Vegas (Serienkritik)

Vegas in den 60er Jahren: Eigentlich will Ralph Lamb (Dennis Quaid) nur in Ruhe der Arbeit auf seiner Ranch nachgehen. Um diese Ruhe zu bekommen, lässt sich Lamb vom örtlichen Sheriff rekrutieren, um diesen bei der Aufklährung eines Mordfalles zu unterstützen – im Gegenzug verspricht der dafür zu sorgen, dass die Flugzeuge nicht andauernd und tief über Lambs Ranch fliegen. Nachdem der Sheriff im Laufe der Geschichte das Zeitliche segnet, übernimmt Lamb seinen Posten und wird bei seiner Arbeit von seinem Bruder Jack (Jason O’Mara) und seinem Sohn Dixon (Taylor Handley) unterstützt. Diese Hilfe hat er auch dringend nötig denn die Mafia, vertreten durch Vincent Savino (Michael Chiklis), treibt in Vegas ihr Unwesen.

Vegas TV Show Dennis Quaid Michael Chiklis

Crime-Serien gibt es ja genug. Dennoch gibt es zwei Dinge, die schon beim ersten auch nur flüchtigen Blick hier heraus stechen. Erstens hat man sich hier etwas einigermaßen originelles einfallen lassen. Auch wenn man es hier bis jetzt mit dem Fall der Woche zu tun hat, wirkt es durch das 60er Jahre-Setting anders als bei CSI und seinen unzähligen Nachfolgern – und dass die Mafia ihren Teil in der Geschichte spielt, schadet auch nicht. Zweitens glänzt die Serie durch ein Staraufgebot, dass sich hinter so manchem Hollywood Film nicht zu verstecken braucht – aber dazu später.

Optisch hat man eine Menge Arbeit darauf verwendet, das „alte“ Vegas aus dem Boden zu stampfen. Zum Teil wurde zwar (und das recht ordentlich) mit Computereffekten nachgeholfen, das tut aber der Nostalgie-Stimmung keinen Abbruch. Zwar hat man es stellenweise hier und da gefühlsmäßig ein klein wenig übertrieben, aber man schafft es dennoch eine Umgebung zu erschaffen, die als Ganzes stimmig ist.

Die Geschichten selbst wirken gut durchdacht. Sheriff Lamb und seine beiden Deputys versuchen ein Verbrechen aufzuklären, was sich meist (wie sollte es auch sonst sein) als schwierig erweist. Dabei funktioniert das Dreier-Team vor allem deswegen so gut, weil die jeweiligen Charaktere unterschiedlich und von Seiten der Drehbuchschreiber dreidimensional gezeichnet worden sind. Dass auch die Mafia vor Ort ist, sorgt für einen spannenden Nebenplot und (vermutlich) für einige zukünftige Konflikte. Die Regie beim Pilotfilm führte übrigens James Mangold, der bereits mit Filmen wie „Todeszug nach Yuma“ beweisen konnte, das er Cowboys richtig in Szene setzen kann.

Bei den gezeigten Rollen bedient man sich durchaus einiger Klischees, was in Anbetracht der Rahmenbedingungen aber funktioniert. Die Dialoge fallen weder positiv noch negativ besonders auf, auch wenn Aussagen wie „I am the law here – and i will decide who is breaking it “ auf Grund ihrer Coolness im Gedächtnis des Zuschauers hängen bleiben dürften.

Dennis Quaid (Legion) als Ralph Lamb ist wohl 100%ig das, was man sich unter einem Cowboy vorstellt. Zwar muss sich Quaid in seiner Rolle nicht hinter einer Maske verstecken, dennoch muss man auf Grund seiner steif wirkenden Körperhaltung, einem ungewohnt mürrischen Gesichtsausdruck und einem zu seiner Person passenden Hut gerade zu Beginn vielleicht mehrmals hinsehen, um ihn zu erkennen. Quaid wirkt als Lamb ungewohnt, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass die Rolle des Haudegens erstklassig zu ihm passt.

Jason O’Mara hatte mit „Terra Nova“ bekanntlich ja nur wenig Glück. Auch wenn er mit „Einmal ist keinmal“ bewiesen hat, dass er auch Spaß versteht, ist er als Jack Lamb eher der ruhige Typ. Taylor Handley (World Invasion: Battle Los Angeles) als Dixon Lamb ist dagegen der Lebemensch, den man in anscheinend jedem Nachtclub in Vegas namentlich kennt. Carrie-Ann Moss (Disturbia) als Staatsanwältin Katherine O’Connell, sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern hilft den Dreien z.B. mit sachdienlichen Informationen.

Michael Chiklis (Eagle Eye) als Vincent Savino (als wenn der Name nicht nach Mafia schreit) ist eigentlich ein ganz netter Geschäftsmann, wenn er nicht grade für die Mafia arbeiten würde. So ist er jemand, der sich persönlich um das Wohl anderer sorgt, und zwar sowohl das der Gäste als auch seiner Angestellten. Sympathisch macht ihn auch, dass er sich seinen Vorgesetzten gegenüber für das Wohlergehen des neuen Sheriffs ausspricht (wenn auch in erster Linie deswegen, weil sein Tod schlecht fürs Geschäft wäre).

Vegas nimmt ein bekanntes Konzept, überarbeitet es gründlich und macht es mit neuen Elementen zu etwas Neuem. Die Grundidee scheint genug Stoff für viele weitere Folgen zu haben und das Aufgebot an erstklassigen Stars scheint genug Schauwert zu bieten, was in vielen Fällen als Grund ausreichen sollte, um der Serie eine Chance zu geben.

Vegas bekommt 8/10 dem Verbrechen hinterherjagende Empfehlungspunkte. Die Serie wurde nach nur einer Staffel eingestellt!


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