Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Wed, 07 Dec 2022 20:15:28 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.3 Slayers (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/12/08/slayers-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/12/08/slayers-filmkritik/#respond Thu, 08 Dec 2022 06:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34962 Ein Superstar unter den zahllosen Influencern zu sein, das ist ein Traum, den Jules (Abigail Breslin), Flynn (Kara Hayward) inklusive ihrem Bruder und seiner Verlobten bereits geschafft haben. Dennoch ist es natürlich etwas Besonderes, wenn man in eine abgelegene Villa … Weiterlesen

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Ein Superstar unter den zahllosen Influencern zu sein, das ist ein Traum, den Jules (Abigail Breslin), Flynn (Kara Hayward) inklusive ihrem Bruder und seiner Verlobten bereits geschafft haben. Dennoch ist es natürlich etwas Besonderes, wenn man in eine abgelegene Villa eines zurückgezogen lebenden Milliardärs eingeladen wird. Da verunsichern auch die Warnungen eines Mannes namens Elliot (Thomas Jane) kaum.

Der hat ihnen auf ihrer Anreise den Weg kurzzeitig versperrt und ihnen empfohlen, sie sollen lieber umdrehen. Beim Haus angekommen ist der Empfang durch die Frau des Hausherrn (Malin Akerman) zunächst überschwänglich, doch vor allem Flynn beginnt bald an der ach so heilen Welt zu zweifeln und kommt zu der Feststellung, dass der Mann von der Straße vielleicht doch nicht so verrückt war, wie sie zunächst angenommen haben…

Regisseur und Drehbuchautor K. Asher Levin hat hier genau wie bei seinem letzen Film Dig, offensichtlich nicht sehr viel Geld zur Verfügung gehabt, doch er kann eindeutig seine Ideen gut vermitteln. Mit Thomas Jane (Breach), Abigail Breslin (Maggie) und Malin Akerman (The Final Girls) sind hier nämlich gleich drei (mehr oder weniger) bekanntere Namen sowohl als Darsteller, als auch Produzenten mit dabei und nicht nur das finde ich hier sympathisch.

Wie hier bekannte Persönlichkeiten quer durch die Geschichte in kurzen Sequenzen als Vampirjäger gezeigt werden oder die Geschichten über die drei Jäger, die es fast geschafft haben, ein Vampir-Oberhaupt zu töten, da stecken schon einige Überlegungen dahinter und eine klare Liebe zum Detail. Die Vampire als Metapher für die Blutsauger innerhalb unser Gesellschaft ist zwar sehr plakativ, doch im Prinzip genau so richtig.

Die Seitenhiebe auf das oberflächliche Influencer-Leben, vor allem auch dass die Zuschauer auch genau diese Inhalte lieben, das zieht sich dann als roter Faden quer durch den gesamten Film. Ich finde auch die Inserts lustig – passend dazu, dass eine Dame hier eine Profi-Gamerin ist – wo ein Zähler „Menschen vs Vampire“ immer wieder eingeblendet wird und man so genau weiß, wer vom jeweils anderen derzeit mehr getötet hat.

Das alles bleibt klar an der Oberfläche witzig, wirkt verspielt und nicht wie eine böse Satire. Diese Ebene gehört eindeutig zu den Stärken des Filmes, denn zwei Dinge funktionieren gar nicht bzw. kaum. Erstens Suspense kommt keine auf, man hat auch nie Angst um Jemanden, weil man wohl auch genau weiß, wer überleben wird. Ebenfalls eher laienhaft ist die Action inszeniert, der Kampf Jäger gegen Vampir oder wenn ein Opfer überfallen wird.

Würden die Sachen mit der Action und dem Horror besser gemacht sein, dann könnte man hier richtig ungebremst Spaß haben, aber so wirkt das Geschehen immer wieder mal zu trashig, um es richtig gut finden zu können. Thomas Jane (Deep Blue Sea) wusste ziemlich sicher, dass er sich hier nicht allzu viel anstrengen werden muss, doch seine lakonische Stimme in der Funktion des Erzählers ist charismatisch und voll mit sarkastischen Zwischentönen.

Kara Hayward (Us) als Flynn ist als Figur am Interessantesten, glaubt sie doch abgebrüht zu sein und Dinge zu checken, die andere nicht gleich erkennen. Für ihren Bruder würde sie dennoch immer alles tun, egal wir überfordernd die Situation auch sein mag. Der wird von Jack Donnelly (Atlantis) gespielt – er ist im echten Leben mit Malin Akerman verheiratet – und ihn zu beobachten ist insofern witzig, weil er immer zwischen dem Blick hinter die Kulissen seiner Schwester und der seichten Art seiner Freundin hin un her gezogen wird.

Insgesamt also – wie ich von Levin bereits gewohnt bin – ein sehr kleiner Film, der seine Geschichte dennoch gekonnt vermittelt. Der Humor und die Schauspieler passen, die Vampir-Effekte und auch die Kämpfe sind dafür eher lächerlich geraten. Dennoch macht das einmalig durchaus Spaß und durch die scheinbar gute Stimmung hinter den Kulissen, bin ich der Produktion gegenüber sowieso wohlwollend eingestellt.

„Slayers“ bekommt von mir 5,5/10 alle unmöglichen Höhen und Tiefen des Lebens als Influencer durchgehende Empfehlungspunkte.

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The Green Knight (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/12/06/the-green-knight-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/12/06/the-green-knight-filmkritik/#respond Tue, 06 Dec 2022 05:00:37 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34914 Gawain (Dev Patel) hat ein Problem. Er ist der Neffe von König Arthur (Sean Harris), aber er hat nichts vorzuweisen. Er darf an der Tafelrunde sitzen, sogar neben dem König, aber er ist noch nicht einmal ein Ritter. Das ändert … Weiterlesen

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Gawain (Dev Patel) hat ein Problem. Er ist der Neffe von König Arthur (Sean Harris), aber er hat nichts vorzuweisen. Er darf an der Tafelrunde sitzen, sogar neben dem König, aber er ist noch nicht einmal ein Ritter. Das ändert sich am Weihnachtsabend, als Arthur ihn bittet, ihm eine Geschichte über Tapferkeit zu erzählen, denn Gawain bleibt stumm. Und plötzlich taucht ein Ritter auf, grün, halb Baum, halb Mensch (Ralph Ineson). Er möchte ein Spiel spielen: Es soll einen Zweikampf geben und wenn ihm eine Wunde zugefügt wird, dann trifft man sich in einem Jahr wieder – sein Gegner soll ihn bei der grünen Kapelle aufsuchen – und dort wird der Grüne Ritter seinem Gegenüber die gleiche Wunde zufügen, welche ihm zugefügt wurde.

Gawain wittert seine Chance auf Ruhm und tritt dem Grünen Ritter gegenüber. Arthur leiht ihm sogar sein Schwert. Aber der Grüne Ritter kämpft nicht, stattdessen kniet er sich hin und bietet sein Haupt an. Gawain zögert nicht lange – er enthauptet ihn, der Meinung, dass die Sache damit erledigt sei.

Nur steht der Grüne Ritter wieder auf, schnappt seinen Kopf, lacht – und reitet davon.

Damit ist wohl klar, dass Gawains Tage gezählt sind …

„Sir Gawain und der Grüne Ritter“ ist ein Gedicht aus dem 14 Jahrhundert und erzählt die oben erwähnte Geschichte. Allerdings endet sie anders als der Film hier. Ich habe im Alter zwischen 16 und 25 ziemlich viele Versionen der Artus-Sage und ihrer Ableger bzw. Adaptionen, Ergänzungen und was weiß ich noch alles gelesen, mir auch mehrere Verfilmungen angesehen und – kurz: Das Thema hat mich fasziniert (immer noch die beste visuelle bzw. filmische Umsetzung: „Excalibur“ von John Booman aus 1981). Ich muss gestehen, erst durch diesen Film hier auf das Gedicht „Sir Gawain und der Grüne Ritter“ gestoßen zu sein, war also eher überrascht, dass es da noch Teile bzw. Varianten und Ergänzungen gibt, die ich nicht kannte und vor allem war ich sehr gespannt.

Der Film ist, nun, wie soll ich sagen? … eigen. Er ist langsam. Viele lange Einstellungen. Viele symbolhafte Bilder. Viel Sprünge. Viel Spielereien und traumhafte Momente, in denen nie klar ist, ob das alles wirklich passiert. So verliert Gawain relativ rasch seine wichtigsten Utensilien, weil er überfallen wird (weil er gierig war). Aber nach und nach bekommt er sie auf seiner Reise zurück. Wie diese Utensilien ihren Weg in die Hände derer gekommen sind, die sie ihm dann wieder geben, wird nicht erzählt und erfährt man nie. Manchmal kann man es sich denken, ja, aber es wird im Film per se nicht erwähnt.

Als nächstes kommt, dass die Bildsprache das Wesentliche des Films darstellt. Es wird zwar gesprochen, ja, aber vieles wird nur durch Körperhaltungen oder Gesten oder sogar nur Bildausschnitte gezeigt. Das liest sich jetzt, als würde ich mich beschweren, dass ein Film ein Film ist, aber erstens meine ich das nicht als Beschwerde und zweitens muss man diese Art des Erzählens einfach mögen. Lange Einstellungen. Mindestens zehn Sekunden. Dann wechselt die Person im Bild das Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Wieder ein paar Sekunden nichts. Dann vielleicht ein Blick zurück über die Schulter. Dann wieder nach vor. Und dann ein Schnitt.

Klingt langweilig, oder? Ja. Ist es per se auch. Wenn aber diese Sekunden aufgeladen sind mit Bedeutung, weil in diesen Sekunden die Person im Bild eine wichtige Entscheidung treffen muss, dann ist das ganze unheimlich spannend und – bei diesem Film – bedrückend. Da kann der Wechsel des Gewichts von einem Fuß auf den anderen schon mal völlig klar ausdrücken, wie unsicher und zerrissen die Person im Bild ist. Dazu muss man aber „im Film“ und „abgeholt“ worden sein, sonst ist das alles nur banal und langweilig, oder wie ich es hin und wieder nenne „pseudo-wichtiger, bedeutungsschwangerer Arthouse-Mist“. Und ich verstehe jeden, der diesen Film so sieht oder nennt. Absolut.

Die Sache ist nur die: Ich war völlig gefesselt und war die gesamte Zeit völlig gespannt, was noch passieren wird und kann. Und die Szenen, die vor mir abgelaufen sind, wurden selten so aufgelöst, wie ich es erwartet hatte. Ich fand den Film großartig. Optisch, Musik, Kameraarbeit – wow. Und die schauspielerischen Leistungen fand ich ebenfalls wirklich, wirklich gut.

Dev Patel („Slumdog Millionaire„) trägt den gesamten Film spielend auf seinen Schultern. Das ist sowas von weit weg von „Slumdog Millionaire“, dass man gar nicht daran denkt, dass das der gleiche Schauspieler ist. Der Mann macht seine Sache hier fantastisch. Und auch alle anderen Rollen sind perfekt besetzt. Einfach fantastisch. Ich hätte auch Alicia Vikander nicht erkannt. Und Joel Edgerton hat einen Gänsehaut nach der anderen über meinen Rücken gejagt.

Ich kann euch tatsächlich nicht erklären, warum mich der Film so erwischt hat und ich hätte ihn richtig gerne im Kino gesehen. Das muss ein Fest für die Sinne gewesen sein. Die letzten 20 Minuten haben vermutlich mehr Drehtage in Anspruch genommen als die ersten 100 Minuten des Films, weil so viel passiert und so viel reingepackt wurde. Ich habe mich positiv an „Die letzte Versuchung Christi“ erinnert gefühlt, ich denke, da kam die Inspiration auch her. Und dann das Ende. Kurz. Bündig. Passend. Ich musste wider Erwarten breit grinsen.

Nur um sicherzugehen: Ich finde nicht, dass dieser Film gut ist für ein Mainstream-Publikum. Viele werden ihn schlichtweg langweilig finden. Verkopft. Dumm. Siehe weiter oben. Aber wenn der Film euch abholt, dann ist er richtig, richtig gut. Soll heißen: Wenn ihr in einem Stream mal reinguckt und ihr denkt euch nach fünf Minuten immer noch, dass ihr gespannt seid, was das wird und ob da dann mal was kommt, denn mein Tipp: Hört auf mit dem Ansehen. Seid ihr nach fünf Minuten nicht drin, dann kommt ihr nicht mehr rein.

An alle, die reinkommen: Ich wünsche euch viel Vergnügen mit dieser doch etwas irren Erfahrung. Ich fand sie ziemlich gut. Und das Ende … ich grinse immer noch. Es ist wie Sir Gawain: Ihr wisst, womit ihr zu rechnen habt. Es war von Anfang an klar. Und es wurde nie etwas anderes behauptet.

Und ja, das Wortspiel war Absicht.

Wer hätte gedacht, dass der Regisseur vom Remake von „Eliot – das Schmunzelmonster“ (die 2016er Version) so einen Film in sich hat. David Lowery, ich ziehe meinen, imaginären, Hut.

„The Green Knight“ bekommt von mir 9 von 10, bildgewaltige, verwirrende, makabare, aber gleichzeitig mystische und philosophische, Punkte.

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Accident Man 2 – Hitman’s Holiday (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/12/03/accident-man-2-hitmans-holiday-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/12/03/accident-man-2-hitmans-holiday-filmkritik/#respond Sat, 03 Dec 2022 06:00:05 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34890 Profikiller Mike Fallon (Scott Adkins) hat seine alte Heimat notgedrungen hinter sich gelassen und wohnt nun in Malta, wo es ebenfalls genug Aufträge gibt, die seinen Talenten entsprechen. Dabei arbeitet er zusammen mit einem alte Kollegen/Freund namens Fred (Perry Benson), … Weiterlesen

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Profikiller Mike Fallon (Scott Adkins) hat seine alte Heimat notgedrungen hinter sich gelassen und wohnt nun in Malta, wo es ebenfalls genug Aufträge gibt, die seinen Talenten entsprechen. Dabei arbeitet er zusammen mit einem alte Kollegen/Freund namens Fred (Perry Benson), der Spezialist darin ist die Fallen zu bauen, die Mike dann einsetzt, um seine Morde wie Unfälle erscheinen zu lassen. Ihr neuester Auftrag ist jedoch eine Falle, beide werden betäubt und Fred wird als Geisel genommen.

Was Mike tun muss, um ihn lebendig wieder zu bekommen? Nun er muss den undankbaren Boss einer Mafia-Patin beschützen und zwar gegen fünf der besten Killer der Welt, denn eine Belohnung von neun Millionen Dollar, lässt sich so leicht keiner entgehen. Scheint als müsste Mike erneut gegen „Kollegen“ antreten und zu allem Überfluss ist auch noch sein ehemaliger Mentor Big Ray (Ray Stevenson) in der Stadt und hat es ebenfalls auf das Geld abgesehen.

Im Jahr 2018 wurde mit Accident Man ein wahres Wunschprojekt für Martial Arts Star Scott Adkins veröffentlicht, bei dem er mehr eingebunden war, als bei anderen Produktionen. Das hat sich mit dieser Fortsetzung noch verstärkt, denn neben der Story und der Arbeit als Produzent, hat er auch an der Choreographie der Kampfszenen mitgearbeitet. Wie im ersten Teil an Amy Johnston, ist er dabei selbst an Wunschkandidaten heran getreten.

Darum haben hier dann auch Harry und George Kirby (er war etwa für Stunts bei ZS-Justice League, Venom 2 oder The Batman verantwortlich) ihre Chance bekommen, die Regie dieses Filmes und der Fights zu übernehmen. Adkins hat in einem Interview gesagt, er wollte einen Action-Film abliefern, bei dem man sich mit seinem Popcorn zurück lehnen kann und einfach Spaß hat. Das ist dann auch perfekt gelungen, indem man völlig auf die Substanz pfeift, großartige Kampf-Szenen liefert und den Humor noch einmal um einiges nach oben schraubt.

Der Haufen an Charakteren, die man dabei entweder cool und lässig findet und teilweise sogar ins Herz schließt, ist dabei ebenso nicht zu unterschätzen. Scott Adkins (Day Shift) selber schwankt zwischen souverän und genervt gekonnt hin und her und hat absolut keine Angst davor, sich selbst nicht immer ernst zu nehmen. Ein weiteres Highlight ist Sarah Chang (Circle of Bones) als Siu-ling, die Mike dafür bezahlt, dass sie ihn immer wieder mal ohne Vorwarnung angreift, damit er immer aufmerksam bleibt. Sein Safeword dabei ist Flamingo und ja, auch seine Weichteile sind vor ihr nicht sicher.

Was die Kämpfe betrifft, ist alles noch einmal eine Spur comichafter gestaltet, rein auf das bezogen, was man als echter Mensch überleben könnte. Das wiederum kann man am Schönsten an einem weiteren Stand Out Charakter erkennen und das wäre Beau Fowler (Avengement) als Poco, der Killer Clown, der auf Grund eines genetischen Defekts, keine Schmerzen empfinden kann. Sein Kampf mit Mike ist derart irre und wuchtig, dass ich ihn mir bereits mehrere Male angesehen habe.

Auf die wirklich dynamischen, effektiven und auch unterschiedlich gestalteten Martial Arts Szenen wurde schon klar der Fokus gelegt und die gehören auch sicherlich zum Besten, was in diese Richtung im Jahr 2022 aus Amerika produziert wurde. Auch wenn die Hintergründe ernst sind und selbst Poco nie zur Slapstick-Nummer wird, nimmt sich keiner der Figuren wirklich durchgängig ernst. Das wiederum macht die Protagonisten hier zusätzlich sympathisch, denn Angst hat man eigentlich keine um sie.

Weil sie sogar eine – zugegeben – sehr plakative eingeführte Botschaft mit dabei haben und die passt vom Szenario genau so, wie sie inszeniert wurde. Es geht darum dass selbst Killer Freunde brauchen, Menschen, mit denen sie ihre Freizeit teilen, mit denen sie lachen und etwas Trinken gehen können. Selbst Ray Stevenson (Final Score), der hier seine Rolle als grantiger Mentor Big Ray wiederholt, muss dies am Ende anerkennen.

Ein Instant-Spaß also, der vor allem genau zwei Ansprüche hat: er soll für Unterhaltung sorgen und mit seinen Actionszenen beeindrucken. Beides ist hier sehr gut gelungen und einige Momente, schaut man sich auch gerne immer wieder an. Vielleicht ist der erste Teil ja der in Summe bessere Film, doch diese Fortsetzung schafft es noch besser zu unterhalten und eine Szene mit einem Kerl, zu viel Abführmittel und einen Kübel zwischen einen Kampf zu schneiden und genau dabei muss man dann auch richtig grinsen, obwohl sich das im Gedanken im Kopf einfach falsch anfühlt, das muss man erst mal so hinbekommen.

„Accident Man 2“ bekommt von mir 7,5/10 sich neu definierende und dabei das gleiche machende Empfehlungspunkte.

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The Chant (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2022/12/01/the-chant-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2022/12/01/the-chant-game-review/#respond Thu, 01 Dec 2022 05:00:23 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35018 Eigentlich wollte Jess nichts mehr damit zu tun haben. Aber als Kim sie auf eine Insel zur „spirituellen Erholung“ einlädt sagt sie zu. Der Grund ist so simpel wie traumatisierend: Ihre Schwester ist vor Jahren gestorben und sie und Kim … Weiterlesen

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Eigentlich wollte Jess nichts mehr damit zu tun haben. Aber als Kim sie auf eine Insel zur „spirituellen Erholung“ einlädt sagt sie zu. Der Grund ist so simpel wie traumatisierend: Ihre Schwester ist vor Jahren gestorben und sie und Kim geben sich die Schuld dafür. Nachdem Jess immer wieder Visionen ihrer Schwester hat, fährt sie schließlich doch.

Dort trifft sie auf eine Gruppe von Gleichgesinnten, die ihrem spirituellen Führer folgen. Und natürlich geht dann alles schief. Bei einem Ritual dreht Kim durch und wird wütend, verlässt den Ritualkreis und plötzlich taucht ein seltsamer Nebel auf, in welchem Kreaturen aus einer anderen Welt hausen …

„The Chant“ ist das erste Spiel von Brass Token und wer sich ein Triple-A-Blockbuster-Spiel erwartet wird vermutlich enttäuscht werden. Allein schon an der Grafik sieht man, dass hier ein geringeres Budget am Start war, als bei anderen aktuellen Horrortiteln, die aktuell gerade in Arbeit sind („Dead Space„-Remake oder „Callisto Protocoll“ und andere).

Das merkt man primär daran, dass die Umgebungen zwar grundsätzlich gut aussehen, aber sehr eng und schlauchartig sind. Auch die Charaktere sind gerade in Nahaufnahmen nicht das sprichwörtliche Gelbe vom Ei. ABER, und das ist ein großes Aber, alles ist vom Art-Design stimmig und gut genug für für mich. Sicher kein exklusives PS5-Game (was es ist), aber immerhin von der Atmosphäre her wirklich gut.

Die Mimik ist meist gut, aber die Charaktere sind sehr klare Abziehbilder, die eigentlich nur für ihre Rolle in der Story existieren. Die Story selbst ist nicht neu, sondern altbekannt. Vor allem ist der Aufbau nicht immer gut strukturiert. Man könnte sogar sagen, dass die Story ziemlich plakativ mit ihren Charakteren umgeht. So weiß man sehr rasch, was in welcher Reihenfolge passieren wird, aber da das Gameplay per se kurzweilig ist, ist das kein Drama. Neu ist nix daran, aber hey – es funktioniert. Und vor allem Jess ist eine Figur, die ich wirklich mochte.

Ein bisschen unfair fand ich, dass zwischendurch – vor allem beim Endkampf – der Schwierigkeitsgrad ohne Ankündigung vor Vorzeichen drastisch in die Höhe schnellt. Zumindest ging es mir so. Aber auch das ist schaffbar. Primär, weil ich mir dachte, jetzt bin ich so knapp vor dem Ende, jetzt will ich nicht aufgeben. Allerdings muss ich sagen: Es gibt drei Enden. Dazu gleich mehr, nur vorweg: Mein Ende war ein wenig kurz und nichtssagend. Schade. Ich weiß nicht, ob ich es nochmals durchspielen werde, aber vielleicht gibt es ja ein Ende, welches rundum passend ist.

Drei Enden. Nun, diese basieren auf den drei Fertigkeiten bzw. Fähigkeiten, die ihr habt und auf die ihr aufpassen müsst. Körper, Geist und Seele. Eine davon ist quasi die Gesundheit, die zweite zeigt euch, wie lange ihr euch im „Gloom“ (der oben erwähnte Nebel) aufhalten könnt, ohne durchzudrehen bzw. eine Panikattacke zu bekommen und die dritte ist quasi die Energie, die ihr habt, um zaubern zu können. Je nachdem an welcher Stelle im Spiel ihr euch befindet habt ihr verschiedene Prismen-Kristalle und damit auch verschiedene Fähigkeiten. Und weil wir gerade dabei sind: Ihr kämpft mit Kräutern, die ihr zu Sträußen zusammenbindet und damit die Monster vermöbelt. Also keine Fernwaffen, alles Nahkampf.

Was mir an „The Chant“ wirklich gefallen hat, waren die kleinen Dinge. Jede Aktion von Jess ist animiert, sie drückt Platten in vorgesehene Vorkehrungen, sie dreht Schlüssel in Schlössern und vor allem – sie kann ausweichen, wie halt in Spielen wie diesen üblich, aber Jess weicht nicht aus, sie stürzt angsterfüllt zur Seite oder nach hinten, stolpert herum und versucht sich panisch in Sicherheit zu bringen. Das schafft einfach eine Atmosphäre, die zeigt, wie unterlegen man ist.

Was ich ein wenig schade fand: Es werden teilweise Tätigkeiten/Fähigkeiten eingeführt (mit Tutorial!), die dann kein zweites Mal vorkamen. Schade. Ich denke mal, dass es am Budget lag. Aber warum lässt man das dann drin?

Zusammengefasst: Mir hat „The Chant“ wirklich gut gefallen. Ich sehe allerdings keinen großen Wiederspielwert, das hat mir „mein Ende“ ausgetrieben. Für diese paar Sekunden ohne gefühlten Abschluss spiele ich nicht nochmals durch das gesamte Spiel. Also guter Start, aber mit Luft nach oben.

„The Chant“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, für einmal durchspielen absolut geeignete, Punkte.

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Black Adam (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/29/black-adam-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/29/black-adam-filmkritik/#respond Tue, 29 Nov 2022 06:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35010 Adrianna (Sarah Shahi) und ihre drei Gefährten, wollen eine mächtige Krone in Sicherheit bringen, bevor sie in die falschen Hände fällt. Dabei betreten sie unwissentlich ein uraltes Grab und als es zu einem tödlichen Konflikt mit feindlichen Soldaten kommt, weckt … Weiterlesen

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Adrianna (Sarah Shahi) und ihre drei Gefährten, wollen eine mächtige Krone in Sicherheit bringen, bevor sie in die falschen Hände fällt. Dabei betreten sie unwissentlich ein uraltes Grab und als es zu einem tödlichen Konflikt mit feindlichen Soldaten kommt, weckt Adrianna die hier seit 5000 Jahren schlummernde Kreatur namens Black Adam (Dwayne Johnson). Der hat scheinbar unendlich magische Energie in sich, rettet sie und bringt alle Soldaten um.

Sein Handeln bleibt in Folge natürlich auch im Rest der Welt nicht unbemerkt, weswegen das vierköpfige Team der JSA auf den Plan gerufen wird, unter der Führung von Hawkman (Aldis Hodge). Bald werden die Helden jedoch merken, dass Adam ihnen weit überlegen ist und die Menschen in der Gegend, ihn als Helden verehren. Während die beiden Seiten sich bekämpfen, droht im Hintergrund etwas Böses wieder zu erwachen, dass die gesamte Erde bedrohen könnte…

Über zehn Jahre soll es ja gedauert haben, bis Dwayne Johnson in seiner Traumrolle (für die er geboren wurde) des Black Adam, groß im Kino herauskommen sollte. Körperlich hat er dafür so hart wie nie zuvor trainiert, er fungiert als Produzent und hat des öfteren seinen „die Machtverhältnisse im DC-Universum werden sich ändern“ Spruch von sich gegeben. Als Regisseur konnte er Jaume Collet-Serra gewinnen, mit dem er bereits in Jungle Cruise erfolgreich zusammen gearbeitet hat.

So weit, so vielversprechend. Ab jetzt folgen Spoiler. Gleich vorweg, die Geschichten rund um den Film, sind viel spannender als das Produkt selbst. Kritiker haben den Film schlecht bewertet, doch Zuschauer fanden ihn sehr unterhaltsam. Johnson reagierte darauf logisch und meinte, dass er seine Filme eben genau für die Zuschauer macht, nicht für die Kritiker. Warum diese ihn nicht gut finden, das hat wiederum nichts mit meiner Meinung zu tun, denn was darf man im Jahr 2022 nicht bringen? Richtig, einen starken Mann, der es wagt eine Frau zu retten.

Ja, der Film ist im Gegensatz zu den letzten Marvel-Filmen, nicht „woke“. Ist er auch wirklich nicht, aber wenn hier dann einer sterben muss, dann ist es natürlich dennoch der weiße Mann, auf den aktuell scheinbar jeder verzichten kann. Finanziell hat der Hass der Kritiker Black Adam wohl kaum geschadet, eher die Tatsache, dass das DC-Abenteuer nicht in China gezeigt wird, da Pierce Brosnan (der weiße Mann) ein bekannter Freund des Dalai Lama ist, was wiederum der chinesischen Regierung sauer aufstößt.

Aber gut, komme ich mal zum eigentlichen Film und da gibt es mehrere Baustellen. Erstens mal zur Handlung aka Black Adam selbst, der kein Ziel zu haben scheint. Nein, ich korrigiere mich, er hat eindeutig keines, er reagiert einfach nur auf sein Umfeld. Die meiste Zeit über, muss er dabei kämpfen. Hier kommen zwei weitere Probleme ins Spiel. Erstens bekommt man immer wieder die selben Action-Szenen präsentiert. Entweder Adam ist blitzschnell, schleudert Feinde durch die Gegend oder blitzt sie. Dann sind auch die Schnitte einigermaßen hektisch.

Oder Zeitlupen-Sequenzen werden dermaßen überstrapaziert, dass sie nach einer Zeit regelrecht einschläfernd wirken (das kann eben nicht jeder so gut wie Zack Snyder). Zweitens sind die Effekte entweder protzig und übertrieben, oder schwach und wie aus einem billigen Computerspiel. Für 200 Millionen erwarte ich bessere Arbeit, aber gut, auch Marvel ist in dieser Hinsicht schwächer geworden.

Auch das Wort Spannung ist klar ein Fremdwort. Adam ist sowieso unbesiegbar und wer verletzlich ist und wichtig für die Story, nun die rettet er natürlich. Die beste Figur ist die von Pierce Brosnan (The Misfits) mit viel Charme und umgeben von einer wissenden Aura gespielte Figur des Dr. Fate, der besonders in der Interaktion mit Adam (z.b. erklärt er ihm Sarkasmus) für ein paar sympathische Lacher sorgen kann. Was macht man also mit dem besten Charakter im Film? Richtig, man bringt ihn um. Logisch, oder?

Die sonstigen Darsteller? Von denen kann eigentlich keiner Akzente setzen. Dwayne Johnson (Red Notice) wirkt steifer als sonst – was zur Figur des Adam passt – aber er war mir einfach egal bzw. ist mir seine Arroganz nach einer Weile auf die Nerven gegangen. Aldis Hodge (The Invisible Man) als Hawkman wäre eigentlich cool, wird aber immer wieder von Adam ausgebremst. Die beiden Jungstars haben zu wenig zu tun um Eindruck zu hinterlassen und vom wie so oft schwachen Bösewicht, fange ich lieber erst gar nicht an.

Das klingt jetzt alles ziemlich negativ, was ich aber eigentlich empfunden habe, ist dass Black Adam in Summe einfach extrem mittelmäßig und auch beliebig ist. Die Langeweile des Bombast-Kinos mit all den CGI-Overkill-Schlachten, die einige Kritiker bei Marvel als negative Norm wahrnehmen, genau so ist es mir hier gegangen. Als Comicfreund hat man mit einer einmaligen Sichtung hier sicherlich nichts falsch gemacht, aber auf DC-Projekte der letzten Jahre bezogen, ist dies für mich der schwächste Film.

„Black Adam“ bekommt von mir 6/10 sämtliche guten Ansätze wieder abfangende Empfehlungspunkte.

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Spiderman: No Way Home (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/26/spiderman-no-way-home-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/26/spiderman-no-way-home-filmkritik/#respond Sat, 26 Nov 2022 05:00:36 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34997 Es ist der Anfang vom Ende: Mysterio (Jake Gyllenhaal) hat ein Video seines Todeszeitpunktes gestreamt und darin verraten, dass Peter Parker Spider-Man ist. Gleichzeitig wirkt es in diesem Video so, als ob Peter Mysterio ermordet hätte. Es dauert allerdings nicht … Weiterlesen

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Es ist der Anfang vom Ende: Mysterio (Jake Gyllenhaal) hat ein Video seines Todeszeitpunktes gestreamt und darin verraten, dass Peter Parker Spider-Man ist. Gleichzeitig wirkt es in diesem Video so, als ob Peter Mysterio ermordet hätte.

Es dauert allerdings nicht lange und alle Anklagepunkte werden fallen gelassen. Peter könnte ein normales Leben leben. Wäre da nicht die Sache mit dem College. Er, seine Freundin MJ (Zendaya) und sein bester Freund Ned (Jacob Batalon), werden von allen Colleges abgewiesen – weil diese eben zu viel Gefahrenpotential mit Peter und seinen engsten Freunden verbinden.

Also begibt sich Peter zu Dr. Strange (Benedict Cumberbatch), um ihn zu bitten, die Zeit zurückzudrehen. Aber das geht nicht. Was allerdings geht: Er könnte einen Zauber wirken, der alle vergessen lässt, dass Spider-Man Peter ist. Was sie auch tun. Aber während Strange seinen Zauber wirken will, fällt Peter ein, dass es da doch ein paar Leute gibt, die nach wie vor wissen sollen, wer er eben ist.

Also geht der Zauberspruch schief und Strange muss ihn eindämmen und einfangen. Aber da ist es bereits zu spät. Der Zauber zieht alle, die wissen, welches Doppelleben Peter führt in diese Dimension …

Der Hype war ja fast nicht zu überbieten: „No Way Home“ hat in seiner Werbung alles richtig gemacht. Die Bösewichter von den Teilen mit Tobey Maguire und Andrew Garfield einfach nur andeuten und natürlich gehen dann die Spekulationen los: Sind Garfield und Maguire auch dabei? Die beiden dementieren, also weiß man mit Sicherheit: Ja, sie sind dabei. Erinnert ihr euch an Infinity War? Da wurde ja auch der Hulk reinretuschiert, wo er nicht hingehört. So gibt es auch hier eine Szene im Trailer, in welcher eigentlich im Film drei Spider-Man vorkommen und nicht nur einer.

Aber – und das ist die Frage – ist es deshalb auch ein guter Film? Nur, weil die anderen Spideys dabei sind? Nun, das ist sicherlich Geschmackssache, aber es ist auf jeden Fall der Teil von den „Holland-Spider-Man“-Filmen bei dem ich mich am wenigsten geärgert und am besten unterhalten gefühlt habe. Nur zur Info: Diese Latte ist ziemlich niedrig. „Homecoming“ fand ich eher zäh und das beste daran war Michael Keaton (kann der Mann schlecht sein in einem Film?). Und „Far From Home“ fand ich eine Frechheit. Der war einfach schlecht. In Summe. Und „No Way Home“, nun, wie gesagt: Das hängt von der Erwartungshaltung ab.

Erwartet ihr einen Film, der alle Bösewichter und Film-Spideys zusammenbringt? Dann seht euch „Into The Spider-Verse“ an, denn DAS ist ein richtig guter Spider-Man-Film. Richtig, richtig gut. Und ich stelle gerade fest, wir haben keine Kritik hier am Blog. Muss ich glatt nachholen. Aber zurück zu „No Way Home“: Ja, auf dieser ebene liefert der Film, wobei keine der Figuren tatsächlich richtig glänzen kann. Allein der Auftritt von Dr. Ock ist ein Hammer und wirklich gut gemacht. Der Rest ist … naja, Malen nach Zahlen. Nicht schlecht, aber ich war jetzt auch nicht überwältigt.

Was passiert also? Nun, Peter bemerkt, dass alle in seine Dimension gezogen wurden, kurz bevor sie in ihrer Dimension gestorben wären. Also beschließt Peter (nach einer unglaubwürdigen Moralpredigt von Tante May, die in den beiden Vor-Teilen meiner Ansicht nacht keine moralische Instanz war), die Bösewichte vom „böse sein“ zu heilen. Allen voran Dr. Ock (Alfred Molina) und den Green Goblin (Willem DaFoe).

Natürlich geht es schief. Natürlich stirbt jemand. Natürlich ist Peter schuld. Und natürlich bekommt er gesagt, dass „große Macht große Verantwortung birgt“. Was auch sonst. Ich sage ja: Malen nach Zahlen. Und es macht Spaß. Ja, es macht Spaß dabei zuzusehen. Es ist unterhaltsam, es sieht gut aus und es werden alle Boxen, die möglich sind, getickt: Spider-Man als Iron-Spider: Check. Spider-Man im Spider-Man Noir-Outfit: Check. Und so weiter und so fort … Alles cool anzusehen und alles als Fan-Service super.

Aber man hat auch mehrmals richtig Mist gebaut. Die Todesszene war einfach unnötig (in ihrer Existenz als auch in der Umsetzung). Die Bösewichte haben alle keine Zeit sich zu entfalten, von Alfred Molina und Willem Dafoe abgesehen (beide super, wenn auch merkbar digital verjüngt). Aber selbst diese beiden haben relativ wenig und kurze Screentime.

Gleiches gilt für die beiden „alten“ Spideys. Maguire wirkt krank und Garfield ist … super. Der hat wirklich Spaß. Nur schade, dass die Dialoge zwischen den den dreien so dumm sind und gerade beim „amazing Spider-Man“ Andrew Garfield gibt es einen Szene, die an „Amazing Spider-Man 2“ anschließt und die richtig emotional und gut werden hätte können, aber …nein. Sie ist da. Sie ist vorbei. Punktum. Schade. Potential verschenkt. Macht euch keine Illusion: Das ist kein Team-Film. Das ist ein Tom Holland-Film. Nur als Vor-Info.

Man weiß grundsätzlich die meiste Zeit über, was passieren wird, dafür sieht das dann zumindest super aus. Ein paar der Witze zünden auch und es ist immer wieder nett, wenn sich jemand die Mühe macht, lose Storyfäden aufzugreifen. Warum Dr. Ock zB im zweiten Spider-Man auf einmal nett wird vor seinem Tod, nun, dafür wird hier eine tolle Erklärung angeboten.

Aber das Ende … das fand ich zum K****n. Ich verrate euch, was mich daran ärgert: (klarerweise: fetter Spoiler) Der Zauberspruch der schief ging, war jener, welcher alle vergessen lassen sollte, wer Spider-Man ist. Stattdessen hat er quasi ein Leuchtfeuer durch das Universum geschossen mit dem Inhalt, dass in dieser Dimension dieser Peter Parker der Spider-Man ist. Woraufhin alle, die das Geheimnis kennen, in diese Dimension gezogen werden. Ist das schon mal dämlich, dann Vorhand auf für: Die Lösung. Diese ist es dann, dass Strange (Benedict Cumberbatch) einen weiteren Zauber ausspricht, der alle vergessen lässt, dass sie Peter Parker kennen. Also niemand kennt mehr Peter Parker. Niemand. Deshalb kann keiner mehr in unsere Dimension wollen (weil wenn keiner ihn kennt, dann weiß auch keiner, dass er Spider-Man ist. So die Logik).

Ich meine, was soll man noch sagen, wenn ein Film seine eigene Storyline nicht ernst nimmt: Warum müssen alle vergessen, dass sie Peter Parker kennen? Reicht es nicht immer noch, dass sie vergessen, wie Spider-Man im echten Leben heißt? Fand ich schräg. Und dumm. Weil es einfach nur ein Drehbuchtrick war, um Peter ein großes Opfer abzuverlangen (MJ! Ned!), damit alles dramatischer und heldenhafter wirkt.

Ich könnte jetzt noch weiter alles aufzählen, was ich schwach fand an diesem Film, aber ich lasse es, weil das sonst zu viel wäre und zu lange dauern würde. Stattdessen: Schaltet euer Logikhirn ab, genießt die Auftritte der alten Garde und habt Spaß. Punktum. Um mehr geht es eh nicht.

Allerdings möchte ich noch anmerken, was mich nämlich wirklich ärgert ist, …

„Spider-Man: No Way Home“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, viele Figuren aus Nostalgieg-Gründen nutzende Punkte.

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Burial (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/24/burial-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/24/burial-filmkritik/#respond Thu, 24 Nov 2022 06:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34757 Eigentlich geht der zweite Weltkrieg gerade zu Ende, doch eine kleine Gruppe von russischen Soldaten bekommt direkt von Stalin den Auftrag, die sterblichen Überreste von Hitler, von Polen nach Moskau zu bringen. Vor allem Brana (Charlotte Vega) – die einzige … Weiterlesen

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Eigentlich geht der zweite Weltkrieg gerade zu Ende, doch eine kleine Gruppe von russischen Soldaten bekommt direkt von Stalin den Auftrag, die sterblichen Überreste von Hitler, von Polen nach Moskau zu bringen. Vor allem Brana (Charlotte Vega) – die einzige Dame in der Truppe – nimmt diesen Auftrag sehr ernst, während einige ihrer Kollegen eher das Ende der Kampfhandlungen feiern wollen. Plötzlich werden sie jedoch beschossen.

Bei den Angreifern handelt es sich um die sogenannte „Werwolf“ Spezialeinheit der Nazis und ihnen scheint es offensichtlich egal zu sein, dass der Krieg vorbei ist. Das bereits reduzierte Team findet schließlich Hilfe beim Einheimischen Lukasz (Tom Felton), der zwar für kurze Zeit eine Art von Versteck bzw. Schutz liefern kann, doch auch nichts an der Tatsache ändern wird, dass die Verfolger in der Überzahl sind und die Gegend viel besser kennen…

Ben Parker ist ein englischer Regisseur (dies ist nach „The Chamber“ erst sein zweiter Film) und Drehbuchautor (die Story zu Girl on the Third Floor stammt etwa von ihm). Bei Burial hat er beide Funktionen eingenommen und auch wenn Ansätze interessant sind und temporär funktionieren, wusste er hier irgendwie nicht ganz genau, wo er mit seiner Geschichte hinwollte und auch die Dialoge profitieren davon, dass sie die Schauspieler besser rüber bringen, als sie am Papier daher kommen.

Grundsätzlich ist die ganze Story ja als Rückblick angelegt, bei der eine ältere Dame einen von ihr überwältigten Einbrecher, das einschneidendste Erlebnis ihrer Vergangenheit erzählt. Von dem her ist schon mal klar, man kann sich ganz auf die Figur der Brana einlassen, denn sie überlebt ja klarer Weise ihr Abenteuer. Das gibt Sicherheit, nimmt aber natürlich auch einiges an Spannung. Grundsätzlich soll es hier aber sowieso nicht um einzelne Personen gehen, sondern was es ausmacht ein Soldat zu sein und was das für Pflichten mit sich bringt.

Wann hört meine Pflicht auf? Wann ist es besser selber zu denken und nicht einfach Befehle zu befolgen? Muss ich selber ein Monster werden, um meine erbarmungslosen Feinde zu besiegen? All das ist in Ansätzen da, ist auch irgendwie offensichtlich ein Anspruch von Parker, doch neue Impulse sind keine dabei und Antworten schon gar nicht. Die gibt es wohl pauschal auch nicht, aber dennoch, dass du dich als rettender Soldat siehst und für Einheimische trotzdem nur eine weitere Gefahr nur eben aus einem anderen Land darstellst, wirkt zwar immer als bittere Erkenntnis, ist jedoch altbekannt.

Die „realistische“ Ebene wird dann gemischt mit Ausflügen in den Horror-Bereich. Auch hier wirkt das Geschehen etwas ziellos. In den besten Momenten, habe ich leichte Schwingungen der Marke Warhunt bekommen. Männer mit Wolfs-Kostümen, die ihre Opfer mit Halluzinationen auslösendem Rauch angreifbar machen, das hat schon Potential und man versteht die Verwirrung der Beteiligten, doch wahrer Schrecken kommt nicht richtig auf. Warum? Weil die meisten Betroffenen sowieso in die Kategorie Kanonenfutter gehören.

Charlotte Vega als Brana ist als Figur und vom darstellerischen her ein Highlight, sie ist zielstrebig, (fast) immer fokussiert und verliert nie ihre Menschlichkeit. Nach Wrong Turn ein weiterer Beweis, dass sie es drauf hat. Barry Ward (Dating Amber) als Tor ist ebenfalls von Beginn an sympathisch, ein guter Kerl und harter Kerl durch und durch, dem muss man einfach zujubeln. Tom Felton (A United Kingdom) hingegen – einer der wenigen bekannteren Namen hier – ist völlig austauschbar und kann als Lukasz keine Akzente setzen.

Die Sache mit Hitlers Körper, nun das ist zunächst irgendwie unheimlich und eine gewisse Aura des Bösen ist zu spüren, zum Finale hin – und das ist vielleicht nur mir so gegangen – geht der Umgang mit der Sache dann eher in Richtung Trash. Keine Sorge aber, hier wird Niemand wieder belebt, der Anspruch des Realismus schwebt klar über Allem. Zu viel Dunkelheit bei den Actionszenen und Schnitte hin und her bei Schusswechseln, die sich nicht richtig homogen/flüssig anfühlen, stören ebenfalls beim „Involviert sein wollen“.

Insgesamt daher ein vor allem von Vega und Ward sehr gut gespielter Film, der ein starkes Setting hat und durchaus auch eine unbehagliche Atmosphäre zu bieten hat. Leider fühlen sich einige Teile eher wie zusammen gewürfelt an, das klare Ziel vermisst man etwas und in Summe hat man hier einfach das Gefühl, alles schon einmal besser gesehen zu haben. Das betrifft auch die Bedeutung, denn zu oft hatte ich hier „bedeutungsschwanger“ beim Betrachten auf den Lippen, was selten ein Zeichen dafür ist, dass ich von einem Film gefesselt werde.

„Burial“ bekommt von mir 5/10 manche Toten einfach lieber ruhen lassen sollende Empfehlungspunkte.

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They/Them (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/22/they-them-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/22/they-them-filmkritik/#respond Tue, 22 Nov 2022 05:00:46 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34912 Owen Whistler (Kevin Bacon) ist der Leiter eines Umerziehungslagers. Und gerade ist wieder ein Bus von auffälligen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen gekommen. Das Auffällige an ihnen ist ihre sexuelle Orientierung (homosexuell oder bisexuell) und ihre Kleidungswahl. Manche sind Drag-Queens, andere … Weiterlesen

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Owen Whistler (Kevin Bacon) ist der Leiter eines Umerziehungslagers. Und gerade ist wieder ein Bus von auffälligen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen gekommen. Das Auffällige an ihnen ist ihre sexuelle Orientierung (homosexuell oder bisexuell) und ihre Kleidungswahl. Manche sind Drag-Queens, andere sind transgender und ähnliches.

Das Ziel des Lagers ist es, die jungen Erwachsenen zu „wertvollen“ Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Völlig ohne Druck und ohne religiösen Bla-Bla. Meint zumindest Owen.

Aber dann beginnt jemand, Leute zu ermorden …

Ich fange diese Kritik wohl am besten damit an, wie die IMDB (International Movie DataBase) die Handlung dieses Films (Stand 21.11.2022, eben nochmals gegengecheckt) zusammenfasst:

„LGBTQIA+ Empowerment-Geschichte, die in einem schwulen Konversionslager spielt.“

Ja, das ist die Zusammenfassung der Geschichte. Und wer bei den Buchstaben LGBTQIA+ schon mal abspringt, der oder die tut gut daran, denn der Film dreht sich natürlich um diese Charaktere und ja, er hat eine klare Agenda, nämlich diese, dass jeder Mensch okay ist, wie er ist, solange er niemand anderem dabei wehtut. Und sorry, ihr Anti-Woker, aber diese Message unterschreibe ich und mir ist es auch egal, wer mir diese Message vermittelt, ob diese Person ein Mann oder eine Frau ist, oder irgendwas anderes sein will. Völlig egal. Und, Nein, ich bin nicht woke. Ich bin aber auch nicht das Gegenteil. Hauptsache der Film ist gut.

Tja, und da fängt jetzt das eigentliche Problem an. Bitte lest den Satz der Handlungszusammenfassung nochmals. Merkt ihr es? Richtig. Es sollte heißen, „…, die in einem Konversionslager für Schwule spielt“. Und lassen wir mal zur Seite, dass es nicht nur um Schwule geht, weil das hier nebensächlich ist. Im Satz der Zusammenfassung (und wer die IMDB kennt, der oder die weiß, dass die Macher des Films die Seite ziemlich sicher selbst eingerichtet haben) steht, dass das Konversionslager schwul ist. Das ist eine völlig andere (und komplett unsinnige, sinnfreie und tatsächlich unmögliche) Beschreibung einer Situation.

Und das ist bei diesem Film hier ähnlich. Der Film weiß einfach nicht, was er sein will und da er als Horrorfilm vermarktet wird, wird es mich nicht wundern, wenn (bzw. sobald) er von Horrorfans völlig zerrissen und niedergemacht wird. Das liegt allerdings meiner Ansicht nach daran, dass es für knappe drei Viertel des Film kein Horrorfilm ist. Sicher, es gibt die eine oder andere unangenehme Szene, ja, aber die könnte auch aus einem x-beliebigen Drama über Konversionslager stammen. Hier gibt es ganz, ganz lange nichts, was man nur irgendwie als Horror bezeichnen kann. Und wenn dann (die letzten 20 Minuten) der Horror anfängt, dann laufen die Morde in etwa so ab: Killer:in mit Maske. Hebt Axt hoch. Opfer schreit. Schlägt mit Axt (aus dem Bild raus ins OFF) zu. Blut spritzt auf ein Bild an der Wand oder so ähnlich. Genau. Jetzt könnt ihr euch in etwa vorstellen wie groß die Freude bei Horrorfans sein wird, wenn die sehen, wie handzahm die Sache dann gegen Ende ist.

Irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass da ein wirklich gutes Drama in dem Film drinsteckt, welches aber vom Horror-Versuch verhindert wird. Und auf der anderen Seite steckt ein guter Horrorfilm hier drin, aber die drei Viertel Teenie-Drama und Sexualorientierung und (ja, ich sage es) Klischees, die hier geboten werden, verhindern den Horrorfilm.

Also quasi weder Fisch noch Fleisch. Oder besser passend: Weder Mann noch Frau. Mag das im echten Leben im Jahr 2022 funktionieren, so funktioniert dieser Film hier in Summe leider nicht.

Was ich allerdings anmerken möchte: Kevin Bacon ist großartig, nur retten kann er leider nichts.

Spannend an der ganzen Sache fand ich, wie bewusst provokant der Film streckenweise dann doch wieder ist. So bekommt man die (zu erwartende) Frau-mit-Frau-Sexszene geliefert. Aber gleich darauf bekommt man auch die Mann-mit-Mann-Sexszene geliefert und tja, was soll ich sagen: Das ist was, womit viele noch immer nicht gut umgehen können. Wobei es in diesem Fall bis zu einem gewissen Grad sogar wichtig für die Handlung war. Wäre der Film bei seinem Horror (wenn er dann anfängt) auch so konsequent, dann wäre schon viel gewonnen. Aber so …

Das Drehbuch ist sogar, wie ich fand, grundsätzlich spannend und die Charaktere (Klischee hin oder her) zumindest so sympathisch, dass man jetzt niemand wünscht ihn oder sie oder was es sonst noch so gibt, möge so rasch wie möglich der Screen-Tod ereilen. Aber dann gibt es knapp in der Mitte einen Dialog … „He doesn’t know who he’s hunting this time.“ … der einfach … das ist sowas von deplatziert und peinlich. Vor allem, da es bis zu diesem Zeitpunkt nichts gibt, was diese Aussage auch nur irgendwie rechtfertigt. Und – offen gesprochen – auch danach kommt nichts.

Das Irre daran? Das Drehbuch stammt vom gleichen Mann, der folgende Filme geschrieben hat: „Skyfall„, „Ringo“, „Aviator“, „Last Samurai“, „Gladiator“ und „Sweeney Todd“. Hier hat er auch noch die Regie übernommen. Zum ersten Mal. Und die ist okay. Aber das war es auch schon.

Hat mir der Film gefallen? Ja. Und Nein. Jein. Irgendwie passend, oder? 😉

„They/Them“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, es sich und auch sonst niemanden leicht machende, Punkte.

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Fall (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/19/fall-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/19/fall-filmkritik/#respond Sat, 19 Nov 2022 06:00:51 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34744 Vor einem Jahr hat Becky (Grace Caroline Currey) bei einer gemeinsamen Klettertour mit ihrer besten Freundin Hunter (Virginia Gardner) ihren Ehemann verloren. Seitdem verbringt sie ihr Leben damit, sich in diversen Lokalen zu betrinken und sich ihrer Depression hinzugeben. Ihr … Weiterlesen

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Vor einem Jahr hat Becky (Grace Caroline Currey) bei einer gemeinsamen Klettertour mit ihrer besten Freundin Hunter (Virginia Gardner) ihren Ehemann verloren. Seitdem verbringt sie ihr Leben damit, sich in diversen Lokalen zu betrinken und sich ihrer Depression hinzugeben. Ihr Vater James (Jeffrey Dean Morgan) möchte ihr helfen, doch sie blockt jeden seiner Hilfeversuche kategorisch ab.

Gerade als sie an einem absoluten Tiefpunkt in ihrem „Leben“ angekommen ist, meldet sich Hunter wieder bei ihr mit einer verrückten Idee. Becky soll mit ihr wieder Klettern gehen und zwar geht es konkret um das Erklimmen eines über 600 Meter hohen Fernsehturms mitten in der Wüste. Oben angekommen kann sie dann endlich die Asche ihres verstorbenen Ehemannes verteilen. Becky zögert zunächst, willigt dann aber ein. Pech für die beiden, dass sich der Turm nicht gerade im perfekten Zustand befindet…

Scott Mann ist kein Regisseur, der ständig Filme dreht. The Tournament aus dem Jahr 2009 fand ich sehr gut und auch Bus 657 (2015 entstanden) und Final Score (von 2018) sind unterhaltsame Actionstreifen. 2022 meldet er sich nun zurück mit dem Thriller „Fall“ (der „deutsche“ Zusatztitel „Fear Reaches New Heights“ ist ausnahmsweise gar nicht so unpassend), wobei er auch am Drehbuch mitgeschrieben hat und als Produzent fungiert. Dabei handelt es sich um die Art Film, wo die Handlung fast ausschließlich nur an einem Ort stattfindet.

Konkret heißt das hier, dass nach circa einer guten halben Stunde Aufbau, die beiden Protagonistinnen für eine Stunde Filmzeit auf dem Turm festsitzen. Diese Art von Film hat immer gewisse Limitierungen und es müssen immer wieder Wege gefunden werden, die Mitspielerinnen in Gefahr zu bringen. So weit so klar und ich bin an die Sache auch dementsprechend abgebrüht und ohne großartige Erwartungshaltung heran gegangen. Wie ich mich dann aber am Ende gefühlt habe, hat mich doch überrascht.

Zunächst mal zu dem, was am leichtesten angreifbar ist. Natürlich sind manche Entscheidungen der Heldinnen hier einfach sagen wir waghalsig, manche Dialoge schwach und was alles passiert, ist klar over the top. Aber wow ist es schon lange her, dass ich mich bei einem Film so unwohl gefühlt habe und Gänsehaut wegen spannenden/unangenehmen Situationen bekommen habe, wie es hier der Fall ist. Erstaunlich ist auch das Aufrechterhalten eines pausenlosen Gefühls ständiger Gefahr.

Für den Dreh wurde ja ein Turm auf eine Klippe gebaut, dass heißt 90 Prozent der Szenen sind ohne einen Greenscreen ausgekommen. Die Cinematographie ist wahnsinnig dynamisch und bestechend, nie hat man Zweifel, dass sich die zwei Damen nicht wirklich in luftiger Höhe befinden. Auch die Ideen, was sie alles machen könnten, um auf sich aufmerksam zu machen, erscheinen logisch. Selbst das obligatorische Beziehungsdrama, dass in solchen Filmen irgendwie immer auf das gleiche hinaus läuft, wird wenig störend eingebunden.

Was natürlich alles zusammenhält, ist ob man Becky und Hunter mag und ihnen wünscht, dass sie die Sache überleben. Beide Ladys leisten hier großartige Arbeit. Grace Caroline Currey (Shazam) als Becky macht dabei die größere emotionale Entwicklung durch, von völlig am Boden und ständig ängstlich, über die Trauer bis hin zum Kampfgeist und neu gewonnener Kraft, das macht sie schon sehr gut. Mein Highlight ist aber Virginia Gardner (Monster Party), die als Draufgängerin Hunter nur so vor Energie strotzt.

Was sie dabei speziell schafft, ist folgendes. Für ihre Follower trägt sie ja einen Push-up BH und nicht immer ist es daher „möglich“, ihr ins Gesicht zu sehen. Irgendwann nimmt man ihren Ausschnitt dann aber gar nicht mehr wahr, denn ihr Charakter ist viel zu spannend und zu lebendig (gespielt) und sie zeigt auch in ein paar Momenten ihre verletzliche Seite, sie strahlt förmlich vom Bildschirm. Jeffrey Dean Morgan (The Unholy) ist übrigens nur extrem kurz mit dabei, wohl aus Freundschaft zu Regisseur Mann, bei dessen Film Bus 657 er die Hauptrolle hatte.

Man kann das alles schwachsinnig bzw. übertrieben finden, aber das Gefühl von Höhe bzw. der Angst vor Höhe, habe ich glaube ich noch nie so intensiv vermittelt bekommen. Die Imax-Szenen und Kamerafahrten sind atemberaubend, in Kombination mit der pushenden Musik treibt dich die Spannung stellenweise an den Rand des Sessels, die beiden Damen spielen einfach toll und ein Twist gegen Ende (auch wenn man ihn erahnen kann), hat mich sehr unangenehm in der Magengrube erwischt.

Wie gesagt, es hat mich unerwartet stark hineingezogen und Gefühle ausgelöst, das konnte auch mein Gehirn in der nachfolgenden nüchternen Betrachtung einfach nicht abstreiten und irgendwie muss man dann auch noch – spätestens wenn der Schlussspann losgeht und das Lied I Have Never Felt More Alive von Madison Beer ertönt – über das eigene Leben nachdenken und wie man mehr Lebendigkeit ins Dasein hinein bringt. Hier wurde mit voller Energie auf ein Trip-Erlebnis hingearbeitet und es ist 100 prozentig gelungen.

„Fall“ bekommt von mir 8,5/10 in schwindelnden Höhen sich aus den Tiefen des Lebens heraus holende Empfehlungspunkte.

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Luckiest Girl Alive aka Ich. Bin. So. Glücklich. (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/17/luckiest-girl-alive-aka-ich-bin-so-gluecklich-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/17/luckiest-girl-alive-aka-ich-bin-so-gluecklich-filmkritik/#respond Thu, 17 Nov 2022 05:00:00 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35001 Ani FaNelli (Mila Kunis) hat alles: Einen hübschen, reichen Verlobten (Finn Wittrock), der für Black Rock arbeitet. Sie werden bald heiraten. Sie hat einen Job als Redakteurin (für ein Billigmagazin und sie schreibt Artikel darüber, die man besseren oralen Sex … Weiterlesen

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Ani FaNelli (Mila Kunis) hat alles: Einen hübschen, reichen Verlobten (Finn Wittrock), der für Black Rock arbeitet. Sie werden bald heiraten. Sie hat einen Job als Redakteurin (für ein Billigmagazin und sie schreibt Artikel darüber, die man besseren oralen Sex hat), aber dank ihrer Vorgesetzten die tatsächliche Chance auf einen Wechsel in die New York Times.

Nur eines stört: Ein Filmemacher will eine Dokumentation über ein School Shooting drehen, welches Ani überlebt hat. Einer der anderen Überlebenden namens Dean, der aufgrund der Schießerei im Rollstuhl landete, hat damals behautet, dass sie daran beteiligt gewesen sei. Jetzt hat sie die Chance diese Info richtig zu stellen.

Denn Dean ist kein Unbekannter. Ihn und Ani verbindet eine Party-Nacht am College …

Das erste Mal bin ich auf diesen Film aufmerksam geworden als ich gelesen habe, dass sich das Publikum über diesen Film aufgeregt hat, weil es unbedingt notwendig zu sein scheint, dass man davor eine Trigger-Warnung reingibt. Der Film enthalte heftige Bilder und Darstellungen. Ja, das stimmt. Es wird eine Vergewaltigung gezeigt. Oder eigentlich zwei. Dazu weiter unten mehr. Zuerst: Ich verstehe, warum Mike Baker, der Regisseur, die Szene so im Film zeigt, denn es ist wichtig zu sehen, was passiert ist, zu sehen, wie verzweifelt Ani ist und zu sehen, wie sie versucht den Jungen wegzustossen, aber so betrunken ist, dass ihre schwache Bewegung von dem Jungen als Liebkosung missverstanden wird. Aber er bleibt nicht der einzige. Und bei denen danach, da kann sie sich zwar auch nicht wehren, aber sie schreit „Warte“ und „Stop“, macht also absolut klar, was sie nicht will. Den Rest kann man sich denken.

Tatsächlich ist das starker Tobak, aber für die Hauptfigur Ani sind das wichtige Szenen, weil sie den gesamten Film begründen müssen. Und der Hintergrund des Schulmassakers spielt auch hinein bzw. umgedreht: Die Vergewaltigungen spielen in das Massaker hinein. Das ist auch der große Twist im Film. Wer ist oder sind die Täter beim Shooting? War Ani involviert und was ist passiert? Sobald man diese Informationen hat ist alles sonnenklar. Man bekannt sie allerdings eh erst knapp vor Ende des Films.

Dass man bis dahin dabei bleibt hat drei Gründe:
Zuerst die schauspielerische Leistung von Chiara Aurelia, welche die junge Ani spielt. Diese Dame gibt einfach alles und jede Emotion ist glaubwürdig. Das macht ja die oben erwähnten Szenen so bedrückend.
Der zweite Grund ist die Innere Stimme von Ani. Die Frau ist einfach beinhart abgebrüht und ihre Gedanken sind meistens sarkastisch wie nur möglich. Das macht sie nicht sympathisch, aber es macht sie unterhaltsam.
Und der dritte Grund: Ich glaube nicht, dass Mila Kunis schon jemals so sexy war. Eine toughe Frau, die selbstbewusst auftritt und wirklich unglaubliche Sexiness ausstrahlt.

Jetzt kann man sagen, dass ist irre, dass ich sowas bei einem Film schreibe, in welchem es ja eigentlich darum geht, dass eine Vergewaltigung das ganze Leben der Betroffenen zerstört hat und es Jahre dauern kann, das aufzuarbeiten, wenn das überhaupt möglich sein sollte. Aber genau das ist es ja, was ich meine: Ani hat ihre Erfahrung durch extreme Kälte und Toughness, sowie berechnender Sexiness kompensiert. Selbst ihr Ehemann ist eigentlich nur ein Häkchen auf ihrer Liste, um sich selbst Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Meinung zu verschaffen (was sie eigentlich per Definition unglaubwürdig macht, meiner Ansicht nach). Das ist mal ein Zugang zu dem Thema, den man nicht so oft sieht.

Aber ganz ehrlich: Es spielt keine Rolle.

Das Anliegen des Films in Ehren, die technische Umsetzung in Ehren und die Idee dahinter in Ehren, … aber: Nein. Das hier ist die Hollywood-Version einer Aufarbeitung. Das hier ist die Power-Fantasy einer Frau, die das erlebt hat und sich wünschte, so wäre es ausgegangen. Ist es aber nicht. Die Autorin des Buches „Luckiest Girl Alive“ hat nach der Veröffentlichung verkündet, dass sie Teile ihrer Biografie literarisch verarbeiten musste, um damit klarzukommen. Was ihr gutes Recht ist. Ich kenne das Buch nicht (laut Internet viel besser als der Filme). Nur hat sie halt auch das Drehbuch für den Film geschrieben, was meiner Ansicht nach allerdings schiefging.

Sehe ich den Film als von diesen harten Themen distanzierter, dann kann ich ihn als Thriller sehen, und ja, dann passt es, dann ist er stimmig und ich würde sogar sagen, er ist wirklich gut und spannend. Das würde aber heißen, dass ich Szenen wie oben und ein School-Shooting einfach nur der Spannung halber in einen Film einbaue. Kann man machen. Sollte man sich davor allerdings gut überlegen. Und dann ist es nicht notwendig, diese Szenen so zu … zelebrieren. Bitte nicht falsch verstehen, hier wird nichts verherrlicht, aber es für einen Thriller müsste es nicht so direkt und intensiv gezeigt werden, weil die Spannung ja woanders herkommen würde.

Tatsächlich geht es bei „Luckiest Girl Alive“ (Sarkasmus, irgendwer?) um den Weg von Ani, die alles tut, um ihre arme Herkunft hinter sich zu lassen und in die Elite aufzusteigen, damit sie auch was zu sagen hat. Und wer hier auf irgendeine Message hofft, der oder die wird ebenfalls leer ausgehen. Es gibt Ansätze. Aber nichts davon wird tiefergehend weiterverfolgt.

Tatsächlich ist es die Geschichte einer Frau aus der Unterschicht, der Schlimmes passiert ist und die sich allen Begebenheiten zum Trotz nach oben kämpft. Schade halt, dass man sie so unsympathisch machen musste.

Wollt ihr eine Szene wissen, die alles über den Film aussagt? Am Ende wird Ani von einer Reporterin angesprochen, die darauf hinweist, dass der Typ, den sie der Vergewaltigung angeklagt hat, sich für strengere Waffengesetze eingesetzt hat (ja, er ging in die Politik, was habt ihr bei so einem Film erwartet?). Der konkrete Vorwurf war, sie hätte die Vergewaltigung für sich behalten sollen, weil der Typ jetzt Gutes tut und sie unterstellt Ani, damit nur an die Öffentlichkeit gegangen zu sein, damit sie berühmt wird.

So weit, so legitim. Ist ja eine mögliche Sicht auf die Dinge.
Anis Antwort? „Wie war nochmal ihr Name?“
Als ihr gegenüber ihr antworten will, unterbricht Ani sie schroff und sagt: „Ach, vergessen Sie das, es ist egal, dann ich werde Sie für immer in Erinnerung behalten als die Dame, der ich hier und heute gesagt habe: F*** you!“ Dann dreht sie sich um und geht. Ihre Innere Stimme sagt ihr: Verdammt, Mädel. Du musst daran arbeiten, solche Aussagen cooler rüberzubringen.

Lest das nochmals. Dann vergesst die Frage nach dem (scheinbar) moralischen Dilemma. Vergesst, die beschissene Antwort von Ani, denn die kann man sich (wenn man will) damit erklären, dass Ani lange genug mit sich gekämpft hat und jetzt endlich zu ihrer Entscheidung stehen kann, ganz egal, was irgendjemand anders ihr einreden will. Empowerment, sozusagen. Aber was ich wirklich nicht gut fand war der Nachsatz: „Girl, you have to work on your delivery“. Das sind die Gedanken einer präpotenten Tussi. Nicht mehr und nicht weniger. Und das ist das Ende es Films. Das ist das Ergebnis von Anis Entwicklung, die wir als Zuseher:innen scheinbar gut finden und feiern sollen: Sie ist in der High Society angekommen und gehört jetzt zur versnobten Elite. Sie ist jetzt tatsächlich in allen Belangen, eine von „denen“.

Man verstehe mich nicht falsch: Ich finde es gut, dass Ani als selbstbewusste Frau dargestellt wird, dass die Macher:innen nicht den typischen „armes Opfer, dass sich selbst nicht helfen kann“-Weg gewählt haben. Aber zumindest das Präpotente hätte man sich sparen können. Man kann auch stark und selbstbestimmt sein, ohne sich wie ein A*******h zu benehmen.

Mila Kunis wurde für ihre Darstellung übrigens extrem gepriesen. Die hat meiner Ansicht nach bis auf eine Szene nicht viel zu tun. Echt nicht. Ohne die Darstellung von Chiara Aurelia wäre dieser Film wirklich eher schwach.

Das Tragische an dem Film für mich ist, dass ich mir am Ende des Films dachte „Cool“ und ich musste grinsen. Das war es. Kein Gedanke, an das was passiert ist. Kein Gedanke an die Themen, die angesprochen wurden. Kein Gedanke daran, was die Frau alles durchgemacht hat. Nein. Ich dachte mir „Cool“. Wie bei jedem anderen x-beliebigen Thriller.

Und das ist das Problem, welches ich mit dem Film habe. Ich kann es nicht besser beschreiben als so: Wenn ein Film mit solchen Szenen und solch einer Handlung mich am Ende dazu bringt, dass ich mir denke „cool“, ohne das irgendetwas nachwirkt, dann ist er zu oberflächlich inszeniert. Bitte richtig verstehen: Ich brauche keinen Arthouse-Film nach welchem ich fünf Tage depressiv bin und mich dafür schäme ein Mann zu sein. Nein, danke. Aber einen Film mit solchen Themen und Hintergründen und Szenen zu haben, und zwei Tage später denke ich nicht mal mehr dran? Hätte ich nicht für möglich gehalten.

Und ich finde es auch nicht gut. Da ist man irgendwo am Weg falsch abgebogen, sorry.

„Luckiest Girl Alive“ bekommt von mir 5 von 10 möglichen, drei davon für die jeweils oben angeführten Gründe, Punkte.

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