Starship Troopers: Invasion (Filmkritik)

Eigentlich hätte sich die Crew der Alesia eine Auszeit verdient. Da sie jedoch das einzige Schiff in der Nähe sind bekommen sie den Auftrag auf dem Sternenschiff John A. Warden nach dem Rechten zu sehen nachdem das den Kontakt zur Erde abgebrochen hat. Das alles ist natürlich nicht so einfach wie es klingt, da die Warden im Auftrag des Ministeriums für paranormale Kriegsführung unterwegs war und die derzeitige Fracht den Menschen an Bord nach dem Leben trachtet.

Starship Troopers Invasion Animation Film

Zuerst wieder einmal ein wenig Filmgeschichte: 1997 kam der erste Teil der Starship Troopers-Filme heraus, der zwar seinerzeit nur mäßig finanziell erfolgreich war, aber in gewissen Kreisen dennoch als Klassiker gilt. Teil 2 (2004 – Hero oft he Federation) und 3 (2008 – Marauder) waren dann direct-to-DVD Filme, die unter gewissen Umständen Spaß machen, es aber nie geschafft haben, finanziell erfolgreich zu sein.

Nachdem man anscheinend nicht gewillt ist, die doch zugegebenermaßen gute Idee zu den Akten zu legen dachte man sich anscheinend, dass es wohl das Beste sei, etwas komplett Neues auszuprobieren. Schließlich stellte man den Japaner Shinji Aramaki hinter die virtuelle Kamera eines Animationsfilmes. Aramaki konnte in den vergangenen Jahren einiges an Erfahrung sammeln, wobei man vermutlich keines seiner Werke hierzulande kennen dürfte.

Der Einfluss des Regisseurs ist, wenn überhaupt, vor allem in den Gesichtern der Protagonisten zu sehen. Hier kann man eine Ähnlichkeit zu diversen Mangafiguren nur schwer von der Hand weisen. Was den emotionalen Fluss da schon eher stört ist die in den Gesichtern der Protagonisten manifestierte Emotionslosigkeit – hier ist man von anderen Filmen (mit wesentlich mehr Budget) besseres gewohnt. Das ist aber nur ein kleiner Minuspunkt, denn die „Helden“ des Films haben meist ihre auf Hochglanz polierten Rüstungen an.

Optisch wirkt der Film wie eine 90 Minuten lange, direkt in einem Computerspiel in HD gerenderte In-Game-Sequenz – und das meine ich durchaus positiv. Das gezeigte sieht großartig aus und wäre als Realverfilmung vermutlich nur mit dem Budget eines „Avatar“ zu stemmen gewesen. Die Kamera lässt sich auch gerne Zeit das gezeigte wirken zu lassen und so kommt es des Öfteren zu Momenten, wo die technisch perfekten Bilder den Zuschauer regelrecht in ihren Bann ziehen.

Ein weiter Punkt auf der Habenseite ist die Story. Wer hier eine ausgefeilte Handlung erwartet ist – wie könnte es anders sein – völlig falsch. Zuerst werden die Charaktere (zum Teil relativ sinnfrei) eingeführt, nur um sie dann mit dem Grauen zu konfrontieren. Dabei sollte man es tunlichst vermeiden, eine emotionale Verbindung zu einem der Protagonisten aufzubauen, denn – so viel sei verraten und es war im Starship Troopers Universum auch nie anders – die meisten segnen im Laufe des Films das zeitliche. Dabei liegt dem gesamten Film ein Patriotismus zu Grunde, wie man ihn sonst nur von Filmen wie „Transformers 3“ kennt.

Etwas das den Film dann sehenswert macht ist die Art wie das bisschen Handlung inszeniert wurde. So erfährt der Zuschauer erst relativ spät was wirklich auf der John A. Warden passiert ist und mit welcher Bedrohung man hier fertig werden muss. Der Film durchläuft anschließend sogar – und an dieser Stelle war ich positiv überrascht – einige unerwartete Wendungen, wobei man es bis zum Schluss schafft, den Spannungsbogen auf hohem Niveau aufrecht zu erhalten.

Ein paar Dinge sollte ich vielleicht der Vollständigkeit noch erwähnen:

  • Es wurden in diesem Film auf die üblichen Propagandavideos, die sonst zwischendurch eingestreut wurden, verzichtet.
  • Man kann genug Logiklöcher finden, wenn man nur lange genug danach sucht.
  • Die Dialoge sind zwar nicht schlecht, erlauben sich aber dennoch ein paar Aussetzer.
  • Was gibt es besseres um zu zeigen was die Animationstechnik kann, als einen weiblichen Charakter beim Duschen zu zeigen?

Was letztendlich bleibt ist ein leichter aber spannender Actionkracher, der vor allem Fans des Franchises gefallen sollte.

Der Film bekommt deshalb von mir 7/10 ums Überleben kämpfende Empfehlungspunkte.

Zitat: We are not fighting for a rock across the galaxy! We are fighting for our home!


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