X-Men (Filmkritik)

Mutationen sind der Schlüssel zu unserer Evolution. Sie haben es uns ermöglicht, uns von einzelligen Organismen zur komplexesten Spezies auf dem Planeten zu entwickeln. Dieser Prozess erstreckt sich für gewöhnlich über große Zeiträume, aber alle paar Jahrtausende macht die Evolution einen Sprung nach vorne. Immer öfter finden sich Menschen mit besonderen Fähigkeiten – Mutanten.

Eric Lensherr (Ian McKellen), auch als Magneto bekannt, ist einer von ihnen und überzeugt, dass es Krieg geben wird zwischen den Mutanten und den „normalen“ Menschen. Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) auf der anderen Seite setzt sich für Anerkennung und Akzeptanz ein. Als Magneto und seine Bruderschaft (in erster Linie bestehend aus Sabretooth (Tyler Mane), Mystique (Rebecca Romijn) und Toad (Ray Parker)) ein Attentat auf die Anführer der freien Welt planen, liegt es an Xavier und seinen X-Men (unter anderen bestehend aus Jean Grey (Famke Janssen), Cyclops (James Marsden), Storm (Halle Berry) uvm.) das Schlimmste zu verhindern.

X-Men 2000 Film Cast

Mittlerweile sind Helden, egal ob sie von einem anderen Planeten kommen (Men of Steel), ob es sich um Götter handelt (Thor), um einen Supersoldaten (Captain America) oder nur um einen genialen Milliardär, der rein zufällig auch ein Genie, ein Playboy und ein Menschenfreund (Iron Man) ist, auf der großen Leinwand nicht nur gerne, sondern auch verhältnismäßig oft zu sehen.

So wirklich begonnen hat alles im Jahr 2000 mit diesem einen Film, der bewiesen hat dass es möglich ist, unter anderem durch die immer besser werdenden computergenerierten Effekte, eine Comicvorlage auf die Leinwand zu transportieren. Erstmals hatten die Protagonisten in einer Realverfilmung verschiedenste, zum großen Teil unglaubliche Fähigkeiten und ließen es krachen.

Zu verdanken haben wir „X-Men“ dem Regisseur Bryan Singer (Superman Returns), der auch für das Drehbuch mitverantwortlich war. Singer war offenbar der perfekte Mann für diesen Job und sein Händchen für die passende Optik, in Verbindung mit seinem Gespür für die einzelnen Charaktere, macht sich hier von Anfang an deutlich bemerkbar.

Der Film lässt es vergleichsweise langsam angehen um, für alle die mit der Vorlage nicht vertraut sind, der Reihe nach die wichtigsten Charaktere kurz einzuführen. Zuerst sieht man den jungen Lensherr wie er zur Zeit des zweiten Weltkriegs in einem Konzentrationslager untergebracht ist und versteht dann in weiterer Folge auch, warum er mit den aktuellen Plänen der Regierung (Mutanten sollen sich registrieren) – nennen wir es mal so, keine Freude hat.

Kurze Zeit später lernt man Rogue (Anna Paquin) kennen die, nachdem sie ihre Kräfte entdeckt hat, von zu Hause wegläuft und in einem verschneiten Dörfchen auf Wolverine (Hugh Jackman) trifft. Die beiden werden von Mitgliedern der Bruderschaft attackiert, wobei sie Hilfe von den X-Men bekommen.

Später gibt es eine etwas unerwartete und etwas emotionale Wendung (Zitat Magneto: Wer sagt denn, dass ich dich will?) mit einem anschließenden, spektakulären Showdown. Wenn dieses Abenteuer nach einer Laufzeit von 104 Minuten dann zu Ende ist, will man in erster Linie wissen, wie die Geschichte weiter geht.

Zum Glück gab es drei Jahre später mit „X2“ nicht nur eine extrem gelungene Fortsetzung bzw. einen der besten Filme der X-Men-Franchise, sondern auch einen der besten Superheldenfilme überhaupt. Aber was macht jetzt das erste Abenteuer der X-Men zu einem guten Film? Ist es die Geschichte, die Optik oder sind es die Charaktere bzw. die Schauspieler? Letztendlich ist es eine gelungene Kombination aus allen Punkten.

Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Charaktere und deren emotionale Höhen und Tiefen ohne einen Moment langweilig zu werden. Patrick Stewart (Star Trek: The Next Generation) passt perfekt in die Rolle des Charles Xavier. Auch wenn er nicht sehr viel zu tun hat, ist er der perfekte Mentor und Anführer und ist nebenbei der Ruhe- und Ankerpunkt des Films.

Auf der anderen Seite findet sich Ian McKellen (Der Hobbit) als Eric Lensherr/Magneto wieder. Auch McKellen ist erstklassig in der von ihm verkörperten Rolle. Bemerkenswert an Magneto ist, dass er (wie so oft im X-Men Universum) nur das Beste im Sinn hat – wenn auch nur für seine Art. Singer hat es geschafft seinem Bösewicht eine mehrdimensionale Persönlichkeit zu verpassen, die Ian McKellen dann auch perfekt vermittelt.

Dann ist da noch in erster Linie Hugh Jackman (Prisoners), der hier zum Ersten Mal als Wolverine zu sehen ist und der die Rolle nicht nur für weitere sechzehn!! Jahre immer wieder einmal verkörpert, sondern ihr auch einen gewissen Kultstatus verpasst hat. Besonders gelungen an dieser Stelle ist die Art und Weise wie sich Wolverine um Rogue (Anna Paquin – „Scream 4“) kümmert und die Rolle des Beschützers macht ihn extrem sympatisch.

Erwähnt werden muss dann noch Rebecca Romijn (The Punisher), deren Kostüm in erster Linie aus blauer Farbe besteht und die als Mystique sogar Wolverine das Leben schwer macht. Aber auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache erstklassig auch wenn ich an dieser Stelle darauf verzichten muss, jeden einzelnen zu erwähnen.

Alles in allem ist „X-Men“ der erste Superheldenfilm einer neuen Generation. Diese Tatsache alleine macht ihn zu etwas Besonderen. Aber das erste Abenteuer der X-Men ist nicht nur eine tolle Comicverfilmung, sondern generell ein toller Film. Die Spezialeffekte sehen auch heute noch erstklassig aus, die Schauspieler und die Charaktere die sie verkörpern passen in jeder Hinsicht perfekt und die Geschichte ist komplex, stellenweise emotional und nicht zuletzt spannend.

Der Film „X-Men“ bekommt 8/10 die Welt von der Bruderschaft der Mutanten rettende Empfehlungspunkte.

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