichts zu meckern. Ein kleiner, böser Film für Zwischendurch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

„Cam“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, spannende und unterhaltsame, Punkte.

The post Cam (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/14/cam-filmkritik/feed/ 0
Slasher: Guilty Party (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/12/slasher-guilty-party-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/12/slasher-guilty-party-serienkritik/#respond Tue, 12 Jan 2021 06:00:27 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32767 Peter (Lovell Adams-Gray), Dawn (Paula Brancati) und drei ihrer Freunde, arbeiteten alle als Jugendleiter in einem Summercamp. Nun kehren sie im tiefsten Winter zurück, doch nicht um in alten Erinnerungen zu schwelgen. Gemeinsam waren sie nämlich für den Mord an … Weiterlesen

The post Slasher: Guilty Party (Serienkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Peter (Lovell Adams-Gray), Dawn (Paula Brancati) und drei ihrer Freunde, arbeiteten alle als Jugendleiter in einem Summercamp. Nun kehren sie im tiefsten Winter zurück, doch nicht um in alten Erinnerungen zu schwelgen. Gemeinsam waren sie nämlich für den Mord an einer Kollegin verantwortlich und nun wollen sie ihre Überreste endgültig beseitigen, die sie nicht weit von ihrem Camp im Wald versteckt hatten.

Doch der Körper ist verschwunden und ihre Nerven liegen blank. Wer hat ihn entwendet und sind sie dadurch in Gefahr? Zusätzlich werden die Mitglieder der Kommune unter der Leitung von Antoine (Christopher Jacot), bei denen die fünf ihre Unterkunft gebucht haben zunehmend misstrauisch, was die wahren Beweggründe ihres Aufenthaltes angeht. Aus dem Nichts wird plötzlich einer von ihnen brutal ermordet und es wird schnell klar, dass es nicht bei einem Toten bleiben wird…

Ungefähr eineinhalb Jahre nach „The Executioner„, startete im Oktober 2017 „Guilty Party“, die zweite Staffel der Slasher Anthologie-Serie. Ein paar Gesichter aus der ersten Staffel werden Fans hier in anderen Rollen bekannt vorkommen, doch großteils hat man sich auf einen neuen Cast verlassen (von denen dann dafür einige auch in Staffel drei dabei sind). Während Staffel eins sich mit dem Horror einer Kleinstadt beschäftigt hat, ist es nun innen die Isolation einer Berghütte in Kombination mit der eisigen Kälte des Winters außen.

Ich kann nur sagen wow. Hier ist es den Machern gelungen, eine ganzheitliche Steigerung zu schaffen im positiven Sinne. Zunächst mal ist die Atmosphäre spätestens ab Folge zwei richtig aufgeladen. Die Spannung in der Luft und zwischen den Personen ist permanent spürbar und lässt auch nie richtig nach. Dabei verschieben sich je nach Eigenart oder Sympathieverteilung der jeweiligen Figuren auch des öfteren die Verdächtigungen, Misstrauen und Anschuldigungen der fünf Jugendlichen gegenüber der in der Hütte lebenden Gruppe inklusive, was natürlich auf Gegenseitigkeit beruht.

Alle Beteiligten sind dabei echte Menschen. Ja, man erkennt schon klassische Genre-Charaktere, aber sie sind nicht auf diese Eigenschaften reduziert. Während im Original das Final Girl von Anfang an klar war und der Killer (nach einiger Zeit) nicht allzu schwer zu identifizieren war, schaut die Sache hier ziemlich anders aus. Kaum dachte ich ich kenne die Dame für das Endgame, wurde die einfach umgebracht. Auch was den Killer betrifft ist es sehr schwierig, sich bald festzulegen.

Sagen wir mal so, wer am Ende genau überlebt und den Twist beim Finale, das kann man so fast nicht kommen sehen. Aber Hut ab an die Macher, das wirkt nicht konstruiert sondern funktioniert richtig gut. Überhaupt mutiert das hier schnell zu einem Trip-Erlebnis mit Sogwirkung, eine chaotische Achterbahnfahrt, die man wohl so nur innerhalb des Horror-Genres erzeugen kann. Passend dazu muss man sagen, dass sowohl der Bodycount als auch die Brutalität bei den Morden um einiges höher geworden ist.

Ich verrate jetzt nicht mehr, aber ein paar mal bleibt es hier nicht „nur“ beim Blut, es fliegen mehr oder weniger auch die Körperteile herum. Dank der starken Inszenierung habe ich diese Szenen jedoch nie als Selbstzweck erlebt, im Gegenteil tragen sie zu einem wesentlichen Teil zur unangenehmen Stimmung bei. Abgesehen vom Killer ist es dann wieder mal erschreckend, zu was einige der übrigen Protagonisten so fähig sind, wenn sie in die Ecke gedrängt werden.

Großartig ist wieder der Cast, der dich als Zuschauer nie an dem Schrecken bzw. der Ernsthaftigkeit der Geschehnisse zweifeln lässt. Verdient hätten es hier die meisten erwähnt zu werden, ich nenne hier aber mal ein paar, die mir aus unterschiedlichen Gründen stärker in Erinnerung geblieben sind. Die von Madison Cheeatow (Heartland) gespielte Keira ist zwar nur eine Nebenfigur, aber ihre ehrlich wirkende Ausstrahlung und ihre Ruhe in all dem Wahnsinn, das hat schon eine fesselnde Wirkung.

Ty Olsson (War of the Planet of the Apes) als Glenn, nun der wird einfach zunehmend abstossender und dann tut er dir doch auch irgendwie leid, das muss man erst mal so hinbekommen. Die von Paula Brancati (Being Erica) gespielte Dawn finde ich wiederum sehr spannend, weil sie das Grundthema hier symbolisiert. Falsche Freundschaften, die Suche nach Nähe und die Angst verletzt zu werden, Fehler zugeben können und zu ihnen stehen, so geht es zwar fast allen Protagonisten hier, doch sie versprüht dies alles einfach am Stärksten.

Auch dank der Tatsache, dass hier – wie bei jeder Staffel – ein Regisseur jeweils alle acht Folgen inszeniert, ein extrem spannender und vor allem homogener Trip, der sich in Summe wie ein überlanger Film anfühlt. Daher: sowohl hinter als auch vor der Kamera, Kanada braucht sich in keiner Weise vor Amerika verstecken, glaube nicht dass die lieben Amis, so eine Serie so hinbekommen hätten. Meine Lieblingsstaffel bis jetzt, obwohl in einem anderen Bereich (Kritik am Zeitgeist) Staffel drei „Solstice„, noch eine weitere Steigerung bedeutet.

„Slasher: Guilty Party“ bekommt von mir 8,5/10 sich hoffentlich niemals von den eigenen Geheimnissen auffressen lassende Empfehlungspunkte.

The post Slasher: Guilty Party (Serienkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/12/slasher-guilty-party-serienkritik/feed/ 0
Killing Ground (2016 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/09/killing-ground-2016-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/09/killing-ground-2016-filmkritik/#respond Sat, 09 Jan 2021 06:00:03 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32986 Irgendwo im australischen Hinterland machen Samantha Shaw (Harriet Dyer) und ihr Freund Ian Smith (Ian Meadows) einen Campingausflug. Es geht um Hochzeit, es geht um Gefühle, es geht darum, eben diese Gefühle zu erforschen. Sie halten an einer Raststätte, bekommen … Weiterlesen

The post Killing Ground (2016 Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Irgendwo im australischen Hinterland machen Samantha Shaw (Harriet Dyer) und ihr Freund Ian Smith (Ian Meadows) einen Campingausflug. Es geht um Hochzeit, es geht um Gefühle, es geht darum, eben diese Gefühle zu erforschen. Sie halten an einer Raststätte, bekommen den Weg zu einem netten Strand beschrieben und fahren da auch hin.

Am nächsten Tag entdecken sie den jungen Ollie, noch weit mehr Baby als Kleinkind, der völlig erschöpft und fertig am Wegrand liegt. Von seinen Eltern ist weit und breit keine Spur zu finden. Just als sie den Kleinen ins Auto packen wollen, um ihn ins Krankenhaus zu bringen, trifft Tood (Aaron Glenane) ein, der gemeinsam von einem Campingplatz in der Nähe weiß und Ian überredet mit ihm nachsehen zu gehen, ob nichts passiert ist. Der Weg ist nicht weit, es dauert nur ein paar Minuten und dem Kleinen fehlt an sich nichts, er ist ja nur erschöpft. Also geht Ian mit ihm mit. Samantha wartet derweil mit Ollie im Wagen.

Rasch stellt sich heraus, dass der Campinggruppe etwas Grausames zugestoßen ist. Und dieses „grausam“ hört auf den Namen Tood und dessen Freund Scotty „German“ (Aaron Pedersen).

Ich muss mir wirklich angewöhnen vor Sichtung eines Films nachzusehen, wer diesen gemacht hat. Damit meine ich nicht zwingend den Regisseur, sondern das Land bzw. den Kontinent. „Killing Ground“ ist ein australischer Film und die sind ja, wie man spätestens seit „Wolf Creek“ weiß, nicht unbedingt dafür bekannt im Horrorgenre „leichte Kost“ zu präsentieren.

So ist auch „Killing Ground“ ein brutaler und emotional harter Film, den ich so nicht kommen gesehen habe. Die Machart trägt hier nämlich viel zum Unwohlsein bei. Zum einen wird die Gruppe Camper, zu denen Ollie gehört, in Rückblenden eingeführt und man lernt die netten Leute näher kennen. Zum anderen werden auch Tood und German immer wieder ins Rampenlicht gestellt (eben auch in Rückblenden) und es wird kommentarlos gezeigt, was die beiden für Typen sind. Nämlich völlig ohne Moral.

Das Aufeinandertreffen der Camper mit den beiden führt dann dazu, dass Ollie eben auftaucht wo er auftaucht und der Rest der Truppe … nun, man kann es sich denken. Die Gewalt ist hier zwar nicht per se voyeuristisch, aber streckenweise so hart in ihrer völlig sachlich dargestellten Art, dass es mehr wehtut als wenn man einen Splatter/Slasherfilm daraus gemacht hätte. Gerade die emotionale Komponente (eben die Hilflosigkeit der Betroffenen und die vollkommen abgebrühte und fast banale Durchführung durch Tood und German) trifft einfach mitten ins Herz.

Da hilft es natürlich auch, dass die Kameraarbeit 1A ist, das Setting gut gewählt und die Schauspieler*innen alle wirklich super Leistungen bringen. Das drückt dann doppelt und dreifach dahin, wo es wehtut.

Ich war mir mit mir selbst uneins, was ich von diesem Film hier halten soll, denn im Grunde genommen ist es kein anderes Machwert als „The Strangers: Prey At Night“ oder „The Town That Dreaded Sundown„, im Sinne der Darstellung menschlicher Gräueltaten und sinnloser Gewalt. Außerdem hasse ich es, wenn Babies in Filmen etwas passiert und was soll ich sagen … ich habe doch Ollie erwähnt, oder?

Jedenfalls bin ich zum Entschluss gekommen, den Film gut zu finden und zwar aufgrund der einfachen Tatsache, dass Samantha und Ian einfach unheimlich sympathisch sind und ich – was bei dieser Art Film ja wirklich selten vorkommt – das Ende bzw. die letzte Szene einfach mochte, weil sie mich mit allem versöhnt hat, was davor passiert ist.

Es folgt ein kleiner Spoiler, wer den nicht mag, der/die ignoriert bitte die nächsten Absätze und springt zur Bewertung: Tood hat Samantha gefangen, hat sie gezwungen das noch lebende Baby wegzuwerfen(!) und sie dann an einen Baum gefesselt. Er will sie vergewaltigen und hofft, dass sie schreit, damit er Ian anlocken kann. Dann (bevor er noch aktiv was tun kann) hört er den Wagen von Samantha und Ian wegfahren. Er dreht sich zu Samantha um und beginnt zu schimpfen, dass „der feige Hund dich hier zurücklässt und sich aus dem Staub macht“. Und trotz der Situation blickt Samantha Tood böse an und gibt ihn folgende verbale Ohrfeige: „Er haut nicht ab, du feiges Arschloch. Er macht das Richtige: Er rettet das Baby.“ Und man spürt bei jedem Wort, wie stolz sie auf ihren Partner ist, dass er das Baby rettet und sie weiß, wie schwer es ihm fallen muss, sie zurückzulassen, er ihr aber gleichzeitig vertraut, durchzuhalten, bis er mit Hilfe zurückkommen kann.

Das mag jetzt komisch klingen, aber im Kontext des Films war das eine Szene, die für mich den Film herumgerissen hat, denn das habe ich so noch nie gesehen und ich fand es großartig. Da hat es mir fast Tränen in die Augen gedrückt. Noch nie habe ich in einem Film das Verständnis und die Liebe zwischen zwei Menschen auf solch eine Art und Weise ausgedrückt gesehen und ich fand es unglaublich toll. Tood kann mit dieser Information (ihr erinnert euch: Moralisch trocken wie Staub in der Wüste) natürlich einfach nicht umgehen und versteht nicht, warum sie so stolz auf Ian ist, wo sie doch Angst haben sollte.

Was dann weiter passiert, wie Samantha und Ian entkommen und was Tood und German zustösst, auch das unterscheidet diesen Film von anderen dieser Art, denn die beiden „Monster“ bekommen, was sie verdienen (und German sogar auf einer sehr ironische Art und Weise). Samantha und Ian und Ollie überleben. Die letzte Szene zeigt Samantha, wie sie zu Ian ins Krankenzimmer tritt. Er liegt schwer verletzt, aber wach, im Bett, bemerkt, wie sie eintritt und blickt sie an. Die Kamera schneidet auf Samantha, die ihn absolut fertig und erschöpft, aber voller Liebe anblickt und man weiß: Die beiden werden gemeinsam richtig glücklich werden. Und mit Sicherheit bald Kinder bekommen. Dann ist der Film zuende.

„Killing Ground“ bekommt von mir trotz extrem harter und unangenehmer Szenen aufgrund der Beziehung der beiden „guten“ Hauptdarsteller*innen und der Auflösung der Story 8 von 10 möglichen, trotzdem in die Magengrube schlagende, Punkte.

The post Killing Ground (2016 Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/09/killing-ground-2016-filmkritik/feed/ 0
Slasher (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/07/slasher-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/07/slasher-serienkritik/#respond Thu, 07 Jan 2021 06:00:05 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32753 Sarah Bennett (Katie McGrath) kehrt gemeinsam mit ihrem Ehemann in ihre Geburtsstadt Waterbury in Kanada zurück. Seid sie ein Baby war, hat sie diese Stadt nie mehr besucht. Der Grund dafür ist die Art, wie sie damals auf die Welt … Weiterlesen

The post Slasher (Serienkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Sarah Bennett (Katie McGrath) kehrt gemeinsam mit ihrem Ehemann in ihre Geburtsstadt Waterbury in Kanada zurück. Seid sie ein Baby war, hat sie diese Stadt nie mehr besucht. Der Grund dafür ist die Art, wie sie damals auf die Welt gekommen ist. Ein maskierter Killer hat nämlich zu Halloween des Jahres 1988, ihren Vater und ihre Mutter getötet, wobei er Sarah dabei aus dem Bauch ihrer Mutter heraus geschnitten hatte.

Sarahs Rückkehr wird von einigen Einheimischen eher skeptisch angenommen, im Gegensatz zu den örtlichen Medien, die eine spannende Geschichte wittern. Gleichzeitig mit Sarahs Ankunft, beginnt ein Killer zu morden, der die selbe Verkleidung trägt, die damals bei der Ermordung ihrer Eltern getragen wurde. Sarah besucht daraufhin den Mörder von damals – Tom Winston (Patrick Garrow) – der im örtlichen Gefängnis sitzt, um Antworten zu finden und abschließen zu können…

Die erste Staffel von „Slasher“ startete in Amerika im März 2016 auf dem mittlerweile nicht mehr existierenden Sender Chiller. Staffel zwei und drei wurden dann von Netflix produziert und auch für eine mögliche vierte Staffel, wurde grünes Licht erteilt. Bei Slasher handelt es sich um eine Anthologie Serie, bei der in jeweils acht Folgen ein maskierter Killer sein Unwesen treibt. Die Staffeln spielen im selben Universum, haben sonst jedoch nichts miteinander zu tun. Bekannte Gesichter bekommt man dennoch zu sehen, denn einige Darsteller sind in unterschiedlichen Rollen in mehreren Staffeln zu sehen.

Was man bei dieser ersten Staffel dann bekommt, ist ein klassisches Slasher-Setting. Eine kleine Stadt mit dunklen Geheimnissen, die scheinbar so gut wie jede relevante Figur mit sich herum trägt. Mord, Entführung oder Vergewaltigung, da kommt schon einiges zusammen was die „netten“ Leute hier so mit ihren Gewissen vereinbaren können müssen, doch ist einer von ihnen dazu fähig, der „Executioner“ (wie auch der nachträglich beigefügte Zusatztitel der ersten Staffel lautet) zu sein?

Das muntere „Täter erraten Spiel“ wird natürlich zelebriert mit falschen Fährten und Situationen, die den Verdacht auf unterschiedlichste Personen lenken. Nachdem die Gruppe der möglichen Killer meist durch frühzeitiges Ableben immer mehr ausgedünnt wird, hat man den Täter als Kenner des Genres jedoch schnell erkannt. Dieser tötet nach Kriterien der sieben Todsünden, was bei acht Folgen zu einer „das Opfer der Woche“ Dynamik führt.

Darunter leidet die Spannung zwar nicht wirklich, Überraschungen was plötzliche Morde betreffen könnte, gibt es jedoch dadurch natürlich keine. Ernst nehmen kann man die Motivation des Killers sowieso nicht, obwohl wenn du krank bist im Kopf, brauchst du keine Erklärung für deine Taten. Ich musste deshalb jedes Mal schmunzeln, wenn die Medien hier völlig ernsthaft über die Todsünden und deren biblischen Zusammenhang sprechen, obwohl diese ja gar nicht aus der Bibel stammen.

Die Morde an sich variieren und passen sich der jeweiligen Sünde und der dafür klassischen Bestrafung an (kannte ich so nicht, ist auch egal, lasst euch einfach überraschen). Gegen Ende steigt dann noch eimal gehörig der Verbrauch von Kunstblut, wobei die handgemachten Effekte stets zu überzeugen wissen. Das Finale schließlich ist mir auf eine seltsame Art „zu viel“ gewesen, vor allem wenn man danach die letzten Bilder sieht, emotional einfach nicht ganz stimmig, aber das ist wohl wie immer Geschmacksache.

Slasher-Filme haben ja grundsätzlich ihren „Over the Top“ Charakter an sich und damit man dennoch neben dem Trip-Erlebnis auch eine Bindung zu den Leuten hat, müssen die Darsteller das auch gekonnt vermitteln. Der gesamte Cast ist hier glücklicherweise toll und überzeugt auf ganzer Linie. Zusätzlich erfrischend ist der Altersdurchschnitt, denn genretypische Teenager, sind hier kaum vorhanden. Katie McGrath (King Arthur) als Sarah ist ein starkes Final Girl, vor allem weil sie stets mit der Suche nach Antworten beschäftigt ist und so als Anker für uns neugierige Zuschauer fungiert.

Brandon Jay McLaren (Tucker and Dale vs Evil) als ihr Mann Dylan ist eine interessante Figur, weil er auf Grund von seiner steigenden Popularität aus den Augen verliert, was wirklich wichtig ist in seinem Leben. Patrick Garrow (Robocop) als Tom Winston begegnet man ebenfalls mit Interesse, eine gewisse Faszination geht von ihm aus, obwohl er ein Mörder ist. Er ist klar bedrohlich, auf Sarah bezogen hat er jedoch einen schnell erkennbaren Beschützer-Instinkt.

Insgesamt eine gute erste Staffel mit allen Zutaten, die man erwarten konnte. Gute Effekte, starke Schauspieler, eine nur stellenweise leidende Spannungskurve und Rückblicke, die den Erzählfluss nicht völlig ausbremsen. Was dann im Oktober 2017 mit der zweiten Staffel „Guilty Party“ abgeliefert wurde, ist jedoch in jedem Bereich eine Steigerung und die im Mai 2019 erschienene dritte Staffel Solstice, regt wohl zu den meisten Diskussion an. Wie gesagt, der Grundstein ist gelegt und es wird noch „besser“.

„Slasher: Executioner“ bekommt von mir 7/10 den Wolf im Schafspelz erst viel zu spät entlarvende Empfehlungspunkte.

The post Slasher (Serienkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/07/slasher-serienkritik/feed/ 0
Nobody Sleeps In The Woods Tonight (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/01/05/nobody-sleeps-in-the-woods-tonight-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/01/05/nobody-sleeps-in-the-woods-tonight-filmkritik/#respond Tue, 05 Jan 2021 06:00:45 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=32889 Zosia (Julia Wieniawa-Narkiewicz) fährt auf ein Ferienlager. Dort sind Mobiltelefone und andere elektronische Geräte verboten. Die Gruppen werden wild zusammengewürfelt und jede bekommt einen Führer zugeteilt, denn es gilt quer durch die Wildnis zu trampen und das Leben von seiner … Weiterlesen

The post Nobody Sleeps In The Woods Tonight (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Zosia (Julia Wieniawa-Narkiewicz) fährt auf ein Ferienlager. Dort sind Mobiltelefone und andere elektronische Geräte verboten. Die Gruppen werden wild zusammengewürfelt und jede bekommt einen Führer zugeteilt, denn es gilt quer durch die Wildnis zu trampen und das Leben von seiner Natur-Seite kennenzulernen.

Rasch trifft ihre Gruppe auf tote Tiere, die nicht so aussehen, als ob sie eines natürlichen Todes gestorben wären. Und dann verschwinden relativ rasch über Nacht Mitglieder ihrer Gruppe.

Wie sich herausstellt, hausen zwei mutierte Kannibalen im Wald und Julia ist mit ihrer Gruppe geradewegs in deren Garten spaziert …

Die Inhaltsangabe dieses Films liest sich wie jeder andere Backwoods-Slasher auch. Das könnte „Wrong Turn„-Filme sein. Oder auch „The Hills Have Eyes“ (wenn man jetzt mal von den Wäldern absieht). Und tatsächlich ist „Nobody Sleeps In The Woods Tonight“ genau das: Gruppe Teenager + Mutantenkannibalen = dieser Film.

Was hier neu ist: Der Film kommt aus Polen und das merkt man an der Machart. Das heißt, der Film nimmt sich selbst nicht allzu ernst, aber er nimmt sein Publikum ernst. Das klingt jetzt ein bisschen komisch, bedeutet aber nichts anderes, als dass man sich an alle Regeln hält, diese jedoch nicht einfach nur abhakt, sondern hier und damit einem bisschen „extra“ würzt. Vor allem in der Inszenierung, die absolut nicht jugendfrei geraten ist.

Beispiele:
Es gibt natürlich die „heiße“ Jugendliche, die unterwegs ist, als wäre sie sexuell unheimlich erfahren. Es gibt den coolen Teenie mit Sixpack, der sie anschmachtet. Was bei diesem Film neu ist: Der coole Teen hatte noch nie Sex und die „heiße Jugendliche“ hat tatsächlich Erfahrung und bringt ihm was bei. Und das wird auch inklusive Nacktszene gezeigt. Würde in einem Ami-Film so nie vorkommen.

Nach einem etwas langem Anfang hab ich relativ rasch festgestellt, dass es keine Person in der Gruppe gibt, die unsympathisch wäre. Es sind zwar alle Klischees da, aber die Art wie sie geschrieben sind (oder synchronisiert, denn ich habe den Film in der englischen Version gesehen), macht die ganze Truppe sympathisch. Man wünscht niemand per se etwas Böses. Und ja, es passiert vielen davon etwas Böses. Und das fand ich schade, aber nicht wie bei anderen Filmen („The Strangers: Prey At Night„), wo es einfach nur abstoßend ist und man sich fragt, warum man sich das ansieht, sondern auf eine Art, die Mitleid in mir auslöste, aber viel mehr noch Sorge um die anderen Protagonist*innen. Soll heißen: Der Film wird dadurch spannender, ohne, dass man sich pervers vorkommt, weil man ihn ansieht. Und es passieren ein paar sehr abartige Dinge.

Einziges Manko meines Erachtens: Nach zwei Drittel des Films wird die Herkunftsgeschichte der beiden Kannibalenmutanten erzählt und die ist einerseits zu lange geraten und andererseits auch an einer Stelle zu finden, an der sie den Flow des Films ausbremst. Aber alles in allem ist das zu vernachlässigen und nicht weiter schlimm.

Gespielt war alles gut und von einem Effekt (es wird jemand enthauptet und dann rollt ein Styroporkopf mit schlechter Perücke durch das Bild) abgesehen waren die Effekte alle ziemlich gut und vor allem handgemacht (nicht computergeneriert). Außerdem mag man den Charakter der Zosia von Anfang an und ihre Beziehung zu Julek (gespielt von Michal Lupa), dem Nerd, der zarte Anknüpfungsversuche durch eingeworfene Filmzitate und -witze versucht, und seine absolut ehrliche Reaktion auf die dann doch einmal positiven Antworten – das ist einfach schön anzusehen.

Man kann mich dumm nennen, aber ich fand, dass die Charaktere alle ziemlich realistisch reagiert haben und allein die Szene als Julek „tapfer sein muss“, ist einfach toll anzusehen. Das Zögern, die Blicke, das Herzfassen … wunderbar.

Man merkt es schon: Ich fand „Nobody Sleeps In The Woods Tonight“ erfrischend, weil es kein hochglanzpolierter Durchschnittsslasher von der Stange ist, sondern man merkt, dass die Macher wirklich einen Film wie diesen machen wollten, sich bemüht haben und in meinen Augen auch was zustande gebracht haben: Nämlich einen Film, der sehr gut in der Mitte zwischen augenzwinkernder Hommage und ehrlicher Härte angesiedelt ist. Natürlich mit Abstrichen beim Budget. Bitte mehr davon.

„Nobody Sleeps In The Woods Tonight“ bekommt 8 von 10 möglichen, erfrischend direkte und ehrliche, Punkte.

The post Nobody Sleeps In The Woods Tonight (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/01/05/nobody-sleeps-in-the-woods-tonight-filmkritik/feed/ 0