The Hive (Filmkritik)

Adam (Gabriel Basso) ist einer der Leiter eines Feriencamps für Kinder. Wie jedes Jahr geht es ihm auch diesmal darum, Spass zu haben und die anderen Mitarbeiterinnen ins Bett zu bekommen. Er stösst, nachdem er zusammen mit einem Freund den Kids einen Streich gespielt hat, mit Katie (Kathryn Prescott) zusammen, die daraufhin auf der Krankenstation landet. Langsam aber sicher entsteht zwischen den beiden ein zartes Band, dass Adam bis jetzt nicht kannte…

Adam erwacht in einem verbarrikadierten Raum. Er kann sich an nichts erinnern, auch nicht daran, wer er selbst ist. Überall sind Spuren einer schwarzen Flüssigkeit, sein Körper ist mit eitrigen Pusteln bedeckt. Mit Kreide sind die Wände beschrieben mit der Warnung, niemanden herein zu lassen. Mehrere Bilder zeigen die Zeichnung eines Mädchens, mit dem Hinweis, sie nicht zu vergessen. Plötzlich bekommt er Visionen von Erinnerungen, doch es sind nicht nur seine eigenen…

The Hive

Regisseur David Yarovesky, der hier auch am Drehbuch beteiligt war, hat bis jetzt nur an einigen Serien und Kurzfilmen gearbeitet. Da der Trailer aber wirklich interessant aussieht und einer meiner Lieblingsregisseure – James Gunn (Slither, Super), in dessen Film Guardians of the Galaxy Yarovesky eine Minirolle hatte – die Art der hier gezeigten Liebesgeschichte lobte, gab ich dem Projekt gerne eine Chance. Was mir dabei besonders gefallen hat, ist wie die verschiedenen Genres sich hier nahtlos zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen.

Da wäre gleich zu Beginn die Mystery-Ebene. Alleine in einem verschlossenen Raum erwachen, unter Gedächtnisverlust leiden und sichtlich an einer unbekannten Krankheit erkrankt sein. Keine schöne Vorstellung. Dann kommen die Flashbacks. Zuerst die eigenen, dann wird klar, dass da auch fremde Erinnerungen dabei sind. Doch wie ist das möglich? Sind hier übernatürliche Mächte am Werk? Hat Adam bestimmte Kräfte? Sind Aliens involviert? Die Gedanken eines Genre erprobten Zusehers, können hier wirklich in die verschiedensten Richtungen hüpfen.

Dann die realistische, die Liebes-Ebene. Adam erzählt Mädchen immer genau das, was sie hören wollen. Er will Spass haben und schläft mit jedem Mädchen, dass nicht nein sagt zu ihm. Katie findet ihn zunächst dumm, doch mit der Zeit wecken sie gegenseitig etwas jeweils in ihrem Gegenüber, dass eine Bindung schafft. Adam wird durch sie irgendwie erwachsener, möchte sie besser behandeln als seine früheren Beziehungen, obwohl sie sich erst kurze Zeit kennen. Nichts davon muss direkt ausgesprochen werden, man spürt einfach die Veränderung und dass er zum ersten Mal wirklich etwas empfindet, wenn er ich liebe dich sagt.

Dies wiederum ist unheimlich wichtig für die Horror-Ebene, denn dafür dürfen die Hauptfiguren weder beliebig noch egal sein. Wenn Menschen anfangen, sich gegenseitig mit schwarzer Flüssigkeit zu bespucken und sich daraufhin nicht nur optisch verändern, dann ist dies unheimlich, erschreckend und hat auch etwas ziemlich abstossendes an sich. Wie bei einem düsteren Abgrund, bei dem Kontakt dazu führt, dass man selbst in die Dunkelheit gezogen wird, strahlt die Möglichkeit der Infektion bei diesen Personen förmlich vom Bildschirm.

Ohne jetzt mehr zu verraten kann ich nur sagen, dass das Effekt-Team ganze Arbeit geleistet hat. Diese veränderten Augen, die schwarze Flüssigkeit und die veränderten Stimmen der Betroffenen, das alles steigert noch zusätzlich das Unwohlsein beim Betrachten und das Bedürfnis, hier endlich zu erfahren wollen, was genau gespielt wird. Dabei funktionieren die Erinnerungs-Happen wie Teile eines Puzzles, das sich nach und nach zusammenfügt. Die Auflösung selbst ist dann beinahe schon klassisch, doch das Ende selbst hat etwas schrecklich Schönes an sich.

Über weite Strecken als Ein-Mann Show konzipiert, kann Gabriel Basso (Super 8) als Adam hier zeigen, was er kann. Ständig (mindestens innerlich) kurz davor auszuflippen, lernt er auf seiner Suche nach der Wahrheit sich selbst besser kennen, erzeugt nicht Sympathien auf Grund der Person die er ist, sondern die Person, die er im Laufe seiner Reise wird, die unterstützt man gerne. Pure Verzweiflung bis hin zum abgründigen Humor, die Bandbreite der Gefühle ist groß. Kathryn Prescott (Reign) als Katie ist aufgeweckt, ehrlich und geistreich, kein Wunder dass er sich in sie verliebt.

Insgesamt daher ein spannender, unheimlicher, trauriger und auch schöner Mystery-Thriller mit einigen Horror-Elementen, der vor allem beim ersten Ansehen mitreisst, wo man noch nicht genau weiß, wie beim Finale die Auflösung aussehen wird. Es gibt aber auch genügend sehr gelungene für sich alleinstehende Szenen, die auch bei mehrmaliger Sichtung einfach überzeugen. Für alle, die keine Dauer-Action brauchen, die vertretenen Genres schätzen und gerne auch neuen Talenten hinter und vor der Kamera eine Chance geben, daher eine klare Empfehlung.

„The Hive“ bekommt von mir 8,5/10 zusammen so richtig stark seiende Empfehlungspunkte.


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