Defiance (Serienkritik)

Nach dem Jahr 2013 ist nichts mehr wie es einmal war. Aliens tauchten wie aus dem Nichts auf, und planten die Erde zu ihrer Heimat zu machen, nachdem ihr eigenes Sternensystem durch eine Supernova zerstört wurde. Die Votans, ein Kollektiv von 7 verschiedenen Alien-Rassen, dachten dass die Erde unbewohnt ist und werden bei ihrer Ankunft von den Menschen feindselig behandelt. Einigen Votans wurde es erlaubt sich auf der Erde niederzulassen, doch nach einem Attentat auf einen hochrangigen Votan-Diplomaten bricht ein Krieg aus, der für die Aliens, aber auch für die Erde fatale Folgen hat. Tausende Votans sterben im Hyperschlaf als ihre Flotte in der Erdumlaufbahn explodiert.

Bei dieser Explosion wird versehentlich eine Terraformer-Technologie aktiviert, die radikale Folgen auf der Erde hat. Die Welt gleich nun mehr einer Wüste, Schluchten tun sich auf, neue Berge entstehen und die Erdoberfläche ist bedeckt mit Schutt und Asche. Auch Tiere tragen ihren Schaden davon. Sie mutieren und paaren sich mit den Tieren die die Votans mitgebracht haben. So entstehen gefährliche Hybriden. Nach einem langen und für beide Seiten erschöpfenden Krieg, einigt man sich auf einen Waffenstillstand. In der Stadt Defiance leben Menschen und Aliens miteinander, doch die Spannungen zwischen den Rassen sind noch immer deutlich zu spüren. Als ein Mensch ermordet wird, droht die Situation zu eskalieren. So engagiert die Bürgermeisterin Amanda Rosewater (Julie Benz) den ehemaligen Soldaten Joshua Nolan (Grant Bowler) und seine Ziehtochter Irisa Nyira (Stephanie Leonidas) um den Mord aufzuklären.

Defiance

Wow, schon ewig keinen so langen Plot geschrieben wie bei dieser Serie. Um dieser sehr umfangreichen Geschichte gerecht zu werden, war vor allem eines nötig, Sendezeit. Daher entschied sich der Sender Syfy sich dafür, einen 2-stündigen Piloten ins Rennen zu schicken, was heutzutage schon fast eine Seltenheit ist. Inzwischen sichern sich die Sender immer mehr ab und stampfen Serien oft schon nach der Ausstrahlung der ersten Folge ein. Da hat es für die Produzenten dann echt wenig Sinn kostbare und vor allem teure Sendezeit für ein Experiment zu verschwenden.

Nachdem einige der großen Shows wie „Stargate“, „Fringe“ und „Battlestar Galactica“ eingestellt wurden, war es nur eine Frage der Zeit, bis man versuchen würde, die Lücke, die hier hinterlassen wurde mit einer neuen Show zu füllen. Ist dies gelungen? Das kann ich nachdem ich die Pilotfolge gesehen habe nur bedingt bejahen. „Defiance“ entspringt der Vorstellung von Rockne S. O’Bannon, der unter anderem auch schon die Serien „Seaquest DSV“ und „Farscape“ kreierte.

Man machte sich die Mühe den Linguisten David J. Peterson an Bord zu holen, der eigens für die Serie 2 Alien-Sprachen erschuf, die ähnlich wie bei „Firefly“ und „Serenity“ oft eingesetzt werden, wenn Schimpfwörter vorkommen, die für das amerikanische Fernsehen eigentlich zensiert werden müssten.

Was mich persönlich schon mal als Erstes störte, war das man schon fast nachlesen muss um die gesamte Bandbreite der Geschichte die hier erzählt wird zu verstehen. Denn in 90 Minuten Sendezeit kann man einfach nicht alles unterbringen. Grundsätzlich ist es interessant zu wissen, wie die Aliens unterteilt werden und was genau die Geschichte des Krieges war, aber ich denke nicht jeder Zuseher hat die Zeit und Muße wie ich das Internet diesbezüglich zu durchstöbern. Wahrscheinlich wird in den es nächsten Folgen noch einiges an Erklärungen geben, aber ich beschreibe hier ja nun mal meinen ersten Eindruck.

Grundsätzlich sollte man schon ein Liebhaber von Science Fiction sein um diese Serie zu sehen. Doch da man sich auch aus vielen anderen Genres bedient, kann man es auch als „normaler“ Zuseher wagen, einen Blick zu riskieren. Da ist die Rede von politischen Verschwörungen, ein wenig Crime (Grant Bowler wird der Sheriff von Defiance), die Liebe kommt auch nicht zu kurz (Romeo und Julia – hier zwischen einem Alien und einem Menschen). Nebenbei findet sich auch solide Action, die dafür sorgt, dass man sich auf keinen Fall langweilt. Dazu tragen auch die Schauspieler bei, die routiniert dafür sorgen, dass sie den Zusehern nicht egal sind. Besonders erwähnenswert sind hier Julie Benz (Dexter; Buffy, the Vampire Slayer), Grant Bowler (True Blood, Lost) und Stephanie Leonidas.

Was noch? Die Erde wirkt trotz aller oben erwähnten Folgen durch den Terraformer-Unfall noch seltsam vertraut, was eigentlich schade ist, denn hier hätte man sich so richtig austoben können. Die Special-Effects wirken teilweise unterirdisch (soll heißen grottig), aber bei einer Serie finde ich es nicht ganz so wichtig, dass CGI komplett realistisch aussieht. Die Aliens wirken so, als könnte es die einzelnen Rassen wirklich geben, wenngleich ich mir nicht vorstellen kann, wie diese sieben komplett verschiedenen Rassen irgendwo als Kollektiv gelebt haben. Dafür wirken sie einfach nicht harmonisch genug im Umgang miteinander.

Fazit: „Defiance“ ist es durchaus wert einen Blick zu riskieren, wenngleich man seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben sollte. Aber so ist es dann auch leichter positiv überrascht zu werden. Eine Welt, bevölkert von Aliens (die auch realistisch aussehen) und Menschen – dies hat durchaus das Potential über die 13 Folgen der ersten Staffel die Zuseher gut zu unterhalten.

„Defiance“ bekommt von mir 7/10 nicht von dieser Erde stammenden Punkten


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