Star Trek 6: Das unentdeckte Land – The Undiscovered Country (Filmkritik)

Nach einer Explosion auf dem Mond Praxis steht das klingonische Reich vor dem Untergang. Obwohl er sich kurz vor seinem Ruhestand befindet, bekommt Captain James T. Kirk (William Shatner) den Auftrag, dem klingonischen Kanzler Gorkon (David Warner) für Friedensverhandlungen ein sicheres Geleit zur Erde zu bieten.

Nach einem gemeinsamen Dinner mit den Klingonen, wird das Schiff des Kanzlers, scheinbar von der Enterprise, angegriffen und der Kanzler getötet. Kirk und McCoy werden in einem Schauprozess zu lebenslanger Haft verurteilt, während Spock (Leonard Nimoy) versuchen herauszufinden, wer wirklich hinter dem Angriff steckt.

Star Trek VI The Undiscovered Country

Nachdem „Star Trek 5: Am Rande des Universums“ nur sehr mäßig erfolgreich war, gab es für den darauffolgenden Teil den Plan, etwas Neues zu probieren. Irgendjemand hatte die Idee Kirk und Spock an der Sternenflottenakademie, als Vorgeschichte zum Thema zu machen. Die Idee wurde dann verworfen, nur um Jahre später in „Star Trek“ zumindest teilweise wieder aufgegriffen zu werden.

Die Idee für die eigentliche Geschichte entstand dann, als Leonard Nimoy Nicholas Meyer zu Hause besuchte und ihm einen intergalaktischen Mauerfall vorschlug, der mit einer Explosion wie in Tschernobyl beginnen sollte. Erst später war klar, dass Meyer nicht nur am Drehbuch mitwirken, sondern auch die Regie führen würde.

Meyer hatte bereits mit „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ bewiesen, dass er nicht nur die Materie verstand, sondern eine Geschichte auf ansprechende und vor allem spannende Weise inszenieren konnte. Gene Roddenberry sah das seinerzeit allerdings anders, scheinbar da er seine Vision von der perfekten Zukunft kompromittiert sah.

Allerdings verstarb Roddenberry, bevor der Film fertiggestellt wurde. Von den Fans wurde der Film dennoch positiv angenommen. Die Geschichte beginnt damit, dass die USS Excelsior, unter dem Kommando von Captain Hikaru Sulu, von einer gewaltigen Schockwelle getroffen wird. Die Crew stellt fest, dass der Mond Praxis zerstört wurde.

Da Praxis eine der wichtigsten Einrichtungen zur Energiegewinnung war und bei dem Zwischenfall die Ozonschicht der klingonischen Heimatwelt Kronos zerstört wurde, steht das klingonische Reich langfristig vor dem Untergang. Kirk bekommt den Auftrag den Kanzler zur Erde zu geleiten, doch dessen Schiff wird, scheinbar von der Enterprise, angegriffen.

Um den Friedensverhandlungen eine Chance zu geben kapituliert Kirk und wird, gemeinsam mit Pille, in einem Schauprozess zu lebenslanger Haft auf dem Strafasteroid Rura Penthe verurteilt. Während Spock herauszufinden versucht, was wirklich bei dem Angriff passiert ist, arbeitet Kirk selbst an einem Plan für seine und Pilles Flucht.

Auch wenn es sich hierbei nicht um Meyers besten Star-Trek-Film handelt, so ist er dennoch einer der besseren und, was an dieser Stelle noch wichtiger ist, ein würdiger und gelungener Abschied der originalen Enterprise Crew. Dabei nutzt man Begebenheiten, die so oder ähnlich, wirklich passiert sind und macht daraus eine ins Setting passende Geschichte.

Die beginnt damit, nach der Explosion auf Praxis, dass Kirk Bedenken bezüglich der Friedensverhandlungen mit den Klingonen hat. Immerhin hätten sie seinen Sohn auf dem Gewissen. Kurze Zeit später muss Kirk dann feststellen, dass es Elemente innerhalb der Sternenflotte und auch bei den Klingonen gibt, die nicht viel von den Friedensverhandlungen halten.

Der Angriff auf das Schiff des Kanzlers ist perfekt inszeniert, allerdings hätte man aus heutiger Sicht mit dem aus dem Computer stammenden CGI-Blut sparen sollen. Die darauf folgenden Ereignisse sind erstklassig umgesetzt, auch wenn Spocks Ermittlungen auf der Enterprise eine Spur zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Sehr unterhaltsam ist dagegen Kirks Ausbruch von Rura Penthe, für den er die Hilfe der Gestaltenwandlerin Martia in Anspruch nimmt. Das eigentliche Highlight kommt jedoch zum Schluss, als die Enterprise und die Excelsior gemeinsam gegen einen getarnten klingonischen Bird of Prey kämpfen, während es ein Attentat zu verhindern gilt.

Was will man an dieser Stelle über die Schauspieler noch sagen? William Shatner (Escape from Planet Earth) ist James T. Kirk und hat seinen Spaß dabei. Er ist gewitzt und doch irgendwie immer Herr der Lage. Kirks bisherige Erfahrungen mit den Klingonen fließen perfekt in die Geschichte ein und geben ihr eine persönliche Note.

Der Umstand, dass Kirk trotz dieser Erfahrungen die Möglichkeit auf Frieden über sein eigenes Wohl stellt, spricht zudem (neben vielen anderen Dingen) für den bekanntesten Captain der Sternenflotte. Mit dabei hat Kirk den von DeForest Kelley gespielten Pille aka Dr. Leonard McCoy. Kirk und McCoy passen perfekt zusammen, wobei Kelley sichtlich Spaß an seiner Rolle hatte.

Leonard Nimoy (Transformers: Dark of the Moon) hat als Spock vergleichsweise wenig zu tun. Ein wenig eigenartig fühlt es sich an, an dieser Stelle Kim Cattrall (Sex and the City) in der Rolle von Lieutenant Valeris als Spocks Protege einzuführen, nur um sie eine Stunde später zu einem Teil der Verschwörung zu machen.

Christopher Plummer (Verblendung) hatte als klingonischer Bösewicht, der zudem gerne Shakespear zitiert, sichtlich seinen Spaß und macht ganz nebenbei der Crew der Enterprise das Leben schwer. Fans werden sich darüber freuen Michael Dorn (Star Trek: Der erste Kontakt) zum ersten Mal als Klingonen zu sehen. Christian Slater (Soldiers of Fortune) schaut ebenfalls vorbei, wenn auch nur kurz.

Alles in allem ist „Star Trek 6: Das unentdeckte Land“ kein perfekter, aber ein sehr guter Star-Trek-Film. Die Geschichte ist gut und gibt den Charakteren, die man an dieser Stelle zum sechsten und letzten Mal (vollzählig) begleiten darf, einen erstklassigen Abschied.

Der Film „Star Trek 6: Das unentdeckte Land“ bekommt 8,5/10 sich für den Frieden einsetzende Empfehlungspunkte.


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