Movie 43 (Filmkritik)

Die beiden Freunde Calvin (Mark L. Young) und J.J. (Adam Cagley) machen im Sinne von Jackass ein Video, laden es bei Youtube hoch, und freuen sich über eine Menge Klicks, bis sie feststellen, dass sie von Calvins jüngerem Bruder Baxter (Devin Eash) reingelegt wurden. Um sich zu rächen schicken Calvin und J.J. Baxter auf die Suche nach einem Film, der nur als „Movie 43“ bekannt ist, um zeitgleich seinen Computer mit Viren zu verseuchen. Doch in den dunklen Ecken des Internets finden die drei etwas, was das Leben wie wir es kennen, für immer verändert.

Movie 43

Was ist Movie 43? Der Film ist (und ich meine es genau so) auf dem Mist der Produzenten Charles B. Wessler und Peter Farrelly gewachsen. Die haben es geschafft, mit einem Budget von nur sechs(!!) Millionen Dollar die meisten A-Klasse Schauspieler zusammen zu bringen, in etwas, dass im Besten Fall als makabre Clip-Show durchgeht. Beeindruckend ist an dieser Stelle weniger, dass es immerhin knapp drei Jahre gebraucht hat um den Film tatsächlich umzusetzen, als vielmehr die Tatsache, dass man die besten Schauspieler der Branche dazu gebracht hat, bei so einem Blödsinn bei einer Gage von nur 800 Dollar am Tag mitzuspielen.

Bei den Clips erwartet den Zuschauer dann etwa so geistreiches wie (Achtung Spoiler!):

  • Kate Winslet (Contagion) und Hugh Jackman (Wolverine) haben ein Blind-Date. Netter Abend bis ihr auffällt, dass er seine Hoden im Bereich des Halses trägt.
  • Liev Schreiber (Salt) und Naomi Watts (Diana) unterrichten ihren Sohn zu Hause. Seine lieben Eltern sorgen dafür, dass er da nichts verpasst (Mobbing und erster Kuss von Mama inklusive).
  • Anna Faris (Der Diktator) bittet Chris Pratt (Her) darum, seinen Darm auf ihr zu entleeren (was natürlich nach hinten los geht)!
  • Kieran Culkin (Paper Man) arbeitet in einem kleinen Lebensmittelgeschäft, und beginnt dort mit Emma Stone (Gangster Squad), seiner Ex, ein anzügliches Streitgespräch, dass alle die dort einkaufen mit anhören.
  • Ein Unternehmen hat ein Problem mit ihrem MP3-Player, der aussieht wie eine nackte Frau und mit dem Lüfter, der in der Vagina verbaut wurde, die männliche Kunden „entmannt“. Der Chef, Richard Gere (The Double), versteht es nicht, während es für Kate Bosworth (Superman Returns) klar ist, dass sich die jungen Kunden von diesem Produkt körperlich angezogen fühlen. Aasif Mandvi (Prakti.com) meint, dass es keine Informationen gibt, die diese Annahme unterstützen.
  • Robin (Justin Long – „Stirb Langsam 4„) wird beim Speed-Dating von Batman (Jason Sudeikis – „Wir sind die Millers„) unterstützt und trifft dabei unter anderem auf Lois Lane (Uma Thurman – „Bel Ami„) und den Riddler, der sich als Supergirl (Kristen Bell – „Frozen„) ausgibt.
  • Jonny Knoxville (Bad Grandpa) fängt seinem Mitbewohner Seann William Scott (Ice Age 4) einen Kobold (Gerard Butler – „Olympus Has Fallen„) und die beiden versuchen an sein Gold zu kommen.
  • Stephen Merchant (Das Büro) und Halle Berry (Cloud Atlas) haben ein Date und spielen Wahrheit oder Pflicht. Was damit beginnt die Kerzen auf der Geburtstagstorte eines blinden Jungen auszublasen, eskaliert schnell und endet in bizarren Schönheitsoperationen.
  • … und so weiter.

Wie man sich also denken kann ist der Humor in diesem Film aus der untersten Schublade und lässt Filme wie „Project X“ oder „21 & Over“ wie Oscar-Material erscheinen. Offenbar hatten die meisten hier mitwirkenden Schauspieler wenig oder keine Ahnung an was für einem Schund sie sich hier beteiligen würden. Angefangen hat alles mit Hugh Jackman, der seine Teilnahme an dem Projekt schnell wieder bereut haben dürfte.

Jackman war im selben Jahr für den Oscar nominiert und wie wir jetzt wissen, hat er nicht gewonnen. Ob „Movie 43“ daran schuld ist kann man freilich nicht sagen, es dürfte aber fix sein, dass es ihm nicht geholfen hat. Anscheinend war es notwendig, so manchen Schauspieler Schuldgefühle einzureden, um ihn zur Mitarbeit zu überzeugen und im Falle von Richard Gere wurde sogar das Set verlegt. Aber auch einigen namhaften Regisseuren dürfte man aufgelauert haben, denn man konnte unter anderem Brett Ratner (Aushilfsgangster) und James Gunn (Super) engagieren.

Wirklich interessant ist aber, dass sämtliche mitwirkenden Personen ihr Bestes geben. Emma Stone und Co. machen ihre Sache Klasse, was es noch offensichtlicher macht, dass sie alle keine Ahnung hatten, was sie ihrer Karriere da antun. Gerade als ich meinen Glauben in die Menschheit verloren habe, habe ich dann doch noch gelesen, dass George Clooney und Colin Farrell ihre Teilnahme verweigert haben..!

Was ist also „Movie 43“? Es ist ein bizarrer Film, in dem namhafte Schauspieler missbraucht werden für eine mittelmäßige Clipshow mit noch bizarrerer Geschichte. Das Ergebnis ist in nüchterner Form nicht auszuhalten und sollte auf alle Fälle gemieden werden.

Der Film „Movie 43“ bekommt von mir 3/10 das Ende der Welt heraufbeschwörende Empfehlungspunkte (einen Punkt gibt es aus Mitleid für die Darsteller und einen zweiten, weil Emma Stone immer super ist).


2 Gedanken zu „Movie 43 (Filmkritik)

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