World War Z (Filmkritik)

Die Welt steht am Abgrund. Eine Zombie-Pandemie ist ausgebrochen, die Infektion breitet sich rasend schnell aus und bedroht bereits nach wenigen Tagen die gesamte Menschheit. UN-Ermittler Gerry Lane (Brad Pitt) macht sich mit einem Team auf die Suche nach der Ursache, da man so hofft, der Situation irgendwie Herr zu werden. Dabei stößt das Team immer wieder auf (vorsichtig ausgedrückt) Probleme.

World War Z Film Brad Pitt

Der durchschnittliche Zombie-Film („Warm Bodies“ ist hier eine Ausnahme) hat ein verschwindend geringes Budget, Schauspieler die keiner kennt und in Verbindung damit einen gewissen Trashfaktor. „World War Z“ ist hier das genaue Gegenteil, denn was Regisseur Marc Foster (Ein Quantum Trost) hier mit einem Budget von immerhin 190 Millionen Dollar auf die Leinwand zaubert, ist ein spektakulär inszenierter Weltuntergang im Hochglanzformat, der nicht zuletzt der Thematik wegen an Roland Emmerichs Filme erinnert.

„World War Z“ basiert übrigens auf dem bereits 2006 erschienenen Buch mit dem schönen deutschen Titel „Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot“. Schön ist übrigens auch, dass man hier nicht unbedingt merkt, dass es sich um eine Romanverfilmung handelt. Längen, die bei solchen Verfilmungen durchaus vorkommen können, sind hier zu keinem Zeitpunkt vorhanden. Was übrig bleibt ist eine verhältnismäßig intelligente und bis zum Schluss spannende Handlung, die den Protagonisten um die ganze Welt führt.

Was die Handlung betrifft, ist der Zuschauer bereits nach gut 5 Minuten mitten im Weltuntergang. Dabei geht es bis kurz vor Ende immer actionreicher zu und man könnte beinahe meinen, Foster hätte versucht sich immer wieder selbst zu toppen. Gegen Ende gibt es bei der Action einen schmerzfreien Schnitt (was dadurch erklärt wird, dass die Geschehnisse frei nach „Resident Evil“ in eine Forschungseinrichtung verlegt werden), was aber zu keinem Moment auf Kosten der Spannung geht.

Optisch hat man es geschafft, die jeweiligen Orte und Landschaften erstklassig in Szene zu setzen wobei der (meiner Meinung nach in vielen Szenen unnötige) 3D Effekt, für ein mitten-drin-statt-nur-dabei Gefühl sorgt. Die Sorge er würde es, wie damals bei Bond, mit der Wackel-Kamera übertreiben, ist zum Glück unbegründet. Zwar kommt diese wiederholt in gewissen Action-Szenen zum Einsatz um das Chaos besser einzufangen, hält sich aber soweit in Grenzen, als das man normalerweise nie komplett die Übersicht verliert. Die meiste Zeit besticht „World War Z“ durch erfreulich blickstabile und erstklassig eingefangene Bilder.

Die dem Film ihren Namen verleihenden Zombies, verhalten sich nur bedingt wie die klassischen, die man möglicherweise kennt. Eigentlich sollte man sie z.B. Infizierte nennen, die wie Tollwütige alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt und dank ihrer Schnelligkeit und vor allem Zähigkeit allen nicht infizierten Menschen das Leben zur Hölle machen. Dabei bilden sie gemeinsam eine Naturgewalt unglaublichen Ausmaßes. Wenn das Militär in seiner Not die Betroffenen großflächig (und dennoch mit wenig Erfolg) bombardiert wird auch dem letzten Zuschauer klar, dass hier die Welt unter geht.

Zu behaupten, dass der Film zu einem wesentlichen Teil auf Brad Pitt (Moneyball) setzt, ist an dieser Stelle eine glatte Untertreibung. Der trägt den Film mehr oder weniger alleine und wirkt dabei so sympathisch, wie in kaum einem anderen Film. Mireille Enos als Gattin Karin und Sterlin Jerins als Tochter Constance sind zwar nur mehr oder weniger am Anfang zu sehen, passen aber in die jeweilige Rolle und, ganz ehrlich, die Tatsache dass Pitt hier für seine Familie nach einer Lösung des Zombie-Problems sucht, funktioniert vor allem dank der beiden so gut.

Der Film „World War Z“ bekommt von mir 8,5/10 die Menschheit vor den Zombies rettende Empfehlungspunkte. Der Film ist in kürze neben Video on Demand auch auf DVD und (3D)Blu-Ray erhältlich. Achtung: Die Blu Ray beinhaltet eine 7 Minuten längere Version des Films mit bisher ungezeigten Szenen!

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Preis: EUR 27,99

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Preis: EUR 8,46

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Preis: EUR 4,97


4 Gedanken zu „World War Z (Filmkritik)

  1. Kann ich alles so unterschreiben. Mich würde allerdings das eigentlich in Moskau gedrehte erste Ende interessieren, auf mich hatte die Forschungseinrichtung zum Schluss schon das Gefühl vermittelt, eine Notlösung zu sein. Das kann aber auch schlicht daran liegen, dass ich beim Kinobesuch bereits wusste, dass sie das Finale neu gedreht haben.

  2. Mir hat der Film insgesamt auch gut gefallen (vor allem das Intro bis zur Ankunft auf dem Flugzeugträger). Ich find’s seltsam, dass viele Reviews „erwachsen“ mit „blutig“ gleichzusetzen scheinen… (:

  3. In Summe, rund, stimmig und mitreissend.
    Allein das sie dann plötzlich in diesem WHO-Gebäude landen – das Flugzeug stürtz zufällig in Gehweite ab, oder wie?) war ein kurzer Dämpfer.
    Trotzdem: Wow. Teil 2 würd ich mir auf alle Fälle ansehen (und ja, das Buch ist völlig anders, bla bla bla … das hätte als Filme nie funktioniert)

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