Stash House (Filmkritik)

Zum Geburtstag macht David (Sean Faris) seiner Ehefrau Emma (Briana Evigan) eine ganz besondere Freude: er hat das perfekte Traumhaus für sie beide gefunden und möchte den Kaufvertrag dafür gemeinsam mit ihr unterzeichnen. Emma ist sofort begeistert vom neuen Heim und so steht einer feucht fröhlichen und natürlich heißen Nacht voller Feierlichkeiten nichts mehr im Wege. Zumindestens bis David hinter einer Wand ein riesiges Drogenversteck entdeckt.

Als das verstörte Ehepaar daraufhin das Haus verlassen will um den Fund der Poilzei zu melden, werden sie von einem Typen namens Ray mit vorgehaltener Waffe daran gehindert. Sie können zwar flüchten, doch nun sitzen sie im Haus fest, dass jedoch glücklicherweise mit sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen vom Vorbesitzer zu einer kleinen Festung umfunktioniert worden ist. Können David und Emma einen Ausweg finden, bevor Ray und ein zweiter Bösewicht namens Andy (Dolph Lundgren) einen Weg ins Gebäude hinein finden?

Stash House Film

Weiter gehts mit der „After Dark Action“ Serie und nach Jim Caviezel und Jean-Claude van Damme ist nun Dolph Lundgren an der Reihe, der interessanterweise hier mal nicht als der Gute zu bewundern ist, sondern auf der Seite der Bösen zu finden ist (was angesichts seiner Filmografie ja nicht gerade oft vorkommt). Regie führte Eduardo Rodriguez, der nach einigen Kurzfilmen und Serien hiermit sein Spielfilmdebut abliefert.

Die Ausgangslage ist hier ja schon mal nicht unspannend: ein Ehepaar gefangen in einem Haus, belagert von zwei Killern mit Messern, Schußwaffen und Granaten. Handys sind außer Reichweite, das Netz ist gekappt, die Nachbarn zu weit weg bzw. deren Wände zu gut isoliert, um irgendetwas mitzubekommen. Dafür ist das Haus rund herum mit Videokameras geschützt, das Fensterglas ist kugelsicher, es gibt eiserne Schutztüren und versteckte Räume können einen Flüchtenden im letzten Moment vor dem sicheren Tode retten.

Nach circa 20 Minuten geht dieses Katz und Maus Spiel los und es dauert nicht lange, bis der Handlung zum ersten Mal etwas die Luft ausgeht. Rodriguez hätte hier wohl besser einen weiteren Kurzfilm gedreht, der wäre sicherlich spannender gewesen und hätte aus der dünnen Story alles rausgeholt, was möglich ist. So dauert es aber doch gut einenhalb Stunden, bevor die ganze Geschichte zum überraschungsfreien Ende kommt.

Aufgewertet wird die ganze Sache durch ein paar nette Kameraeinstellungen wie z.b. in einer Szene, wo ein Fahrrad von einem Autodach auf einen Angreifer stürzt und sich die Kamera auf dem Rad selbst befindet. Auch die oftmaligen Schnitte auf das Bild der Überwachungskameras geben der Inszenierung eine eigenständige Atmosphäre. Diese kleinen Tricks sind nett aber da dies ein Actionthriller sein soll, sind für meinen Geschmack die Szenen wo wirklich was los ist, leider doch zu rar gesäet.

Besetzungsmäßig zeigt vor allem Briana Evigan (Burning Bright) dass sie es durchaus verdient hätte, öfters und auch in besseren/größeren Kinoproduktionen dabei zu sein. Von fröhlich, wütend bis hin zur panischen Verzweiflung darf sie die ganze emotionale Bandbreite zeigen und das macht sie ziemlich souverän. Davon profitiert auch Sean Faris (Freerunner), mit dem sie als ihr Filmehemann eine tolle Chemie zusammen hat und der es hier im Vergleich zu manch anderen seiner Filme schafft, sehr überzeugend rüberzukommen.

Dolph Lundgren (Schwerter des Königs: Zwei Welten) dafür wirkt völlig unterfordert und etwas lustlos als zwar eiskalt abgebrühter, doch mit privaten Problemen kämpfender Antagonist. Um schauspielerisch punkten zu können ist seine Rolle einfach zu beliebig und ein Lundgren Film ohne Schlägerei bzw. zünftige Schießerei gewürzt mit ein paar zynischen Sprüchen, ist sowieso kein „echter“ Film des schwedischen Actionaltstars. Schade, ich hätte ihm eine wirklich abartig bösartige Schurkenrolle vergönnt.

Was man am Ende bekommt ist also eine spannende Grundidee, der aber in regelmäßigen Abständen etwas die Energie ausgeht, was zu einigen langatmigen bzw. unnötig lang gestreckten Passagen führt. Man bekommt Evigan und Faris in Topform zu sehen, Lundgren gelangweilt und für Fans der „Castle“ Serie stapft ein in seiner Rolle unglaublich unsympathischer Jon Huertas (Javier Esposito in „Castle“) duch die Gegend. Handwerklich ist der Film aber gelungen, wünsche dem Regisseur für seinen nächsten Film daher ein besseres Drehbuch.

Stash House bekommt von mir 5,5/10 das geliebte Heim nie mehr verlassen wollende Empfehlungspunkte.


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