Für immer Adaline – The Age of Adaline (Filmkritik)

1933 hörte Adaline Bowman (Blake Lively) mit etwas wichtigen auf – dem Altern. Sie war 29 und ein Auto-Unfall bewirkte, dass sie für Jahrzehnte ihr jugendliches Aussehen behielt. Dadurch waren die folgenden 80 Jahre einsam. Adaline verzichtete aus Angst verletzt zu werden auf die Liebe, denn immer war die Angst präsent, dass ihr Geheimnis enthüllt wird. Doch mit dem sympathischen Philanthropen Ellis Jones (Michiel Huisman) lernt Adaline einen Mann kennen, der ihre Mauern nieder reißt und es ihr schwer macht, ihr Leben zurück zu lassen…

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„The Age of Adaline“ ist der perfekte Film, wenn man einmal Abstand von großen Hollywood-Krachern à la „Transformers“ nehmen will. Der Film folgt Adaline, die nach einem Autounfall gepaart mit einem Blitzschlag im Alter von 29 aufhört zu altern und seither mit den Folgen leben muss. Sie empfindet ihre ewige Jugend nicht unbedingt als Segen, sondern wohl vielmehr als Fluch. Sie muss alle 10 Jahre umziehen, um keinen Verdacht zu erwecken, denn die Regierung hatte Adaline fast schon einmal in den Fängen und daher ist sie vorsichtig.

Anfangs wird man Zeuge von Adalines recht eintönigen Alltag. Sie arbeitet, kommt nach Hause, füttert ihren Hund, telefoniert ab und zu mal mit ihrer Tochter. Nicht das Adaline das stört, sie will ja unter dem Radar fliegen und um keinen Preis auffallen. So verweigert sie soweit es geht zwischenmenschliche Bindungen, weil sie ja nur die von ihr selbst auferlegten 10 Jahre Zeit hat und dann ihre Zelte abbricht. So erfährt man auch von den Opfern, die Adaline in ihrem Leben bringen musste. Die Menschen und Tiere, denen sie beim alt werden und sterben zusah und die Herzen die sie brach, weil sie niemanden ihr Geheimnis anvertrauen wollte. So kostet sie ihre Unsterblichkeit im Endeffekt sogar ihr Leben.

Oft sieht man die Vergangenheit nur sehr kurz, aber diese Einblicke reichen, um zu vermitteln, wie die schöne Blondine zu der distanzierten Frau wurde, die sie jetzt ist. Besonders tragisch ist, dass ihre eigene Tochter im Endeffekt jetzt als ihre Großmutter durchgehen würde. Dass Adaline sie noch immer bevormunden möchte und Entscheidungen für sie trifft, ist eigentlich ganz lustig anzusehen. Mütter bleiben eben Mütter – egal wie alt das „Kind“ dann ist.

Was mich wirklich störte, war die männliche Stimme, die immer wieder mal im Voice-Over Sachen erklärte, bei denen man den Zusehern wohl nicht zutraute, selber drauf zu kommen. Diese Szenen nahmen dem eh schon eher im gemächlichen Tempo erzählten Film, dann auch ein bisschen an Tempo und nervten mich zumindest sehr.

Dem noch sehr jungen Regisseur Lee Toland Krieger gelang mit „The Age of Adaline“ ein optisches Gustostückerl. Krieger schwelgt förmlich in den einzelnen Zeitepochen, in denen Adaline gerade lebt und schafft es, diesen einen ganz eigenen Flair zu geben. Der Film profitiert davon, dass Krieger weiß, was für eine Art Film er machen wollte und so inszeniert er die ungewöhnliche Liebesgeschichte von Ellis und Adaline wie ein wahr gewordenes Märchen.

Blake Livelys (Savages) Performance als Adaline mag auf den ersten Blick fast ein wenig stoisch und emotionslos wirken, doch die Blondine schafft es dann doch, zu zeigen, dass das nur eine Fassade ist, die spätestens bei dem Gespräch mit ihrer Tochter fällt. Ellis untergräbt ihre Verteidigungsstrategien dann weiter, sodass man dann sieht, dass das Leben Adaline zwar zugesetzt hat, sie aber noch immer an die Liebe glaubt, aber panische Angst davor hat.

Michiel Huisman (Wild) sieht man in letzter Zeit immer häufiger und das liegt nicht nur an seinem Waschbrettbauch (wobei der natürlich auch nicht schadet). Der fesche Niederländer spielt den hoffnungslos verliebten Ellis mit Leichtigkeit und viel Charme. Man kann ohne weiteres nachvollziehen, warum sich Adaline in ihn verliebt hat.

Weiters trifft man auch Harrison Ford (The Expendables 3) wieder einmal, dessen Charakter früher einmal mit Adaline eine Beziehung hatte. Ist das denn die Möglichkeit? Ja offensichtlich. Seine Frau spielte die erfahrene Schauspielerin Kathy Banks (Saving Mr Banks).

Fazit: „Age of Adaline“ ist ein leiser Film, der eher langsam dahin plätschert und so stellenweise auch mal zum Gähnen verleiten kann. Dennoch ist er wunderschön anzusehen und die Schauspieler geben ihr Bestes.

Dieser Film bekommt von mir 7,5/10 zeitlose Punkte.


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