Atomic Blonde (Filmkritik)

Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) wird nach Berin, in ein wahres Pulverfass kurz vor dem Fall der Mauer geschickt, um eine streng vertrauliche Liste und damit die Identität und damit auch das Leben diverser Agenten zu beschützen. Lorraine trifft auf den Ex-Geheimdienst Mitarbeiter David Percival (James McAvoy), der ein wichtiger Kontaktmann ist und beginnt mit ihrer Arbeit….

Nachdem die letzten Filme, die ich gesehen hatte, so ziemlich alle Reinfälle waren (*husthust* The Emoji Movie), war es mir ganz recht, mal auf ein anderes Genre, bzw auf potentiell gute Filme umzusteigen.

Viele vergleichen „Atomic Blonde“ mit „John Wick“, aber da ich „John Wick“ nicht gesehen habe, kann ich dazu nichts sagen, bzw bin ich kein Fan von Aussagen wie „sie ist wie ein weiblicher John Wick“, denn inzwischen sollte es möglich sein, Frauen nicht immer mit Männern zu vergleichen, die ähnliche Rollen spielen.

Der Trailer von „Atomic Blonde“ konnte mich nur begrenzt begeistern, daher war ich anfangs trotz guter Reviews von anderen Quellen eher skeptisch.

Was für mich an diesem Film am besten funktionierte, war das Setting. Der Film spielt 1989 in Ost-Berlin und zeigt sehr gut die Zustände die damals herrschten. Die Unruhen, Proteste, Kontrollen – all das wirkt noch nicht so abgedroschen wie manch andere Settings. Wer will schon zum millionsten Mal einen Film der in New York spielt sehen? Was zum gelungenen Flair beiträgt, sind die deutschen Musikklassiker, die im Hintergrund für gute Laune sorgen. Sei es 99 Luftballons, oder Falcos Der Kommissar, mit guter Mucke macht Filme schauen gleich doppelt so viel Spaß.

Als Spionin Lorraine Broughton haut sich Charlize Theron (Mad Max: Fury Road) ordentlich ins Zeug. Hier ist sie nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern auch als Produzentin im Einsatz. Sie schlägt sich als Spionin recht ordentlich (pun intended), doch in den Kampfszenen wirkt sie für mich nicht immer glaubwürdig. Dass sie eine tolle Schauspielerin ist, weiß eigentlich jeder, aber eines verstehe ich nicht. Spione sollen doch eher unauffällig sein und in der Masse untergehen, oder? Da ist eine atemberaubend schöne, große Frau nicht unbedingt die optimale Kandidatin für solch einen Job.

Die Kampfszenen sind sehr gut choreografiert und wirken sehr abwechslungsreich, ziehen sich stellenweise aber auch schon mal ein wenig. Diese Szenen zeigen sehr gut, dass Spion sein ein sehr gefährlicher Job ist. Über mehrere Etagen kämpft sich Theron ohne sichtlichen Cut durch ein Miethaus. Gut fand ich, dass Theron nach den Kämpfen auch verdroschen aussah. Oft ärgere ich mich, weil nach ziemlich brutalen Kampfszenen die Charaktere nur ein bisschen Nasenbluten haben.

Ansonsten bleiben alle Schauspieler relativ blass. Gerade Sofia Boutella (The Mummy) hätte ich gewünscht, dass sie hier zeigen kann, was in ihr steckt. Doch stattdessen fand ich ihre Figur entbehrlich, um nicht zu sagen überflüssig, denn das einzige was von ihr in Erinnerung bleibt, ist die Sexszene. Aber selbst hier fehlt es an Intimität, wodurch sie fast voyeuristisch wirkte.

James McAvoy wirkt, als ob er in einer der unangenehmeren Persönlichkeiten aus seinem Film „Split“ hängen geblieben wäre. Bill Skarsgård (Allegiant), John Goodman (Kong: Skull Island) und Til Schweiger (Honig im Kopf) sind ebenfalls in kleineren Rolle zu sehen.

Fazit: „Atomic Blonde“ ist optisch ein Genuss. Sei es die tolle Location oder die gute gemachte Kampf-Choreografie. Leider kommt nie wirklich das Gefühl eines Katz und Maus-Spiels auf, was schade ist. Regisseur David Leitch führt übrigens Regie beim zweiten Teil von „Deadpool„.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 enttarnte Punkte.


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