Splinter (Filmkritik)

Seth (Paulo Constanzo) und Polly (Jill Wagner) wollten das diesjährige Jubiläum ihrer Beziehung mit einem Campingausflug feiern. Da das Zelt beim Aufbau leider kaputt geht, entschliessen sie sich in einem nahegelegenen Motel zu übernachten. Auf ihrer Fahrt werden sie jedoch plötzlich von einem Pärchen angehalten und der bewaffnete Kerl namens Dennis (Shea Whigman) entführt das Auto und deren Insassen und lässt sie Richtung mexikanischer Grenze fahren. Die Überhitzung des Autos zwingt sie schließlich an einer Tankstelle anzuhalten. Dort angekommen beginnen die Probleme für alle Beteiligten erst so richtig, denn der Tankstellenbesitzer ist tot und von einem schwarzen, nadelartigen Organismus befallen. Dieses parasitäre Wesen wächst am Besten in warmen, feuchten Gebieten und da sind menschliche Wirte eine perfekte Wahl.

Splinter Film

Splinter hat 2008 am Screamfest Horrorfilmfestival, dass das grösste Horrorfilmfestival in ganz Amerika ist und auch „Sundance of Horror“ genannt wird, gleich sechs Preise gewonnen (unter anderem für die besten Spezialeffekte und den besten Film). Natürlich musste ich in diesem Fall auch mitreden können und ich muss sagen ich bin von Splinter sehr gut unterhalten worden.

Splinter ist ein sehr schneller Film. Er verschwendet nicht viel Zeit um die beiden Hauptcharaktere dem Zuseher näher zu bringen (es reicht aber völlig um sie sympathisch zu finden), bei den Entführern erfährt man erst im Laufe der Filmhandlung deren Hintergründe. Es gibt eigentlich keine einzige langatmige Szene, die Spannung wird in einigen Momenten ziemlich gekonnt erzeugt, sodass man auch als Zuseher dankbar für die kleinen Verschnaufpausen ist. Wenn das Wesen bzw. der Organismus angreift, dann immer schnell und meistens blutig, die infizierten und veränderten Menschen haben dabei einen sehr eigenständigen Look, da ihre Körperteile in die verschiedensten Richtungen wegstehen. Die Effekte haben ihrern Preis also durchaus verdient, auf CGI wurde dankenswerterweise verzichtet.

Die Schauspieler gehen in ihren Rollen voll auf. Paulo Constanzo (der öfter in Komödien dabei ist er war z.b. der Kiffer in „Road Trip“) macht seine Sache als Weichei, dass in Extremsituationen ruhig bleibt und nicht unüberlegt handelt, sehr gut. Man glaubt ihm sofort, dass er mehr ist als das typische Klischeebild eines Horrorfilmcharakters.
Jill Wagner (sie war als weibliche Hauptperson das Beste an der kurzlebigen Blade TV Serie) als mutige Frau, die sich aber auch nicht zu schade ist die „starken“ Schultern ihres Mannes zu beanspruchen, sie überzeugt ebenso von Anfang bis Schluss.

Nach dieser Rolle wünsche ich ihr weitere bessere Angebote, mal sehen was passiert.
Schließlich wäre da noch Shea Whigham, dessen Figur des Verbrechers Dennis bei seiner Einführung in den Film leicht falsch eingeschätzt werden könnte. Seine Persönlichkeit beeinhaltet auch mehr als nur eine Ebene. Zusammen ergänzen sich diese drei perfekt.

Die starken Figuren, die tollen Effekte und die schnelle Inszenierung (die keine Rücksicht auf Verluste nimmt) sind es dann auch, die Splinter eindeutig über den Einheitsbrei hinwegheben und ihm wohl die Preise beim Filmfest bescheert haben.

Am Ende noch ein kleines Zitat, dass als Tip zur Beruhigung von nervösen Mitmenschen funktionieren könnte.
Polly: „Its OK, we’re cutting off your arm!“

Splinter bekommt von mir 8/10 rasant individuelle Empfehlungspunkte.


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