Fright Night 2 (Filmkritik)

Charley Brewster und seine Klassenkameraden sind als Austauschstudenten in Rumänien unterwegs. Er möchte sich bei diesem Trip wieder mit seiner Freundin Amy versöhnen, während sein bester Kumpel Ed nur auf Spass aus ist. Kurz nach der Ankunft fällt ihm die mysteriöse Professorin Gerri Dandridge (Jaime Murray) auf, die anziehend und unheimlich zugleich wirkt.

Um seine Neugierde zu befriedigen spioniert Charley ihr nach und hat schon bald lebensbedrohliche Probleme am Hals. Seine neue Lehrerin ist nämlich ein Vampir, doch wie soll er den Behörden oder auch nur seinen Freunden glaubhaft vermitteln, dass das kein schlechter Scherz ist, sondern der blutigen Wahrheit entspricht? Vielleicht kann ja Peter Vincent helfen, der Moderator einer beliebten Horror-Dokureihe.

Fright Night 2

Manche Sachen sind schwer. Etwa die Existenzberechtigung dieses Filmes erfassen zu können. Zuerst aber mal zu Verständniszwecken zurück zur Geschichte dieser Reihe. Im Jahre 1985 entstand der erste kultige „Fright Night“ Film, der drei Jahre später eine nicht minder unterhaltsame Fortsetzung nach sich zog. Im Jahre 2011 kam dann schließlich das für mich sehr gelungene aber finanziell nicht erfolgreiche „Fright Night“ Remake ins Kino. Und der aktuelle Film, was ist der nun genau?

Hier wird nicht die Story des zweiten Teiles neu erzählt, sondern die des Originals erneut. Oder soll das etwa ein Remake eines Remakes sein, in billig produzierter DVD-Premieren Form? Aus Mann (Jerry) wird Frau (Gerri), aus Nachbar wird Professor. Oh und die Handlung spielt „originellerweise“ in Rumänien. Höre ich da wen Transsilvanien sagen? Held Charley, die große Liebe Amy, Kumpel Evil Ed und Showman und Gruselexperte Peter Vincent, alle sind wieder dabei und die Handlung hat für Kenner der vorherigen Teile daher genau null Spannung, denn geändert wurde vom Ablauf so gut wie gar nichts.

Warum ich an diesem uninspirierten, von Regisseuer Eduardo Rodriguez (Stash House) inszenierten Film doch auch meinen Spass hatte? Die Antwort ist, neben ein paar doch gut gelungenen Szenen, völlig klar: Jaime Murray (Defiance). Die Dame ist sexy, ihre Performance kraftvoll und verspielt und am Ende habe ich mir gewünscht, dass sie als klare Siegerin der Sache hervorgeht. Leider ist sie nicht in genug Szenen zu sehen und überhaupt sollte ihr Gesicht öfter das Licht der Leinwände erblicken und nicht nur im Fernsehalltag (Ringer, Warehouse 13, Hustle) versteckt werden.

Die restlichen Darsteller sind leider entweder zum Vergessen, zum Ärgern oder einfach nur so schlecht, dass es wieder lustig ist. Will Payne als Charley wirkt wie ein dummer, unbeholfener Junge, der gar keine Sympathien auf seine Seite zieht. Chris Waller als Ed spielt teilweise so aufgesetzt und unglaubwürdig, dass ich nur herzhaft lachen konnte. Sacha Parkinson als Amy steigert sich gegen Ende, hinterlässt aber keine bleibenden Eindrücke und Sean Power als Peter Vincent ist zwar manchmal sogar freiwillig komisch und auch ansatzweise witzig, doch er wirkt eigentlich nur besser, weil die Anderen gar so schlecht sind.

Nach dem echt peinlichen Einstieg in den Film inklusive Vampirangriff, bei dem ich noch gehofft hatte, die Beteiligten würden gerade im Kino sitzen und sich einen schlechten Film anschauen (dem war aber leider nicht so), sind nach der langweiligen weil bekannten Einführung der Charaktere, doch auch ein paar Szenen atmosphärisch richtig dicht geworden und wirken gekonnt und spannend inszeniert.

Wieder mal ist es Murray, die dabei die schon guten Sequenzen, richtig toll macht. Blutbad, schwarze Augen inklusive Killerblick, Raubtiergeräusche plus Anspringen der Opfer, Einsetzen der vampirischen Sinne. Das alles könnte peinlich sein, ist aber dank der Protagonistin gelungen und zeigt, dass Regisseur und Kameramann mit einem originellerem Drehbuch und ähnlich begabten Co-Schauspielern, durchaus einen unterhaltsamen Genrebeitrag schaffen könnten. Ganz am Ende kommen dann leider wieder die auch am Anfang eingesetzten CGI-Effekte hinzu, die in dieser Form wohl keiner gebraucht hätte.

Was bleibt ist ein langweiliges und bis auf eine große Ausnahme mies gespieltes Remake, dass es meiner Meinung nach in dieser Form nicht geben sollte. Die überragende Schurkin und ein paar gute Szenen retten den Film zwar vor dem Totalabsturz, doch meine „diese Leute würde ich gerne nie mehr vor der Kamera sehen“ Liste hätte wirklich keine Erweiterung gebraucht und die Frage nach dem wieso (kann es nach einem Flop-Remake sein, dass ein weiteres, billigeres Remake doch erfolgreich ist bzw. den Schaden ausgleicht?!?) bleibt für mich die spannendste und auch einzige Sache, die ich hiervon in Erinnerung behalte.

„Fright Night 2“ bekommt von mir 4/10 unnötige, nur durch den Jaime Murray Bonus vor dem Untergang gerettete Empfehlungspunkte.


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