House on Haunted Hill (Filmkritik)

Stephen H. Price (Geoffrey Rush) ist ein exzentrischer reicher Mann, der mit seinen Vergnügungsparks viel Geld verdient hat. Als seine verwöhnte Frau Evelyn (Famke Janssen) ihre Geburtstagsfeier ausgerechnet in einem stillgelegten Irrenhaus feiern möchte, in dem nach einem Feuer zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sind und in dem es spuken soll, entspricht das völlig seinem schrägen Humor.

Er vernichtet ihre Geburtstagsliste und lädt selbst Leute ein. Die vier Menschen die dann wirklich erscheinen, sind jedoch sowohl für Evelyn als auch für Stephen Unbekannte. Trotzdem verfolgt dieser weiterhin seinen Plan und bietet jedem einzelnen Besucher eine Million Dollar, sollte er eine Nacht in diesem verwunschenen Haus überleben. Auf was sich alle Anwesenden hier jedoch genau eingelassen haben, das werden sie schon bald zu spüren bekommen und es wird ihnen nicht gefallen.

House on Haunted Hill

Dieses Remake des gleichnamigen Filmes aus dem Jahr 1959 von William Castle, ist das Debüt der Firma Dark Castle Entertainment, die 1999 von den Produzenten Joel Silver (The Matrix) und Gilbert Adler (Constantine) plus Regisseur Robert Zemeckis (Roger Rabbit) gegründet wurde. Mit den meisten unter diesem Label veröffentlichten Filmen haben Kritiker nicht viel Freude (13 Geister, Ghost Ship oder House of Wax um nur ein paar zu nennen) doch ich als Genre-Fan muss sagen: es gibt so viel schlechtere Horror-Filme da draußen und als mal mehr, mal weniger unterhaltsame „guilty pleasure“ Erlebnisse, gehen sie allemal durch.

Regie führte William Malone, dessen Nachfolger Parasomnia mir richtig gut gefallen hat. Sein Haunted House ist da etwas weniger gelungen, hat jedoch seine klaren Stärken. Da wäre zunächst mal Geoffrey Rush, der seinen an Vincent Price angelehnten Schnurrbart mit Würde trägt. Das alleine macht ihn jedoch nicht zu einem sympathischen Kerl, denn das ist er ganz und gar nicht. Er liebt es arme Menschen mit der Verlockung des großen Geldes zu irritieren, nur seine Frau zu ärgern, das macht ihm noch mehr Freude. Die gegenseitigen Boshaftigkeiten der beiden liefern genau den Charme, der der sowieso schon bedrohlichen Atmosphäre, noch eine gewisse Zusatzebene an Unberechenbarkeit verleiht.

Das Gebäude selbst mit den blutenden Wänden, den ächzenden Geräuschen und den Gerätschaften, die wohl großteils zur Folterung von Patienten verwendet wurden, diese Dinge verfehlen ihre Wirkung nicht. Bezeichnend ist hier die Tatsache, dass bei einer immer weiter eskalierenden Atmosphäre, ein paar der lebenden Menschen gegenseitig zu einer akuteren Gefahr füreinander werden, als es die toten Geister sind. Mit den Attacken hält man sich dann einigermaßen zurück, wenn jemand stirbt dann wird dies meist nicht oder nur andeutungsweise gezeigt, später bekommt man dann dafür das Resultat präsentiert.

Wie bereits eingangs erwähnt sind die Psycho-Spielchen zwischen den Price Eheleuten um einiges effektiver, als die Angriffe der im Haus wohnenden Dunkelheit, die (zumindest nach heutigen Massstäben) dann auch noch aufgrund ihrer eindeutig als schlechter CGI-Effekt erkennbaren Herkunft nicht überzeugen kann, sondern höchstens zum Schmunzeln anregt. Das ändert nichts an den gelungenen Settings, der passenden Musik und der gekonnt Umheimlichkeit erzeugenden Kameraführung, es ist aber doch schade, dass dann gerade das Finale am Wenigsten überzeugen kann.

Geoffrey Rush (Die Bücherdiebin) als Price ist das Highlight unter den Darstellern. Selbst wenn er irritiert wird kann er das verbergen, sein Pokerface zu durchschauen, ist nahezu unmöglich. Famke Janssen (X-Men) als seine Frau besticht durch überhebliche Bösartigkeit und der typischen offensiven Langeweile, die reiche Leute gerne an den Tag legen. Eine eiskalte Schlampe eben, genau die Art von Dame, die Mister Price verdient hat.

Die Besucher führt Ali Larter (Legends) als nicht so schnell aufgebende junge Dame an, die eigentlich gar nicht hier sein sollte. Sie ist sofort erkennbar als Final Girl, sie ist durchaus nett – dass man mit ihr mitfiebert, das schafft sie aber nicht wirklich. Taye Diggs (Dylan Dog) ist der starke Mann, der selten von ihrer Seite weicht. Chris Kattan (The Ridiculous 6) als Hausmeister, der von dem Haus mehr Ahnung hat und ständig die „wird werden hier alle sterben“ Sprüche mit einer Mischung aus Angst und Angefressenheit von sich gibt, der war aber mein wahrer Held.

Insgesamt daher ein nicht durchgängig überzeugendes Erlebnis. Das Haus mit all seinen Details ist nett, vor allem Geoffrey Rush ist großartig und einige Szenen sind richtig unheimlich geraten. Die in Summe dann doch unsympathischen und uninteressanten Figuren und deren Ableben, das in unspektakulärer Form präsentiert wird und die schlechten Effekte am Schluss, trüben den Grusel nicht unerheblich.

„House on Haunted Hill“ bekommt von mir 5,5/10 sich durch die eigenen Überzeugungen die Flucht erschwerende Empfehlungspunkte.

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