Best Of Worst Case: Invasion der Riesenspinnen – The Giant Spider Invasion (Filmkritik)

Kester (Robert Easton) und Ev (Leslie Parrish) sind ein schräges Paar. Sie sind Farmer, aber von einer glücklichen Liebe kann keine Rede sein. Das liegt vermutlich auch daran, dass Kester sich seine benötigten Streicheleinheiten bei der Stadtprostituierten holt und Zuhause seine Ruhe will. Die wird ihm aber nicht gegönnt, denn ein Meteor aus dem All landet irgendwo auf seinem Grundstück und dann tauchen langsam Spinnen auf. Zuerst klein, aber deshalb nicht weniger tödlich, und dann immer größer und größer.

Irgendwann wird sogar die Wissenschaft darauf aufmerksam und Dr. Vance (Steve Brodie) und Dr. Jenny Langer (Barbara Hale) forschen nach. Was sie entdecken: Riesenspinnen aus dem Weltall sind da!

Betrachten wir die Sache jetzt mal realistisch: Der Film wurde 1975 gedreht und war tatsächlich als Horrorfilm gedacht. Für damalige Zeiten war er das vermutlich auch. Für heutige Zeiten reicht es für Horror dann doch nicht ganz, für einen gemütlichen Abend mit wohligem Grusel und viel Witz reicht es jedoch allemal.

Und bleiben wir ehrlich: Ganz egal wie oft man in einem Film zu sehen bekommt, wie eine etwas zu groß geratene Spinne auf Menschen zukriecht, sich in Schränken versteckt und dann langsam immer näher kommt – es wird immer gruselig bleiben. Weil … Spinnen halt. Und selbst bei einem so alten Film fühlt man beim Ansehen das altbekannte Kribbeln. Das ist nunmal so und das ist gut so.

Wirklich, wirklich toll wird der Film allerdings erst, als die Riesenspinne auftaucht (und die lässt sich Zeit), denn diese Puppe ist erstens großartig gemacht (von den seltsamen Augen abgesehen) und vor allem – die Fressattacken sind erstaunlich direkt und die Szenen als sie dann (auch eigentlich liebgewonnene Charaktere) frisst sieht das sogar gut aus und obwohl es sich um eine Puppe handelt sogar ziemlich brutal. Hut ab – da gibt es Trashfilme, die auf CGI setzen und bei denen sowas weit billiger wirkt als bei so einem alten Film.

Sicher – geht die Spinne dann auf Menschenmassen los, dann wirkt das heutzutage nur noch billig und unfreiwillig lustig, was aber nichts daran ändert, dass wiederum andere Szenen, so zum Beispiel der Überfall auf ein Haus, bei dem die Spinne ihre Beine durch das Dach krachen lässt oder sogar die Wände durchschlägt, wirklich spannend geworden sind.

Und das sind sie weil die Charaktere trotzdem alle sehr menschlich geraten und zum größten Teil sympathisch sind. Manchmal greift man in die Klischeekiste und ein paar der Szenen zwischen Damen und Herren würden einerseits in dieser Form heutzutage nicht mehr vorkommen, andererseits sind die Damen (allen voran Terry, gespielt von Diane Lee Hart) doch weit emanzipierter als man denken würde. Mein Highlight allerdings der Sheriff (Alan Hale Jr.), der einfach gerade am Anfang ein paar witzige Szenen am Telefon hat, die ihn sofort sympathisch machen.

Alles in allem finde ich „Invasion der Riesenspinnen“ einen für die damalige Zeit ungewöhnlichen Film, mit durchaus interessanten, weil fehlerbehafteten, Charkteren, witzigen (und sogar ein paar wirklich guten) Effekten und überraschend brutalen Todesszenen, die ich so nicht vermutet hätte.

Kleine Randnotiz: Sogar 1975 wurden bevorzugt junge und hübsche Frauen von Monstern überrascht, während diese gerade in Unterwäsche herumgelaufen sind.

„The Giant Spider Invasion“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, alt, aber gute, Punkte.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Alter):
Wer „Arac Attack“ (bzw. im Original „Eight Legged Freaks„) kennt und „The Giant Spider Invasion“ guckt, der oder die hat eine Ahnung an welche Art von Film der erstgenannte eine Hommage sein soll. Erstaunlicherweise ist „The Giant Spider Invasion“ in meinen Augen sehr gut gealtert und macht doch tatsächlich (trotz Riesen-Spinnenpuppe) immer noch Spaß.

Urteil: Wer Creature-Features mag und keine CGI-Overkills, der oder die sollte selbst heutzutage noch einen Blick riskieren.

Den Film gibt es auf Amazon im Stream.


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