Best Of Worst Case: Super Shark (Filmkritik)

Eine Ölbohrplattform geht unter, das Gebiet wird unter Quarantäne gestellt und nur ein einziger Überlebender bleibt zurück. Forscherin Kat Carmichael (Sarah Lieving) will sich die näheren Umstände ansehen und heuert den Skipper Chuck (Tim Abell) mitsamt Boot an, um zur Gefahrenzone zu fahren und macht zwei Entdeckungen: Erstens ist weit und breit kein Öl zu sehen und zweitens sind seltsame Chemikalien im Wasser zu finden.

Nach genauerer Forschung stellt sich heraus, dass es Chemikalien sind, die Gestein auflösen sollen und deren Anwendung eigentlich illegal ist. Und noch viel schlimmer: Unter dem Gestein ist ein Riesenhai hervorgebrochen, der beginnt den Strand zu tyrannisieren. Nicht genug, dass das Vieh Leute frisst und Boote versenkt, nein, auch der Strand muss innerhalb einer gewissen Frist wieder gefahrlos betretbar sein, denn – die Schule ist bald aus und die Wirtschaft hängt von den Touristen ab! Als endlich alle einsehen, dass es sich bei der Gefahr um „den“ Super-Shark handelt ist es vielleicht schon zu spät …

Super Shark Film

Oh, wow. Was hier auf den Zuseher losgelassen wird ist Trash vom Feinsten. Wer dachte, das mit „The Asylums“ beiden Mega-Shark-Abenteuern (vs Giant Octopus und vs. Crocosaurus) schon alles dagewesen ist, der/die irrt gewaltig. Denn Super Shark hat seinen anderen Kollegen zwei Dinge voraus: Er kann an Land herumlaufen und sogar ein Stück weit fliegen. Ja. So ist das nämlich. Außerdem reagiert das Tier auf Radiowellen, die es anziehen. Praktisch, dass sich gerade in der netten Ortschaft der stärkste Radiosender Amerikas befindet. Der Radiomoderator Dynamite Mike (Jimmi JJ Walker) ist außerdem der Gastgeber der Bikini-Awards (für männliche Zuseher der Höhepunkt des Films).

Als ich durch Zufall den Trailer von „Super Shark“ gesehen habe, war mir klar, ich MUSS diesen Film sehen. Warum? Ein Panzer mit Füßen („a special prototype tank designed for the war in Afghanistan“), der einen Hai, der gerade an Land spaziert, ins Gesicht tritt! Wer lässt sich sowas freiwilig entgehen? Eben: niemand. Und der Film hält zu einem großen Teil auch, was er verspricht.

John Schneider („Ein Duke kommt selten allein“-Serie und „Smallville“) spielt Wade, den Boss der Ölbohrfirma, wunderbar aalglatt, die – mir aus Mega Shark vs. Crocosaurus bekannte – Sarah Lieving spielt Kat Carmichael, dieses Mal sogar mit so etwas wie Emotion und halbwegs glaubwürdig. Außerdem hat sie dieses Mal einen Grund, ihre Jacke auszuziehen – nicht wie beim letzten Film. Jimmi JJ Walker (bekannt aus der alten Serie „The Love Boat“) ist vermutlich nur wegen seines Namens dabei und verbreitet für Leute, denen der Name nichts sagt vermutlich nur Peinlichkeit – alle, denen der Name ein Begriff ist, werden schmunzeln müssen, dass so jemand wirklich mal so viel Erfolg haben konnte.

Und der Hai selbst ist … nett animiert. Wirklich spannend ist, dass der Film es trotz des schrägen Ausgangsszenarios, der bescheidenen Schauspielerleistungen und den unspektakulären Actionszenen schafft über zwei Drittel der Zeit nicht peinlich zu werden. Die Dialoge sind nicht unbedingt gut, aber sie sind auch nicht peinlich. Die Charaktere sind nett (auf eine platte, GZSZ-artige Art und Weise) und man mag sie teilweise sogar ganz gern – vor allem die vergeblich verliebte Rettungsschwimmerin. Man ist sogar kurz traurig, wenn jemand vom Cast vom Hai verschluckt wird.

Der peinliche Spaßfaktorteil fängt ungefähr ab Minute 60 an bzw. ab dem Gespräch mit dem Minister, bei dem es um die Abwehr des „Super Shark“ geht – was auch das erste Mal ist, das der Titel „Super Shark“ fällt. Ab da dreht die Peinlichkeit-Skala mächtig auf und die „Das ist so schlecht, dass es schon wieder sowas von gut ist“-Fahrt beginnt: Das gesamte Militär jagt den Hai (3 Personen!), er wird angelockt durch Radiosignale (geht aber auf einen Lautsprecher los), ein Panzer mit Füßen kämpft gegen den Hai (Schwachpunkt Panzer: Er kann umgeschubst(!) werden) und mündet in einem netten, bis zu einem gewissen Grad witzigen Dialog („I cannot understand a single word you’re saying!“).

Wenn dann noch der Film mit dem Titelsong „Super Shark“ beginnt und endet (Textzeilenbeispiel: „He can walk, he can fly – he can almost touch the sky: Super Shark! … he’s bad!“), dann kann man sich vorstellen, dass alle Beteiligten genau wussten, was für eine Art Film hier gemacht wurde und alle damit okay waren. Ehrlich. Der Film hat einen absolut sympathischen Charme, ein paar gelungene (absichtliche!) Witze und viel Herz.

„Super Shark“ bekommt von mir 8,5 von 10 auf den Flossen gehenden und Bikini-Bräute während des Shootings essende Punkte.

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: It can walk, it can fly, it can almost touch the sky – Supershark!)
Eine Wucht, ein Hammer und super. Völlig durchgeknallt ohne Anspruch auf Niveau. Bikinigirls, Strand, ein Zweikampf Hai gegen einen Panzer mit vier Füßen. Super!

Fazit: Ansehen! Absolut.

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