Star Trek 2: Der Zorn des Khan – The Wrath of Khan (Filmkritik)

Die Besatzung des Förderationsraumschiffs Reliant ist auf der Suche nach einem unbelebten Planeten, der für einen Test des Genesis-Projekts geeignet ist. Während der Erkundung eines Wüstenplaneten stoßen Reliants Captain Terrell (Paul Winfield) und sein erster Offizier Commander Chekov (Walter Koenig) auf Khan (Ricardo Montalban), einen durch genetische Experimente optimierten Supermenschen.

Khan hat mit James T. Kirk (William Shatner) noch eine alte Rechnung offen. Währenddessen befindet sich Admiral Kirk zwecks Inspektion an Bord seines einstigen Raumschiffes, der Enterprise, auf dem unter Captain Spock (Leonard Nimoy) Kadetten ausgebildet werden. Als die Enterprise einen Hilferuf empfängt, übernimmt Kirk das Kommando und muss beweisen, wessen Intellekt der überlegenere ist: sein eigener oder Khans.

Star Trek Wrath of Khan

Der Film „Star Trek: The Motion Picture“ hatte sich zum kommerziellen Erfolg entwickelt, blieb anscheinend jedoch hinter den Erwartungen zurück. Gene Roddenberrys Idee einer Fortsetzung wurde verworfen und Harve Bennet, einem neuen TV-Produzenten bei Paramount, fiel die Aufgabe zu sich etwas ausdenken zu müssen.

Bennet stand vor einer Herausforderung, da er die Fernseh-Serie nie gesehen hatte. Das holte er allerdings nach und kam zu dem Schluss, dass Khan Noonien Singh der perfekte Bösewicht des Films war. Nachdem das Drehbuch mehrere Male überarbeitet worden war, holte man sich Nicholas Meyer, um gewisse Probleme der Geschichte zu lösen.

Roddenberry war mit der finalen Fassung des Drehbuchs nicht einverstanden, dennoch wurden seine Einwände weitgehend ignoriert. Meyer, der später die Regie übernahm, stand für die Umsetzung mit 11 Millionen Dollar nur ein Bruchteil des Budgets des Vorteiles zur Verfügung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und gilt auch heute noch als einer der, wenn nicht sogar der, beste Star Trek Film aller Zeiten.

Der Film beginnt mit einer vermeintlichen Rettungsaktion, die jedoch schief geht und bei der mehrere Crewmitglieder, unter ihnen Spock, sterben. Vorab war bekannt geworden, dass Spock zu Beginn des Films sterben würde, was den Fans nicht gefiel (auch wenn es Nimoys Idee war). Zum Glück stellt sich alles nur als Simulation heraus.

Hier zeigt sich auch gleich das erste Mal, dass Meyer gerne mit den Erwartungen des Zuschauers spielt. Nachdem das Förderationsraumschiff Reliant Khan unfreiwillig aufgegabelt hat, empfängt die Enterprise eine Übertragung der Raumstation Regula I. Kirk übernimmt, auf Spocks anraten, das Kommando der Enterprise und muss sich einem alten aber überlegenen Gegner stellen.

„Star Trek 2“ hat auch heute kaum etwas von seinem Charme verloren. Meyer spielt nicht nur bei mehreren Gelegenheiten mit den Erwartungen des Zuschauers, sondern inszeniert die Geschehnisse auch perfekt. Da wird selbst eine Szene, in der die Enterprise langsam über die Kamera fliegt zu etwas Besonderem (auch wenn der Soundtrack hier eine wichtige Rolle spielt).

Das Thema des älter Werdens zieht sich durchgehend durch den Film und gibt der Crew der Enterprise eine menschliche Note. Kirk feiert seinen vierzigsten Geburtstag, fühlt sich irgendwie alt und bereut gleichzeitig die Beförderung angenommen zu haben. Zum Glück wecken die kurze Zeit später stattfindenden Ereignisse seine Lebensgeister.

Generell zeigt sich William Shatner (Escape from Planet Earth) als James T. Kirk hier in Bestform. Kirk ist einer der besten Captains, die die Sternenflotte je hatte und kann auch einem überlegenen Intellekt wie Khan die Stirn bieten. Dabei kann er auf eine erstklassige Crew zurückgreifen und die Tatsache, dass er nicht an Szenarien glaubt die man nicht gewinnen kann, ist ebenfalls nicht zu verachten.

Ricardo Montalban (Spy Kids 3-D) als Khan ist ein Gegenspieler mit einer gewaltigen Präsenz. Er wirkt körperlich und geistig überlegen, ist aber, was Kirk betrifft, vom Hass zerfressen. Aus diesem Grund scheitert Khan dann auch letzten Endes, versucht dann aber mit seinen letzten Atemzügen seinen Erzfeind mit ins Verderben zu reißen.

Der finale Showdown ist spannend inszeniert und irgendwie stellt sich immer wieder die Frage, ob es die Enterprise und ihre Crew dieses Mal schafft. Nachdem die Enterprise dann in Sicherheit ist, muss sich der Zuschauer, wenn auch nur vorübergehend, von Spock verabschieden. Dieser Abschied war zwar als endgültiger geplant, doch zum Glück hatte Nimoy genug positive Erfahrungen bei der Entstehung dieses Films um die Rolle später erneut verkörpern zu wollen.

Alles in allem ist „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ ein ausgezeichneter Film, der von seiner Geschichte, der Crew und seinem Bösewicht lebt. Die Inszenierung von Nicholas Meyer ist hervorragen und macht Stimmung, während vor allem das Ende sowohl spannend als auch traurig ist. Zum Glück war dieser Film nicht das letzte Abenteuer der Enterprise und ihrer Crew, wobei Meyer erst einige Jahre später wieder eines ihrer Abenteuer inszenieren sollte.

Der Film „Star Trek 2: Der Zorn des Khan“ bekommt 9,5/10 auch einem überlegenen Intellekt die Stirn bietende Empfehlungspunkte.


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