Justice League Dark (Filmkritik)

Einige gesetzestreue Bürger glauben Dämonen zu sehen und begehen abscheuliche Verbrechen. Die Justice League hegt die Vermutung, dass Magie im Spiel ist. Aus diesem Grund holt sich Batman (Jason O’Mara) die Hilfe von John Constantine (Matt Ryan), Jason Blood (Ray Chase), Zatanna (Camilla Luddington) und Deadman (Nicholas Turturro), um die übernatürliche Bedrohung einzudämmen.

Das ist er also, der neueste Film aus den Warner Bros. Animation Studios. Der spielt dann wieder im 2012 mit „Justice League: The Flashpoint Paradox“ etablierten „The New 52“ Universum. Das ist dann allerdings sehr nebensächlich, denn die Mitglieder der Justice League, wie Superman, Wonder Woman und Green Lantern, kommen hier nur sehr kurz vor.

Ähnlich wie bei „Justice League vs. Teen Titans“ liegt der Schwerpunkt hier ganz wo anders. Dieser Umstand wird dem Zuschauer gleich zu Beginn bewusst. Der Beginn, in dem eigentlich normale Menschen Dämonen sehen und in ihrer Panik, wie sich zeitnahe herausstellen soll, ihre Mitbürger töten, hat es dann bereits in sich.

In Szenen wie diesen hat man das R-Rating gut genutzt um eine gewisse Stimmung aufzubauen. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist, als eine Mutter ihr Baby von einem Gebäude werfen will. Sie meint es wäre nicht ihre Schuld, aber sie hätte dem Teufel zur Welt gebracht. Die Mutter wirft das Baby hinunter, das prompt von Batman gerettet wird.

Der Zuschauer hört ein Plumps-Geräusch und die Kamera enthüllt nur wenige Momente später, dass die Mutter sich offenbar in den Tod gestürzt hat. Bruce Wayne bekommt den subtilen Hinweis, er möge sich doch bitte mit John Constantine in Verbindung setzen. Der wiederum spielt gerade Poker mit ein paar Dämonen. Beim anschließenden Handgemenge bekommt Constantine Hilfe von Jason Blood, der von John in den Dämonen Etrigan transformiert wird.

Batman besucht Zatanna um herauszufinden, wo sich Constantine gerade aufhält und wird kurzfristig von Deadman übernommen. Nachdem das Team dann vereint ist, gilt es erst einmal Nachforschungen anzustellen. Wie sich dann am Ende herausstellen soll, hat man es mit einer Form des Bösen zu tun, dem sich das Team gemeinsam stellen muss.

Nett, die Geschichte betreffend ist, dass man sich hier definitiv etwas getraut hat. Auch wenn der Film in einem bereits etablierten Filmuniversum spielt ist die Stimmung hier durchgängig anders. Dafür sorgen einige Elemente der Geschichte, deren optische Inszenierung und sogar der in diesen Momenten verwendete Soundtrack.

Wenn sich etwa Constantine und Zatanna im Geist eines Opfers befinden und im Krankenhaus ein Monster wütet, das aus Exkrementen besteht, ist das etwas mit dem man vermutlich nicht gerechnet hat. Diese Sequenz ist aber nicht nur erstklassig inszeniert, sondern zeigt auch eindrucksvoll wozu Deadman denn eigentlich fähig ist.

Generell sind die Actionsequenzen wieder einmal unglaublich gut geworden und lassen den Zuschauer schnell vergessen, dass zwischendurch vergleichsweise wenig passiert. Immerhin muss man ja die neuen Helden samt deren Hintergrundgeschichte einführen. Zum Glück wird es zu keinem Zeitpunkt zu langweilig.

Was die Sprecher betrifft hat man es erneut gut getroffen. Jason O’Mara (Einmal ist keinmal) als Batman hat hier vergleichsweise wenig zu tun, hat aber dank ein paar gut platzierten One-Linern (Batman hat einen Butler!) einige lustige Momente im Film. Toll ist dann Camilla Luddington (Tomb Raider), die als Zatanna überzeugen kann.

Vergleichsweise schlecht funktioniert Matt Ryan (Flypaper) als Constantine. Ryan hatte die Rolle bereits in der NBC Serie „Constantine“, hatte in der Rolle einen Gast-Auftritt in „Arrow“ und soll sie bald wieder im Zuge einer Animationsserie übernehmen. Man könnte also annehmen Ryan wäre quasi geboren um diese Rolle zu spielen/zu sprechen.

Dennoch scheint im Falle von Constantine etwas nicht zu funktionieren, denn die animierte Version von John Constantine scheint sich nicht immer gänzlich mit den von Ryan gesprochenen Dialogen zu decken. Was die in kürze kommende Animationsserie betrifft hoffe ich, dass an dieser Stelle noch nachgebessert wird.

Alles in allem ist „Justice League Dark“ ein Film der, ähnlich wie „Suicide Squad“ bei weitem nicht alles richtig macht. Dennoch ist das Ergebnis in beiden Fällen über alle Maßen unterhaltsam. Auch wenn sich Regisseur Jay Oliva (Next Avengers: Heroes of Tomorrow) definitiv Luft nach oben gelassen hat, ist sein aktueller Film ein gelungener und eine hundertprozentige Empfehlung für alle Fans der DC-Animationsfilme.

Der Film „Justice League Dark“ bekommt 8,5/10 die Welt vor der übernatürlichen Bedrohung rettende Empfehlungspunkte.

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