Watchmen (Filmkritik)

In einer alternativen Vergangenheit im Oktober 1985. Die Beziehungen zwischen Amerika und Russland haben einen neuen Tiefpunkt erreicht und ein für die Menschheit katastrophales Ende scheint unausweichlich. Die Superhelden wurden in den 70er Jahren durch den Keene-Act verboten, nichts desto trotz gibt sich Präsident Nixon siegesssicher. Die Kriminalität ist hoch und es herrscht eine seltsame Stimmung der Resignation vor. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein bis die Bomben fallen. In dieser trostlosen Zeit wird Edward Blake alias the Comedian (Jeffrey Dean Morgan) ermordet. Die Frage stellt sich nur: Warum? Es scheint sich nur einer dafür zu interessieren. Walter Kovacs alias Rorschach (Jackie Earle Haley) ebenfalls ein kostümierter Hüter des Gesetzes beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf eine Verschwörung die das Leben aller Menschen gefährdet.

Watchmen Film

Nach mehreren Anläufen ist es soweit. Das wahrscheinlich beste jemals gezeichnete Literarische Werk erlebt seine filmische Umsetzung. Der eine oder andere Versuch den Film auf die Beine zu stellen war bereits gescheitert und so bekam schließlich Zach Snyder, der bereits mit der Verfilmung des Frank Miller Comics 300 von sich reden gemacht hatte schließlich die Chance das zu verfilmen, was bisher als unverfilmbar galt – zumindest wenn es nach dem geistigen Vater und Erschaffer der Watchmen Alan Moore geht. Was dabei herausgekommen ist muss zwar nicht jedem gefallen, ist aber ohne Frage ein bemerkenswerter Film der bewusst mit dem Hintergrund des Comics Wege kennt, die man so noch nicht kannte.

Watchmen lässt es dabei ruhig angehen. Der Film nimmt sich soviel Zeit wie er braucht was sich natürlich auch in der Länge bemerkbar macht. So werden Hintergrundinformationen in Form von Rückblenden eingestreut ohne dabei den Zuschauer zu verwirren oder ihn zu überfordern. Splitternde Knochen, gespaltene Schädel, Blutlachen und die obligatorische Sex-Szene mach dabei überdeutlich das es sich um einen Film für Erwachsene handelt. Mit 160 Minuten sollte man schon etwas Sitzfleisch mitbringen, wird aber entsprechend belohnt. Das Ende an sich würde ich zwar nicht als innovativ bezeichnen, dennoch hat man sich etwas einfallen lassen das man wahrscheinlich so noch nicht kennt.

Worauf Watchmen großen Wert legt sind seine Helden. Durch die bereits erwähnten Rückblenden und natürlich auch die erstklassigen Schauspieler werden sie greifbar. Besonders Jeffrey Dean Morgan und Jackie Earle Haley (alias the Comedian und Rorschach) sorgen dabei für eine hohen Unterhaltungsfaktor. Dabei handelt es sich bei den Helden nicht um die strahlende Sorte wie man sie aus anderen Comics kennt. Vielmehr sind manche von ihnen so grau, das sich wirklich die Frage stellt: Who watches the watcher? Ein interessantes Detail am Rande ist, dass obwohl es sich bei den Watchmen um eine Gruppe von Helden handelt nur einer von ihnen Superkräfte besitzt. Der kann dafür nicht nur Materie nach seinen Belieben verformen und teleportieren, sondern auch noch so ganz nebenbei auch noch in die Zukunft schauen.

Ein weiterer großer Aspekt des Filmes ist die Optik. Seid 300 weiß man das Zach Snyder ein Auge für die optische Umsetzung hat und auch der Trailer ließ großes erwarten. Eines gleich vor weg – wer sich den Film nur der Effekte wegen ansieht könnte enttäuscht werden. Nicht das der Film nicht hammermäßig aussehen würde, das tut er zu 100 Prozent, es ist nur so das der Film Spezialeffekte verwendet um eine Geschichte zu erzählen und nicht anders herum.

Dadurch das sich der Film bewusst Zeit lässt rücken sie nie in den Vordergrund und lassen der eigentlichen Handlung gekonnt den Vortritt. Die Geschichte wird dabei stielecht in dunklen Farben und einem Soundtrack erzählt der alle großen Hits der 70er und 80er zu beinhalten scheint (inkusive Nenas 99 Luftballons) und die dem Ganzen das gewisse Etwas geben.

Von mir bekommt der Film 9/10 einmalige Empfehlungspunkte!

Zitat: Die Welt wird aufblicken und rufen: Rette uns! Und ich werde flüstern: Nein!


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