Men in Black: International (Filmkritik)

Zwanzig Jahre lang sucht Molly (Tessa Thompson) schon nach ihnen. Die Rede ist von den Männern in Schwarz, die offensichtlich mit dem Einfangen flüchtiger Außerirdischer betreut sind. Sie weiß dass, da sie als Kind ein kleines blaues Wesen gesehen hat und nur ihr Gedächtnis bei diesem Ereignis nicht gelöscht wurde. Die langwierigen Nachforschungen haben sich endlich ausgezahlt, denn nun sitzt Molly plötzlich vor Agent O (Emma Thompson).

Sie wird schließlich als Agentin auf Probezeit eingestellt und nach London geschickt, wo Agent High T (Liam Neeson) die Zentrale leitet. Durch ihre Hartnäckigkeit landet sie bald darauf in einem chaotischen Einsatz zusammen mit dem Top-Agenten H (Chris Hemsworth). Die Sache beginnt dabei zunächst harmlos, wird jedoch schnell zu einem Fiasko, das sogar die Sicherheit des gesamten Planeten gefährden könnte.

Im Jahr 1997 konnte man die lose auf den gleichnamigen Comics basierenden „Men in Black“ mit Will Smith und Tommy Lee Jones in den Hauptrollen, erstmals auf der Leinwand bewundern. Im Jahr 2002 folgte ein schwächeres, irgendwie schnell zusammen geschustert wirkendes Sequel und als zehn Jahre danach der dritte und bisher letzte Teil erschien (der besser als die Fortsetzung war aber auch nicht ans Original heran kam), war die Trilogie von Regisseur Barry Sonnenfeld (Wild Wild West) komplett.

Danach wurde es ruhig um die Männer in Schwarz, bis sich aktuell Regisseur F. Gary Gray (Fast and Furious 8) an ein Spin-Off gewagt hat, diesmal mit Chris Hemsworth und Tessa Thompson in den Hauptrollen, die bereits in Thor: Ragnarok zeigen konnten, dass sie eine starke Chemie mitsammen auf der Leinwand haben. Genau das ist dann auch die größte Stärke dieses im Prinzip harmlosen Filmes, der das Erfolgsrezept des ersten Teiles zu kopieren versucht.

Ich will da auch gar nicht sonderlich streng sein, denn der Film macht einfach Spaß obwohl immer klar ist, dass es um nichts geht (obwohl es ja um die Rettung der Welt geht, aber egal). Negativ ragt etwas die allzu gegenwärtige „political correctness“ herein, denn sowohl dass der Name „Men in Black“ geändert gehört würde – weil ja auch Frauen dabei sind – als auch dass alle Damen an sich Königinnen sind wird thematisiert. Das stört hier auch nur, weil es gar so offensichtlich gemacht ist.

Dieser ernste Bereich, ist dann nicht stimmig im Zusammenhang mit der witzigen und überdrehten SciFi-Story, also am Besten diese dem Zeitgeist entsprungene Sache, einfach ignorieren (Power-Frauen vor, aber es soll bitte nicht so aufgesetzt inszeniert werden). Ansonsten sind die Effekte sehr gut und kommen ohne auffällige Fehler daher, das Kreaturen-Design ist kreativ und wenn nicht gerade Action angesagt ist, läuft der Wortwitz.

Leben kann der Film jedoch davon nicht, das tut er dafür durch das Spiel/Zusammenspiel der drei Hauptfiguren. Chris Hemsworth (Ghostbusters) als H ist perfekt als Objekt weiblicher „Anschmachtungen“, der mit seinen Macho-Allüren versucht, seinen im Laufe der Jahre aufgebauten Schmerz zu überspielen. Tessa Thompson (Auslöschung) als M ist der eigentliche Star, ihr folgt man zu Beginn der Story und vor allem ihr unbändiger Wille und ihre Entdeckungslust machen sie von Anhieb sympathisch.

Dritter im Bunde ist Kumail Nanjiani (Hot Tub Time Machine 2), der im Original einen kleinen Alien-Kerl namens Pawnie spricht, der sich als Diener für ewig an M gebunden hat. Seine trockene und oft auch Mitleid erregende Art, ergänzt perfekt das Hin und Her seiner menschlichen Begleiter. Liam Neeson (The Commuter) und Emma Thompson (Saving Mr. Banks) als Bosse ihres jeweiligen Stützpunktes haben zwar wenig zu tun, sind aber klar eine Bereicherung genau wie Rebecca Ferguson (Life) als berüchtigte Alien-Killer-Queen und Exfreundin von H.

Insgesamt daher ein netter Neustart der Men in Black Reihe, durchaus auch ein geglückter, jedoch sicherlich auch keine Überhit, den ich im Vergleich mit anderen Blockbustern in diesem Jahr, sonderlich hervor heben müsste. Fans der beiden Hauptdarsteller kommen sowieso voll auf ihre Kosten und wer das Franchise liebt sollte einfach nicht erwarten, dass hier der Charme des Erstlings erreicht wird, dann kann man hier schon einigen Spaß haben (so wie ich eben).

„Men in Black International“ bekommt von mir 7/10 automatisch Niemanden ausschließende Empfehlungspunkte.


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