World Invasion: Battle Los Angeles (Filmkritik)

Am 11. August wird die Erde von einer bisher unbekannten Macht angegriffen. Schnell fallen die größten Städte der Menschheit den außerirdischen Invasoren zum Opfer. Auch in Los Angeles tobt ein erbarmungloser Kampf ums Überleben, wobei sich hier Staff Sergeant Michael Nantz (Aaron Eckhart) eine einmalige Chance zu bieten scheint. Mit Hilfe des Wissens der letzten Überlebenden ihres Air Force Teams – Technical Sergeant Elena Santos (Michelle Rodriguez) – will er mit seinen Marines versuchen, die Kommandozentrale für die unbemannten Luftstreitkräfte des Feindes aufzuspüren und zu zerstören, koste es was es wolle.

World Invasion Battle Los Angeles Film

Inspiriert wurde dieser Film durch einen fälschlicherweise gemeldeten Luftangriff auf Los Angeles während des zweiten Weltkrieges. Durch erste Teaser wurde hier dem Zuschauer suggeriert, dass es sich damals um ein Ufo gehandelt hat, sozusagen ein Vorzeichen auf den während des Filmes stattfindenden Angriff. Regisseur Jonathan Liebesman (Zorn der Titanen) wollte einen möglichst realistischen Kriegsfilm schaffen, erfreulicherweise wurde daher auf den lästigen 3D- Effekt verzichtet, da die Bilder aus drei Handkameras zusammengeschnitten wurden und allen Zusehern bei einem verwackelten, dreidimensionalen Erlebnis wohl ziemlich übel geworden wäre.

Von vielen Kritikern wurde der Film ja zerrissen, manche gingen da ja sogar soweit und behaupteten, dass Leute denen der Film gefallen würde, wohl über einen geringeren Itelligenzquotienten verfügen würden. Dumm wie ich nun mal bin, fühle ich mich in diesem Fall natürlich sofort persönlich angesprochen. Obwohl der Film zwar einige Fehler hat und weit entfernt davon ist perfekt zu sein oder auch nur neue Ansätze zu liefern, wurde ich doch sehr gut unterhalten. Selten jedoch konnte ich bisher die positiven und negativen Aspekte eines Filmes so klar trennen.

Hier gibt es einige Fälle des „unerklärliche Dummheiten aus dem Drehbuch“- Syndroms. Beispiele? Den Marines wird zu Beginn doch ernsthaft und mit voller Überzeugung erklärt, die Aliens hätten keinerlei Luftstreitkräfte und die Menschen würden den Himmel mit ihren Fliegern regieren. Hallo?!? Aliens ohne Raumschiffe? Wie kamen die wohl auf die Erde und wie wollen die jemals unseren Planeten wieder verlassen? Gar nicht wahrscheinlich, weil es sich nirgens schöner lebt als auf einem selbst vernichteten Berg voller Schrott und Leichen. Auch die Aliens verfügen über eine ordentliche Portion kindlicher Naivität, da sie (wie jeder anständige Gegner in einem Videospiel) über einen wunden Punkt verfügen, den sie natürlich mit keiner ihrer überlegenen technologischen Möglichkeiten schützen wollten, wäre ja im direkten Kampf gegen Menschen auch ziemlich unfair und das geht natürlich dem „Alienmoralkodex“ nach überhaupt nicht.

Zur Ablenkung gibt es dann auch noch einige wenige aber dafür umso heftigere Kitschfallen. Gibt es denn wirklich noch immer kein Handbuch für die Regeln eines Kriegsfilmes? Mir ist zum Beispiel völlig klar, daß ein Marine, der auf der Reise ins Kampfgebiet seiner Frau einen Abschiedsbrief für den Ernstfall schreibt, natürlich im weiteren Verlauf sterben muss. Wäre doch sonst schade um die verlorene Zeit, die er in das Verfassen des Textes gesteckt hat. Rückt ihm in seiner Funktion als Anführer dann auch noch die sofort erkennbare tragische Hauptfigur nach, die beim letzten Einsatz ihre Männer verloren hat und erst wieder das Vertrauen von Untergebenen neu erwerben muss, dann ist der Verlauf der Charakterentwicklung dieses Teams schon klar und ohne Überraschungen vorgegeben.

Beruhigend ist aber auf jeden Fall die Tatsache, dass das amerikanische Militär noch immer das Beste der Welt ist und uns in globalen Notsituationen immer wieder „den Arsch retten“ wird. Die haben es echt drauf und ein normalsterblicher Bürger kann eben nur davon träumen, jemals so heldenhaft sein zu können, wie diese Jungs. Nur Jungs? Naja, bei der Air Force scheinen die ja sogar harte Mädchen dabei zu haben, die einzige Dame darf dann auch gleich kräftig mitmischen im Kampf, nicht dass sich die Feministinnen bei diesem politisch korrekten PG 13 Erlebnis über irgendetwas aufregen können. Ja, dieses kinotaugliche Rating entspricht angeblich den Vorstellungen des Regisseurs, da zu brutale Details der angestrebten Spannungskurve geschadet hätten. Hm, dann ist dies ein zahmer harter Film sozusagen.

Jetzt hätt ich doch glatt die positiven Eindrücke vergessen. Da wären erstens die Schauspieler allen voran Aaron Eckhart. Er ist wirklich gut, verleiht seiner Rolle trotz der kitschigen Szenen Authentizität und ist daher einer der weingen Figuren im Film, die lebendig wirken und dessen Tod für den Zuschauer somit nicht egal wäre. Michelle Rodriguez ist ja in Hollywood längst schon der Prototyp fürt eine harte und toughe Amazone geworden, die sich in der rauen Männerwelt mit Leichtigkeit behaupten kann. Hier ist sie wieder voll in ihrem Element und darf ausnahmsweise sogar auch mal überleben. Die restlichen Darsteller(innen) machen alle ihre Sache toll, es gibt aber keinen bestimmten, dessen Performance ich extra herausheben möchte.

Die Feuergefechte – auch wenn sie mit der Zeit einen etwas repitativ wirkenden Eindruck hinterlassen – kommen dynamisch und wuchtig daher, die von mir nicht gerade heiß geliebte Wackelkamera ist für diesen Effekt sogar von Vorteil. Außerdem wird die Rüttelei nie übertrieben und man behält den Überblick, fühlt sich aber auch gleichzeitig als wäre man mitten im Geschehen. Überhaupt wurde das ganze Ausmaß einer weltweiten Invasion ganz gut eingefangen, auch wenn der Großteil der Handlung nur von einer kleinen Militärtruppe und deren Rettungsversuch von ein paar übergebliebenen Zivilisten handelt.

Die CGI-Effekte sind ziemlich gut geworden, kommen aber glücklicherweise eh nicht übermäßig zum Einsatz, die Aliens sind nett designed aber insgesamt nicht sonderlich kreativ geraten. Beeindruckend sind die Kulissen, die gesprengten Autowracks, die Hochhausruinen und verwüsteten Straßen gepflastert mit Leichen der unschuldigen Opfer. Atmosphärisch dicht und sehr realistisch gestaltet kann ich da nur sagen.

Insgesamt ist dies ein Film voll mit Militärklischees, Kitschsequenzen und sich wiederholenden Kampfszenarien, denen tolle Darsteller, eine intensive Grundstimmung und den Zuseher in das Geschehen hineinziehende Actionszenen gegenüberstehen. In seiner Wirkung spannend und lähmend zugleich kann ich den Film daher nicht klar empfehlen, davor zu warnen wäre aber auch ziemlich übertrieben. Es gibt zwar eindeutig bessere Kriegs- und Alienfilme, doch enttäuscht wird man hier auch nicht wirklich aus dem Kinosaal kommen (eher erschlagen bzw. erschossen oder gesprengt).

World Invasion: Battle Los Angeles bekommt von mir 7/10 für den Überlebenskampf leben und sterbende Empfehlungspunkte.


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