Die Insel der besonderen Kinder – Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children (Filmkritik)

Seit er klein ist erzählt Großvater Abraham (Terence Stamp) seinem Enkel Jacob (Asa Butterfield) immer wieder märchenhaft anmutende Geschichten von einer Insel, auf der er sich vor Monstern versteckte und mit Kindern lebte, die alle außergewöhnliche Fähigkeiten besaßen. Als sein Großvater stirbt, beschließt er nach dieser Insel zu suchen…

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Wieder einmal eine Buchverfilmung eines Bestsellers. „Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children” basiert auf einem gleichnamigen Kinderbuch des Autors Ransom Riggs. Die Trailer waren nicht so übel und versprachen einen Mix aus “X-Men” und “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Regie führte Tim Burton (Big Eyes), der natürlich für wunderschöne Optik sorgt, was ein großer Plus-Punkt des Films ist.

Doch ansonsten enttäuschte er mich leider. Für einen „Kinder-Film“ ist er reichlich konfus und zieht sich zudem in die Länge. Die Handlung per se ist für mich ein ziemliches Problem, denn wenn man bedenkt, dass man Kinder dazu verdammt, einen einzelnen Tag Jahrzehnte lang zu wiederholen und nicht zu altern, klingt das nichts sehr erstrebenswert. Weiters sind sie von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten. Ist das ein Leben? Als tägliches Abendprogramm dienen Projektionen von den Träumen eines Kindes. Ich würde schon nach drei Wochen die Biege machen. Keine Ahnung wie die Schützlinge von Miss Peregrine es so lange in der Zeitschleife aushalten.

Seinen Beruf verfehlt hat für mich Asa Butterfield (Ender’s Game). Der junge Mann hat in diesem Film einfach keine Leinwandpräsenz und jedes Mal wenn sich die Handlung um ihn dreht, wird der Film langweilig. Vielleicht musste der britische Schauspieler sich zu sehr auf seinen (wenig überzeugenden) amerikanischen Akzent konzentrieren. Jake soll als Mittelsmann für das Publikum dienen, es in die faszinierende Welt begleiten, ja man soll gemeinsam mit ihm staunen.

Doch Butterfield wirkt viel zu steif und schafft es nicht zu transportieren, wie außergewöhnlich das was in der Zeitschleife passiert, ist. Als passionierte Kinogeherin habe ich schon viele Fantasy-Filme gesehen, die es besser schafften mich mitzureißen und dadurch zum Staunen zu bringen (besonders gut in Erinnerung habe ich hier Lucy, die in „Die Chroniken von Narnia 1“ zum ersten Mal das mit Schnee bedeckte Narnia sieht).

Keine Ahnung warum, aber wenn man einen guten Schauspieler wie Samuel L. Jackson (The Hateful Eight) in einer solchen Rolle sieht, denkt man sich – jepp, den Film hat er gemacht, weil er das Geld brauchte. Mit spitzen Zähnen und weißen Augen mimt er den Bösewicht, doch ich konnte ihn einfach nicht ernst nehmen. Die weißen Haare, die wie Zuckerwatte wirken, helfen auch nicht gerade und so sieht er aus den falschen Gründen fürchterlich aus.

Eva Green (300: Rise of an Empire) als Heimleiterin Miss Peregrine wirkt für mich sehr gekünstelt. Nichts desto trotz ist Peregrine eine faszinierende Figur, die leider ein wenig zu kurz kommt.

Schade ist es um die übrigen Kinder die im Heim leben, denn teilweise flitzen sie nur einmal kurz durchs Bild um ihre Fähigkeit zu zeigen, die nachher für den Plot wichtig ist. Die Geschichten einiger dieser Kinder wären sicher sehr interessanter gewesen, anstatt sich so sehr auf Jake zu konzentrieren. Kinder die andere versteinern lassen, einen grünen Daumen haben, superstark sind, Bienen-Flüsterer sind, einen Mund am Hinterkopf haben – all das klingt interessanter als Jakes Geschichte.

Fazit: Gähn!

Dieser Film bekommt von mir 5,5/10 seltsamen Punkten.


2 Gedanken zu „Die Insel der besonderen Kinder – Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children (Filmkritik)

  1. a) DANKE für’s Schreiben, ich hätte es nicht geschafft, es so hinzuformilieren, weil der Film einfach so … schrecklich banal und durchschnittlich war.

    und b) Bin ich also nicht der einzige, der sich den ganzen Film lang gefragt hat, wieso man Butterfield als Hauptrolle gecastet hat, wenn der einfach keine Präsenz oder Chemie mit irgendwen hat. Von den Betonungen (im Original) seiner Sätze mal ganz zu schweigen … der Kerl war ein kompletter Reinfall und hat mich mehrfach aufgrund einer „falschen“ Betonung/Reaktion aus dem Flow gerissen … der ohnehin nur selten da war.

    c) Jackson war zumindest witzig was seine Performance und Dialoge betrifft. „I had to disguise myself as a psychiatrist. In Manhatten. For three months!“ Furchteinflößend? Nein. Aber witzig. Der Film hat ab seinem Auftauchen klar dazugewonnen (wann auch wenig und reichlich spät).

    d) So viele Makel, so wenig richtig gemacht. Tim Burton – was wurde aus dir?

  2. a) gern geschehen
    b) ich kann echt nicht verstehen warum man bei einem so teuren Film das Risiko eingeht einen Nobody zu casten, außerdem: hat denn keiner von den Produzenten ‚Ender‘ s Game‘ gesehen? Butterfield zeigt sich dort ähnlich steif
    c) wenn man sich die Performance ansieht und gesondert von der eigentlichen Grundstimmung betrachtet (die sehr düster und für eine Kinder Buch Verfilmung sehr ernst ist), ist die witzig, wenn auch vollkommen over the top
    d) keine Ahnung, es wirkt fast als ob er kapituliert hätte

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