The Ticket (Filmkritik)

James (Dan Stevens) ist seit seiner Jugend blind. Eines Tages geschieht jedoch ein Wunder und er kann wieder sehen. Der Tumor, der bisher auf seinen Sehnerv gedrückt hat, ist aus unerklärlichen Gründen geschrumpft. James schmiedet daraufhin Pläne seine Karriere voran zu bringen und übersieht dabei die Menschen die ihm bisher wichtig waren.

Für Regie und Drehbuch ist an dieser Stelle der aus Israel stammende Ido Fluk verantwortlich. Der versucht dann in seinem Film, mit einer interessanten Prämisse und einem unglaublich talentierten Dan Stevens (The Guest), eine Geschichte zu erzählen. Doch warum heißt der Film, in dem der ehemals blinde Protagonist plötzlich wieder sehen kann, „The Ticket“?

Im Film gibt es eine Geschichte, die von James mehrfach erzählt wird. Die geht dann sinngemäß so: Ein Mann betet zu Gott, er möge ihn doch bitte im Lotto gewinnen lassen. Er tut das für mehrere Jahre. Irgendwann geht ein Engel zu Gott und fragt: „Können wir ihn nicht endlich gewinnen lassen?“, worauf Gott antwortet „Würde ich gerne, aber er hat nie ein Los (Ticket) gekauft!“.

Die eigentliche Geschichte ist deutlich weniger spannend, als man möglicherweise vermuten würde und irgendwie hat man das Gefühl, Fluk hätte klar zu wenig Material für einen Spielfilm gehabt. Dieser Umstand macht sich gleich mehrfach bemerkbar. Irgendwie hat man als Zuschauer eine vage Vorstellung, wo der Regisseur möglicherweise, vielleicht hinwollte.

Dennoch wirkt die Geschichte langatmig und es passiert den gesamten Film über nicht besonders viel. Noch bedenklicher ist dann allerdings, dass selbst am Ende nicht klar ist, was man dem Zuschauer denn eigentlich vermitteln wollte. Dieser Umstand lässt den Film dann auch in seiner Gesamtheit irgendwie substanzlos wirken.

Dass Dan Stevens ein sehr talentierter Schauspieler ist, war spätestens seit „Legion“ klar. An dieser Stelle ist er dann auch, dank seines Charismas, der einzige Schauspieler, der halbwegs einen Eindruck hinterlässt. Allerdings kann auch Stevens nur bedingt etwas aus einer Rolle machen, die nicht sehr viel herzugeben scheint.

Dabei wäre vorab etwas Kontext notwendig gewesen. Dass beispielsweise eine wundersam geheilte Blindheit die Dynamik einer Beziehung ändert, klingt in der Theorie erst einmal plausibel. Dennoch hat der Zuschauer keine Vergleichswerte, weil der Film damit beginnt, dass James wieder sehen kann. Zwar versucht man vereinzelt Details im Nachhinein zu erklären, was aber nicht funktioniert.

Das Verhalten von James ist ebenfalls plausibel. Der will unter anderem an seiner Karriere arbeiten. Im Zuge seiner Arbeit hat er dann eine Idee für etwas, was am Besten als Abzocke beschrieben werden kann. Dieser Teil des Films ist allerdings völlig unspektakulär. Zudem gelingt es nicht herauszuarbeiten, wie sich James Charakter im Lauf der Geschichte verändert hat.

Alles in allem ist „The Ticket“ ein Film mit einer langweiligen Geschichte, die zudem scheinbar auf eine Aussage ganzheitlich verzichtet. Der einzige Lichtblick ist Dan Stevens, der vergleichsweise viel aus seiner Rolle herausholt.

Der Film „The Ticket“ bekommt 4/10 erblindete Empfehlungspunkte.


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