Constantine (Filmkritik)

John Constantine (Keanu Reeves) war in der Hölle und nun ist er leicht schlecht gelaunt zurückgekehrt. Er kam mit einer Gabe zur Welt, die ihn beinahe in den Suizid trieb: Er kann Halbblut-Engel und Dämonen erkennen, die sich als Menschen tarnen und in unserer Welt leben. Doch er wurde gegen seinen Willen wiederbelebt und hilft durch eine Fügung des Schicksals gemeinsam mit der Polizistin Angela Dodson (Rachel Weisz), den Selbstmord ihrer als psychisch krank eingestuften Zwillingsschwester Isabel aufzuklären. John und Angela entdecken, dass der Sohn des Teufels es auf Isabel abgesehen hatte…

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Als „Constantine“ vor mittlerweile schon wieder 10 Jahren in die Kinos kam, ging ich vor allem ins Kino, weil Keanu Reeves mittspielte. Damals kümmerte ich mich herzlich wenig darum, worauf der Film basiert, wer Regie führte… Ich fand einen Film super oder nicht – und diesen fand ich damals toll. Die Handlung ist zwar ein wenig konfus, aber beim einfach so gucken störte mich das nicht.

„Constantine“ basiert auf der im deutschsprachigen Raum eher unbekannten DC-Comic-Serie „Hellblazer“. Das Konzept? Es gibt einen Himmel und eine Hölle und sowohl Gott als auch dem Teufel dürfte dort oben/unten stinklangweilig sein, denn immerhin ist die Ewigkeit ja auch ein sehr langer Zeitraum. Als Beweis, dass Macht korrumpiert, tun sie etwas sehr perfides gegen ihre Langeweile: sie sammeln die Seelen von Menschen. Die Guten nach oben, die Bösen kommen in das Untergeschoß und wer die meisten hat, gewinnt das Spielchen. Doch natürlich wird auch mit faulen Tricks gearbeitet, wäre ja sonst auch fade. Sowohl die Engel als auch die Dämonen dürfen passiven Einfluss auf die Menschen ausüben, um so die nichts ahnenden Menschen, in bestimmte Richtungen zu lenken.

Regie führte der damals noch eher durch Musikvideos bekannte Francis Lawrence. Inzwischen hat er unter anderem bei 3 „The Hunger Games“-Filmen Regie geführt – das kann sich eindeutig sehen lassen. Wie jemand, dessen bekanntestes Werk zur damaligen Zeit das Musikvideo zu Justin Timberlakes „Cry Me a River“ war, zu dieser Ehre kam, wäre echt spannend zu wissen. Hier zeigte er auf jeden Fall, dass er weiß was gut aussieht, denn was er abliefert, sieht selbst nach heutigen Standards noch gut aus. Optisch hob man sich mit „Constantine“ ein Stück weit von der breiten Masse ab. Besonders in Erinnerung ist mir die Hölle, in der Dämonen mit halben Gesichtern herum schleichen und das Ganze so wirkt, als würde ein non-stop Sandsturm über ein post-apokalyptisches Los Angeles hinweg ziehen. Und natürlich sieht alles – passend zur Thematik des Films – schön düster aus.

Keanu Reeves (John Wick) als Schauspieler hat ja nicht den allerbesten Ruf. Man sagt ihm nach, dass er nur über einen einzigen Gesichtsausdruck verfüge und daher eigentlich nichts in der Film-Welt zu suchen hat. Ich kann dem nur bedingt zustimmen, da sich Reeves seine Rollen geschickt aussucht. Gerade Rollen wie den stoisch, introvertierten Dämonen-Jäger schafft er mühelos und stellt sie glaubwürdig dar. Anfangs gab es ja von den Fans der Comics ziemlichen Protest, alleine schon weil Reeves Optik vom Comic abwich, wo er ja ein blonder Engländer ist, der dem Sänger Sting sehr ähnlich sieht. Nichts desto trotz machte Reeves einen guten Job und stellte den desillusionierten Jäger glaubwürdig dar.

Rachel Weisz (Oz the Great and Powerful) spielte die weibliche Hauptrolle. Angela Dodson kann ebenso wie Constantine Dämonen sehen, wenngleich sie diese Fähigkeit seit ihrer Kindheit unterdrückt hat. Ihre Zwillingsschwester hatte diese Fähigkeit ebenfalls, wurde jedoch nachdem sie einmal erzählte, was sie für komische Gestalten sieht, in diverse psychiatrische Anstalten gesteckt, bis sie am Ende Suizid beging. Weisz spielt die Wandlung von der Zweiflerin zu jemandem, der via Badewanne in die Hölle reist, sehr gut.

Auch einige Nebenrollen wurden mit guten Schauspielern besetzt. So spielte die großartige Tilda Swinton (Only Lovers Left Alive) den androgynen Engel Gabriel. Leider hat sie hier nur einen kurzen Auftritt. Aber Charisma hatte sie genug für 2. Djimon Hounsou (Furious 7) als Papa Midnight war ein weiteres Highlight. Wer aber allen die Show stahl war Peter Stormare (22 Jump Street), der an seiner Rolle als der Teufel persönlich wohl mächtig Spaß hatte. Dass er überall wo er hin tritt Teer-Fußspuren hinterlässt, war dann noch ein nettes Detail.

Dieser Film bekommt von mir 7,5/10 höllischen Punkten.

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