Best Of Worst Case: Dam Sharks! (Filmkritik)

Kate (Jessica Blackmore) ist Sheriff. Als sie eines schönen Tages mit ihrem Kumpel einen Damm auf dem Fluss begutachtet müssen sie feststellen, dass die Biber durch Abwesenheit glänzen. Die zweite Entdeckung zeigt deutlich auf weshalb: Es sind nämlich Haie, die den Dam gebaut haben. Unter anderem mit Teilen von Menschen, die sie nicht gefessen haben. Warum? Weil dadurch das Wasser steigt bzw. Menschen kommen, um nachzusehen was los ist und deshalb immer jede Menge Futter zur Verfügung steht.

Zur gleichen Zeit sind Tanner Brooke (Jason London) und seine MitarbeiterInnen auf Firmenausflug. Paintball, Bogenschießen und Spaß haben. Wenn nur Tanner nicht so gierig wäre und das alles ohnehin nur ein Vorwand ist, weil Tanner die nicht eingeladenen MitarbeiterInnen durch seine Sekretärin feuern lässt ohne den Anwesenden ein Wort zu sagen.

Natürlich machen ihnen allen die Haie einen Strich durch die Rechnung. Die Haie haben aber nicht damit gerechnet, dass sich Kate Hilfe bei Carl (Robert Craighead) holt, denn der weiß, wie man Probleme löst …

Dam-Sharks-movie

So macht man das! Ich hatte es nicht erwartet und wurde absolut positiv überrascht. „Dam Sharks“ ist die budgetarme Version von „Zombiber„. Die Macher wussten genau welche Art von Film sie machten und über die (nicht vorhandene) Höhe des Budgets Bescheid und haben das beste heraus geholt. Das beginnt bei den Effekten – die sich doch tatsächlich in den Animationen so gut wie nicht wiederholen – und endet beim großartigen, unterhaltsamen Drehbuch. Ich gebe zu – anfangs war ich noch skeptisch, aber nach ein paar Minuten hatte mich der Film in seinem Bann.

Einerseits mochte ich den Charakter von Kate sofort ziemlich gerne und ich wünschte mir, dass sie das Ende des Films erlebt. Das gleiche gilt für Carl. Ich mochte die beiden wirklich gern. Vor allem, wenn sie zusammen unterwegs waren. Und dann ist dann noch Tanner. Der Höhepunkt des Films. Der von Jason London gespielte Firmenboss ist zwar ein absoluter Unsympath, aber das bedeutet nicht das Drehbuch ignoriert ihn, nein, es stellt ihn in die Mitte und verkauft ihn als dummen Deppen, der nur Geld scheffeln will und dabei schon mal ein paar aufbauende Reden hält. Zumindest denkt er, sie wären aufbauend. Das muss man schon gesehen haben, um es zu glauben. Noch dazu kommen dann Dialoge, die zwar am Papier langweilig zu lesen wären, aber super und flott inszeniert sind.

Die Haie selbst sind halbwegs okay animiert, zumindest in den Szenen unter Wasser und es wird rasch genug geschnitten, um nicht allzu sehr zu stören. Außerdem ist der Film angenehm blutig ohne richtig brutal zu sein, was ja auch schon eine Leistung ist. Die Handlung ist (natürlich) völlig irrelevant, aber damit ist ja zu rechnen, dafür mag man – und das kann ich gar nicht genug betonen – die Charaktere. Nämlich so gut wie alle. Selbst jene, die einem als dumm präsentiert werden mag man, weil sie vielleicht dumm sind und egoistisch, aber irgendwie auf eine Art und Weise, dass man ihnen nicht wirklich böse sein kann.

Die ganze Handlung an einen Fluss zu verlegen war auch eine gute Idee, weil das ein paar Optionen lässt, die zumindest ich noch in keinem anderen Haifilm gesehen habe. Auch Bogenschießen kommt vor (leicht übertrieben und wirklich explosiv) und das macht mir immer Freude. Dann wären da noch die wirklichen Überraschungen in Bezug auf „Überlebende“, denn da man so gut wie alle Charaktere mag, sterben auch immer mal welche, die man eigentlich überleben sehen möchte. Das ist natürlich schade, aber immerhin konsequent.

Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen: Guckt euch den Film an – der spielt auf einer Höhe mit „Ghost Shark“ und ist genauso unterhaltsam. Die Kamera ist wirklich gut gelungen und die Farbgebung kräftig und zur Natur passend. Was dazu führt, dass viele Effekte in die „echte“ Natur eingebaut wurden und durch die kräftigen Farben manche Übergänge von CGI und realer Welt wirklich gut kaschiert wurden.

Die Brüder James und Jon Kondelik haben da wirklich was drauf. Ich kenne zwar noch keinen anderen Film von ihnen (und ich werde mir auch keinen ansehen, denn die haben Titel wie „Airplanes vs Volcano“ und das klingt langweilig), aber es sieht so aus, als ob der nächste Film ein „echter“ Film werden würde. Er trägt den Titel „Behind The Walls“ und ich bin schon gespannt. Wenn er für sein Genre genauso gut wird, wie „Dam Sharks“ für das Trash-Genre, dann kann das nur gut werden.

„Damm Sharks“ bekommt 7,5 von 10 möglichen, keinen Sinn ergebende, aber einen HAIden Spaß machende, Punkte.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Drehbuch, manche Effekte):

Flott, knackig, kurz und blutig. Effekte, die für diese Art von Film im oberen Drittel anzusiedeln sind. Gut aufgelegte SchauspielerInnen und ein Drehbuch, dass sich ernst genug nimmt, dass man die Charaktere mag und deren Schicksal berührt und gleichzeitig dumm genug ist, um zu wissen, um welche Art Film es sich handelt und diese Tasache bravurös willkommen heißend.

Fazit: Absolut unterhaltsam, flott und sehenswert. Cool!


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