Die fantastische Reise des Dr. Dolittle aka Dolittle (Filmkritik)

Viele Jahre benutzte Dr. Dolittle (Robert Downey Jr.) seine Gabe mit Tieren sprechen zu können dazu, zahlreichen Lebewesen in einem von der Königin zur Verfügung gestellten Anwesen, zu helfen. Doch als eines Tages seine geliebte Frau von einem Abenteuer nicht mehr zurück gekommen ist, hat er sich völlig zurück gezogen von der Außenwelt.

Jahre später bekommt er jedoch Besuch von einem jungen Mann (Harry Collett), der unabsichtlich ein Eichhörnchen angeschossen hat. Gleichzeitig verlangt die Queen persönlich nach Dolittle, denn sie ist schwer erkrankt und er ist ihre letzte Hoffnung. Nach einiger Überredungskunst seiner tierischen Familie, ist der gute Doktor schließlich (unwissentlich) bereit, für das Abenteuer seines Lebens.

Was tut man, wenn man Robert Downey Jr. heißt und mit seiner Rolle als Iron Man in zahlreichen Filmen des Marvel Cinematic Universe so viel Geld verdient hat, dass man eigentlich nicht mehr arbeiten gehen müsste? Man schaut einfach so (warum auch nicht) wie gut der eigene Name ein Produkt verkaufen kann und liefert damit den ersten (finanziellen) Flop des Kino-Jahres 2020 ab.

Man muss schon klar sagen, dass sich dieser Film an eine sehr junge Zielgruppe richtet und mit denen im Gepäck, macht Dolittle auch um einiges mehr Spaß (also rein als Unterhaltung, denn will ich dass mein Kind etwas lernt, dann muss ich ihm/ihr etwas Anderes zeigen). Regisseur Stephen Gaghan (Syriana) hat gemeinsam mit vier weiteren Menschen, auch am Drehbuch mitgearbeitet. Keine Ahnung, warum da nichts Innovativeres dabei heraus gekommen ist.

Vergisst man mal die „Story“ – was wegen der überbordenden Bilder sicherlich auch so forciert wurde – gerade dann muss man sich angesichts des allgegenwärtigen Einsatzes von CGI, ziemlich erschlagen fühlen. Ich meine das Aussehen der Tiere schwankt zwischen sehr gut bis mittelmäßig und es erfüllen alle ihren Part, doch als echte Lebewesen aus Fleisch und Blut, würde man kein einziges Tier jemals bezeichnen.

Der Humor ist seicht und man gewöhnt sich daran so sehr, dass am Ende die Entfernung eines Dudelsackes aus dem Verdauungstrakt (ja, ich meine seinen Hintern) eines Drachens, beinahe schon wieder lustig ist (he, ich habe „beinahe“ geschrieben). Und Produzent Robert Downey Jr. (Kiss Kiss Bang Bang)? Der lebt hier seine Version eines Jack Sparrow und hat dabei (im Original) einen richtig seltsamen Akzent, der wohl am ehersten walisisch hätte sein sollen.

Auch Antonio Banderas (Gun Shy) übertreibt etwas in einer Nebenrolle als Piraten-Kapitän, doch weiß seine Performance durchgehend zu unterhalten. Die zahlreichen Stars, die den Tieren ihre Stimme geliehen haben – wie zum Beispiel Tom Holland (Spiderman Homecoming) als Hund, John Cena (Bumblebee) als Eisbär und Emma Thompson (MIB International) als Ara – das ist zwar nett, doch als richtige Bereicherung, kann man deren Arbeit auch nicht bezeichnen.

Die beiden Jungstars hingegen bringen unverbrauchte Frische und kindliche Entdeckungslust in die Sache und die Interaktionen zwischen den Tieren und den Tieren und Dolittle, die kosten (auch dem etwas älteren) Zuschauer doch das eine oder andere lächeln. Martin Sheen (Underworld) darf ich auch auf keinen Fall vergessen, denn er ist so herrlich dämlich als böser Kontrahent, dass es eine Freude ist.

Insgesamt also stimmen hier einige Dinge nicht so ganz oder wären vermeidbar gewesen, aber aus kindlicher Sicht gibt es dann doch wieder einige Sachen, die man sicherlich sympathisch finden kann (pädagogisch wertvoll steht hingegen am anderen Ende der Skala). Ein leicht zu erklärender Flop also, doch sicherlich kein Film, über den man sonderlich schimpfen müsste/möchte.

Dolittle bekommt von mir 5,5/10 infantil überdrehte Empfehlungspunkte.


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