Die fantastische Welt von Oz – Oz the Great and Powerful (Filmkritik)

Der Zauberer Oscar Diggs (James Franco) genannt „Oz“, reist mit einem Wanderzirkus umher. An seiner Seite ist stets sein Assistent (Zach Braff) und gemeinsam können sie sich finanziell gerade mal über Wasser halten. Als Oz mit seinem Heißluftballon in einen Wirbelsturm gesogen wird, glaubt er schon sein letztes Stündlein habe geschlagen. Doch wie durch ein Wunder findet er sich in einer fremden Welt wieder – dem Königreich von Oz. Dort trifft er auf die Hexen-Schwestern Theodora (Mila Kunis) und Evanora (Rachel Weisz), die in Oscar den Retter ihres Königreichs sehen. Laut einer Prophezeiung soll Oscar der bösen Hexe Glinda (Michelle Williams) den Gar ausmachen und im Gegenzug auf dem Thron von Oz landen. Doch nichts ist wie es scheint…

Oz The Great and Powerful Film

Nachdem Regisseur Sam Raimi (Spider-Man 1-3) darauf verzichtete, Teil eines Neustarts der „Spider-Man“-Saga zu sein, wurde lange gerätselt, was wohl das nächste Projekt des Multitalents werden würde. Raimi entschied sich schließlich für „Die fantastische Welt von Oz“, eine Art Prequel zu der berühmten Buch-Serie des Autoren L. Frank Baum. Da Vorgeschichten in Hollywood wohl gerade schwerst „En Vogue“ sind, erzählt man hier die des Zauberers von Oz, einer Figur, der in den Büchern eher weniger Beachtung geschenkt wird.

Zeitgemäß wurde natürlich in 3D gedreht, was vor allem in der Welt von Oz voll zur Geltung kommt. Stellenweise sind die Bilder durch schnelle Schwenks sehr unscharf und manchmal hat man den Eindruck, das Geld wäre beim animieren knapp geworden. Da sieht der Hintergrund dann schon mal aus, als hätte man eine Postkarte abgefilmt. Oz scheint zusätzlich auch ein sehr musikalisches Land zu sein, denn da macht das Schilf schon mal Musik und die Glockenblumen läuten passend dazu.

Nachdem ein Rechtsstreit zwischen dem Rechteinhaber des Musical-Films „Der Zauberer von Oz“ und Disney letztere daran hinderte, einige der wohl bekanntesten Elemente des Klassikers zu verwenden, wie etwa die roten Schuhe oder das Make-Up der bösen, grünen Hexe, bemühte man sich um Innovation. So wurde in etwa für die böse Hexe ein eigener grüner Farbton entwickelt – dennoch werden einige Elemente von „Der Zauberer von Oz“ aufgegriffen, so beginnt der Film etwa wie auch das Original in Schwarz-Weiß und im 4:3 Format, um dann im Land von Oz eine berauschende (fast schon kitschige) Farbenvielfalt im 16:9 Format zu zeigen. Auch die Handlung orientiert sich stark an dem Klassiker und Fans dieses Films werden keinerlei Schwierigkeiten damit haben, diese zu erahnen. Nebenbei wird erklärt wie der Löwe zum Feigling wird und wie die Vogelscheuche entsteht.

Eine leichte Enttäuschung für mich ist James Franco (Planet der Affen: Prevolution). Franco als Oz wirkt meiner Ansicht nach zu hölzern und ihm fehlt stellenweise einfach der Charme um Oz, einen Womanizer, Blender und Scharlatan wirklich glaubhaft wirken zu lassen. An keiner Stelle findet man es glaubhaft, dass eine jede Frau in seinem Umkreis auf ihre Selbstachtung vergisst und mit ihm in die Kiste hüpft. Da ich diesmal keine Chance auf eine OV des Films hatte, kann ich allerdings nicht sagen, ob dies etwas an meinem Gesamteindruck bezüglich seiner Performance geändert hätte. Da wäre Robert Downey Jr., der anfangs für die Rolle im Gespräch war, wohl besser geeignet gewesen, diesen Film zu schultern.

Michelle Williams (My Week With Marilyn) als gute Hexe Glinda (sie spielt auch ein Mädchen namens Annie in Kansas), ist ihrer Rolle entsprechend zuckersüß und schafft es aber trotzdem, dem nicht auf den Mund gefallenen Oz mit sanft gehauchter Stimme (die mit der Zeit ein bisschen nervt) Paroli zu bieten. Mit ihrer leicht affektiert wirkenden Performance, erinnerte sie mich an ihre Rolle als Marilyn Monroe in „My Week with Marilyn“.

Mila Kunis (Ted) ist die anfangs extremst naive Hexe Theodora. Man kann gar nicht anders, als mit ihr Mitleid zu haben, als sie erfährt, dass ihre Gefühle von Oz nicht erwidert werden. Rachel Weisz (Das Bourne Vermächtnis) als Hexe Evanora, lieferte für mich die wohl blasseste Performance der Hexen ab und konnte mich als SPOILER böse SPOILER ENDE Hexe so gar nicht überzeugen. Im Endeffekt fehlte ihr wohl auch die Screentime um ihren Charakter auch nur halbwegs überzeugend in Szene zu setzen.

Zach Braff (Der letzte Kuss) spielt Oz‘ Assistenten Frank und synchronisiert schließlich noch den fliegenden Affen Finley, dessen Animation zwischen hervorragend und amateurhaft schwankt. Das Porzellanmädchen ist eines der Highlights des Films und zeigt, dass selbst eine 30 cm hohe Puppe die Waffen einer Frau äußerst wirkungsvoll einzusetzen weiß. Passenderweise wird sie von Joey King synchronisiert, die in Kansas ein Mädchen im Rollstuhl spielt, der Oscar in Oz doch noch zu funktionierenden Beinen verhelfen kann.

„Die fantastische Welt von Oz“ ist durchaus ein Film für Jung und Alt, hat aber bei über zwei Stunden Laufzeit durchaus einige Längen. Für Fans der Bücher von L. Frank Baum wird die Handlung nur wenig Überraschungen zu bieten haben, aber nichts desto trotz kann man eine beeindruckende Farbenvielfalt mit vielen vertrauten Elementen genießen.

„Oz the Great and Powerful“ (so der Originaltitel) bekommt von mir 6,5/10 mit allen Tricks erzauberte Empfehlungspunkte.


3 Gedanken zu „Die fantastische Welt von Oz – Oz the Great and Powerful (Filmkritik)

  1. Ich war echt enttäuscht von Regie, Darstellern und der teilweise lahmen Handlung. Und die Musik hat auch irgendwann angefangen zu Nerven (und ich bin ein Danny Elfman Fan). Nee, das war nix.

    • Die Optik war es, was den Film für mich dann davor gerettet hat, ein Total-Reinfall zu werden. Aber das wars leider auch schon fast auf der Plus Seite.

  2. War auch sehr enttäuscht von Franco und Weisz und fand den ganzen Film eher nichtsahnend und viel zu lang für das bisschen Geschichte. Aber die Animationen waren teilweise schon sehr gut, das Beste überhaupt war das Porzellanmädchen.

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