Best Of Worst Case: Ghost Shark (Filmkritik)

Dumm gelaufen – da nimmt man an einem Angelwettbewerb teil und der größte Fisch geht einem in die Falle, nur damit er dann von einem Hai gefressen wird. Blödes Biest. Also aus lauter Wut sofort den Hai abmurksen. Wirklich, wirklich blöd ist es, dass besagter Hai sterbend untertaucht und durch einen blöden Zufall in einer alten Grabkammer verschwindet (die nur bei Flut unter Wasser ist). Alles was dort stirbt kommt als Geist zurück. Da der Hai mächtig angepisst ist, beginnt er mit seiner Rache und da er ja ein „Geisterhai“ ist, reicht es völlig, wenn irgendwo Wasser ist, damit er dieses nutzen kann …

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Also dieser Film ist unerwartet toll geworden – der Anfang mit dem Fischerboot und dem „Entstehen“ des Geisterhais hat mich beinahe dazu gebracht abzuschalten (tatsächlich hab ich zwei Anläufe gebraucht, um den Film anzusehen), aber ab dem Zeitpunkt, ab dem das Vieh auf die obligatorische Kleinstadt mit den obligatorischen Teens losgelassen wird, war ich hin und weg, weil der Film sich zwar klar an die klassische „Eine Person nach der anderen“-Formel hält, diese Figuren aber insofern anders sind als erwartet, weil sie nicht unbedingt dem Klischee entsprechen. Dann aber trotzdem doch wieder irgendwie.

Da wird zum Beispiel gleich zu Anfang die klassische (für diese Art Film) Heldin vorgestellt – natürlich ein Bikinigirly – die allen Klischees entspricht, blond, sehr gut gebaut, etc – nur um ein paar Minuten darauf vom Hai gefressen zu werden. So geht das durch die Bank eigentlich dahin – zumindest bis man den Durchblick hat, wie dieser Film funktioniert. Natürlich gibt es Charaktere, bei denen von Anfang an klar ist (wenn man erst mal verstanden hat, wer die tatsächlichen Helden sind, weiß man, dass denen nix passieren kann), dass sie überleben werden.

Die Idee, dass für den Hai jede Art von Wasser ausreicht, um sich zu manifestieren ist eine ziemlich abgedrehte und gleichzeitig ziemlich geniale, so nimmt eine Wasserrutschenfahrt schon mal ein tragisches Ende, eine Bikini-Autowäsche endet absurd, ein WC-Gang kann gefährlich werden und was passiert eigentlich, wenn eine Sprinkleranlage losgeht oder … stellt euch mal vor es regnet?

Der Film macht aus dieser doch etwas schrägen Ausgangslage eigentlich das Beste und inszeniert einige dieser – teilweise – unerwarteten Todesfälle mit einem netten Augenzwinkern und er nimmt sich selbst nicht allzu ernst dabei. Das ist gut so. Mehr als einmal musste ich laut auflachen bei diversen Szenen, die allerdings – da bin ich mir sicher – gewollt witzig waren. So gibt es schon mal Menschen, denen der Oberkörper weggebissen wird, die dann noch (zumindest die Hüfte mit den Beinen) ein paar Schritte weitertorkeln und ähnliches. Oder ein Schönling, der vom Sprungbrett springt und feststellen muss, dass ihm von unten ein Geisterhai entgegenspringt.

Gerade das Finale, das storytechnisch jetzt nicht unbedingt der Bringer ist, kann durch diverse Ideen (Wasserlachen – der Hai springt von einer zur anderen. Und Regen) wirklich coole Momente bieten – ich konnte mir nach Ende des Films ein sehr breites Grinsen kaum verkneifen.

Schauspielerisch verlässt man sich auf einen jungen Cast: Mackenzie Rosman als Ava, Heldin des Films und ihrer jüngere Filmschwester Cicley, dargestellt von Sloane Coe, waren mir bis dato unbekannt. Erstere hat bei dem, bei uns unbekannten „The Fading Of The Cries“ aka „Krieger des Lichts – Der Kampf der Wesen der Nacht beginnt“ (wer immer sich auch diesen deutschen Titel ausgedacht hat …) mitgespielt, und letztere gibt hier ihr Debut.

Richard Moll ist wohl das bekannteste Gesicht im Film und hat bereits bei rund 160 Filmen mitgewirkt, allerdings immer eher kleine Nebenrollen, dennoch kennt man das Gesicht, auch wenn vermutlich niemand sagen kann, wo er/sie es zuerst gesehen hat. Er spielt die Rolle des alkoholkranken Leuchturmwärters Finch mit Bierbauch und Co ziemlich gut, man glaub ihm den Suff auf jeden Fall – auch wenn es streckenweise schon starkes Overacting gibt. Aber da das für den ganzen Film gilt fällt das an sich ja nicht weiter auf.

Hinter der Kamera führte Griff Furst Regie und eigentlich hätte es mich nicht wundern dürfen, dass der Kerl es drauf hat, war er doch auch für die – für mich sehr unterhaltsamen – „Swamp Shark“ und „Arachnoquake“ verantwortlich – gerade „Swamp Shark“ hat mich ja extrem positiv überrascht damals.

Interessant und witzig: Es gibt bereits einen „Ghost Shark 2: Urban Jaws“. Bin schon gespannt, wie der ist/wird.

„Ghost Shark“ bekommt von mir glatte 8,5 von 10, absolut frechen und politisch unkorrekten Punkten

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Idee, Drehbuch):
Im Grund ist die Story des Films nichts weiter als eine Reihe an witzigen Todesszenen, die in diesem Fall klar dem Zwecke der Unterhaltung dienen. Die schauspielerischen Leistungen sind okay, Futter für die (männlichen) Augen wird geboten und der dickste Kinder/Teenagerschauspieler, den ich je gesehen habe kommt auch vor. In Badehosen.

Fazit: Nach einem schwachen Auftakt ein verdammt unterhaltsamer Must-See-Film. Trotz anfänglicher Bedenken meinerseits wirklich, wirklich witzig.


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Ein Gedanke zu „Best Of Worst Case: Ghost Shark (Filmkritik)

  1. Hatte bei diesem Film echt meinen Spaß. Die Macher haben sich ordentlich was getraut und auch nicht davor zurück gescheut, Kinder zu Haifutter werden zu lassen.

    Dass die Computer-Effekte (zumindest die, die den Hai betrafen) unterirdisch waren machte nicht wirklich was aus, denn bei vielen Sachen war man so kreativ, dass ich mir beim schauen ein ungläubiges Grinsen nicht verkneifen konnte (warum denn auch).

    Das Bild zum Film ist übrigens perfekt gewählt!

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