Fast & Furious 6 (Filmkritik)

Eigentlich genießt die Crew von Dominic Toretto (Vin Diesel) ihren wohlverdienten Ruhestand als sie von Agent Hobbs gestört werden. Dieser benötigt die Hilfe des Teams, um den ehemaligen Special Forces Soldaten Owen Shaw (Luke Evans) und seine Crew unschädlich zu machen. Als Gegenleistung lockt er nicht nur mit einer umfassenden Begnadigung, sondern auch mit einem Bild von Doms totgeglaubter Liebe Letty (Michelle Rodriguez).

Fast-Furious-6

Als der erste Teil der Fast & Furious Reihe 2001 in die Kinos kam, hätte wohl kaum jemand geglaubt, wie langlebig das hieraus entstehende Franchise sein würde. Nun sind wir immerhin bei der Nummer sechs angelangt und ein siebter Teil ist bereits in der Planung. Regie führt hier zum wiederholten Male Justin Lin, der hier nicht nur seine eigene Trilogie abschließt, sondern mit Fast & Furious Five den bis jetzt mit Abstand erfolgreichsten Teil der Reihe abgeliefert hat.

Lin versucht sich an dieser Stelle noch ein letzes Mal zu übertreffen, doch das scheint gar nicht so einfach. Was die Action betrifft war Fast & Furious Five bereits so brachial inszeniert, dass man ohne Übertreibung von „größer als die Realtität“ sprechen kann (ein Umstand der auch im James Bond Universum tadellos funktioniert) und das Team rund Torretto, das von Unfang und Qualität her sogar mit „The Expendables“ mithalten kann, hatte mit Dwayne Johnson als Agent Hobbs einen mehr als würdigen Gegner gefunden.

An dieser Stelle einen Gegner einzuführen, der beiden Glatzköpfen (also Toretto und Hobbs) Respekt einflößt, war hier vermutlich die beste Idee überhaupt und funktioniert auch in der Praxis erstklassig. Luke Evans (Die drei Musketiere) als Shaw ist charismatisch und in der Ausführung seines Plans ebenso präzise wie skrupellos. Zu seinem Team zählen nur die Besten und im Gegensatz zu Torreto, für den die Familie das wichtigste ist, hat Shaw auch keine Skrupel Teammitglieder, die nicht die gewünschte Leistung bringen (und z.B. geschnappt werden), zu „ersetzen“.

Mit drei großen Sequenzen kommt die Action auf keinen Fall zu kurz. Dabei lässt man es so richtig krachen und vollführt dabei Kunststücke, die unter realistischen Bedingungen eigentlich nicht machbar zu sein scheinen. Während Shaws selbstgebaute Rennflitzer ja noch im Bereich des Möglichen sind, sind es einige spätere Aktionen der Beteiligten augenscheinlich nicht, was dem Film aber nicht schadet.

Was die Handlung betrifft wurde hier im Gegensatz zu „Stirb Langsam 5“ nicht darauf vergessen, auch wenn diese für meinen Geschmack ruhig ein kleines Stück umfangreicher ausfallen hätte dürfen. Lettys (Michelle Rodriguez – „Avatar„) Wiederauferstehung von den Toten wird einigermaßen glaubhaft erklärt und auch wenn man im späteren Verlauf auf ein reines Happy End verzichtet (wobei das eine oder andere mit dem dritten Teil „Tokyo Drift“ zu tun hat) hat man im Abspann des Films dennoch ein gutes Gefühl.

Irgendwie hat man es hier wieder einmal geschafft, alle für einen Fast & Furious Film wichtigen Personen unterzubringen. Auch wenn Dwayne Johnson („G.I. Joe: Die Abrechnung“ – der sein Schweißproblem scheinbar in den Griff gekommen hat) als Hobbs und Vin Diesel (bald zu sehen in „Riddick„) als Toretto klar am öftesten zu sehen sind, bekommt jedes Teammitglied genügend Screentime. Neu an Hobbs Seite ist Gina Carano (Haywire) als Agent Riley, die bei mehreren Gelegenheiten ihre Kampfkünste unter Beweis stellen kann.

Alles in allem ist „Fast & Furious 6“ ein gelungener Film, der seinen Vorgänger zwar im Bereich Action deutlich toppen kann, es aber dennoch nicht schafft, der bessere Film zu sein. Schön ist, dass hier trotz allem der Humor nicht zu kurz kam, denn die Jungs und Mädls hatten hier offensichtlich auch ihren Spaß und das merkt man deutlich. Was uns in Teil sieben erwartet, deutet der Film bereits an und es wird – Achtung Spoiler (nicht zuletzt nach einem eindrucksvollen Kurzauftritt von Jason Statham) Spoiler Ende – wieder einmal spannend.

Der Film „Fast & Furious 6“ bekommt von mir 8/10 für die Familie kämpfende Empfehlungspunkte.


3 Gedanken zu „Fast & Furious 6 (Filmkritik)

  1. *Spoilerwarnung*
    *Spoilerwarnung*
    *Spoilerwarnung*

    Yay, der Film hat mir auch gut gefallen. Für mich ist Teil 5 wegen der Location bisher das Highlight der Reihe. Über Caranos Auftritt hat ich mich gefreut, fand sie in „Haywire“ klasse. Han und Gadots Charakter trauere ich ziemlich hinterher… *sniff sniff* (:

    Btw, ich hab mich nach den Filmen der Reihe bisher immer dabei erwischt, dass ich mit über 60 Sachen in der Stadt unterwegs war… Wie ging’s euch in der Hinsicht? xD

    • die unerwartete wendung von Gina Carano als Agent Riley war für mich gleich mehrfach eine überraschung – erstens mochte ich sie mehr als in haywire (liegt aber am film) und zweitens wird an dieser stelle nicht verraten!

      wegen fahren – bin bei spidy mitgefahren da ist mir nichts aufgefallen 😉

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