Fast & Furious 8 – The Fate of the Furious (Filmkritik)

Dominic Toretto (Vin Diesel) und Letty Ortiz (Michelle Rodriguez) verbringen gerade ihre Flitterwochen in Havana und genießen die Sonne. Dom wird von Cipher (Charlize Theron), einer Cyberterroristin, angesprochen, die ihn zwingt für sie zu arbeiten. Beim nächsten Einsatz wendet sich er sich dann gegen sein Team und stiehlt eine EMP-Waffe. Jetzt gibt es nur eines was Dom noch aufhalten kann: seine Familie.

Nach dem, unter der Regie von James Wan (Insidious), erfolgreichen siebten Teil der Fast & Furious, war zeitnahe klar, dass man die Geschichte rund um Dominic Toretto und dessen Team/Familie weitererzählen würde. Dabei muss das Franchise jetzt beweisen, dass es auch ohne den dahingeschiedenen Paul Walker (Hours) auskommt.

Der Film beginnt in Havana, wo Dom zu einem Rennen herausgefordert wird. Dabei steigt er so hart aufs Gas-Pedal, dass der Motor zuerst ein gesundes, oranges Leuchten bekommt, später zu brennen beginnt und kurz vor der Ziellinie noch explodiert. Der Anfang des Films ist gelungen, weil er nicht nur mit einer (wie immer) spektakulären Action-Sequenz beginnt, sondern dem Zuschauer zeigt wie Dom anderen Menschen gegenüber eingestellt ist.

Dann begegnet er Cipher und stellt sich gegen sein Team. Natürlich hat Toretto einen guten Grund dafür und den erfährt man nach gut zwanzig Minuten Laufzeit. Soviel sei an dieser Stelle verraten: Es hat nichts mit dem von Paul Walker gespielten Brian O’Conner zu tun. Die eigentliche Erklärung kann man dann im Idealfall gut finden, muss man aber nicht.

Was die Geschichte betrifft, gibt es aber noch andere Auffälligkeiten. Da wäre zum Beispiel, dass der Zuschauer von Doms Plan gegen Cipher erst zum Schluss erfährt. Aus diesem Grund wird auch sein Team erst am Ende eingeweiht und es stellt sich die Frage, ob das nicht anders leichter gegangen wäre. Dann gibt es noch das Problem mit den Kollateralschäden.

Zimperlich war man bei „Fast & Furious“ ja bekanntlich noch nie. An dieser Stelle nimmt das Ganze allerdings eine neue Dimension an. Nüchtern betrachtet wird bei jeder zweiten Actionsequenz eine größere Zahl mehr oder weniger Unschuldiger wahlweise verletzt oder getötet. Hier scheint man sich ein Beispiel an „Batman v Superman“ genommen zu haben.

Das Ergebnis sieht zwar immer über alle Maßen cool aus und dennoch stellt sich auch hier die Frage, ob es nicht anders gegangen wäre. Als konkretes Beispiel sei eine im Trailer angedeutete Sequenz genannt, in der Cipher hunderte Autos fernsteuert und diese förmlich vom Himmel regnen lässt (übrigens eine tolle Werbung für die betreffenden Hersteller) um ein(!) Auto zu stoppen.

Von Seiten der Schauspieler gibt es nur wenig Überraschungen. Vin Diesel (The Last Witch Hunter) als Dominic Toretto ist dermaßen gut in Form und dementsprechend unaufhaltsam, dass nicht einmal Xander Cage (XXX: Return of Xander Cage) ihn stoppen könnte. Diesel spielt die ernsten Momente vergleichsweise gut, auch wenn die Stimmung in den entsprechenden Szenen insgesamt sehr frostig ist.

Bei Dwayne Johnson (Moana) als Luke Hobbs scheint es sich nun endgültig um einen Superhelden zu handeln. Wenn Hobbs gleich mehrere Menschen mit Ganzkörperpanzerung durch die Gegend wirft oder die Beton-Bank aus seiner Gefängniszelle reißt um damit zu trainieren, ist das dermaßen übertrieben, dass es schon wieder lustig ist.

Aktuell wird anscheinend wieder über einen Spin-Off-Film mit Johnson als Hobbs gesprochen, was mittlerweile schon irgendwie notwendig zu sein scheint. Idealerweise sollte er da seinen neuen besten Freund Jason Statham (Spy) gleich mitnehmen. Statham gab als Shaw im Vorteil überzeugend den Bösewicht und hilft an dieser Stelle Dom aufzuhalten.

Im Zuge des Films stellt sich dann heraus, dass Shaw in Wirklichkeit gar nicht so böse ist. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass es sich, wenn man Stathams Rolle in Teil sieben und acht vergleicht, scheinbar um zwei völlig verschiedene Personen handelt. Macht aber nichts, denn Statham kann beides und seine Interaktionen mit Dwayne „The Rock“ Johnson sind die Highlights im Film.

Regelrecht verschenkt wurde Charlize Theron (Mad Max: Fury Road) als Cipher. Zwar spielt Theron das eiskalte Miststück vergleichsweise überzeugend, hat aber abgesehen davon nicht mehr zu tun als hinter einem Tisch zu stehen. Da hinterlässt selbst Helen Mirren (Trumbo) mehr Eindruck, obwohl sie nur zwei Minuten lang zu sehen ist.

Scott Eastwood (Suicide Squad) kann als Neuzugang überzeugen und wirkt bei mehreren Gelegenheiten herrlich überfordert. Abgesehen davon gibt es keine großen Überraschungen und es finden sich auch hier alle Charaktere wieder, die man schon in den vergangenen Filmen kennengelernt hat, wobei hier scheinbar alle ihren Spaß gehabt haben.

Was die Actionsequenzen betrifft, hat man es erneut geschafft alles zu überbieten, was in diesem Franchise vorher da war. Man hat erstklassige Drehorte gefunden und brennt dort ein Feuerwerk ab, bei dem offensichtlich ist, dass die Gesetze der Physik keine Rolle spielen. Dennoch machen sie unglaublichen Spaß und machen gefühlte zwei Drittel der Laufzeit aus.

Alles in allem ist „Fast & Furious 8“ ein typischer Fast-and-Furious-Film, bei dem schnelle Autos und die Familie im Vordergrund stehen, während auf Realismus kein Wert gelegt wird. Der Film weiß ausgezeichnet zu unterhalten, wobei man die eigentliche Handlung bloß nicht hinterfragen sollte.

Der Film „Fast & Furious 8“ bekommt 8/10 Dominic Toretto nicht aufhalten könnende Empfehlungspunkte. Übrigens: Teil neun und zehn sind bereits in Planung!


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