Jurassic World (Filmkritik)

22 Jahre nach „Jurassic Park“ lockt der Freizeitpark „Jurassic World“ Besucher aus aller Welt auf die Isla Nublar, eine Insel vor Costa Rica, um dort Dinosaurier von nahem zu erleben. Doch die Dinosaurier sind nicht mehr so spannend wie Anfangs, daher wurde Dr. Henry Wou dazu gedrängt, ein Raubtier zu züchten, das es in der Natur nie gab: den Indominus Rex.

Als dieser riesige, in absoluter Isolation aufgewachsene Dinosaurier ausbricht, schweben die Brüder Zach (Nick Robinson) und Gray (Ty Simpkins) in Lebensgefahr. Ihre Tante Claire (Bryce Dallas Howard), die Managerin der Parks, beginnt gemeinsam mit Owen Grady (Chris Pratt), einem Militärexperten, der eine Gruppe Velociraptoren abgerichtet hat, die Suche nach ihren Neffen…

Jurassic World

22 Jahre nach den Ereignissen von „Jurassic Park“ ist die Vision von John Hammond Wirklichkeit geworden. Auf der Isla Nublar wurde ein riesiger Freizeit-Park gebaut, der zur Gänze den Urzeit-Tieren gewidmet ist. No expenses spared natürlich!

Der Shot, der zum ersten Mal das Gelände von Jurassic World in seiner Monumentalität zeigt, ist optisch wunderschön und ließ mir momentan fast den Mund offen stehen. Das Konzept eines Dino-Parks wurde genial umgesetzt und wirkt optisch um einiges besser, als noch im Trailer. Wie man es etwa von Sea-World kennt, gibt es bei dem Mosasaurier eine Wasser-Show, es gibt für die Kleinen einen Streichel-Zoo, wo man etwa auch auf einem kleinen Triceratops reiten kann.

Der T-Rex lässt sich inzwischen bei seinen Fütterungen blicken (dürfte wohl der aus dem ersten Teil sein, denn er hat eine leichte Vorliebe für Leuchtfackeln) und die Sphären-Rundfahrt ist optisch ein Highlight. Sie wirkt wie etwas, dass man in der Zukunft tatsächlich mal irgendwo sehen könnte.

Dass die Besucher von so etwas inzwischen nicht mehr beeindruckt sind, lässt sich für den Kino-Geher nicht ganz nachvollziehen, aber anscheindend gibt es den Park schon eine Weile, der allerdings auch einige Neben-Projekte am Laufen hat. So trainiert etwa Owen Grady 4 Velociraporen, die ihn als Alpha ansehen, aber dennoch weit davon entfernt sind, gezähmt oder kontrollierbar zu sein. Doch neben dem Dinosaurier mit dem ominösen Namen Indominus Rex, sehen die vier wirklich schmächtig aus.

Einzig die Flug-Saurier, die Pterosaurier fand ich von der Animation ein wenig enttäuschend, aber hier muss ich schon sehr ins Detail gehen, um an der Optik etwas zum Kritisieren zu finden. Der Endkampf zwischen diversen Dinos ist optisch natürlich eine Wucht und wirkt in 3D so, als ob man selber ebenfalls in Deckung gehen müsste, um nicht von den wuchtigen Körpern der Urzeit-Echsen getroffen zu werden.

Von der Handlung her bewegt man sich natürlich auf ähnlichen Terrain wie der erste Teil: Dino ist ausgebrochen. War es im ersten Teil noch der T-Rex, bricht hier nun der Indominus Rex aus, dessen Verhalten kaum vorhersehbar ist und der dank kreativem Gen-Splicing über Camouflage verfügt und auch seine Körperwärme tarnen kann. Vor allem aber ist er eines: hyperintelligent – was ihn zu einem gefährlichen Gegner macht. Der optisch Respekt einflößende Dinosaurier ist in Isolation aufgewachsen.

Daher muss sich das hoch intelligente Vieh mal austesten und erkundet auf seine ganz eigene Art und Weise Jurassic World. Als Antagonisten einen derart intelligenten Dino zu haben, war eine geniale Idee. Durch das Aufwachsen in Isolation und die Genkreuzung haben die Aktionen des Dinos eine gewisse Unvorhersehbarkeit, was schon mal dazu führt, dass man mit offenem Mund staunt, was das Vieh so alles zustande bringt.

Optisch ist er natürlich ebenfalls gelungen und als man ihn nach einigen Teil-Shots das erste Mal in voller Größe zu sehen bekommt, erinnerte mich das natürlich an den ersten, eindrucksvollen Auftritt des T-Rex in „Jurassic Park“. Da wird der generische menschliche Bösewicht Vic Hoskins (Vincent D’Onofrio – Daredevil) eindeutig in den Hintergrund gedrängt.

Chris Pratt – was soll man über den Starlord (Guardians of the Galaxy) noch sagen. Kaum jemand schafft es so kompetent rüber zu kommen und gleichzeitig noch charmant zu sein. Owen Grady ist hier die Stimme der Vernunft, also das „ich habs euch ja gesagt, aber ihr wolltet nicht hören“.

Bryce Dallas Howard (The Help), die Park-Managerin, ist anfangs zur Gänze unsympathisch, wohl dank ihrer steinernen Fassade. Als sie schließlich mitbekommt, dass ihre Neffen verschollen sind, wird noch so etwas wie ein Mensch aus ihr und dass sie Nerven zeigt, lässt sie dann doch menschlich erscheinen.

Das Geschwisterpaar Zach (Nick Robinson – Kings of Summer) und Gray Mitchell (Ty Simpkins – Iron Man 3) führen den Zuseher quasi in die Welt von „Jurassic World“ ein und staunen ebenso wie der Zuseher, als sie den Park gemeinsam erkunden. Natürlich fallen sie auch wieder ein Stück weit in die Schiene nervige Kids, denn der eine ist ein wandelndes Dino-Lexikon und der andere flirtet mit so ziemlich jedem Mädel, dass er trifft.

Was natürlich auch erwähnt werden sollte, war der Widerspruch in der Prämisse des Films. Einerseits beschwert sich Regisseur Colin Tevorrow über der Kommerzialismus, der dazu führte, dass alles Tiere mit „More Teeth“ gezüchtet wurden, nur um selber einen Blockbuster zu filmen, der eindeutig in die Schiene „Bigger, Better, More“ fällt. Da fehlte irgendwie die Selbsterkenntnis.

Fazit: Natürlich haben CGI-Dinos nicht mehr denselben Wow-Effekt wie 1993, dazu hat man sie einfach schon zu oft in den verschiedensten Variationen gesehen, aber nichts desto trotz schafft es „Jurassic World“, die Zuseher zum Staunen zu bringen. Spannung kommt hier natürlich auch keineswegs zu kurz und ich kann diesen Film Fans des ersten Teils auf jeden Fall empfehlen.

Dieser Film bekommt von mir 8,5/10 mehr Zähne zeigende Punkte.

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