Einmal ist keinmal – One for the money (Filmkritik)

Stephanie Plum (Katherine Heigl) ist vor allem eines – Pleite. Aus purer Verzweiflung heuert sie als Kopfgeldjägerin bei ihrem Cousin Vinnie an. Der braucht dringend einen Ersatz für einen erkrankten Detektiv – und schließlich locken 50.000 Dollar bei erfolgreichem Abschluss eines Falles! Als Bonus entpuppt sich der Mann, auf den sie angesetzt ist, als ihre einstige Jugendliebe Joe Morelli (Jason O’Mara)….

Einmal-ist-Keinmal

Mamma Mia. Inzwischen scheint alles wo Katherine Heigls Name drauf steht, ein Garant für minderwertige Qualität zu sein. Keine Ahnung wie es die eigentlich talentierte Aktrice geschafft hat, von ihrem einstigen nicht schlechten Status in lustlos wirkende, unkomische Streifen abzurutschen, die wirklich nur einen Zweck zu haben scheinen – Zusehern ein paar Euro aus der Tasche zu ziehen. Einfach nur ärgerlich.

„Einmal ist keinmal“, im Original „One for the money“ ist das erste Buch aus einer sehr erfolgreichen Romanreihe rund um die Kopfgeldjägern Stephanie Plum und wurde 1994 erstmals veröffentlicht. Sie stammen aus der Feder der Autorin Janet Evanovich und sind, wenn ich es anmerken darf, unglaublich lustig zu lesen. Inzwischen gibt es schon 18 Bücher. Leider hat es nichts von dem Charme und Esprit auf die Leinwand geschafft. Während der Trailer noch hoffen lies, stellte sich heraus, dass wie schon öfter in letzter Zeit der Fall, der Trailer die besten Szenen des Filmes zeigte. Was sich als Romanserie sehr gut verkauft, wird im Kino sicherlich nicht zur neuen Blockbusterreihe avancieren.

Angelegt ist Julie Anne Robinsons Romanverfilmung als Mischung aus Thriller und romantischer Komödie. Das Problem bei der Sache: das Ergebnis ist weder spannend noch romantisch und nur selten lustig. Es fehlt an Chemie zwischen den vermeintlichen Lovebirds und der Crime-Faktor kommt einfach zu kurz um wirklich Fahrt aufzunehmen. Regisseurin Julie Ann Robinson, bisher vor allem durch Serienepisoden und das Miley-Cyrus-Melodram „Mit Dir an meiner Seite“ in Erscheinung getreten, schafft es nicht, dem Film ein eigenes Profil zu verleihen.

Stephanie Plum ist keineswegs von Glück verfolgt, verliert erst ihren Job als Dessous-Verkäuferin und danach wird auch noch ihr Auto gepfändet. Was also tun um an Geld zu kommen? Ihr Cousin Vinnie hat ein Kopfgeld-Business und zufällig eine Stelle für Stephanie frei. Hier sei noch erwähnt, dass Stephanie einer der ungeschicktesten Menschen auf dieser Welt ist, also sogar mir Konkurrenz macht und keineswegs mit etwas, das einer Waffe ähnelt, auf die Menschheit losgelassen werden sollte. Aber nichts desto trotz wird sie eingestellt und soll als einen ihrer ersten Jobs ihren ehemaligen Liebhaber Joe Morelli einfangen, der nachdem er des Mordes angeklagt wurde, nicht zu seinem Gerichtstermin erschien. Doch weil auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet, stolpert Stephanie über Joe nur um ihn gleich wieder zu „verlieren“. Hilfe ihn ihrer Einlernphase bekommt sie von Ranger, der ihr mit Tricks und Tipps zur Seite steht, wenn man als Zuseher auch nicht wirklich nachvollziehen kann warum.

Katherine Heigl (Knocked Up) spielt Stephanie Plum. „Einmal ist keinmal“ sollte für Heigl ein Schritt zurück ins Rampenlicht werden, nachdem sie wegen ihrer kleinen Tochter kürzer getreten war, doch außer brünetter Lockenpracht (soweit authentisch mit der Buchvorlage) kam wenig Originelles dabei heraus. In manchen Szenen, in denen noch Teile der Romanvorlage hervorblitzen, schafft sie es ein wenig Klasse zu zeigen, bekommt es aber schwer gemacht von einem grenzdebil wirkenden Drehbuch, das von den Gesetzen der Logik nicht viel hält und es schafft, einem die Charaktere ziemlich unsympathisch erscheinen zu lassen.

Da wird ein Mann samt Auto in die Luft gesprengt und die Reaktion jedes normalen Menschens (man mag argumentieren Menschen in Filmen sind nicht normal, was auch stimmt) wäre die Hand vor den Mund zu schlagen, den Notruf zu verständigen und nachzusehen, ob der arme Kerl zu Grillkohle wurde oder vielleicht noch am Leben ist. Nicht aber in diesem Film, da wird der Tod mit einem Achselzucken und einem unpassenden Kommentar abgetan.

Außer Heigl gibt es eigentlich nur Nebenrollen, was dazu führt, dass die Figuren blass bleiben, ihre Beweggründe unklar und sie einfach eindimensional wirken. Und das obwohl nicht unbekannte Namen wie Jason O’Mara (Terra Nova), Daniel Sunjata (Grey’s Anatomy), Sherry Sheperd (Precious) und Debbie Reynolds (Singin‘ In The Rain) mit an Bord sind. Da hätte man sicher mehr draus machen können.

Ein Film den man mit Popcorn (und genügend Wein – um die Logiklöcher zu übersehen), auf DVD sehen kann, aber keinesfalls muss und der LÄNGEN hinter seiner genialen Romanvorlage zurück bleibt.

Der Film bekommt von mir 3/10 seichte und unkomische Empfehlungspunkte.


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