Justice League: Gods and Monsters (Filmkritik)

In einem alternativen Universum kämpft die Justice League bestehend aus Superman (Benjamin Bratt), Batman (Michael C. Hall) und Wonder Woman (Tamara Taylor) wenig zimperlich gegen das Böse.

Als die klügsten Wissenschaftler beginnen der Reihe nach zu sterben, wird schnell klar, dass das jemand der Justice League in die Schuhe schieben will.

Justice League Gods and Monsters

Regie an dieser Stelle führt Sam Liu, der diese Funktion bereits bei beispielsweise „The Batman vs. Dracula“ oder „All-Star Superman“ inne hatte. Für seinen aktuellen Film hat er sich eine besondere Geschichte ausgesucht und so stellt sich hier generell die Frage: Was wäre wenn? Hier bekommt man Helden zu sehen, die man irgendwie kennt und die dennoch irgendwie anders sind.

Da wäre zum Beispiel Superman, dessen Vater General Zod ist und der von mexikanischen Immigranten groß gezogen wurde. Batman ist ein Wissenschaftler, der sich auf der Suche nach einem Heilmittel für sein Krebsleiden in einen Vampir verwandelt hat und Wonder Woman ist keine Amazone, sondern hat eine außerirdische Herkunft.

Dieses etwas andere Team von Helden ist eher pragmatisch veranlagt und scheut bei ihren Einsätzen auch keine Verluste auf Seiten des Gegners. Immerhin sind das ja auch nur Verbrecher, die eh keiner braucht. Da muss die Regierung schon mal im Nachhinein mit einem Mopp sauber machen. Aber in der Regel bekommt die was sie will und gibt sich zufrieden.

Doch dann beginnen die schlausten Köpfe des Planeten zu sterben und bald wird klar, dass jemand versucht es der Justice League in die Schuhe zu schieben. Die müssen nicht nur den Schuldigen finden bevor es zu spät ist, immerhin plant hier wie immer jemand böses, sondern müssen sich auch mit der Regierung anlegen die plant, dem dynamischen Trio den Gar aus zu machen.

Batman, Superman und Wonder Woman kennt man normalerweise, aber nicht in dieser Form. Man hat es mit den Guten zu tun, nur dass die halt nicht ausschließlich gut sind. Das macht die in einer ungekannten Form dargestellten Superhelden ein Stück weit interessanter. Dazu passt dann auch die eigentliche Geschichte, die zwar spannend, aber vergleichsweise klassisch angelegt ist.

Zwar hat man versucht am Ende eine unerwartete Wendung einzubauen, die dann aber irgendwo zwischen „kannte ich schon“ und „etwas weit hergeholt liegt“. Ein weiterer Faktor der dem Film ein Stück weit zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass man es trotz der üblichen Laufzeit von gut 75 Minuten für nötig hielt, sich vergleichsweise viel Zeit für die Herkunft der Charaktere zu nehmen.

Im Vergleich dazu wirkt es als hätte man für den Hauptteil ein bisschen zu wenig Zeit gehabt, was doch irgendwie schade ist. Im Vergleich zu den anderen Animationsfilmen aus dem Hause Warner geht man hier eigene Wege und das ist gut so. Im Gegensatz zu „Justice League: War“ hat man beispielsweise auf den Manga-artigen Animationsstil verzichtet.

Auch mit dem eindeutig auf familienfreundlich getrimmten „Batman Unlimited: Animal Instincts„, hat dieses Abenteuer der etwas anderen Justice League nicht viel gemeinsam. Wie bereits erwähnt ist dieses Team nicht gerade zimperlich, wenn es um die bösen Jungs geht und dementsprechend hoch ist das Maß an Gewalt, das hier teilweise zu sehen ist.

Das passt an dieser Stelle aber denn „Justice League: Gods and Monsters“ erzählt allgemein eine Geschichte, mit der Erwachsene generell mehr anfangen können. Bei den Sprechern hat man sich die richtigen geholt. Benjamin Bratt (Ich Einfach Unverbesserlich 2) hat einen subtilen arroganten Unterton in der Stimme, während sich Michael C. Hall (Dexter) als Batman gekonnt cool gibt.

Tamara Taylors (Serenity) Stimme passt perfekt zu der starken Frau, die in diesem Film zufällig Wonder Woman heißt. Kleines Schmankerl am Rande: Auf Youtube finden sich im Channel von Machinima drei kurze Geschichten, die dem Zuschauer die drei Helden ein Stück näher bringen sollten. Prädikat: Sehenswert!

Alles in allem lebt dieser Film vor allem von seiner Geschichte und seinen Charakteren. Einziger Minuspunkt ist dass man etwas zu viel Zeit mit der Herkunft der jeweiligen Helden verschwendet. Hier wäre es besser gewesen, ein wenig zu kürzen, oder den Film generell länger zu machen. Dennoch wünsche ich mir eine Fortsetzung, vor allem da diese dann höchst wahrscheinlich nicht mehr unter diesem Problem leiden wird.

Der Film „Justice League: Gods and Monsters“ bekommt 8/10 die Erde rettende Empfehlungspunkte.


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