The Killing Jar (Filmkritik)

Ein kleines Restaurant in einer dem größten Teil der Außenwelt unbekannten Stadt. Ein Sammelort für verlorene Seelen. Ein Verkäufer auf der Durchreise, ein junges Liebespaar auf der Flucht, ein Exkriegsveteran und der örtliche Polizist. Die Kellnerin Noreen (Amber Benson) leidet, da ihr Leben hier schon lange in einer Sackgasse feststeckt, sie jedoch furchtbare Angst vor Veränderungen hat und darum nichts an ihrer Situation ändert.

Plötzlich betritt ein seltsamer Fremder namens Doe (Michael Madsen) das Lokal. Noreen denkt, dies könnte der Familienmörder sein, über den gerade das Radio berichtet hatte. Nach einem kurzen, beinahe eskalierenden Mißverständnis zwischen dem Polizisten und Doe, verlässt der genervte Kerl das Gebäude. Zurück kommt er schwer bewaffnet, erschiesst den Gesetzeshüter und den Ladenbesitzer und nimmt den Rest der Anwesenden als Geiseln. Noreen wollte ein Ende der Langeweile in ihrem Leben, aber so hatte sie sich die Sache bestimmt nicht vorgestellt.

The Killing Jar Film

The Killing Jar wurde von Regisseur Mark Young in bester Robert Rodriguez „ein Mann für alles zuständig“ Art unhd Weise geschaffen. Er schrieb auch das Drehbuch, stand hinter der Kamera, schnitt den Film und produzierte die ganze Sache auch noch selbst, wobei er sich bei den Produzenten ebenfalls auf seine Haupdarsteller Michael Madsen und Harold Perrineau verlassen konnte.

Herausgekommen ist dabei ein Film, der zwar nicht sein gesamtes Potential nutzen kann, jedoch einiges mehr aus seinen Möglichkeiten macht, als so manch anderer Film. Alles beginnt wieder mal ganz harmlos, ja sogar trostlos langweilig. Die meisten Anwesenden im Lokal stecken schon lange fest, ihre Leben entwickeln sich nicht mehr weiter. Sie sind unzufrieden, haben aber nicht die Kraft etwas an ihrer Lage zu ändern. Als Michael Madsen dann das Lokal betritt, ändert sich die Grundstimmung zuerst nur subtil, doch schon bald ist die Spannung im Raum ziemlich spürbar.

Schon alleine die Dudelmusik die ständig durch die Lautsprecher dröhnt wirkt so, als könnte sie diesen Mann innerhalb von kürzester Zeit zum Explodieren bringen. Nachdem die Lage sich danach zu einem Geiselthriller umwandelt, wird es erst richtig interessant. Der Bösewicht im Film war nämlich zu Kriegszeiten Spezialist was die Entlockung von Geheimnissen von Gefangenen betrifft, wobei er auf seine Menschlichkeit natürlich völlig verzichtet hat. Man sollte also lieber nicht veruschen, diesem Typen falsche bzw. keine Antworten auf seine Fragen zu liefern.

Dies wäre ja eigentlich schon eine spannende Grundkonstellation, aus der sich durchaus was machen lässt. Als Zusatzebene erfährt man jedoch kurz darauf, dass sich der wahre Mörder der im Radio erwähnten Familie unter den Gästen des Restaurants befindet und nicht der Geiselnehmer selbst ist, was diesen jedoch sofort dazu veranlasst, den richtigen Täter ausfindig zu machen. So entseht ein kammerspielartiger Mix, der den überlegt handelnden Profikiller, die verzweifelte Kellnerin mit dem Potential über sich hinaus zu wachsen und den einfach augezuckten und mit der Situation überforderten Geiselnehmer aufeinander prallen lässt.

Madsen dreht ja gerade unglaublich viele meist für den DVD-Markt bestimmte Filme, die oft auch qualitativ nicht gerade berauschend sind und man sein Mitwirken öfters als das Beste am gesamten Film bezeichnen kann. Auch hier macht er seine Sache toll, diese unterkühlt aggressive Art wie er seine Sätze seinen Mitmenschen entgegenschleudert hat schon etwas sehr Eigenes. Amber Benson, die ich damals als Hexe in der „Buffy“- Serie kennengerlernt habe, spielt ihre Rollle, bei der ihre Emotionen beinahe ständig sichtbar an der Oberfläche sind, auch sehr überzeugend. Für „Lost“- Freunde ist Harold Perrineau mit dabei und Danny Trejo setzt seine Serie der Miniauftritte in Genrebeiträgen inklusive baldigem Ableben fort.

Schauspielerisch uund atmosphärisch kann man also nicht meckern hier, überraschenderweise sind die Todesszenen dabei einigermaßen blutig ausgefallen. Zwei gezielte Schüsse mittels Shotgun lassen Köpfe platzen, ein Schnitt durch den Hals das Blut nur so heraussprudeln. Werden Leichen in den hinteren Raum außer Sichtweite weggebracht, dann macht dies immer so ein eklig nasses Schlürfgeräusch. Passt aber alles zusammen so wie es ist, einziger Mangel hier ist einfach, dass man von den interessanten Hauptfiguren gerne mehr gesehen hätte und der psychologische Machtkampf zwischen irrem Killer und Auftragsmörder nicht gar so kurz ausgefallen wäre -da waren wohl die guten Ideen fürs Drehbuch bereits aufgebraucht.

The Killing Jar bekommt von mir 7/10 sich zur rechten Zeit am richtigen Ort befindende Empfehlungspunkte.


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