Prakti.com – The Internship (Filmkritik)

Billy McMahon (Vince Vaughn) und Nick Campbell (Owen Wilson) sind ausgezeichnete Verkäufer, stehen aber, nachdem ihre Firma dicht gemacht hat, auf der Straße. Da sie keine bessere Idee haben schmuggeln sich die beiden, die keine Ahnung von Technik und/oder dem Internet haben, ausgerechnet bei Google unter, wo sie ein Praktikum absolvieren, dass möglicherweise zu einer Festanstellung führt. Dabei müssen sie sich mit einem Haufen junger Intelligenzbestien herumschlagen, die wesentlich mehr von der geforderten Materie zu verstehen scheinen.

The Internship

Selten habe ich einen Film gesehen, der sich so perfekt für ein Trinkspiel eignet. Das könnte dann so oder ähnlich aussehen:

  • Ist das Google-Logo zu sehen – nimm einen Schluck Bier…
  • Wird Google namentlich erwähnt – nimm einen Schluck Bier…
  • Wird ein Google-Produkt namentlich erwähnt (Chrome, Gmail, usw.) – nimm einen Schluck Bier…
  • Wird die Konkurrenz (Facebook, Apple) namentlich erwähnt, oder ist ein entsprechendes Logo zu sehen – trinke einen Tequila-Shot…
  • Ist einer der beiden Google-Gründer zu sehen – trinke ein Glas Whiskey…

Gewonnen hat dann prinzipiell jeder, der sich am nächsten Tag noch an das Ende des Films erinnern kann (wenn vermutlich auch nur vage).

Vorweg schicken möchte ich, auch wenn der Film anderes vermuten lässt, dass der Film kein Rekrutierungsvideo einer gewissen Firma sein will, deren bekanntestes Produkt eine Internetsuchmaschine ist. Allerdings hat Google es gestattet, gewisse Szenen in ihrem Googleplex getauftem Unternehmenssitz zu drehen. Der verbleibende Teil wurde am Campus des Georgia Institute of Technology in Atlanta gedreht und die Kombination aus beiden Standorten erschafft eine gelungene Illusion.

Regie bei diesem Film führt Shawn Levy, der am liebsten Komödien wie „Der rosarote Panther“ oder „Nachts im Museum“ als leichte Kost für die ganze Familie inszeniert. Ebenfalls für dieselbe Zielgruppe, aber weniger als Komödie ausgelegt war einer von Levys letzten Filmen und zwar „Real Steel“ mit dem er unter Beweis stellen konnte, das er spannende Filme mit Herz technisch gelungen auf die Leinwand bringen kann.

Beim Drehbuch maßgeblich beteiligt war Vince Vaughn und, ganz ehrlich, ein Drehbuch dass den Humor der Hauptdarsteller Vaughn/Wilson besser einfängt, hätte man kaum schreiben können. Die Art und Weise wie die beiden sich um Kopf und Kragen reden, ohne dabei auch nur den geringsten Schimmer zu haben worum es in der jeweiligen Situation eigentlich geht, ist einfach nur köstlich.

Dennoch gibt es hier das eine oder andere ABER, mit dem man leben muss. Unter anderem spricht man den beiden jegliche technische Kompetenz ab, was an und für sich nicht so schlimm wäre. Wenn aber dann zum Beispiel wiederholt von On-The-Line (statt online) die Rede ist müsste man eigentlich davon ausgehen, dass dank irgendeines Fluches, Steve Jobs die beiden für den Rest des Films als Geist heimsucht.

Des Weiteren sollte man eine gewisse filmische Vorkenntnis haben, damit gewisse Pointen überhaupt funktionieren können. Wenn man keine Ahnung hat wer Professor Xavier (X-Men), Admiral Ackbar (Star Wars), Biff Tannen (Zurück in die Zukunft) ist oder was es mit dem Spiel Quidditch (Harry Potter) auf sich hat, der wird an einigen Stellen deutlich weniger zu lachen haben.

Vince Vaughn (Voll auf die Nüsse) und Owen Wilson (Zoolander) spielen hier nicht zuletzt wegen des bereits erwähnten Drehbuchs ihre Paraderollen und haben dabei ihren Spaß. Leider gibt es aber kaum jemanden, der da mithalten kann. In Erinnerung bleibt wenn überhaupt Max Minghella (The Ides of March), der als Anführer eines gegnerischen Teams gerne über Leichen geht – notfalls über die es eigenen Teams. Aasif Mandvi (Der Diktator) wird als meist übel gelaunter Mr. Chetty gerne das Opfer von bissigen Bemerkungen des dynamischen Duos, während eine mögliche Romanze mit Rose Byrne (X-Men: First Class) spätestens gegen Ende in der Belanglosigkeit verläuft.

Letzten Endes ist „Prakti.com“ eine durchaus gelungene Komödie, die die beiden Protagonisten das tun lässt, was sie am Besten können. Hier kann man durchaus seinen Spaß haben, eine gewisse Schmerzbereitschaft und Filmkenntnis natürlich vorausgesetzt.

Der Film „Prakti.com“ bekommt daher von mir 7,5/10 die Googleness ergründende Empfehlungspunkte.


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