Best Of Worst Case: Atomic Shark (Filmkritik)

Es ist was faul am Strand. Die Rettungsschwimmerin Gina (Rachele Brooke Smith) muss das relativ rasch feststellen. Ganz seltsame Signale, die da auftauchen … fast als wäre da etwas „Radioaktives“ unterwegs. Tatsächlich ist es das auch – nämlich ein Hai, der radioaktiv verseucht ist. Das hat zur Folge, dass er … nun … ziemlich bissig, sauer und auch noch mehrfach tödlich ist.

Fletcher (David Faustino) eilt Gina zur Hilfe, aber die meisten anderen juckt die Sache nicht recht, da sie der Sache klarerweise keinen Glauben schenken. Vor allem ihre Kollegin Kylie (Jessica Kemejuk), die viel eher daran interessiert ist sexy für Selfies (egal in welch absurden Situationen) zu posen …

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Es ist ihr erstes Drehbuch und ich kann nur sagen: Die drei Herren haben alles richtig gemacht. Scott Foy, Griff Furst und Jack Snyder (nicht verwandt) wussten genau, wie viel Spaß sie beim Verfassen eines Drehbuchs mit dem Titel „Atomic Shark“ haben könnten und sie haben auch nicht gezögert alle Register zu ziehen. Ehrlich – der Film ist noch unterhaltsamer als „Ghost Shark„, „Sand Sharks“ oder sogar „Dam Sharks!“ und das will schon was bedeuten. Auch Regisseur A.B. Stone macht hier alles richtig und in einigen Szenen zeigt er perfektes Verständnis für das Drehbuch und zeigt auch von der Inszenierung her, dass er genau wie seine Drehbuchschreiber weiß, was für eine Art Film hier gemacht wird und wie witzig das alles sein kann. A.B. Stone hat nach „Lake Placid vs Anaconda“ definitiv dazu gelernt.

So gibt es spät im Film zB eine Szene in welcher eine/r unserer Helden/innen auf einem Speedboat mit einer Ein-Hand-Harpune auf den Hai zurast, sich dann vom Boot abstößt und in bester „Reign Of Fire„-Manier mit den Händen und der Harpune hoch über sein/ihr Haupt erhoben dem Hai entgegenspringt. An sich schon oft gesehen und plakativ und billig, aber hier wird diese Szene dermaßen ironisch und mit einem so dermaßen großen und verspielten Augenzwinkern inszeniert – das muss man gesehen haben. Als die Szene beginnt, wird das Bild plötzlich 16:10 mit schwarzen Balken oben und unten (zwecks Kinofeeling).

Im gleichen Moment wird aus dem sonnigen Tag eine coole Szenerie mit Sonnenuntergang und eine Musik setzt ein, die dermaßen perfekt den Ernst der Lage und deren durchgeknallte Inszenierung unterstreicht, dass man diese Szene einfach lieben MUSS. Kennt ihr die Szene aus „Cabin In The Woods“ als Chris Hemsworth mit seiner Maschine über den Abgrund springen will? Hier ist es ähnlich, nur noch cooler und witziger inszeniert. Grandios!

Solche Szenen kommen ein paar im Film vor und jederzeit spürt, sieht und hört man den Spaß an der Sache. Rachele Brooke Shields (nicht erwähnte Mini-Rollen in zB „The Nice Guys„, „The Cloth“) sieht gut aus ohne dabei zu einem reinen Optik-Objekt zu verkommen, sondern sie bleibt dabei immerzu eine Person und noch dazu eine starke Persönlichkeit. Das Gegenstück ist ihre Kollegin, gespielt von Jessica Kemejuk („Hide“), welche die ganze Zeit über eigentlich nichts anderes als einen optischen Aufputz darstellt, was sie durch ihre Angewohnheit zu allen Zeiten in allen möglichen Situationen egal mit wem für Selfies zu posten sogar noch unterstreicht. Da gibt es ebenfalls ein paar super Szenen (zB eine mit einem eingebuddelten Jungen).

Fletcher wird gespielt von David Faustino, den meine Generation (ja, die über 30) wohl am ehesten noch als Bud Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“ kennen dürfte. Ich hätte ihn nicht erkannt und das spricht in diesem Fall tatsächlich für ihn. Die Chemie zwischen Rachele Brooke Smith und ihm ist perfekt – beide hatten offensichtlich großen Spaß und mochten sich, was darin resultiert, dass sie sich die Pointen zuwerfen (gerade gegen Ende im grandiosen Finale) und ihre gemeinsamen Szenen wirklich super anzusehen sind. Ah – das Finale. Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie gut es tut einen Film zu sehen, bei wirklich alle(!) Beteiligten, vom Drehbuchautor, Regisseur, Effektleute und der gesamte Cast wissen, was für einen Film sie machen und wie viel Spaß sie dabei haben können.

„Atomic Shark“ hat wohl eine der dümmsten Prämissen aller Zeiten (fast so schlimm wie Sharknado), hat aber den Vorteil weit besser gemacht zu sein und wirklich, wirklich Spaß zu machen – inklusive einer Cast, die nicht nur spielen kann, sondern auch will und sogar Freude daran hat, an solch einem Film mitzuwirken. So gehört sich das!

„Atomic Shark“ bekommt 9 von 10 möglichen, den fast perfekten Trashfilm inszenierenden, Punkte.

Best-Of-Worst-Case-Urteil (Trashfaktor: Alle hier wussten, was sie tun):
Wenn alle Leute wissen, was für eine Art Film sie machen, es niemand davon peinlich ist, sondern im Gegenteil alle voll dahinter stehen und absolut Spaß und Freude dabei haben (ähnlich wie bei „Müll – der (einzig wahre) Trashfilm„)- auch wenn man dabei ein paar Filmregeln bricht -, dann kommt ein Film wie dieser hier heraus. Hier stimmt fast alles – für einen Trashfilm eher ungewöhnlich ist die Tatsache, dass hier alle Lacher beabsichtigt sind. Und 90% davon zünden auch.

Fazit: Unbedingt ansehen! Pflichtfilm!


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