Fast & Furious: Hobbs & Shaw (Filmkritik)

Wenn die Welt in Gefahr ist, dann arbeiten sogar die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Auf Grund ihrer gemeinsamen Vergangenheit und nach anfänglichen Reibereien stehen daher Luke Hobbs (Dwayne „The Rock“ Johnson) und Deckart Shaw (Jason Statham) Seite an Seite, um sich gegenseitig mit bösartigen Sprüchen zu ärgern.

Nebenbei sind sie auch noch auf der Suche nach einer Heilung für einen Virus, den Deckard´s Schwester Hattie (Vanessa Kirby) in sich trägt. Den wiederum möchte auch der genetisch manipulierte Supersoldat Brixton (Idris Elba) für seine Organisation in die Finger bekommen, damit die schwachen unter der Menschheit, damit ausgelöscht werden können.

Als im Jahre 2001 der aller erste The Fast and the Furious Streifen auf der Leinwand erschien ahnte noch Niemand, dass man hiermit den Grundstein für ein sehr erfolgreiches neues Franchise gelegt hat. Gerade wird der neunte Teil gedreht und zumindest Teil zehn ist auch schon fix geplant. Der Charakter des Luke Hobbs wurde in Teil fünf (für mich der beste Teil der Reihe) eingeführt und Deckart Shaw mit siebten Teil.

Nach vier bzw. zwei Filmen innerhalb des Franchise, haben die zwei Figuren nun also ihr Spin-Off unter der Regie von David Leitch (Atomic Blonde, Deadpool 2) spendiert bekommen. Man muss dazu sagen, dass sie die Tatsache, dass Deckart Shaw im siebten Teil als reiner Bösewicht dabei war, eindeutig ignoriert haben und in Teil acht eine Art Antihelden aus ihm gemacht haben. Das ist unstimmig und passt nicht zusammen, zumal Shaw ja auch einen aus dem Team der Helden getötet hat.

Das wollte ich nur endlich mal loswerden, den Stil-Bruch kann man einfach nicht nicht bemerken. Für Hobbs und Shaw ist dieser Fakt nicht nur wichtig, es hätte sonst sogar diesen Film sicherlich nicht gegeben. Wovon die ganze Sache nämlich vor allem lebt – immerhin ist dies sozusagen eine Screwball-Komödie mit zwei Action-Stars in den Hauptrollen – ist die in Teil acht aufgebaute und zelebrierte Beziehung zwischen den beiden hitzigen Glatzköpfen.

Da liegt dann auch schon der größte Unterschied zum Ausgangsmaterial, denn obwohl auch hier wieder das Thema Familie groß geschrieben wird und man auf völlig überdrehte Action-Sequenzen setzt, dominiert hier beinahe in jeder Szene in der gesprochen wird, klar der Humor. Das wiederum ergibt einen eindeutigen Charme-Bonus und wenn The Rock dann in einer Szene im „Captain America Stil“ kurz einen fliegenden Hubschrauber festhält, dann muss man statt den Kopf zu schütteln einfach nur grinsen, denn die Jungs haben Selbstironie.

Man merkt bei all der Action klar die Stuntman-Vergangenheit des Regisseurs, denn da geht nie die Übersicht verloren, die Moves sind innovativ und schnell und man kann die Wucht hinter den meisten Aktionen direkt spüren. Nimmt man das Ganze ernst oder hat Angst um die Hauptfiguren oder das Schicksal der Welt? Natürlich nicht, doch darum geht es ja auch gar nicht.

Dwayne Johnson (Fighting with my Family) und Jason Statham (Mechanic Resurrection) ergänzen sich großartig (der große laute Kerl und der schnelle leise Typ) und das spiegelt sich auch in ihrer Spielfreude wieder. Nicht minder charismatisch ist Vanessa Kirby (Mission Impossible 6) als Hattie, neben ihren Stunts ist ihr Comedic-Timing ebenso perfekt. Idris Elba (Bastille Day) als Bösewicht hat seine Momente, kann aber insgesamt in einem Film, der klar seine Helden zelebriert, nicht ganz mithalten.

Ein klassischer Fast an Furious Teil sieht somit sicher anders aus, egal ob man das nun auf die illegalen Rennen oder die Heist-Szenarios bezieht, doch diese Eigenständigkeit tut der Sache richtig gut. Wer Over the Top Action liebt und zwei sich ständig neckende Alphamänner, die von einer nicht minder starken Dame (und das auf eine völlig natürliche Art, ohne Zeitgeist-Brechstange) im Zaum gehalten werden, der wird hier seine helle Freude haben. Und die Cameo-Auftritte, nun seht selbst, von sexy bis schräg, das kann sich sehen lassen.

„Hobbs and Shaw“ bekommen von mir 8/10 unglaublich viel Lärm für die Rettung der Welt aka reine leichte Unterhaltung machende Empfehlungspunkte.


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