Justice League: Throne of Atlantis (Filmkritik)

Im Atlantik wird die U.S.S. California von Unbekannten angegriffen und, nachdem es noch keine Justice League gibt, sieht sich Cyborg (Shemar Moore) das gesunkene Wrack genauer an. Er muss feststellen, dass die Raketen des U-Boots verschwunden sind und holt sich Hilfe von Flash (Christopher Gorham), Shazam (Sean Astin), Superman (Jerry O’Connell), Wonder Woman (Rosario Dawson), Green Lantern (Nathan Fillion) und Batman (Jason O’Mara).

Gleichzeitig wird Arthur Curry (Matt Lanter), der über den Tod seines Vaters trauert, ebenfalls von Unbekannten attackiert. Wie sich herausstellt ist Arthur der Sohn der Königin von Atlantis und sein Halbbruder Orm (Sam Witwer) plant den Angriff auf die Welt, wie wir sie kennen.

Justice League Throne of Atlantis

Wieder einmal kehrt Warner Bros. Animation ins „The New 52“ Universum zurück und setzt damit die Geschehnisse von „Justice League: The Flashpoint Paradox“ und „Justice League: War“ fort. Die Geschichte des Films basiert übrigens lose auf dem Comic mit dem gleichen Namen, das von Geoff Johns geschrieben wurde, und das Ende 2012 bis Anfang 2013 erschienen ist.

Regie führt hier übrigens nicht Jay Oliver (Next Avengers) sondern Ethan Spaulding, der diese Funktion bereits in Filmen wie „Son of Batman“ über hatte. Spauldings aktuelles Werk beginnt erneut mit der Zusammenführung der Superhelden. Die „Justice League“ (der Name wurde scheinbar gewählt, weil er bei der Bevölkerung besser ankommt als „Super 7“) kommt erst wieder zusammen als eine neue, erneut unaufhaltsame Bedrohung vor der Tür steht.

Nebenbei lernt man Arthur Curry (später Aquaman) kennen, der seinem verstorbenen Vater nachtrauert und der seine Mutter nie kennen gelernt hat – der Grund dafür wird selbstverständlich zu einem passenden Zeitpunkt erläutert. Überhaupt scheint dieser Film die Origin-Story von Aquaman zu erzählen und da wir uns im „The New 52“ Universum befinden, hat diese es auch in sich.

Aber bevor irgendetwas Spektakuläres passiert, beleuchtet „Throne of Atlantis“ das aktuelle Leben der Helden. Während z.B. Batman wie gewohnt die bösen Jungs in Gotham in Angst und Schrecken versetzt, haben Superman und Wonder Woman so etwas wie ihr erstes Date (Diana ist natürlich von Kents Tarnung, die in erster Linie aus einer Brille besteht, begeistert).

Es ist schön und auch durchaus gut gelungen, dass man sich genügend Zeit nimmt wieder in eine Welt hineinzufinden, die man zuletzt vor gut einem Jahr besucht hat. Dennoch fehlt diese Zeit dann gegen Ende des Films (man könnte auch sagen, dass dieser mit der gewohnten Laufzeit von ca. 72 Minuten etwas zu kurz ausgefallen ist).

Wenn Cyborg dann alle Mitglieder der Justice League mit Hilfe von Flash zusammengebracht hat, wird dann noch kurz ermittelt. Gleichzeitig wird Arthur von Orms Schergen angegriffen. Zum Glück bekommt der jedoch Hilfe von Mera (die von seiner Mutter, Königin Atlanna, geschickt wurde um ihn zu beschützen), die es mehr oder weniger im Alleingang mit allen Handlangern auf einmal aufnimmt.

Im weiteren Verlauf tötet Orm seine (und Arthurs Mutter) und greift mit dem königlichen Dreizack und seiner Armee die Oberflächenwelt an. Ab diesem Zeitpunkt geht dem Film leider etwas die Luft aus und das liegt gleich an mehreren Dingen. Erstens hat man sich, wie bereits vorher erwähnt, zu Beginn sehr viel Zeit gelassen und muss dann (scheinbar) im Eiltempo das letzte Gefecht abarbeiten.

Zweitens ist das Gefecht von der Inszenierung her eines der schwächsten im Film. Es ist weder besonders übersichtlich noch spektakulär inszeniert, was eigentlich schade ist, weil man vergleichbares schon deutlich besser gesehen hat. Drittens, und dieser Umstand betrifft die Geschichte selbst, ist Orm kein Bösewicht, der irgendwie herausstechen kann.

Das kann natürlich an mehreren Gründen liegen, und zugegeben, im Vergleich zu Darkseid, dem letzten Bösewicht aus diesem Filmuniversum, sind die meisten anderen Bedrohungen verhältnismäßig lächerlich. Dennoch gibt es an dieser Stelle immer wieder einen coolen Moment, etwa wenn Aquaman mit seiner neuen Fähigkeit (er kann mit Fischen sprechen…) dafür sorgt, dass Orms Handlanger Black Manta von einem Hai gefressen wird.

Was die Sprecher betrifft machen alle ihre Sache gewohnt gut, auch wenn mich die Tatsache etwas irritiert hat, dass es scheinbar erneut notwendig war, Altes mit Neuem zu vermischen. Während Jason O’Mara (Einmal ist keinmal) erneut als Batman zu hören ist, wurde Nathon Fillion (Monster University) als Hal Jordan/Green Lantern zurückgeholt (in „Justice League: War“ gesprochen von Justin Kirk).

Ebefalls ausgetauscht wurden Alan Todyk (Serenity) und Michelle Monaghan (Source Code) als Superman bzw. Wonder Woman. Zwar passen Jerry O’Connell (Space Station 76) und Rosario Dawson (Sin City) ebenfalls hervorragend in die entsprechenden Rollen, aber dennoch ist es ein wenig eigenartig, dass es Warner Bros. erneut für notwendig empfindet, beinahe die Hälfte der Hauptrollen neu zu besetzen.

Alles in allem ist „Justice League: Throne of Atlantis“ eine durchaus gelungene Fortsetzung, die aber gegen Ende einige Schwächen aufzuweisen hat. Einem gelungenen Anfang steht ein zu schnelles Ende gegenüber und irgendwie stellt sich mir die Frage, warum sich diese Film strickt auf eine derart kurze Laufzeit beschränken müssen.

Der Film „Justice League: Throne of Atlantis“ bekommt 7,5/10 Aquamans Schicksal ergründende Empfehlungspunkte.


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