X-Men 3: Der letzte Widerstand – The Last Stand (Filmkritik)

Das pharmazeutische Unternehmen Worthington Labs, gibt die erfolgreiche Entwicklung eines Heilmittels für Mutanten bekannt. Dieses Heilmittel deaktiviert das X-Gen und ermöglicht den Mutanten ein normales Leben, sollten sie sich dazu entschließen es zu nehmen.

Magneto (Ian McKellen) ist davon überzeugt, das Heilmittel diene einzig dem Zweck das Mutantenproblem in den Griff zu bekommen und plant mit seiner Bruderschaft einen Angriff auf Worthington Labs. Doch die X-Men haben ein noch ein größeres Problem.

X-Men 3

Wenn es um den schlechtesten bzw. meist gehassten Film des X-Men-Franchise geht, kommt neben „X-Men Origins: Wolverine“ eigentlich nur das dritte Abenteuer der X-Men in Frage. Nach dem Erfolg von „X-Men“ und „X2“ war weniger die Frage ob man die Geschichte fortsetzen würde, sondern wann – und hatte gleichzeitig ein Problem.

Bryan Singer, der bei den ersten beiden Abenteuern nicht nur Regie führte sondern auch an der Geschichte beteiligt war, hatte beschlossen, dem Franchise vorübergehend den Rücken zu kehren um sich mit „Superman Returns“ einen persönlichen Traum zu erfüllen. Ihn ersetzen sollte Matthew Vaughn (X-Men: First Class), der jedoch kurzfristig absprang.

Vaughn wurde im letzten Moment durch Brett Ratner (Tower Heist) ersetzt, der erst kürzlich einen Beitrag zu der Abscheulichkeit namens „Movie 43“ leistete. Doch irgendwie wäre es zu einfach Ratner alleine dafür verantwortlich zu machen, was letztendlich das dritte Abenteuer der X-Men sein sollte. Auch wenn er nie den Oscar für seine Arbeit gewinnen wird, hat er uns doch den einen oder anderen seichten aber unterhaltsamen Film beschert.

Wer keine Spoiler mag sollte die folgenden zwei Absätze besser überspringen. „The Last Stand“ beginnt gleich mit zwei Rückblicken, um dann in die nahe Zukunft über zu blenden. Man sieht wie Wolverine und einige andere X-Men einen Sentinel bekämpfen (übrigens ein sehr cooler Einstieg) nur um Momente später festzustellen, dass alles nur eine Übung war.

Cyclops wird von Visionen heimgesucht, fährt zum Alkali Lake, und findet dort Jean Grey, die sich dort in „X2“ für ihre Kollegen geopfert hat – gleichzeitig das letzte Mal, dass man Cyclops zu Gesicht bekommt. Jeans Unterbewusstsein, auch bekannt als Phoenix, hat die Kontrolle übernommen, tötet Xavier als dieser versucht ihr zu helfen und schließt sich (mehr oder weniger) Magnetos Bruderschaft an.

Zu guter Letzt gibt es einen finalen Showdown auf Alcatraz, der Insel auf der Worthington Labs das Heilmittel herstellt. Das klingt doch alles nach einem typischen X-Men-Abenteuer oder? Der Film hat nur ein wesentliches Problem und zwar die Geschichte in Verbindung mit der Charakerentwicklung. Beginnen wir mit Professor Xavier.

Der setzt sich üblicherweise für die Anerkennung und Akzeptanz der Mutanten an, hat es aber an dieser Stelle scheinbar aufgegeben Jean Grey in jungen Jahren zu helfen und beschlossen, dass es besser sei sie zu kontrollieren – ein Fehler für den er (Achtung Spoiler) schließlich mit seinem Leben bezahlen muss.

Magneto, der bisher immer das Beste für die Mutanten im Allgemeinen und seine Bruderschaft im Speziellen im Sinn hatte, fällt ebenfalls aus der Rolle. Der wird hier auf einen zweidimensionalen Bösewicht reduziert, der die Mutanten die ihm folgen willkürlich opfert, da es sich ja nur um Bauern handelt. Schade eigentlich.

Halle Berry (Cloud Atlas) wollte offenbar mehr Zeit Screentime. Auch wenn ich sie für eine fähige Schauspielerin halte, an dieser Stelle ist sie kaum auszuhalten. Famke Janssen (Hansel & Gretel) als Jean Grey/Phoenix kommt nicht viel besser weg und ist den gesamten Film über reduziert auf einen leeren Gesichtsausdruck. Ebenfalls nicht besonders gut getroffen hat es Vinnie Jones (Cross), der als Juggernaut in erster Linie lächerlich wirkt.

Rebecca Romijn (The Punisher) als Mystique hat es nicht ganz so schlimm erwischt und hat einige coole Szenen, kommt aber im Großen und Ganzen zu kurz vor. Natürlich trägt die Geschichte einen wesentlichen Teil zu den erwähnten Charakterentwicklungen und dem was sonst noch passiert bei, dennoch scheint Ratner, anders als sein Vorgänger, auch Probleme damit zu haben, die verschiedenen Schauspieler entsprechend anzuleiten.

Was kann man sonst noch über die Geschichte sagen? Wer hatte die glorreiche Idee ein Klassensystem für Mutanten einzuführen? Im Vergleich zum Vorgänger hat man das Budget auf 210 Millionen Dollar knapp verdoppelt und es gibt zahlreiche Momente in denen zu sehen ist, wohin ein Großteil des Geldes geflossen ist.

Immerhin elf!! Firmen waren an den visuellen Effekten beteiligt und dennoch greifen sie gut ineinander über. Das Problem ist nur, dass eine tolle Optik eine tolle Geschichte nicht ersetzen kann und leider scheinen manche Szenen nur deswegen ihren Weg in den Film gefunden zu haben, weil sie eben cool aussehen.

Was also ist „X-Men 3: Der letzte Widerstand“ und was macht ihn zum wahrscheinlich schlechtesten Film im Franchise? Letztendlich ist der Film Unterhaltung von der leichtesten Art, der in erster Linie darunter leidet, dass der Vorgänger ein sehr guter Film war. Auf die Charaktere und deren Entwicklung machte man einen großen Haufen und investierte statt dessen einen großen Batzen in visuelle Effekte. Das Endergebnis kann leider nicht überzeugen und zum Glück sollte es der nächste X-Men-Film (Matthew Vaughn sei Dank) wieder richten.

Der Film „X-Men 3: Der letzte Widerstand“ bekommt 6,5/10 nicht ganz widerstandslos untergehende Empfehlungspunkte.

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