Terra Nova (Serienkritik)

Wir schreiben das Jahr 2149. Die Erde ist von Abgasen verpestet und Menschen müssen Masken tragen, wenn sie sich ins Freie wagen. Vom einstmals blauen Planeten ist nichts mehr übrig, ein Blick aus dem Weltall auf die Erde offenbart eine rauchverhangene Kugel, deren Inneres schon ewig kein Sonnenlicht mehr gesehen hat. Doch für einige wenige soll ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum zu einem neuen Anfang werden. Dieser Riss führt 85 Millionen Jahre zurück, jedoch in eine anscheinend alternative Zeitlinie. Zu einer Zeit, als Dinosaurier die eigentlichen Könige der Nahrungskette sind und wo die Sonne täglich scheint. Zu einer Zeit, in der keine Abgase die Lunge permanent schädigen, wo es Sauerstoff gibt, ohne ihn vorher filtern zu müssen.

Den Schritt in die Vergangenheit wagt die Shannon Familie, jedoch nicht ohne Risiken. Vater Jim (Jason O’Mara) ging dafür, dass er mit seiner Frau, der Ärztin Elisabeth (Shelley Conn) unerlaubt ein drittes Kind – Zoe – zeugte, ins Gefängnis. Nun ist er ausgebrochen und versucht Zoe (Alana Mansour) mit auf die Reise zu schmuggeln, denn ihr ist die Reise verwehrt worden. Mit gefälschten Papieren und Zoe in seinem Rucksack, schafft er es gerade mal so auf die andere Seite. Dort werden die Reisenden von Nathaniel Taylor (Stephen Lang) begrüßt, der gleich mal ein misstrauisches Auge auf Jim wirft, bevor er ihn für den Gartenbau einteilt.

Terra Nova TV Show

Die Serie basiert auf der Idee des britischen Autors Kelly Marcel. Als Produzent konnte unter anderem Steven Spielberg gewonnen werden, der auch wollte, dass der Pilot in Australien gefilmt wird und nicht auf Hawaii, wo er vorher schon Jurassic Park gedreht hatte. Die Dreharbeiten dauerten 26 Tage, gedreht wurde in Queensland. Doch nicht die Dreharbeiten sind das aufwändigste, sondern die Nachproduktion, bei der an den Special-Effects gefeilt wird. Pro Folge können die Macher rund um Brannon Braga auf ein Budget von über 4 Millionen Dollar zurückgreifen, was in der Fernsehwelt nicht gerade wenig ist.

Anscheinend war der Sender FOX so überzeugt von der Story, dass man nicht, wie sonst üblich, mal einen Piloten drehen ließ um dann alles zu überdenken. Nein, es wurde gleich eine 13-teilige Staffel bestellt. Es waren die Sets wohl zu teuer, um sie gleich nach einem Piloten womöglich wieder einzustampfen. Da man sehr wenig über die Saurier dieser Zeitepoche weiß, entschied man sich, Paläontologen James Horner an Bord zu holen, der möglichst realistische Saurier für die Serie schuf, die sich auch ein wenig von denen in Jurassic Park unterschieden.

Eigentlich sollte die Pilotepisode schon im Mai für die Öffentlichkeit zugänglich sein, doch die Post-Production war anscheinend so aufwändig, dass man noch bis zum offiziellen Serienstart zuwartete. Leider muss ich sagen, dass sich der ganze Tam-Tam rund um die ach so fortschrittlichen Special-Effects nur mäßig gelohnt hat, da die Sache eigentlich eher durchschnittlich aussieht. Da hab ich einfach schon bessere Sachen im TV gesehen, die wahrscheinlich auch weniger gekostet haben. Nicht falsch verstehen, es schaut nichts richtig „schlecht“ aus, aber eben einfach nicht nach 14 Millionen, die der Pilotfilm angeblich verschlungen hat.

Das Set selbst wirkt realistisch, wenn der Cast durch den noch (fast) unberührten Urwald streift, bekommt man ein sehr authentisch wirkendes Bild. Man kann sich durchaus vorstellen, dass die Welt mal so ausgesehen hat. Ungewöhnliche Früchte, extravagante Pflanzen, eine neue Welt eben. Ich finde, da hätte man sich durchaus noch ein wenig mehr austoben können, denn man kann wohl davon ausgehen, dass die Welt vor 85 Millionen Jahren noch ganz, ganz anders ausgesehen hat.

Gleich am Anfang lernen wir die Familie Shannon kennen. Vater Jim (Jason O’Mara – „Man in Trees“, „Life on Mars“) ein Cop in der Drogeneinheit, kommt in den Knast, nachdem er einen Polizisten verprügelt, der mittels einer Razzia nach einem 3., de facto unerlaubten Kind sucht. Von nun an ist Mutter Elisabeth (Shelley Conn – „Woher weißt du das es Liebe ist?“) mit ihren 3 Kindern auf sich allein gestellt. Nach 2 Jahren bekommt sie eine Chance auf einen Neuanfang – auf „Terra Nova“.

Terra Nova, die neue Erde, ist eigentlich die alte, prähistorische Erde – ohne Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Überindustrialisierung und alles was 2149 die Erde zu einem lebensfeindlichen Ort gemacht hat. Eigentlich eine einmalige Möglichkeit, doch Elisabeth zögert (verständlicherweise), da ihr klar gemacht wurde, dass sie ihr drittes Kind Zoe zurück lassen müsse. Kurzerhand beschließt Elisabeth, Jim aus dem Gefängnis zu befreien und sie verschafft ihm gefälschte Papiere. Es scheint schon alles geritzt, als Jim plötzlich auffliegt. Doch dieser sieht seine letzte Chance auf einen Neuanfang und rennt einfach los und landet tatsächlich auf Terra Nova, gemeinsam mit Tochter Zoe, die er in seinem Rucksack mitschmuggelt.

Die ganze Familie Shannon wirkt eigentlich sehr liebenswürdig, aber einige Sachen nervten und wirkten einfach nicht stimmig. So etwa Maddy Shannon (Naomi Scott – „Life Bites“), die jedes Mal wenn sie zu sehen ist, irgendetwas Schlaues, Wissenschaftliches von sich gibt und damit sogar ihre eigene Familie nervt. Josh Shannon (Landon Liboiron – „Life Unexpected“), der anfangs ständig nach seinem Dad Ausschau hält, mutiert auf einmal zu einem schwierigen Teenie, der von Regeln und seinem Vater (von wegen – du warst 2 Jahre im Knast und es war DEINE Schuld, hättest du nur den gemeinen Cop nicht gehauen, böser Daddy!) genau gar nichts hält und gleich einmal leichtsinnigerweise das sichere Camp verlässt, nur um dann (natürlich) von Dinos angegriffen zu werden.

Vorerst wird Vater Jim bei der Abteilung für Gartenbau und Landwirtschaft untergebracht doch der Leiter von „Terra Nova“, Nathaniel Taylor (Stephen Lang – „Avatar„) erkennt schnell seine wahren Talente und holt ihn in sein Sicherheitsteam. Dieses muss das Camp nicht nur gegen Dinos verteidigen, sondern auch gegen die Sixers – Menschen, die bei der sechsten Passage die Zeitpforte durchquert haben, aber jetzt ihr eigenes Ziel verfolgen, welches genau ist aber unbekannt. Deren Anführerin ist die undurchsichtige Mira (Christine Adams – „Tron: Legacy„).

Fazit: Terra Nova ist gut, hat aber definitiv noch Potential zur Verbesserung. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich die Serie bezüglich der Sixers entwickelt und ich werde auch das nächste Mal definitiv wieder einzappen.

Von mir bekommt „Terra Nova“ 8/10 einen Neuanfang garantierenden Empfehlungspunkte.


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