Nach vielen Jahren hat es Maya (Madelaine Petsch) als erstes Opfer geschafft, sie hat nicht nur den Angriff der Strangers überlebt, nein, sie hat auch noch während ihrer Flucht, eine von ihnen umgebracht. Das wiederum löst in Gregory (Gabriel Basso) etwas aus, denn er ist nicht rein auf Rache aus.
Viel mehr will er seinen Verlust dadurch ersetzen, indem Maya den Part einer „Partnerin in Crime“ ausfüllen soll. Welche Rolle spielt Sheriff Rotter (Richard Brake) bei der ganzen Sache und was wird die Ankunft von Mayas Schwester Debbie und ihren beiden Begleitern an ihrer Situation verändern?

Mit 9,2 Millionen Dollar Einspiel hat dieses Finale der Strangers-Trilogie, nur mehr ein Fünftel vom ersten Part eingespielt. 99 Prozent der Reviewer haben den Film nieder gemacht und auch z.b. auf der imdb, is das Rating geringer als das der beiden Vorteile. Für mich ist das nicht so, denn hier wird eine Ebene verstärkt, die bis jetzt etwas vernachlässigt wurde und das ist der psychologische Horror, das Spiel zwischen Maya und Gregory.
Der Kern ist doch das – und ich werde wieder auf Spoiler zurück greifen – was machen diese Erlebnisse mit Maya? Gregory will sie zu seiner neuen Komplizin machen und die Szenen mit den beiden in der Kirche und beim Finale, sind eindeutig die zwischenmenschlich spannendsten der gesamten Trilogie. „Du bist jetzt so wie ich“ mit „vielleicht“ zu beantworten und die Maske am Ende mitzunehmen (ähnlich wie bei Scream 6, doch Sam ließ sie damals fallen), das lässt die Sache was danach kommt, eindeutig der Interpretation der Zuschauer über.
Das könnte einige gestört haben, aber ich finde es hier sehr stimmig. Sie hat zunächst im Affekt danach sehr bewusst alle drei Killer und ihren Beschützer beseitigt, ist somit das ultimative Final Girl, oder eben sie wurde dadurch gebrochen und nach schuldigen „Opfern“, sucht sie sich in Zukunft unschuldige. Madelaine Petsch macht diese Mischung aus Lähmung, Trotz, Angst und Wut richtig gut, sie ist es auch in Summe, warum ich die Story gerne bis zum Ende verfolgt habe.
Gabriel Basso (The Hive) ist ebenso richtig gut, vor allem beim Finale, diese feinen Änderungen in seiner Mimik, wie er Mayas Nähe sucht und wie man so etwas wie Stolz in seinem Blick sieht, das hat was. Richard Brake (R.I.P.D. 2: Rise of the Damned) muss als Sheriff zwar nicht viel mehr tun als er selber zu sein, aber wow, wenn es mehr Gesetzeshüter wie ihn gäbe, dann würde das Vertrauen in die Polizei auf Null sinken.
Der Rückblick auf die Strangers, wie sie gemeinsam den Spaß am Töten entdecken und wie sie ihr drittes Mitglied erhalten haben, das ist auch auf Grund der eiskalten/kranken Art der jungen Darsteller unangenehm und gibt dabei dennoch keine Erklärung ab, warum die Strangers, so strange sind und das ist gut so. Was ich als Handlungsstrang etwas unnötig finde, obwohl es logisch die angekündigte Story fortsetzt, ist die Ankunft der Schwester von Maya.
Mit Mann und Bodyguard benehmen sich die drei nicht nur dumm, sie dienen auch nur als Kanonenfutter außer Debbie (die Schwester), denn deren Tod soll wohl das Löschen des letzten Hoffnungsfunken in Mayas Augen symbolisieren aka ihre letzte Bindung zur Menschlichkeit, sollte man ihr böses Ende gedanklich vorziehen. Übrigens auch wenn der Bodycount hier etwas höher ist, hier wird Niemand gefoltert, das Ende wird immer sehr schnell herbei geführt, was ich gut finde, denn keiner braucht torture porn.
Finde ich diese Trilogie also sinnvoll? Wie gesagt, ich bin vorher kein Fan des Franchise gewesen und habe nur schlechte Sachen gehört, das ändert sicherlich meine Erwartungshaltung. Außerdem kenne ich genug reine Hater im Internet (hier eine rühmliche Ausnahme namens Drumdums), da muss man fast schon dagegen sein. Aber mal ehrlich, wirklich gut bei Teil 3 sind nur Szenen für sich und die Hauptdarstellerin, doch habe ich die drei Filme gerne gesehen und sie haben mich nie geärgert.
P.S.: Jetzt wo ich alle drei Teile gesehen habe muss ich sagen, dass ich mit dem zweiten am meisten Spaß hatte – ja, als Einzelfilm ohne Vorwissen oder Abschluss funktioniert er weniger gut – aber dennoch.
„The Strangers: Chapter 3“ bekommt von mir 5,5/10 die Möglichkeit ein Monster werden zu müssen, um Monster bekämpfen zu können, in den Raum stellende Empfehlungspunkte.
