San Andreas (Filmkritik)

Ein von der San Andreas Spalte ausgehendes Beben ist das stärkste, das je aufgezeichnet wurde und legt in Kalifornien alles in Schutt und Asche. Nach dem Beben liegt es an Ray Gaines (Dwayne Johnson), einem Helikopterpiloten des Los Angeles Firedepartment, von Los Angeles nach San Francisco zu reisen, um seine Ex-Frau Emma (Carla Gugino) und seine Tochter Blake (Alexandra Daddario) zu retten.

San Andreas

Bei diesem Film, von dem man eigentlich glauben könnte, er wurde vom Meister der Zerstörung Roland Emmerich (White House Down) inszeniert, führt Brad Peyton Regie. Der ist, wenn überhaupt, am ehesten für „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ bekannt, in der ebenfalls Dwayne „The Rock“ Johnson die Hauptrolle übernommen hat.

Den Bewohnern von Kalifornien dürfte dieser Film dann so gar nicht gefallen, immerhin ist die Bedrohung echt (wenn auch überzeichnet). Im Laufe dieser Geschichte folgt auf ein Beben ein noch stärkeres (und so weiter) und sorgt dafür, dass auch das letzte Gebäude auf eine handliche Größe reduziert wird. Doch ich greife schon wieder vor.

Man lernt also Ray Gaines kennen, einen Helikopterpiloten, der für LAFD Rettungseinsätze fliegt und einer der Besten ist, in dem ist was er tut. Ray ist geschieden, ist so gar nicht glücklich über die Tatsache, dass seine Ex Emma mit ihrem Neuen, Daniel (Ioan Gruffudd) zusammen zieht und auch sonst hat er auf Grund seiner Arbeit viel zu wenig Zeit für seine Tochter Blake.

Während des ersten Bebens befindet sich Emma in LA und Ray rettet sie vom Dach des Hochhauses, in dem sie sich befindet, mit dem Firmenhelikopter. Anschließend geht es nach San Francisco, wo Tochter Blake gemeinsam mit zwei Brüdern und den restlichen dortigen Menschen ums nackte Überleben kämpft. Damit es nicht zu einfach wird, gibt dann der Helikopter den Geist auf.

Etwas dass „San Andreas“ sehr gut kann ist, den Protagonisten Steine in den Weg zu legen. Jedes Mal wenn sie scheinbar eine Lösung für irgendein Problem haben, gibt es auch schon das nächste. Zum Glück hat „The Rock“ immer eine Lösung und zum Glück kommt seine Filmtochter ganz nach ihrem Vater. Dabei scheinen die Protagonisten doch vergleichsweise viel Glück zu haben.

Statist möchte man an dieser Stelle keiner sein. Ähnlich wie bei einem Computerspiel werden hier alle zerquetscht, wenn sie in der Nähe eines Hauptcharakters stehen oder sterben einen anderen schnellen Tod. Dabei kommt dann schon hier und da der Verdacht auf, der Tod von „Final Destination“ könnte seine manipulativen/selektiven Finger im Spiel haben.

Optisch ist der Film ganz klar eine Wucht und wenn ganze Landstriche im Computer eingeebnet werden, sieht das beeindruckend aus. Die Effekte bewegen sich durch die Bank auf sehr hohem Niveau und wirken dennoch oft etwas surreal. Von den Schauspielern kann dann vor allem einer glänzen und das ist Dwayne Johnson (Faster).

Als Ray Gaines lässt er sich nicht von Erdbeben oder Tsunamis aufhalten, um seine Familie zu retten. Zwar hatte Johnson bereits Rollen in denen er mehr von seinem schauspielerischen Können zeigen konnte, aber dennoch passt die Rolle perfekt zu ihm. Carla Gugino (Watchmen) als Ex-Frau Emma wirkt da vergleichsweise blass, kann aber von Johnsons Charme profitieren – wobei beide zusammen auch eine sehr brauchbare Chemie haben.

Alexandra Daddario (Percy Jackson) ist toll als Tochter Blake und der Teil der Geschichte wo sie mit zwei Brüdern (gespielt von Hugo Johnstone-Burt und Art Parkinson) in San Francisco ums Überleben kämpft, ist mit das Beste, wenn „The Rock“ gerade mal nicht selbst im Bild zu sehen ist. Paul Giamatti (Ironclad) als Erdbebenforscher ist wie immer sehr sympathisch während Ioan Gruffudd (Sanctum) in der Rolle des Daniel, als gebrochener Egoist inszeniert wird.

Alles in allem ist „San Andreas“ ein zerstörungswütiger Sommerblockbuster, der von seinen Effekten und Schauspielern lebt. Sofern man keinen Realismus erwartet und darauf verzichten kann, die Wahrscheinlichkeit gewisser Dinge zu hinterfrage, kann man den Film (am besten im Kino in 3D) genießen.

Der Film „San Andreas“ bekommt 7,5/10 dem Erdbeben trotzende Empfehlungspunkte.

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von Brad Peyton [Warner Home Video]
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