Killjoys – Staffel 2 (Serienkritik)

Nachdem Dutch (Hannah John-Kamen) und John (Aaron Ashmore) ihr entführtes Teammitglied D´Avin (Luke Macfarlane) wieder gefunden haben und befreien konnten, versuchen sie, wieder den „normalen“ Alltag in ihr Leben als intergalaktische Kopfgeldjäger einkehren zu lassen. Gleichzeitig müssen sie jedoch einen Weg finden, mit der wachsenden Bedrohung der emotionslosen Killjoys der Level 6 umzugehen.

Dutch früherer Mentor Khlyen (Rob Stewart) ist der Schlüssel und auch wenn sie Angst und Respekt vor ihm hat, muss Dutch ihn unbedingt finden. Währenddessen spitzen sich die politischen Machtkämpfe auf den Planeten zu und fordern immer mehr unschuldige Opfer. John kann wegen seiner Liebe zu Doktor Pawter (Sarah Power) nicht tatenlos zusehen, doch was bedeutet dieser Alleingang für sein Team?

Die Stärken ausbauen, was nicht so gut funktioniert hat weglassen und tiefer und die eigene Mythologie eintauchen. In der wiederum zehn Folgen umfassenden zweiten Staffel von „Killjoys“ bekommt man als Fan genau das geboten, was man sich gewünscht hat. Während die drei Hauptfiguren wachsen und sich weiter entwickeln, bekommen auch bereits bekannte Nebencharaktere mehr zu tun und helfen unseren Lieblingskopfgeldjägern, erstmals Hinweise auf eine große, hinter den Kulissen laufende Verschwörung zu finden.

Grundsätzlich ist dies noch immer eine „leichte“ Show, die auf Wortwitz, schräge Situationen, schnelle Action und grelle Bilder setzt, die Substanz dahinter, ist jedoch im Vergleich zur ersten Staffel weiter gewachsen. Es gibt sogar mehrere dramatische Momente und diese haben psychische Auswirkungen auf unsere Helden, jedoch ist die gesamte Inszenierung so aufgebaut, dass man nie Gefahr läuft, die Hoffnung auf ein mögliches Happy End gänzlich aus den Augen zu verlieren.

Dass D´Avin nun als „Geheimwaffe“ (seht selbst was ich meine) gegen die Level 6 mehr zu tun hat und einige der witzigsten „Over the Top“- Momente (ich sag nur explodierende Augäpfel) spendiert bekommt, macht ihn um einiges sympathischer und bringt ihn gänzlich weg vom lästigen Anhängsel/Problemkind, dass er zeitweise zu Beginn der Serie war. Während Dutch mit ihm alles ausgesprochen hat – auch wenn es noch immer eine sichtbare Anziehungskraft zwischen beiden gibt – ist es ausgerechnet sein Bruder John, der für Ärger sorgt.

Aus Liebe, ja, und um Gutes zu tun, doch er spricht mit seinem Team nicht darüber und agiert somit hinter ihrem Rücken. Beide Handlungsstränge finde ich sehr stimmig, natürlich sind sie auch miteinander verbunden, das Ganze fühlt sich an wie eine natürliche Weiterentwicklung der Story. Dabei wird hier noch mehr aufgebaut als aufgelöst (zum Glück kommt bald die dritte Staffel), von den Gegenspielern kennt man bis jetzt abgesehen von diversen Handlangern nur wenige. Wobei die zukünftige Gegnerin von Dutch, ohne jetzt etwas zu verraten, das könnte noch sehr spannend werden.

Hannah John-Kamen (Star Wars Episode 7) als Dutch ist weiterhin cool und charismatisch, man schaut ihr einfach gerne zu bei der Arbeit. Fast noch besser als ihre Action-Momente sind die Szenen, in denen sie etwas aus ihrer traumatischen Vergangenheit preisgibt. Da ist sie dann irgendwie verletzlich, wirkt dabei gleichzeitig aber noch gefährlicher, da sie permanent versucht Herr über die Situation zu werden. Noch immer einfach lässig ist Aaron Ashmore (Warehouse 13) als Nerd John, der neben Dutch und seinem Raumschiff Lucy, nun auch eine neue, nicht platonische Liebe findet.

Die von Sarah Power (I-Lived) gespielte Doktor Pawter ist aber nicht nur die schöne Dame an seiner Seite, sie nutzt nun viel mehr als in Staffel eins ihre adelige Herkunft, um Gutes für die kleinen Leute zu tun. Ob das gut ankommt bei den Mächtigen, ist eine Frage, die ebenfalls geklärt wird. D´Avin Darsteller Luke Macfarlane (Mercy Street) hat wie bereits erwähnt ebenfalls mehr zu tun, er überzeugt auch in den witzigen Momenten, von denen er einige durchlebt. Auch der Rest des Cast ist in guter Spiellaune, erwähnen möchte ich aber noch Stephanie Leonidas (Defiance) in einer kleinen Nebenrolle, die mit ihrem Schussarm und ihrem ruppigen Charme, einfach im Gedächtnis bleibt. Die Dame sieht man seit „Mirrow Mask“ viel zu selten.

Insgesamt daher eine zweite Staffel, die gerade durch den Aufbau aus der ersten, noch besser funktioniert. Der Unterhaltungswert ist hoch sowohl auf dem Nerd-Bereich, als auch bei der Action und dem Trashfaktor und es wird einiges angedeutet und gezeigt, was auf spannende Konfrontationen/Konstellationen in der Zukunft hinweisen könnte. Noch immer weniger unberechenbar als die Schwestern-Serie Dark Matter, jedoch eigenständig und mitreissend genug, um als Zuschauer gerne immer wieder in diese Welt einzutauchen. Bleibt nur noch eine Frage: Steht der Code der Killjoys über allem, oder gibt es noch mehr da draußen?

„Killjoys – Staffel 2“ bekommt von mir 7/10 gemeinsam auf unterschiedliche Weise die Mächte im Hintergrund bekämpfende Empfehlungspunkte.


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