Stargate Universe SGU (Serienkritik)

Seit der Endeckung des ersten Stargates sind Reisen durch die Galaxien hin zu fremden Planeten für die Teams des Stargate Centers zur Alltäglichkeit geworden. Es ist den Wissenschaftlern bis jetzt jedoch noch nie gelungen auch den neunten Chevron des Stargates zu aktivieren, mit dessen Hilfe und dem damit im Gate erzeugten Wurmloch man wahrscheinlich noch weiter entfernt ins Universum hinein reisen könnte.

Auf einem der Erde ähnlichen Planeten arbeitet Doktor Nicholas Rush (Robert Carlyle) auf der geheimen Ikarus Basis genau an diesem speziellen Problem. Als die Basis jedoch unerwartet von unbekannten Angreifern attackiert wird und der ganze Planet droht zu explodieren, wittert Rush seine vielleicht letzte Chance. Statt der Koordinaten der Erde schafft er es den neunten Chevron zu aktivieren und so flüchten die anwesenden Menschen in letzter Sekunde durch das Stargate ins Ungewisse.

Die Überlebenden finden sich mehrere Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt auf einem uralten unbemannten Schiff der Antiker namens Destiny wieder, die diese Schiffe gebaut haben, um die Vernetzung des Stargatesystems zu immer noch weiter entfernten Orten möglich zu machen. Doktor Rush muss schnell handeln, denn die Lebenserhaltungssysteme des Schiffes schwächeln und die verängstigten und teilweise verletzten Menschen wollen nur so schnell wie möglich wieder nach Hause zur Erde zurück, doch ist dies überhaupt jemals wieder möglich?

Stargate-Universe-SGU

So, zu Beginn mal ein bißchen Stargate Geschichte, obwohl man sich als Science Fiction Fan in diesem Universum wohl eh nicht schlecht auskennen dürfte. 1994 erschuf der deutsche Regisseur Roland Emmerich mit seinem Film Stargate (mit Kurt Russell als Col. Jack O`Neill und James Spader als Dr. Daniel Jackson) ein ganz neues, eigensständiges Universum mit zahlreichen, nahezu unbegrenzten Möglichkeiten.

Es wurde ein paar Jahre ruhig rund ums Stargate, bis 1997 mit „Stargate SG 1“ der Beginn einer der erfolgreichsten SciFi Serien aller Zeiten eingeleitet wurden. 10 Jahre lang durften wir Richard Dean Anderson und sein Team auf seinen Reisen begleiten, 2007 war dann nach 10 Staffeln die Serie zu Ende, doch es folgten 2008 auch noch zwei Videofilme, in denen die Geschichte noch weiter ging.

2004 startete die erste Spinoff Serie „Stargate Atlantis“, die zwar weniger erfolgreich als ihr Vorgänger lief, es doch immerhin auf fünf Staffeln brachte und im Jänner 2009 flimmerte in Amerika die letzte Folge über den Bildschirm. Angeblich sind auch hier noch Fortsetzungen der Abenteuer in spielfilmlänge geplant, wir sind gespannt wie es weitergeht.

Nun sind wir im Oktober 2009 angelangt und die ersten beiden Folgen des dreiteiligen Pilotfilms „Air“, des zweiten Stargate Spinoffs „Stargate Universe“, wurden auf dem allseits beleibten SyFy Channel gesendet. Mein erster Eindruck: die Serie erinnert mich sowohl an Star Trek Voyager (von der Ausgangslage her) und an die neue Battlestar Galactika Serie (von der düsteren Stimmung und wie die Charaktere eingeführt werden und zueinander stehgen). Dies ist aber wie schon erwähnt ein erster Eindruck, kann sich ja alles noch ändern im laufe der ersten Staffel.

Die Serie beginnt mit sehr schönen Weltraumaufnahmen und man bekommt wirklich das Gefühl, dass dies der Anfang einer wirklich guten und lange erfolgreich laufenden SciFi Opera werden könnte. Dem Zuseher wird keine Pause gegönnt und man wird sofort mitten in die Action geworfen, da kreuz und quer Menschen und Gepäcksstücke durch ein Stargate geschleudert werden und man keine Ahnung hat, wer diese Menschen sind oder wo sie sich genau befinden. In Rückblenden werden während der aktuellen Handlung einige Details über Hauptcharaktere verraten und so ergibt sich schön lansgam ein Bild darüber, wer hier wichtiger bzw. sympathischer ist und dem Zuschauer die nächsten Jahre über ans Herz wachsen soll.

Mit den Charakteren wird wirklich sensibel umgegangen, fast über jeden der acht Hauptpersonen weiß man gerade genug, um in weiteren Verlauf der Serie noch mehr erfahren zu wollen. Robert Carlyle als Doktor Nicholas Rush ist wohl der bekannteste Darsetller im Team, seine Figur ist auch ziemlich interessant und es ist nie ganz klar, ob er ein eiskalter Wissenschaftler ist, dem Menschen nicht wichtig sind, oder ob er sich nach einem menschlichen Verlust in seiner Vergangenheit nur eine psychische Schutzschicht angelegt hat und sich fortan nur mehr fast fanatisch auf die Arbeit konzentriert.

Der Persönlichkeitsmix im Team ist gut gelungen, die verwöhnte Senatorentochter die plötzlich auf eigenen Beinen stehen muss, der Computernerd in dem ein kleines Genie steckt, der Sergeant der auf Grund des Angriffs aus der Gefängniszelle darf und eine zweite Chance bekommt, die Sanitäterin die eigentlich gar nicht mehr beim Militär sein wollte, diese und noch einige andere Menschen müssen sich zusammenraufen und gemeinsam ums Überleben kämpfen.

Die Story ist zwar eben nicht gerade neu oder kommt einem zumindestens in seine Einzelteile zerlegt aus mehreren Gründen bekannt vor,die ganze Geschichte ist aber ziemlich gut gemacht und erzeugt eindeutig Lust auf mehr. Der Raumschiffkampf am Anfang ist zwar kurz aber sieht wirklich gut aus, auch die zahlreichen Außenaufnahmen vom Schiff der Antiker sehen „echt“ aus. Gute Effekte also, hoffe das Budget ist nicht zu hoch um einen längeren Run de Serie zu gefährden.

Sehr nett sind auch die Gastauftritte von Richard Dean Anderson, Michael Shanks und Amanda Tapping in ihren SG 1 Paraderollen.
Bekannte Gesichter wie Lou Diamond Phillips und Christopher McDonald spielen auch nicht unwichtige Gastrollen in diesem Pilotfilm.

Ein Hinweis auf die Dynamik in den kommenden Folgen gibt es übrigens ganz am Ende des Films. Das Schiff fliegt zwar auf Autopilot und lässt sich grundsätzlich nicht stoppen oder umlenken, Doktor Rush kann den Bordcomputer aber über die Notsituation der Crew an Bord informieren.

Das Schiff reagiert dahingehend, dass es beim nächstgelegenen Planeten einen Stopp einlegt, auf dem sich auch ein Stargate befindet und der genau das hat, was die Crew gerade am dringensten braucht. Dabei läuft aber ein Timer an Bord mit und wer innerhalb der Zeit nicht wieder zurück auf dem Schiff ist, der wird für immer auf dem Planeten gestrandet sein.

Kann also durchaus noch sehr spannend werden und echt der Beginn einer neuen Pflichtserie für SciFi Fans werden, ich werde euch natürlich weiterhin informieren und über mögliche Änderungen aufklären.

Stargate Universum bekommt von mir Chevron 8(vielleicht klappt es ja noch mit der 9)/10 noch viel fernere Galaxien bereisende Empfehlungspunkte.


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