Warehouse 13 (Serienkritik)

Pete Lattimer (Eddie McClintock) und Myka Bering (Joanne Kelly) arbeiten beide beim Secret Service. Während Myka nach einer persönlichen Tragödie sich voll auf die Karriere konzentriert, nimmt Pete die Sache weniger genau und verlässt sich oft auf seinen sechsten Sinn, was nicht selten zu Konfrontationen mit der analytischen, logischen Ader von Myka führt. Nach einem gemeinsamen Einsatz rund um ein gehiemnisvolles Artefakt bleiben einige Fragen offen, vor allem Pete wird etwas aus der Bahn geworfen.

In der folgenden Nacht werden die beiden Agenten von einer mysteriösen Dame namens Mrs. Frederic (CCH Pounder) aufgesucht. Frederic ist ab jetzt der neue Boss von Pete und Myka, und sie werden in South Dakota für Einsätze gebraucht, die die nationale Sicherheit betreffen. Bei den Zielkoordinaten angekommen, stehen die beiden leicht irritierten Agenten vor einem riesigen Lagerhaus mitten in der Einöde. Ein schrulliger Wissenschaftler namens Artie (Saul Rubinek) heißt sie herzlich willkommen und führt sie in die Geheimnisse des Gebäudes ein. Hier werden seit Jahren Gegenstände gesammelt, die übernatürliche Kräfte besitzen und das Leben der Menschheit gefährden könnten. Pete und Myka sind nun die neuesten Mitglieder im Team deren Aufgabe es ist, verdächtige Artefakte ausfinidig zu machen, sie zu neutralisieren und dann in „Amerikas grösstem Speicherplatz“ zu bunkern.

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Der amerikanische SciFi Channel heißt nun neuerdings SyFy und mit Warehouse 13 hat man diese neue Ära der übernatürlichen Unterhaltungsform eingeläutet. Ich finde das war eine gute Wahl, denn diese Serie nimmt gekonnt Mythologien und Charakterkonstellationen aus anderen Mysterieserien und auch aus der Wiklichkeit, und mixt sie zu einer neuen, angenehm altmodischen und sich nie ganz ernst nehmenden Serie zusammen.

Das Lagerhaus selbst sieht von außen (natürlich als Tarnung) alt und baufällig aus, doch auch innen sind hunderte alte Regale aufgestellt auf denen in schmutzigen Holzkisten gefährliche Artefakte gelagert werden. Es gibt hier keine Kameras, keinen Lift oder eine Rolltreppe, alles wirkt ziemlich alt und eigentlich sind die Sicherheitsvorkehrungen lächerlich wenn man an die möglichen Gefahren denkt. Zur Kommunikation zwischen Artie und den Agenten wird ein Zweiwegvideogerät benutzt, das bereits 1929 erfunden wurde und als Waffe eine Elektropistole, die von dem 1943 verstorbenen Wissenschaftler Nikola Tesla erfunden wurde.

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Soviel zur skurrilen Ausgangslage, nun mal zu den Charakteren. Eddie McClintock als Pete ist ein smarter Frauenheld, der sich oft auf Schwingungen verlässt die er spürt und dann sofort darauf reagiert und für einen Außenstehenden daher unlogisch handelt. Er ist fast schon ein Prototyp für den einen Teil eines „ungleichen Heldengespanns“, genau wie sein weiblicher Gegenpart. McClintock spielt souverän verschmitzt, sein Spiel ist für mich vergleichbar mit dem von David Boreanaz in der Serie Bones.

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Joanne Kelly als Myka ist immer gefasst, zeigt wenig Gefühle und möchte alles mit ihrem Verstand lösen. In Wirklichkeit ist sie natürlich innerlich zerissen durch ihre unterdrückten Emotionen, die Pete natürlich mit seiner manchmal penetranten Art gerne mal an die Oberfläche befördert. Kelly hat vor allem durch ihre Augen und ihre gesamte Gestik eine sehr eigene Spielart, die Chemie zwischen ihr und McClintock stimmt erfreulicherweise ebenfalls.

Saul Rubinek ist der typische Wissenschaftler. Geistig eigentlich allen überlegen macht er dieses Plus mit seiner körperlich schlechteren Verfassung wieder weg. Er ist öfters grantig und genervt und ist schnell beleidigt, wenn man seine Dienste nicht zu schätzen weiß. Sehr sympathisch also der von Rubinek mit sichtbarer Spielfreude dargestellte „Mann hinter dem Computer“.

Natürlich gibt es auch die typischen „Push und Pull“ Momente zwischen Pete und Myka, wie Mulder und Scully oder Bones und Booth werden sich die beiden Hauptpersonen immer wieder näherkommen, nur um sich dann wieder mal von einander wegzustossen. Sowas kennen wir ja schon und sowas lieben wir ja auch als Zuseher. Es gibt zwar noch mehr wiederkehrende Charaktere, doch dies ist ja nur ein erster Eindruck dieser Serie für euch, von der in Amerika gerade mal die vierte Folge gelaufen ist.
Insgesamt liefert das gesamte Ensamble eine gute Leistung ab.

Der Mix stimmt hier auf jeden Fall, vor allem der kindliche Charme den die Serie in ihrer teilweisen absichtlichen Naivität ausstrahlt, hat mir besonders gut gefallen. Wer also Mysterieserien mag und auch schon einige gesehen hat, der wird sich hier schnell wieder zu Hause fühlen und sogar auf ein paar neue Ideen, frische Darsteller und eine angenehm lockere Inszenierung treffen. Bin schon gespannt was nach den Hass durch Liebesschmerz fördernden Haarsteckern und Gefühle von Glückseligkeit auslösenden Musikstücken alles noch so auf unser Warehouse Team zukommt.

Warehouse 13 bekommt von mir 8/10 Geheimnisse bewahrende Empfehlungspunkte.


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