Pakt der Rache – Seeking Justice (Filmkritik)

Der Lehrer Will Gerard (Nicolas Cage) und seine Ehefrau und Musikerin Laura (January Jones), führen seit Jahren eine ruhige, romantische Beziehung. Als eines Nachts Laura jedoch von einem Unbekannten angegriffen und vergewaltigt wird, bricht auch für Will seine heile Welt schlagartig zusammen. Als er nach dem Überfall gerade im Krankenhaus sitzt und nicht weiß wie es nun weitergehen soll, setzt sich ein geheimnisvoller Typ namens Simon (Guy Pearce) neben ihn und bietet ihm und seiner Frau eine Möglichkeit an, abschliessen zu können.

Simon und seine Organisation wissen wer der Vergewaltiger war und sie können ihn beseitigen und zwar entgültig. Will müsste dafür nur in Zukunft ein paar harmlose Botenaufträge übernehmen, damit wäre für diese Aktion ausreichend bezahlt. Nach kurzem Zögern geht Will schließlich darauf ein. Sechs Monate später ist zwar wieder so etwas wie Normalität in den Haushalt der Gerard´s eingekehrt, doch ein Anruf von Simon erinnert Will schnell wieder an seine alte Schuld, was angesichts der Tatsache, dass Simon einen Mord von Will verlangt, zu einem größeren Problem werden könnte.

Pakt der Rache Seeking Justice Film

„Seeking Justice“ ist das neueste Werk des erfahrenen australischen Regisseurs Roger Donaldson. Zu seinen bisherigen Arbeiten zählen unter anderem „No Way Out“ mit Kevin Costner, „Species“ mit Michael Madsen, „Der Einsatz“ mit Al Pacino und zuletzt „The Bank Job“ mit Jason Statham. Während der von „Spiderman“ Tobey Maguire produzierte Film dieser Tage in den amerikanischen Kinos startet, wurde er bereits im September 2011 in Italien veröffentlicht, wo es auch schon die DVD zu kaufen gibt. Warum das so ist? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung.

Für diesen Film spricht vor allem eines: die Erfahrung bzw. Routine aller Beteiligten, vor allem auch hinter der Kamera. Dem gegenüber steht das dicke Minus dieses Erlebnisses: die Überraschungsarmut. Nun aus gegebenem Anlass ein kleiner mit meiner Kritik verbundener Ausflug in die Regeln des Thrillergenres.

  1. Der stinknormale Hauptcharakter wird vor eine Extremsituation gestellt, dadurch wächst er über sich hinaus und wird zusätzlich mit seinen Abgründen und eigenen Grenzen und deren Überschreitung konfrontiert. Dafür haben wir hier Nicolas Cage (Ghost Rider 2), denn wer kann besser ausflippen als er? Bei anderen Darstellern heißt das Overacten, bei Cage einfach nur das Ausleben einer sehr dominanten Seite seiner Persönlichkeit. Um fair zu sein muss man aber auch sagen, dass er sich hier wirklich zurückhält.
  2. Für die Hauptmotivation, die das Handeln des Protagonisten bestimmt, gibt es vor allem zwei Gründe: entweder ich mache „es“ (was immer das dann auch ist) für das liebe Geld, oder für eine liebe Frau. In diesem Fall geht es um natürlich um die Dame in Form von January Jones (X-Men: First Class). Sie hat aber leider nicht allzu viel zu tun außer gut auszusehen, das macht sie dafür aber sehr gut.
  3. Verrat kommt immer und zwar aus dem nähersten Verwandten- oder Freundeskreis. Wer das hier ist werde ich zwar aus spoilertechnischen Gründen nicht verraten, es ist aber sicherlich für keinen Thrillerfreund eine besondere Kunst, das schwarze Schaf ausfindig machen zu können.
  4. Der charismatische Böse, der im besten Fall auch noch eine ganze geheime Organisation hinter sich stehen hat, wirkt zunächst unantastbar, hat im Endeffekt dann aber gegen den immer draufgängerischer agierenden Helden keine Chance und ist dann schließlich schneller besiegt, als man glauben könnte. Guy Pearce (The Hurt Locker) ist dieser souverän auftretende Bösewicht und die mysteriösen Drahtzieher im Hintegrund, reichen natürlich bis hinauf zu den höchsten Vertretern unserer Gesellschaft hinauf. Armer Mister Pearce, er hätte wirklich besseres verdient als diese ihn eindeutig unterfordernde Rolle, aber ziemlich cool ist er dabei trotzdem.

In Nebenrollen sind hier auch einige bekannte Gesichter mit dabei. Jennifer Carpenter (Quarantine) und Harold Perrineau (The Killing Jar) spielen hier die beste/den besten Freund(in) der beiden Hauptpersonen, wobei vor allem Carpenter völlig verschenkt wird und so rein gar nichts zu tun bekommt. Xander Berkeley (Faster) darf dafür zwielichtig und undurchschaubar sein wie so oft in seinen Rollen der letzen Jahre, diese seine Art hat er mittlerweile auch schon perfektioniert.

Man sieht also hier sehr schön, dass ich „Seeking Justice“ zwar nicht schlecht fand, doch nach neuen Ideen oder Überraschungen in irgendeiner Form, sucht man hier leider vergeblich. Was insgesamt einen gut gemachten und ohne Schwächen gespielten Thriller ergibt, den man zwar nicht gesehen haben muss, der aber beim Betrachten auch nicht weh tut oder verärgert (es sei denn man denkt an all die unterforderten Schauspieler). Für einen netten Krimiabend zwischendurch reichen die hier versammelten Zutaten aber völlig aus, auf Grund der Beliebigkeit geht übrigens auch die moralisch bedenkliche Frage „sichereres Leben durch Selbstjustiz“ völlig veloren. Fakt bleibt auch, dass jeder einzelne Schauspieler und auch der Regisseur schon an besseren Filmen mitgearbeitet hat.

„Seeking Justice“ bekommt von mir 6/10 die „Gerechtigkeit“ selbst in die Hand nehmende Empfehlungspunkte.


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